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Die SAP AG ist der größte europäische Softwarehersteller mit Hauptsitz in Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis).

Unternehmen


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Fünf ehemalige Mitarbeiter von IBM (Claus Wellenreuther, Hans-Werner Hector, Klaus Tschira, Dietmar Hopp und Hasso Plattner) gründeten 1972 „SAP Systemanalyse und Programmentwicklung“ in Weinheim (Bergstraße). Das erste Büro war in Mannheim. Heute steht SAP für „Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung“ bzw. „Systems, Applications, and Products in Data Processing“. Allerdings tilgte ein Beschluss der Hauptversammlung diese Auflösung des Firmenkürzels 2005 aus der Satzung des Unternehmens. Damit ist „SAP AG“ die offizielle Firma des Unternehmens und nicht deren Abkürzung. 1976 war die SAP GmbH gegründet worden, die ein Jahr später von Mannheim nach Walldorf umzog.

SAP hat weltweit rund 35.000 Beschäftigte (Stand 2005, davon etwa 10.600 Mitarbeiter in der Software-Entwicklung) und erwirtschaftete 2004 einen Umsatz von 7,514 Mrd. EUR und einen Jahresüberschuss von 1,311 Mrd. EUR. Die Aktie gehört zum DAX und wird unter anderem an der Frankfurter (seit 1988) und der New Yorker Börse (seit 1998) gehandelt.

Das Unternehmen betreibt neben dem Entwicklungszentrum am Unternehmenssitz in Walldorf noch weitere Entwicklungsstandorte in den USA, Frankreich, Kanada, Israel, Indien, Australien, Japan, der Volksrepublik China, Bulgarien, der Slowakei , Ungarn und Polen.

Produkte


Gegenwärtig bietet die SAP mit dem Produkt „SAP NetWeaver“ eine Plattform an, mit deren Hilfe unterschiedliche Business-Anwendungen integriert werden können. Technisch handelt es sich um einen EJB-Application Server mittels dem die SAP der Konkurrenz von BEA und IBM (u. a.), um die Möglichkeit zur Vereinigung der Geschäftsprozesse begegnen will. Hier sind der Web Application Server („Web AS“), das Business Information Warehouse (eine Data-Warehouse-Lösung), das SAP NetWeaver Portal und die SAP Exchange Infrastructure (XI) zu nennen. Darüber hinaus können auch externe so genannte „Non-SAP“-Produkte angebunden werden.

Mit NetWeaver soll der zunehmenden Komplexität der von Unternehmen installierten Systeme Rechnung getragen werden. Wo es vor einigen Jahren nur eine quasi monolithische ERP-Software mit unterschiedlichen Modulen gegeben hat (SAP R/3), gibt es heute eine breite Palette an unterschiedlichen Produkten - die sogenannte "mySAP Business Suite", die ERP, CRM, SCM, SRM und PLM-Systeme und anderes umfasst. Um die unterschiedlichen SAP-Produkte und Nicht-SAP-Produkte miteinander kommunizieren zu lassen, wurde die NetWeaver-Technologie entwickelt. Darüber hinaus bietet die SAP für eine Reihe von branchenspezifischen Lösungen an, die als Industrielösungen eingeführt sind (z. B. „SAP for Retail“).

SAP bietet des weiteren auch für Mittelstandsunternehmen CRM- und ERP-Lösungen an. Die Produktbezeichnungen für diese Mittelstandslösungen lauten SAP Business One und SAP All-in-one.

SAP Business One ist eine Lösung für kleine bis mittelständische Unternehmen (ca. 5-150 Mitarbeiter, wobei nicht alle Anwender sein müssen, bis ca. $10 Mio Umsatz). Sie wurde 2002 von SAP eingeführt und basiert auf der Software TopManage des israelischen Herstellers TopManage Financial Solutions LTD. TopManage war eines der Unternehmen, die das jetzige SAP-Vorstandsmitglied Shai Agassi zusammen mit seinem Vater Reuven Agassi 1993 gegründet hatte und wurde im ersten Quartal 2001 von SAP übernommen. Damit tritt die SAP AG vermehrt auch in Konkurrenz zu Anbietern, die auf Klein- und Mittelbetriebe spezialisiert sind, wie oxaion, Bäurer mit B2, Lexware, Sage und insbesondere Microsoft mit Navision.

Die andere Smart Solution, SAP All-In-One, ist quasi ein vorkonfiguriertes kleines R/3 für „größere“ Mittelständler oder Tochterunternehmen großer Konzerne, das ab ca. 200.000 Euro die Vorteile eines ERP-Systems bei voller Kompatibilität zum „großen“ SAP der Konzernmutter bietet.

Unter dem Begriff Online Service System (OSS) bietet die SAP ihren Kunden die Möglichkeit, mit Problemen der Software umzugehen. Dabei werden in „Hinweisen“ (engl. SAP-Notes) Fehlerbeschreibungen und die entsprechenden Lösungen zur Verfügung gestellt. Außerdem können die Kunden über dieses System Service-Meldungen erfassen und bearbeiten.

