| S-Bahn Hamburg | |||
|---|---|---|---|
| Hamburg_S-Bahn-Netz2.jpg und zur Fernbahn]] | |||
| Verkehrsverbund | Hamburger Verkehrsverbund | ||
| Linien | 6 | ||
| Streckenlänge | 115 km | ||
| Stationen | 59 | |- bgcolor="#FFFFFF"Tunnelbahnhöfe | 9 |
| Fahrzeuge | BR 472/473, BR 474/874 | ||
| Stromsystem | 1200 V DC, seitliche von der Seite bestrichene Stromschiene | ||
Die S-Bahn Hamburg ist ein Eisenbahnsystem für den schnellen Personenverkehr in der Metropolregion Hamburg. Sie bildet zusammen mit der U-Bahn, der AKN und der Regionalbahn das Rückgrat des schienengebundenen Personennahverkehrs in der Hansestadt und ihrem Umland. Sie wird seit 1907 als elektrische Stadtschnellbahn unter der Regie der jeweiligen Staatseisenbahn betrieben und ist Teil des Hamburger Verkehrsverbundes.
Die Hamburger S-Bahn hat sechs Linien, ihr Streckennetz hat eine Gesamtlänge von 115,2 km und 59 Haltestellen. Der elektrische Betrieb erfolgt mit Gleichstrom, der aus einer neben dem Gleis angebrachten Stromschiene entnommen wird. Das Streckennetz ist durchgehend getrennt vom Eisenbahn-Fernverkehr. Betrieben wird sie von der S-Bahn Hamburg GmbH, einer eigenständigen Tochter der DB Regio Nord .
Die Linien mit einstelliger Linienbezeichnung fahren durch den innerstädtischen Tunnel ("City-S-Bahn"), die Linien mit zweistelliger Linienbezeichnung benutzen die Verbindungsbahn über Hamburg-Dammtor.
| Linie | Start/Ziel | Haltestellen |
|---|---|---|
| Wedel–Poppenbüttel | Wedel – Rissen – Sülldorf – Iserbrook – Blankenese – Hochkamp – Klein Flottbek (Botanischer Garten) – Othmarschen – Bahrenfeld – Altona – Königstraße – Reeperbahn – Landungsbrücken – Stadthausbrücke – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Landwehr – Hasselbrook – Wandsbeker Chaussee – Friedrichsberg – Barmbek – Alte Wöhr – Rübenkamp (City Nord) – Ohlsdorf – Kornweg (Klein Borstel) – Hoheneichen – Wellingsbüttel – Poppenbüttel | |
| Blankenese–Ohlsdorf (verkehrt nur in der Hauptverkehrszeit) | Blankenese – Hochkamp – Klein Flottbek (Botanischer Garten) – Othmarschen – Bahrenfeld – Altona – Holstenstraße – Sternschanze – Dammtor – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Landwehr – Hasselbrook – Wandsbeker Chaussee – Friedrichsberg – Barmbek – Alte Wöhr – Rübenkamp (City Nord) – Ohlsdorf | |
| Altona–Bergedorf (verkehrt nur in der Hauptverkehrszeit) | Altona – Königstraße – Reeperbahn – Landungsbrücken – Stadthausbrücke – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Rothenburgsort – Tiefstack – Billwerder-Moorfleet – Mittlerer Landweg – Allermöhe – Nettelnburg – Bergedorf | |
| Elbgaustraße–Aumühle | Elbgaustraße – Eidelstedt – Stellingen – Langenfelde – Diebsteich – Holstenstraße – Sternschanze – Dammtor – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Rothenburgsort – Tiefstack – Billwerder-Moorfleet – Mittlerer Landweg – Allermöhe – Nettelnburg – Bergedorf – Reinbek – Wohltorf – Aumühle | |
| Pinneberg–Neugraben | Pinneberg – Thesdorf – Halstenbek – Krupunder – Elbgaustraße – Eidelstedt – Stellingen – Langenfelde – Diebsteich – Altona – Königstraße – Reeperbahn – Landungsbrücken – Stadthausbrücke – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Hammerbrook – Veddel – Wilhelmsburg – Harburg – Harburg Rathaus – Heimfeld – Neuwiedenthal – Neugraben | |
| Altona–Berliner Tor / Neugraben | Altona – Holstenstraße – Sternschanze – Dammtor – Hauptbahnhof – (außerhalb der Hauptverkehrszeit: Berliner Tor , sonst:) Hammerbrook – Veddel – Wilhelmsburg – Harburg – Harburg Rathaus – Heimfeld – Neuwiedenthal – Neugraben |
Linienbezeichnungen werden bei der Hamburger S-Bahn seit dem 2. Januar 1967 verwendet. Zuvor hatte man die beiden damaligen Linien durch farbliche Kennzeichnung des Fahrtziels am Triebwagen unterschieden: die Ziele der Stammstrecke Wedel–Poppenbüttel (der späteren S1) waren in schwarzer Schrift, diejenigen der Erweiterungen nach Bergedorf und Elbgaustraße (spätere S2) dagegen in rot gehalten.
