Das S50 ist ein zweisitziges Kleinkraftrad, dass als Nachfolgemodell der Mokicks Star und Habicht zwischen 1975 und 1980 im thüringer VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk Simson (Suhl) produziert wurde. Es war wegen seines sportlichen Aussehens besonders bei den Jugendlichen in der ehemaligen DDR beliebt und heiß begehrt. Simson_S50_B2_Bj77.JPG Das Kleinkraftrad besitzt einen großflächig verrippten, fahrtwindgekühlten 50 cm³-Zweitaktmotor (Bezeichnung M53/2) mit einer Leistung von 3,5 PS und ein fußgeschaltetes Dreiganggetriebe. Es ist 79 kg schwer, hat eine Nutzlast von 181 kg und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 60 km/h. Mit dem im ca. 9,5 Liter fassenden Tank befindlichen Benzin (Zweitaktgemisch 1:50) konnte man, je nach Beladung und Streckenprofil, etwa 300 km weit fahren. Man unterschied zwischen den Modellen S50N, S50B, S50 B1 und S50 B2. S50N hatte eine schlichtere elektrische Anlage, z.B. keine Blinker, kein Zündschloss, nur innenliegende Zündspule usw. und war daher etwas leichter. S50 B2 besaß eine elektronische Zündung, 4 Blinker und einen 6V-35/35 Watt-Scheinwerfer. Das S50 war der Vorgänger des Kleinkraftrades S51. Das Fahrzeug wurde von der DDR auch in verschiedene, meist sozialistische oder Entwicklungsländer exportiert.
In Deutschland sind die Fahrzeuge dieses Typs bei Jugendlichen immer noch sehr beliebt, weil sie aufgrund des Einigungsvertrages und der Fahrerlaubnisverordnung (§§76 FeV, Nr. 8 §6 Abs. 1) trotz einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h mit einer Fahrerlaubnis der Klasse M gefahren dürfen. Normalerweise ist die Klasse M auf Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h beschränkt.
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