article

S-Bahn RheinNeckar
S-Bahn-RheinNeckar-Map.png
Verkehrsverbund Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) und Karlsruher Verkehrsverbund (KVV)
Betreiber Verkehrsunternehmen RheinNeckar
Linien 4
Gesamtlänge etwa 240 km
Haltepunkte 65
Betrieb durch Triebwagen ET425

S-Bahn-Logo.svg Die S-Bahn RheinNeckar bildet das Rückgrat im Schienennahverkehr des Verdichtungsraums Rhein-Neckar um die Städte Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen.

Das Streckennetz erfasst mit einer Länge von 240 km die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg sowie den bahnmäßig nur aus Baden erreichbaren Teil Hessens um Neckarsteinach und Hirschhorn. Die gefahrene Zugleistung beträgt etwa 6 Millionen Zugkilometer pro Jahr. 65 Bahnhöfe werden durch 40 neue Elektrotriebzüge der Baureihe 425.2 bedient.


Liniennetz


siehe auch: Liste der Linien der S-Bahn RheinNeckar

Linie Strecke
KaiserslauternNeustadt/W.SchifferstadtLudwigshafenMannheimHeidelbergEberbachMosbachOsterburken
Kaiserslautern – Neustadt/W. – Schifferstadt – Ludwigshafen – Mannheim – Heidelberg – Eberbach ( – Mosbach)
Speyer – Schifferstadt – Ludwigshafen – Mannheim – Heidelberg – BruchsalKarlsruhe
Speyer – Schifferstadt – Ludwigshafen – Mannheim – Heidelberg – Bruchsal

Auf der Stammstrecke Schifferstadt – Ludwigshafen – Mannheim – Heidelberg fahren in der Kernzeit vier S-Bahnen pro Stunde, je eine der vier Linien.

Linien S1/S2

Gemeinsam bilden die Linien ‚S1‘ und ‚S2‘ in der Kernzeit einen halbstündlichen Regeltakt zwischen Kaiserslautern und Eberbach:

  • Linie ‚S1‘ verkehrt stündlich zwischen Kaiserslautern und Osterburken (ohne Halt zwischen Limburgerhof und Ludwigshafen Hbf).
  • Linie ‚S2‘ verkehrt dazu zeitlich versetzt stündlich zwischen Kaiserslautern und Eberbach (z.T. bis Mosbach verlängert, samstagnachmittags und sonntags hingegen nur bis Heidelberg).

Linien S3/S4

Gemeinsam bilden die Linien ‚S3‘ und ‚S4‘ in der Kernzeit einen halbstündlichen Regeltakt zwischen Speyer und Bruchsal:

  • Linie ‚S4‘ verkehrt dazu zeitlich versetzt stündlich zwischen Speyer und Bruchsal (samstagnachmittags und sonntags nur bis Heidelberg).

Abweichungen vom Regeltakt

Obwohl die Linien zum Teil von 5:00 bis 01:30 Uhr verkehren, wird der Regeltakt nur zwischen ca. 8:00 und 21:00 Uhr eingehalten. In den Tagesrandzeiten verkehren die Linien hingegen nachfrageorientiert außerhalb der Taktzeiten, bisweilen gehen auch Teilabschnitte verschiedener Linien umlaufmäßig ineinander über.

In Zeiten, zu denen die Nachfrage erheblich von der Kapazität einer tagsüber üblichen Traktion abweicht, also im Berufs- wie im Spätverkehr, werden Traktionen z.T. geflügelt. Die Fahrgäste werden über die Flügelung mittels differenzierter Fahrtzielanzeigen an Triebzügen und Bahnsteig sowie über Durchsagen im Zug informiert.

Tarifbestimmungen


Die Linien ‚S1‘ und ‚S2‘ liegen auf der gesamten Strecke innerhalb des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN).