Von 1975 bis 1979 verkehrte auf dem ersten Teilabschnitt der City-S-Bahn die Linie S10 zwischen Landungsbrücken und Hauptbahnhof und weiter nach Barmbek. Für vereinzelte Fahrten nach Bergedorf gab es betriebsintern die Bezeichnung S20, die jedoch im Fahrplan nicht verwendet wurde.
Bis 2002 wurden auch einige Regionalbahnstrecken als S-Bahn bezeichnet: Die Züge zwischen Hauptbahnhof und Ahrensburg fuhren als S4 (heute R10), zwischen Altona und Elmshorn als S5 (heute R60), und – vor Verlängerung der elektrischen S-Bahn nach Aumühle 1969 – zwischen Bergedorf und Friedrichsruh als S6 (heute R20). Den Namen S3 trugen ursprünglich die Regionalzüge zwischen Hauptbahnhof und Maschen/Neugraben (heute R30/R50). Nach Eröffnung der Harburger S-Bahn 1983/84 wurden sie, wie auch die Züge nach Hittfeld (heute R40), als Linie zu S3 geführt. Entsprechend liefen die Fahrten zwischen Aumühle und Friedrichsruh unter der Bezeichnung zu S21.
Trotz der oben genannten Um- bzw. Rückbenennungen der Regionalbahnen ist die Annahme, dass das S-Bahnnetz vollkommen getrennt vom sonstigen Eisenbahnverkehr läuft, nicht ganz richtig; seit 2004 fährt die Linie A1 der AKN in den Morgen- und Abendstunden über Dammtor zum Hauptbahnhof und teilt sich dabei die Strecke mit der S-Bahn. Mit der für 2007 anvisierten Netzerweiterung in das südliche Umland wird die S-Bahn ihrerseits in ein "fremdes" Streckennetz vorstoßen, da sie sich die Strecke zwischen Neugraben und Stade mit der Regionalbahn teilen wird.
Die Stadt- und Vorortbahn umfasste die Strecke der Altona-Blankeneser Bahn (eröffnet 1867), die Nahverkehrsgleise der Hamburg-Altonaer Verbindungsbahn (eröffnet 1866) und eine Neubaustrecke bis Ohlsdorf.
Die Verbindungsbahn war von 1893 bis 1903 von einem Gleis auf vier Gleise, ohne niveaugleiche Kreuzungen mit dem Straßenverkehr, erweitert worden. Die daran anschließende zweigleisige Neubaustrecke wurde nach achtjähriger Bauzeit im Sommer 1906 fertiggestellt. Sie führt neben der Strecke der Lübeck-Büchener Eisenbahn-Gesellschaft bis Hasselbrook und weiter auf eigener Trasse zum neu entstehenden Friedhof Ohlsdorf. Da die Erweiterung der Bahnanlagen die ohnehin nicht ausreichenden Hamburger Friedhöfe im Bereich der ehemaligen Wallanlagen verkleinert hatte, war die Schaffung eines Hauptfriedhofes mit gutem Nahverkehrsanschluss erforderlich.
Am 1. Oktober 1907 kamen die ersten Elektrotriebzüge zum Einsatz, und ab dem 29. Januar 1908 wurde die Hamburg-Altonaer Stadt- und Vorortbahn auf ihrer ganzen Länge zwischen Blankenese und Ohlsdorf ausschließlich elektrisch betrieben. Diese Daten gelten als Geburtsstunde der Hamburger S-Bahn.