Parallel zum OSS bietet SAP seit mehreren Jahren den Service Marketplace an. Hierüber kann der Kunde ebenfalls auf die SAP-Notes zugreifen und Meldungen erfassen. Zusätzlich werden hier Informationen wie White-Papers, Präsentationen, Software-Downloads usw. angeboten. Mittlerweile ist die Schließung des OSS für etwa Mitte 2006 geplant. Nachdem sich der Service Marketplace - nunmehr unter seinem neuen Namen 'SAP Support Portal' (SSP) - über die Jahre zu einer ausgereiften Alternative entwickelt hat, deren Nutzung über einen einfachen Internet-Browser nur zeitgemäß ist, verlässt SAP auch auf diesem Gebiet die eingeschränkte Welt des R/3 und trägt der selbstverständlichen Nutzung des Internet auf globaler Ebene Rechnung.

Da das SAPNet - R/3 Frontend am 3. April 2006 als Benutzeroberfläche für das SAP OSS abgeschaltet wurde, hat der Service Marketplace diese Aufgaben komplett übernommen.

Seit 1999 befassen sich im SAP Linux Lab SAP-Mitarbeiter, Distributoren und Hardware-Hersteller gemeinsam mit der Herstellung von SAP-Produkten speziell für Linux. Zum Stand Mitte 2005 werden SuSE, Redhat und RedFlag unterstützt. Andere Linux-Derivate sind durch die SAP nicht zertifiziert.

Die Funktionen der SAP R/3-Software sind in der SAP-eigenen Programmiersprache ABAP programmiert. Der Kern selbst wurde in C/C++ und Assembler entwickelt. Diese Sprache hat sich seit R/2 (1979) ständig fortentwickelt. In neueren Releaseständen (ab ca. 2000) kann auch in Java programmiert werden. Mit diesen Programmiersprachen können individuelle Änderungen an der ausgelieferten Standardsoftware durch den Kunden vorgenommen werden.

Ein Großteil der NetWeaver-basierenden Anwendungen werden über die von SAP entwickelte grafische Benutzeroberfläche SAP GUI bedient. Je nach Komponente sind aber diverse weitere Clients möglich: Web-Browser, WAP, Java Web Start. Business One hat ebenfalls eine eigene Präsentationstechnologie. Erprobt werden derzeit auch die Möglichkeiten, inwieweit sich OpenOffice.org als Frontend für R/3-generierte Berichte nutzen lässt.

Unter dem Projektnamen Mendocino begann SAP 2005 gemeinsam mit Microsoft die Entwicklung einer Software, die beide Welten verbindet. Redundante Arbeitsschritte, die momentan noch jeweils in Desktop- und Geschäftsanwendungen getätigt werden müssen, können durch die Integration von SAP- und Microsoft-Produkten vermieden werden: Beispielsweise können Einträge, die im Outlook-Kalender getätigt werden, ohne zusätzliche Interaktion des Benutzers in das SAP-Zeitmanagement übernommen werden. Genau ein Jahr nach Projektstart kündigten beide Firmen die Auslieferung der Software an, die nun den Namen Duet trägt. Zunächst werden vier Integrationsszenarien ausgeliefert. Weitere Szenarien wurden noch für das Jahr 2006 angekündigt.

Computing Center Management System (CCMS) ist eine Managementsoftware von SAP. Sie bietet Werkzeuge zur Kontrolle und zum Monitoring eines Rechenzentrums in R/3.

Plattformen


R/3 bzw. mySAP unterstützt serverseitig alle gängigen Plattformen wie die AS/400 (ISeries), AIX, HP-UX, Solaris, Linux, z/OS sowie Windows NT. Die kleine Lösung Business One ist nicht plattformunabhängig und unterstützt derzeit nur Windows. Allerdings deutete die Vertriebsleiterin Donna Troy an, dass Linux "sehr helfen würde".

Datenbanken


Der SAP Web Application Server als Basis der meisten SAP-Produkte unterstützt viele der gängigen Datenbanken, dazu gehören u.a. DB2, Informix, MaxDB, Microsoft SQL-Server sowie Oracle. Die aktuell unterstützten Betriebssystem/Datenbank-Kombinationen finden sich in der sog. Platform Availability Matrix (PAM), die der Kunde über den Service-Marketplace einsehen kann.

Lizenzpolitik


Die Preis- bzw. Lizenzierungspolitik der SAP ist relativ komplex. Die Kosten der R/3- bzw. mySAP-Lizenz hängen von der Anzahl der namentlich benannten User im System ab (das Minimum der zu zahlenden User-Lizenzen ist abhängig von der eingesetzten Lösung) und auch davon, welche Arbeiten im System verrichtet werden. Hinzu kommen zusätzlich kostenpflichtige Module (z. B. HR = Human Resources), Zusatzfunktionen, kostenpflichtiger Support und weitere Regeln für die unterschiedlichen Produktlinien.

Vergleichsweise übersichtlich sind dagegen die Lizenzbedingungen der kleinen ERP-Lösung Business One.

Siehe auch


Literatur


  • Gerd Meissner: SAP - die heimliche Software-Macht. Wie ein mittelständisches Unternehmen den Weltmarkt eroberte. 2. Auflage. Hoffmann und Campe, Hamburg 1997, ISBN 3-455-11194-7

Weblinks


  • http://www.sap.de/ Deutsche Unternehmenswebsite
  • http://www.sap.ch/ Schweizer Unternehmenswebsite
  • http://help.sap.com SAP Dokumentation und Best Practices
  • http://service.sap.com SAP Service Marketplace
  • http://www.sap.info/de/ Kundenmagazin der SAP AG in deutsch und englisch
  • http://www.dsag.de/ Deutschsprachige SAP Anwendergruppe für die Region (D-A-CH)

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