Die Linien ‚S3‘ und ‚S4‘ liegen zwischen Speyer und Bad Schönborn-Süd innerhalb des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN), Zeitkarteninhabern werden für die Weiterfahrt bis Bruchsal bzw. Karlsruhe Übergangstickets angeboten. Zwischen Bad Schönborn-Kronau und Karlsruhe gilt der Tarif des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV).

Fahrscheine müssen grundsätzlich vor Fahrtantritt gelöst werden. Zwar befindet sich in allen Zügen ein Fahrkartenautomat, dessen Benutzung ist jedoch nur erlaubt, falls der Automat am Zustiegsbahnhof defekt war. Zur Entwertung von VRN- bzw. KVV-Fahrkarten stehen Entwerter zur Verfügung.

Geschichte


S-Bahn_RheinNeckar_425_722-6.jpeg | Sbahn-lu.jpg]] Neustadtsbahn.JPG Als letztes größeres Ballungsgebiet in Deutschland erhielt der Rhein-Neckar-Raum am 14. Dezember 2003 ein S-Bahn-System – die Planung dauerte aufgrund der erforderlichen Koordination zwischen den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz Jahrzehnte.

Nach europaweiter Ausschreibung wurde der Betrieb der S-Bahn Rhein-Neckar für 12 Jahre bis 2015 an die DB Regio vergeben. Die Bewerbung der Bietergemeinschaft der DB Regio zusammen mit den Verkehrsunternehmen der Städte Heidelberg, Ludwigshafen und Mannheim musste kurz vor Ausschreibungsende wegen kartellrechtlicher Bedenken zurückgezogen werden. Geboten hatten auch die Eurobahn, die nach Ausschreibungsquerelen jedoch wieder zurücktrat, sowie ein Konsortium aus TransRegio und Connex.

Erste Ausbaustufe

Im Vorfeld wurden ab 2001 die Strecken und Bahnhöfe für die S-Bahn vorbereitet. Das Investitionsvolumen belief sich alleine für Baumaßnahmen auf 260 Mio. Euro. Hinzu kamen nochmals 190 Mio. Euro für die Anschaffung neuer Fahrzeuge.

Neben der für die Kapazitätserhöhung dringend erforderlichen zusätzlichen Rheinbrücke zwischen Mannheim und Ludwigshafen entstand für den Fernverkehr eine Neubaustrecke zur Umfahrung des Bahnhofes Schifferstadt. Auch der S-Bahnhof Ludwigshafen-Mitte am Berliner Platz wurde komplett neu gebaut. Für die Wartung der Züge wurde auf dem Gelände des Ludwigshafener Hauptbahnhofs zudem eine neue S-Bahn-Werkstatt errichtet.

Bei den Bahnhöfen und Haltepunkten an den Strecken wurde auf eine weitgehend einheitliche Ausstattung besonderen Wert gelegt. Die Bahnsteige wurden auf 76 cm erhöht und bekamen behindertengerechte Zugänge, zum Teil durch Fahrstühle. Außerdem erhielten sie neue Bahnsteigausstattungen wie Wartehäuschen und Sitzbänke.

Lediglich die Bahnsteige der Haltepunkte Mannheim-Seckenheim und -Rangierbahnhof sowie Ludwigshafen-Mundenheim und -Rheingönheim wurden provisorisch mit Erhöhungen aus Holzplanken versehen, da dort noch nicht endgültig über die Gleisinfrastruktur bzw. die künftige Lage der Bahnsteige entschieden worden war. In Mannheim-Friedrichsfeld Süd wurde der Zugang von Süden über die stillgelegten Gleise der Güterstrecke angelegt und diese hierfür zugeschüttet.

Mit der Verlängerung der Linien ‚S3‘/‚S4‘ bis nach Germersheim wird die erste Ausbaustufe Ende 2006 vollendet sein.