Die Grundeinheit eines Wechselstrom-Triebwagenzuges bestand aus zwei kurzgekuppelten Abteilwagen als Sechsachser mit zweiachsigen motorisierten Drehgestellen unter den beiden mit Führerständen versehenen Triebwagen-Frontseiten und einem Jakobsdrehgestell mittig als Laufdrehgestell, auf dem beide Waggons aufgelagert waren. Die Abteilwagen mit Türen auf beiden Seiten für jedes Abteil waren in Funktion und Design von den preussischen Abteilwagen abgeleitet.
Die Grundeinheit eines Gleichstrom-Triebwagenzuges bestand aus drei kurzgekoppelten vierachsigen Waggons mit je vier Doppelschiebetüren pro Waggon und Waggonseite. Die Mittelwagen hatten gepolsterte Sitze der 2. Klasse, die motorisierten Außenwaggons Holzsitze der 3. Klasse.
In den Folgejahren kamen weitere Erweiterungen hinzu: 1967 auf eigenen Gleisen von Elbgaustraße bis Pinneberg und 1969, wiederum auf der bestehenden Fernstrecke, von Bergedorf nach Aumühle. Zur Entlastung der Verbindungsbahn entstand ab 1967 südlich davon eine zweite Stammstrecke, die City-S-Bahn, welche die Hamburger Innenstadt im Tunnel unterquert. Sie wurde zwischen 1975 zwischen Hauptbahnhof und Landungsbrücken eröffnet, 1979 bis Altona verlängert und 1981 durch einen oberirdischen Abschnitt bis Diebsteich vervollständigt. 1983 wurde die S-Bahnstrecke über Wilhelmsburg nach Harburg Rathaus eröffnet, die größtenteils entlang der bestehenden Fernbahnstrecke, im Bereich von Hammerbrook auf einem Beton-Viadukt und in der Harburger Innenstadt im Tunnel verläuft. Sie wurde 1984 entlang der Niederelbebahn bis Neugraben erweitert.
Die S-Bahn nach Bergedorf erhielt aufgrund starker Verkehrszunahme auf der Fernstrecke in den 1990er Jahren eigene Gleise; aus demselben Grund wurde der auch S-Bahn-Verkehr zwischen Bergedorf und Aumühle 1994 "für kurze Zeit" eingestellt. Der Abschnitt bis Reinbek wurde schon 1997 wieder eröffnet; die Fertigstellung bis Aumühle verzögerte sich aufgrund von Anwohnerklagen jedoch bis 2002. 1999 wurde, um die Neubausiedlung Neu-Allermöhe West anzubinden, die Haltestelle Allermöhe zwischen Mittlerer Landweg und Nettelnburg in Betrieb genommen.
Damit hat das Streckennetz der Hamburger S-Bahn seine heutige Ausdehnung angenommen. Für eine 3,3 km lange Zweigstrecke von Ohlsdorf zum Flughafen wurde 1991 der erste Spatenstich getan, 2001 der zweite, und auch gegenwärtig (2006) befindet sie sich noch im Bau.
Während die S-Bahn als Verkehrsmittel auch in Hamburg durch ein weißes „S“ in einem grünen Kreis symbolisiert wird, zeigt das Firmenzeichen der Betreibergesellschaft S-Bahn Hamburg GmbH ein weißes „S“ auf rotem Grund. Auch die S-Bahn-Triebwagen tragen das Logo der DB oder der S-Bahn Hamburg GmbH.
Das Unternehmen beschäftigt momentan circa 1.100 Mitarbeiter in den Bereichen Fahrdienst, Instandhaltung, Zugabfertigung und Disposition. Weitere etwa 300 Angestellte sind durch Subunternehmen in den Bereichen Sicherheit und Reinigung tätig.
| Linie | Start/Ziel | Haltestellen | Betrieb |
|---|---|---|---|
| Ohlsdorf–Flughafen * (Eröffnung geplant für 2008) | Ohlsdorf–Flughafen | Vorgesehen ist die Flügelung der Züge in Ohlsdorf, wobei ein Teil des Zuges zum Flughafen, der andere nach Poppenbüttel fahren soll. | |
| Neugraben–Stade * (Eröffnung geplant für 2007) | Neugraben – Fischbek – Neu Wulmstorf – Buxtehude – Neukloster – Horneburg – Dollern – Agathenburg – Stade | Es handelt sich um die bestehende, mit Oberleitung elektrifizierte Regionalzugstrecke. Da keine Stromschiene oder zusätzliche Gleise verlegt werden sollen, ist der Einsatz von Zweisystemfahrzeugen (Gleich- und Wechselstrom) vorgesehen. |
Weitere Pläne sehen vor, das Streckennetz der S-Bahn deutlich zu vergrößern. So möchte die S-Bahn Hamburg bis nach Kaltenkirchen (Holst) fahren (ab Eidelstedt verkehrt dort zurzeit die private AKN).
Eine seit längerem diskutierte Netzerweiterung betrifft auch die Einrichtung bzw. Wiedereinführung einer Linie S4. Die Planungen hierzu gehen auf die Sechziger Jahre zurück; im Rahmen der Einrichtung der City-S-Bahn und der Netzerweiterung in den Sechzigern Jahren erwog die Deutsche Bundesbahn die Einrichtung einer S-Bahnlinie 4. Diese sollte von Altona aus nordwestlich in Richtung Lurup abzweigen. Im Osten der Stadt wäre die neue Linie zusammen mit der jetzigen S1 bzw. S11 bis Hasselbrook und ab dort weiter östlich und schließlich in nördlicher Richtung über Wandsbek nach Ahrensburg gefahren.
Letztendlich wurde jedoch nur der östliche Ast der geplanten S4 ab Hauptbahnhof umgesetzt, allerdings auch lediglich in Form einer Regionalbahn, welche als S-Bahn geführt wurde, da das Angebot des HVVs zu jenem Zeitpunkt noch keine Regionalbahnfahrten beinhaltete, er seine Tarife jedoch auch auf die neue Strecke übertragen wollte. Ebenfalls verzichtete man auf die Einrichtung neuer Haltestellen entlang der Regionalbahnstrecke. Dies ergab allerdings von daher Sinn, dass die dieselbespannten S-Bahnen eine schlechtere Beschleunigung hatten und ein niedriger Haltestellenabstand unökonomisch gewesen wäre, da die Bahn noch bevor sie eine höhere Geschwindigkeit erreicht hätte, wieder hätte abbremsen müssen.
Seit September 2000 setzt sich eine Stormaner Bürgerinitiative für den Ausbau der S4 bzw. heute der R10 ein. Mittlerweile kann sich die Initiative dabei auf eine Machbarkeitsstudie stützen, die im Jahr 2002 von S-Bahn Hamburg GmbH in Auftrag gegeben wurde und im Prinzip die Pläne aus den Sechziger Jahren wieder aufgreift. Der Ausbau beinhaltet demnach die Aufwertung der Linie zu einer vollwertigen, von Elektrotriebwagen bedienten S-Bahn, und die Einrichtung zusätzlicher Haltestellen. Vorgesehen ist zunächst ein Aufwertung der Strecke bis nach Ahrensburg, weitere Planungen sehen eine Verbindung nach Bad Oldesloe vor. Für die neue Strecke sollen Zwei-System-Fahrzeuge eingesetzt werden, wie sie für die Erweiterung der S-Bahn nach Stade zum Einsatz kommen sollen. Bis Ahrensburg sollte die Strecke mit Stromschienen ausgestattet werden, ab dort sollte die S-Bahn die Oberleitung benutzen.
Trotz großen Interesses seitens der vom Ausbau betroffenen Hamburger Stadtteile und der angrenzenden Gemeinden sowie der günstigen Machbarkeitsstudie hat die Hamburger Bürgerschaft bislang keine konkreten Schritte zur Umsetzung der Ausbaupläne unternommen.
Eine solche aus drei Wagen bestehende Einheit gilt betrieblich als "Kurzzug". Mehrere Einheiten lassen sich zu einem "Vollzug" mit sechs Wagen oder einem "Langzug" aus neun Wagen zusammenstellen.
Von den oben genannten Baureihen werden gegenwärtig nur noch die Reihen 472 und 474 im fahrplanmäßigen Verkehr eingesetzt. Die letzten Fahrzeuge der älteren Reihen 470 und 471 wurden 2002 bzw. 2001 endgültig außer Dienst gestellt. Die neuere Baureihe 474 bedient vornehmlich die Linien S1, S11, S3 und S31, wohingegen die Reihe 472 häufiger auf den Linien S2 und S21 eingesetzt wird.
Für den Einsatz auf Strecken mit Wechselstrom-Oberleitung werden neue Zweisystemfahrzeuge beschafft und einige bereits in Betrieb befindliche Einheiten der Baureihe 474 umgebaut, welche dann als Unterbaureihe 474.3 eingeordnet werden. Sie verfügen zusätzlich zu ihrer Ausrüstung für den Gleichstrombetrieb über einen Stromabnehmer für Oberleitungswechselstrom. Die Zwei-System-S-Bahnen befinden sich bereits im fahrplanmäßigen Dienst, bedienen bislang jedoch nur das mit Stromschienen ausgestattete Netz. Derzeit laufen Erprobungsfahrten auf der Strecke Neugraben - Stade.
Mit der Einführung der Baureihe ET 171 für den Gleichstrombetrieb erhielten deren Fahrzeuge einen kobaltblauen Anstrich, während das Fensterband des Mittelwagens sowie zwei schmale umlaufender Zierstreifen cremefarben gehalten waren. Dieses Farbschema wurde auch bei den Fahrzeugen der Baureihe ET 470 beibehalten und prägte für Jahrzehnte das Erscheinungsbild der Hamburger S-Bahn.
Ab 1974 kam mit der Baureihe 472 auch das damalige Farbschema der Deutschen Bundesbahn in Ozeanblau und Beige nach Hamburg. Es wurde bei den älteren Fahrzeugen zunächst nur vereinzelt und im Zusammenhang mit Instandsetzungsarbeiten angewandt. Die ozeanblau/beigefarbene Umlackierung des Hamburger Wagenparks war noch nicht abgeschlossen, als in den 1990er Jahren die Deutsche Bahn AG dieses Farbschema zu Gunsten einer Farbgebung in Verkehrsrot aufgab.
Die Prototypen der Baureihe 474 wurden zunächst in einem Farbschema aus Weiß, Grau und Rot ausgeliefert, das dem der Hamburger U-Bahn-Wagen des Typs DT4 entspricht. Dagegen setzte sich jedoch schnell das Corporate Design der Bahn AG durch, so dass seit Beginn ihres fahrplanmäßigen Einsatzes alle Fahrzeuge der Baureihe 474 einen verkehrsroten Anstrich tragen, mit dem im Rahmen eines so genannten „Redesign-Programms“ auch alle Wagen der Baureihe 472 versehen wurden.
Die Fahrzeuge der zur Ausmusterung vorgesehenen Baureihen 470 und 471 behielten ihre Farben. So waren für ein paar Jahre drei Farbschemata nebeneinander bei der Hamburger S-Bahn anzutreffen.
Mit der Umstellung auf die verkehrsrote Farbgebung wurde auch die Werbung an der Außenhaut der S-Bahnen abgeschafft, die es zunächst in Form von Plakaten unter den Fenstern und ab den 1970er Jahren über den ganzen Triebzug hinweg („Popwerbung“) gegeben hatte.
Bis zum Jahr 2001 gab es auch Wagen der ersten Klasse. Für ihre Benutzung wurde ein Zuschlag erhoben. Bis zur „Klassenreform“ im Jahr 1956 wurden die spätere erste als zweite und die heutige zweite als dritte Klasse bezeichnet.
Während die beiden Endwagen des dreiteiligen Triebzuges die zweite Klasse führten, war der Mittelwagen der ersten Klasse zugeordnet. Der Unterschied zwischen erster und zweiter Klasse bestand im wesentlichen in der Polsterung und den Abständen der Sitze, auch die farbliche Gestaltung der Wagen und Abteile war verschieden.
Zur äußerlichen Unterscheidung der beiden Wagenklassen diente neben den Klassenanzeigen „1“ und „2“, die im Bereich der Türen angebracht waren, auch eine unterschiedliche Farbgebung von Außen- und Mittelwagen. Im alten Farbschema der Baureihen 471 und 470 bestand sie aus einem cremefarbenen Fensterband am Mittelwagen des ansonsten kobaltblauen Triebzuges. Im ozeanblau/beigefarbenen Farbschema diente lediglich ein schmaler orangefarbener Streifen über der Fensterreihe zur Kennzeichnung der ersten Klasse. Mit der Zusammenlegung der Klassen wurden diese Kennzeichnungen entfernt.