Erweiterungen bis 2006


Verlängerung nach Germersheim

Hauptstuhl.Streckenausbau_hom-kl.2006-03-18.jpg]]

Mit der Verlängerung der Linie MannheimSpeyer bis nach Germersheim wird Ende 2006 die erste Ausbaustufe der S-Bahn RheinNeckar vollendet. Hierfür wird der Streckenabschnitt elektrifiziert, an drei Bahnhöfen finden Umbauarbeiten statt, in Speyer Süd entsteht zudem ein neuer Haltepunkt.

Eine weitere Verlängerung über Graben-Neudorf bis Bruchsal (siehe unten) ist ebenso geplant wie der Anschluss in Germersheim an die Linie ‚S5‘ der Stadtbahn Karlsruhe.

Verlängerung nach Homburg (Saar)

In Vorbereitung auf die Fußball-WM 2006 wurde zudem eine Verlängerung der Linie MannheimKaiserslautern (‚Pfälzische Ludwigsbahn‘) bis nach Homburg (Saar) als Eilmaßnahme in Angriff genommen. Da die Arbeiten jedoch nicht rechtzeitig zur Fußball WM vollendet werden konnten, wird die Inbetriebnahme nun im Zuge des neuen Fahrplans im Dezemberg 2006 stattfinden.

Weitergehende Planungen


RheinNeckar S-Bahn Planung 2010.png Für die S-Bahn Rhein-Neckar wurde von Anfang an eine zweite Ausbaustufe vorgesehen, um bislang noch nicht erschlossene Städte und Regionen in das S-Bahn-Netz zu integrieren. Der im ‚Realisierungsprogramm 2010‘ festgehaltene Zeitplan, der den weiteren Ausbau in den Jahren 2008-2010 vorsah, wurde jedoch schon 2006 wieder verworfen. Gründe hierfür sind in der Kürzung der Regionalisierungsmittel im Zuge des sogenannten Koch-Steinbrück-Papiers ebenso zu suchen wie in der Verschleppung der für die Kapazitätserhöhung im Norden der Region erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen, insbesondere der Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim. Die Planungen an sich werden jedoch beibehalten, eine Umsetzung ist nunmehr für die Jahre 2010-2015 avisiert.

S5: Mainz–Worms–Mannheim–Sinsheim(–Eppingen)/Aglasterhausen

Die Strecke Mainz–Worms–Ludwigshafen wird im Zuge der neuen Linie ‚S5‘ in das S-Bahn-System integriert. Neben dem Umbau der Bahnsteige ist die Errichtung dreier neuer Haltepunkte in Worms-Süd, Roxheim sowie Frankenthal-Süd geplant. Zwischenzeitlich befindet sich die Regionalbahnverbindung Mainz–Worms–Mannheim seit Anfang 2006 im Vorlaufbetrieb mit adaptierten S-Bahn-Zügen.

Im Süden wird die Linie über Mannheim hinaus als Expresslinie ohne weiteren Halt nach Heidelberg verkehren und weiter in das Elsenztal sowie das Schwarzbachtal durchgebunden werden. Abwechselnd soll die Elsenztalbahn zwischen Neckargemünd und Sinsheim bzw. Eppingen sowie die in Meckesheim abzweigende (‚Schwarzbachtalbahn‘) nach Aglasterhausen bedient werden. Im stündlichen Wechsel besteht dann in Sinsheim bzw. Eppingen ein Anschluss an die Stadtbahn Heilbronn.

S2 (neu): Verlängerung bis Graben-Neudorf

Durch die Integration der Bruhrainbahn (Germersheim–Graben-Neudorf–Bruchsal) soll eine Querverbindung zur Linie Heidelberg–Karlsruhe entstehen. Hierfür sind aufwendige Modernisierungsmaßnahmen und die Elektrifizierung zwischen Graben-Neudorf und Germersheim erforderlich.