Die Abschaffung der ersten Wagenklasse war lange Zeit von verschiedenen Seiten gefordert worden. Als es dazu kam, wurde sie vom Betreiber der S-Bahn mit relativ wenig Aufwand angekündigt und stieß auch nur auf ein geringes Medienecho.
Da selbst die Züge der neuesten Generation 474 für zwei Wagenklassen ausgelegt sind und nach Aufhebung der Klasseneinteilung nicht umgebaut wurden, bestehen heute in allen eingesetzten Zügen der S-Bahn zwei geringfügig unterschiedliche Komfortstufen zum gleichen Preis.
Die Hamburger S-Bahn verfügt derzeit über 59 Haltestellen und Bahnhöfe, von denen neun unterirdisch liegen. Dies sind die fünf Haltestellen der City-S-Bahn (Jungfernstieg, Stadthausbrücke, Landungsbrücken, Reeperbahn und Königstraße), der S-Bahn-Teil des Bahnhofs Altona sowie die drei Haltestellen im Harburger Innenstadtbereich (Harburg, Harburg Rathaus und Heimfeld). Auch der Bahnsteig für die stadteinwärts fahrenden S-Bahnen am Hauptbahnhof befindet sich in einem Tunnel. Nach Umsetzung der aktuellen Planungen soll die S-Bahn bis zum Jahr 2008 über insgesamt 68 Haltestellen verfügen, zu denen mit der Station am Hamburger Flughafen auch eine weitere Tunnelhaltestelle zählen wird.
Alle unterirdischen Haltestellen und Tunnelabschnitte sind mit Verstärkern für die Benutzung von Mobiltelefonen sowie kabellosen Internetanschlüssen ausgestattet.
Die meisten Stationen der Hamburger S-Bahn verfügen über Mittelbahnsteige. An den Knotenpunkten Hauptbahnhof und Altona gibt es zwei davon - für die stadtein- und stadtauswärts fahrenden Züge jeweils einen. An den Endpunkten in Neugraben und Pinneberg sind die beiden Gleise der S-Bahn zwischen einem seitlichen und einem Mittelbahnsteig angeordnet, an dessen anderer Bahnsteigkante die Züge des Regionalverkehrs halten. Seitenbahnsteige gibt es darüber hinaus an den dreigleisigen S-Bahnhöfen in Bergedorf, Berliner Tor (unten), Blankenese und Harburg Rathaus, am zweigleisigen Haltepunkt Billwerder-Moorfleet und am einzigen eingleisigen in Iserbrook.
Alle Haltestellen verfügen über elektronische Fahrgastinformationssysteme, die über Linie, Ziel, Route, Länge und Halteposition des nächsten Zuges, bevorstehende Verbindungsausfälle und außerplanmäßige Zwischenfälle informieren. In den 100 Tagen vor Eröffnung der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zählten die Informationssysteme außerdem einen Countdown der verbleibenden Tage herab. Während der Weltmeisterschaft wurden zudem die Spielergebnisse und Zwischenstände angezeigt.
Einige Stationen, zum Beispiel Landungsbrücken und Harburg Rathaus, sind als Zivilschutzräume ausgelegt. Als einziges sichtbares Merkmal fallen dem aufmerksamen Beobachter die Schutztüren an den Eingängen auf.
Der S-Bahnhof Othmarschen und die ehemaligen Empfangsgebäude Klein Flottbek, Hasselbrook und Rübenkamp sowie die Bahnhöfe Hamburg Hauptbahnhof und Dammtor stehen unter Denkmalschutz.
Die Züge der S-Bahn fahren nach einem Taktfahrplan. Der Grundtakt auf den Linien S1, S21, S3 und S31 beträgt tagsüber 10 Minuten, am frühen Morgen sowie in den Abendstunden und in der Nacht 20 Minuten. Durch Bündelung mehrerer Linien auf der City-S-Bahn und auf der Verbindungsbahn ergeben sich im Innenstadtbereich entsprechend kürzere Zugfolgen. Diese können durch die Verstärkerlinien S2 und S11 weiter verkürzt werden, die während der Hauptverkehrszeiten am Morgen und späten Nachmittag verkehren.
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