S3 (neu): Mannheim–Schwetzingen–Karlsruhe

Die rechtsrheinische Linie Mannheim-Schwetzingen–Graben-Karlsruhe soll als neue Linie ‚S3‘ die S-Bahn-Netze Rhein-Neckar sowie Karlsruhe verbinden. Die Linienführung ist von der Entscheidung über die Neubaustrecke Rhein/Main–Rhein/Neckar abhängig – bei einer Bypass-Lösung mit einem neuen ICE-Bahnhof wäre eine Führung über Mannheim-Seckenheim sinnvoller anstatt wie angedacht über Mannheim-Rheinau.

S4 (neu): Südhessen

Zur Anbindung des hessischen Rieds und der Bergstraße ist eine weitere neue S-Bahnlinie geplant. Die beiden Abschnitte BiblisMannheim (‚Riedbahn‘) sowie Mannheim-WeinheimDarmstadt (‚Main-Neckar-Bahn‘) sollen aus Kapazitätsgründen am Mannheimer Hauptbahnhof durchgebunden werden.

Neue Haltepunkte sind geplant in Bensheim-Süd, Weinheim-Süd und Neckarhausen, diskutiert werden auch Haltepunkte in Pfungstadt-Süd und Weinheim-Sulzbach.

Probleme

Die Umsetzung dieser neuen S-Bahn-Linie trifft auf besonders große Schwierigkeiten:

  • Sowohl Riedbahn als auch Main-Neckar-Bahn befinden sich schon seit vielen Jahren vor allem durch die Mischnutzung durch Fern-, Regional- und Güterverkehr an der Kapazitätsgrenze. Seit der Eröffnung der Neubaustrecke Frankfurt-Köln hat insbesondere die Belastung der zweigleisigen Riedbahn weiter zugenommen und führt bereits heute zu massiven Beeinträchtigungen des Regionalverkehrs. Nachdem ein viergleisiger Ausbau der Riedbahn vor vielen Jahren verworfen wurde, ist die dringend benötigte Entlastung nurmehr von der zur Zeit wieder heiß diskutierten Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim zu erhoffen. Das Projekt sollte ursprünglich 2007 fertiggestellt sein, bis heute besteht jedoch noch nicht einmal eine Einigung über den Trassenverlauf.

  • Die geplante ‚Über Eck‘-Durchbindung der beiden Zweige nach Biblis und Darmstadt in Mannheim ist rein technisch bedingt, generiert aber kaum ‚Über Eck‘-Verkehr und zwingt daher die meisten Passagiere zum Umsteigen. Diese suboptimale Lösung könnte durch einen Kapazitätsausbau am Mannheimer Hauptbahnhof einer sinnvolleren Durchbindung weichen. Dieser Kapazitätsausbau steht jedoch im Zusammenhang mit der Neubaustreckenplanung und ist daher ebenfalls noch in Diskussion.

  • Auch verläuft die Abstimmung mit dem Land Hessen bzw. dem RMV schwierig. Der Nutzen eines S-Bahn-Verkehrs nach Biblis wäre deutlich höher, wenn dort ein Anschluss an die Frankfurter S-Bahn-Linie ‚S7‘ hergestellt werden könnte. Über eine Verlängerung der ‚S7‘ über Riedstadt-Goddelau hinaus nach Biblis und weiter bis nach Worms wurde zwar diskutiert, eine erste, isolierte Kosten-Nutzen-Untersuchung brachte jedoch ein negatives Ergebnis zu Tage. Weitergehende Untersuchungen über eine Vernetzung der beiden S-Bahn-Systeme durch einen koordinierten Ausbau stehen noch aus.

Siehe auch


Literatur


  • Werner Schreiner: ... an einem Strang. Ludwigshafen am Rhein 2004, ISBN 3934845177

Weblinks



S-Bahn | Mannheim | Heidelberg | Verkehr (Baden-Württemberg) | Verkehr (Rheinland-Pfalz) | Verkehr (Hessen)

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "S-Bahn RheinNeckar".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld