S-Bahn-Logo.svg | S-Bahn Vienna.png | S-Bahn-Logo Salzburg.png
S-Bahn ist in der Regel die Abkürzung von Stadtschnellbahn; gelegentlich auch von Schnellbahn oder in seltenen Fällen auch von Stadtbahn. Sie ist eine Zuggattung des Schienenpersonennahverkehrs.
Sie unterscheidet sich von der Eisenbahn durch:
Der Begriff S-Bahn wurde erstmals am 1. Dezember 1930 in Berlin, nach der Elektrifizierung der Stadt-, Ring- und Vorortbahnen ab 1924, als Kurzbegriff für Stadtschnellbahnen verwendet. Einen einheitlichen Tarif gab es hier bereits seit 1890/91. Hamburg übernahm den Begriff S-Bahn ab 1934 für seine Stadt- und Vorortbahn. Die übrigen, nicht mit elektrischen Triebwagen, sondern mit Dampfzügen, betriebenen Vorortstrecken wurden in das Netz und den Tarif der S-Bahnen integriert und teilweise später elektrifiziert. Heute sind die S-Bahn-Tarife durch Verbundtarife mit den anderen Nahverkehrsmitteln abgelöst. Erst ab den 1960er Jahren entstanden in Deutschland weitere S-Bahn-Systeme.
Erkennungszeichen (Symbol / Logo) in Deutschland ist das weiße S auf grünen Kreis. In Österreich sind es ein weißes S in verschiedenen Formen auf blauem Grund. In der Schweiz gibt es kein gemeinsames Erkennungszeichen.
Ein S-Bahn-Netz wird in der Regel von nur einem Unternehmen betrieben. Ausnahmen sind hier die S-Bahn Rhein-Ruhr, die S-Bahn Salzburg, sowie die meisten S-Bahnen in der Schweiz.
Hauptartikel: S-Bahnen in Deutschland
S-Bahn-Logo.svgDie zuerst entstandenen S-Bahnen in den beiden größten Städten Berlin und Hamburg konnten auf gut entwickelte Vorortgleise aus der Dampfbahnzeit zurückgreifen. Bei der Elektrifizierung wurde die Gleichstromversorgung mit Zuführung über die seitliche Stromschiene gewählt, weil größere Umbauten von Durchfahrten (Brücke, Tunnel) gespart werden konnten, was die Kosten senkte. Die gemeinsame Nutzung der Gleise durch Eisenbahnen mit Dampf- bzw. Diesellokomotiven und Gleichstrom-S-Bahn-Zügen kam hier genauso vor, wie bei den später entstandenen S-Bahnen.
Diesen Mischbetrieb mit dem übrigen Bahnverkehr gaben die S-Bahn Berlin und S-Bahn Hamburg nach und nach auf. Die erst später errichtete Wechselstromversorgung über Oberleitung für die „gewöhnliche“ Eisenbahn ist am gleichen Gleis mit Gleichstrom technisch dermaßen aufwändig, dass eine vollständige Trennung der Anlagen in S-Bahn- und Fernbahngleise auch aus verkehrlichen Gründen am sinnvollsten war. Dadurch konnten die Vororte weiterhin gut und von außen störungsfrei mit S-Bahn-Verbindungen versorgt werden.
Alle anderen S-Bahnen in Deutschland werden genauso wie die Eisenbahn mit Wechselstrom über Oberleitung versorgt. Diese Netze konnten schnell in großer Ausdehnung eröffnet werden, ohne dass sie auf den umfangreichen Bau besonderer Gleise warten mussten. So verkehren viele Züge beispielsweise der Münchner S-Bahn auf den Außenästen auf regulären Bahnstrecken. Jedoch ist der S-Bahn-Verkehr bei verspäteten Regional- oder Fernzügen störanfällig und sein Taktfahrplan kaum zu verdichten. Deshalb werden auch die Wechselstrom-S-Bahn-Netze nachträglich um besondere S-Bahn-Gleise ergänzt.
Selten gibt es auch nicht elektrifizierte S-Bahnen, die meist mit Dieseltriebwagen – wie dem Desiro – betrieben werden.
In Deutschland verkehren S-Bahn-Linien in der Regel in den Hauptverkehrszeiten im Kernbereich mindestens alle 20 Minuten. Durch den parallelen Lauf mehrerer Linien auf gleichen Streckenabschnitten entstehen so Zugfolgen bis zu etwa 3 Minuten. Zu den Linienendpunkten im Umland hin dünnt sich das Angebot aus. Ein besseres Zugangebot erreicht man hier zumeist erst durch einen eigenen Bahnkörper.
Heute gibt es in Deutschland folgende S-Bahn-Netze:
In der Planungsphase befinden sich derzeit die S-Bahn Bremen und die S-Bahn Augsburg.
Die Regionalstadtbahn Karlsruhe benutzt zwar das werbewirksame grüne S-Bahn-Logo – weil das U-Stadtbahn-Logo wegen des Fehlens von U-Bahn-Teilstrecken kaum angemessen wäre – verwendet aber in Netzplänen und sonstigen Veröffentlichungen den richtigeren Begriff Stadtbahn.
Bei den Unternehmen Breisgau-S-Bahn (in Freiburg im Breisgau) und Ortenau-S-Bahn (in Offenburg) ist das Wort S-Bahn lediglich Namensbestandteil zu Werbezwecken, hier handelt es sich aber eigentlich um Regionalbahnen.
Hauptartikel: S-Bahnen in Österreich
S-Bahn Vienna.pngDas erste S-Bahnnetz Österreichs - bis 2005 war meist die Bezeichnung Schnellbahn üblich - wurde in den 60er Jahren in Wien errichtet. Als Symbol dient größtenteils ein weißes scharfkantiges "S" auf blauem Hintergrund. Die Form des S soll dabei den Verlauf der Stammstrecke durch Wien stilisieren. Da dieses alte Symbol jedoch dazu neigt, bei manchen Menschen unrühmliche Assoziationen zu wecken, findet sich inzwischen vermehrt eine geschwungene Variante. Die Wiener S-Bahn stellt entgegen Berlin und Hamburg kein unabhängiges System dar sondern benützt abgesehen von der Stammstrecke in der Innenstadt weitgehend normale Bahnstrecken. Bis vor kurzen waren die S-Bahntriebwagen durch ihre eigene blaue Farbgebung deutlich erkennbar, mittlerweile erlangt (analog zu Deutschland) der gesamte Nahverkehr eine einheitliche Farbgebung hauptsächlich in rot. Die S-Bahn in Wien verkehrt auf der Stammstrecke im 3 - 7,5min Intervall.
S-Bahn-Logo Salzburg.pngDie S-Bahn Salzburg wurde im Jahr 2004 teilweise eröffnet (Vollausbau ist noch nicht erreicht). Sie ist die erste Euregio S-Bahn Österreichs, also eine grenzüberschreitende S-Bahn, die auch die Salzburger Vororte auf deutscher Seite miteinbezieht. Die Strecken werden von zwei verschiedenen Unternehmen betrieben. Die ÖBB-Linien nutzen das herkömmliche Eisenbahnnetz und fahren ausschließlich oberirdisch. Zwei weitere Linien werden von der Salzburger Lokalbahn betrieben. Die Lokalbahn-Linien erreichen den Hauptbahnhof im Tunnel. Als gemeinsames Symbol wird hier ein geschwunges weißes "S" auf hellblauem Hintergrund verwendet.
In Österreich sind derzeit weitere S-Bahn-Systeme für die Städte Graz, Linz und Innsbruck im Gespräch, im Vorarlberger Rheintal wir die Regionalzuglinie als S-Bahn bezeichnet.
In der der deutschsprachigen Schweiz wird wie in Deutschland und Österreich der Begriff S-Bahn verwendet und bei zweisprachigen Veröffentlichungen im Französischen mit RER übersetzt; Beispiel Linienplan S-Bahn Bern *. In Fahrplänen erscheinen die S-Bahn-Linien sprachunabhängig mit S und der Liniennummer.
S-Bahn-Bern-Logo.png Die S-Bahn Bern ist die älteste S-Bahn in der Schweiz und wurde 1987 eröffnet. Sie ist die einzige S-Bahn in der Schweiz, die ein S als Logo auf Publikationen verwendet.
Die S-Bahn Zürich ist die zweitälteste S-Bahn, hat aber das größte Netz und die meisten Linien. Nach der Bahn 2000-Initiative entstanden weitere S-Bahn-Netze in St. Gallen (S-Bahn St. Gallen), in der Zentralschweiz (gemeinsames Netz der S-Bahn Luzern und der Stadtbahn Zug) und im Tessin (S-Bahn Tessin).
Regio-S-Bahn-Logo Basel.png Grenzüberschreitend verkehrt die S-Bahn in der Europaregion Basel als Regio S-Bahn Basel auch nach Deutschland und Frankreich. Ein Citytunnel ("Herzstück") soll als Stammstrecke die beiden Basler Bahnhöfe SBB und Badischer Bahnhof in Zukunft verbinden.
Am Genfer See (fr. Lac Léman) ist die S-Bahn Léman im Aufbau, die zur Zeit schon sieben Linien als Réseau Express Vaudois in Lausanne betreibt. In Genf soll ein zweiter Zentrum dieses Netzes entstehen, das dann auch die ehemalige RER-Verbindung wieder integriert.
Am Bodensee mit den angrenzenden Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern und Vorarlberg sowie den Schweizer Kantonen Thurgau und St. Gallen und im Alpenrheintal zwischen Chur und Bregenz sind grenzüberschreitende S-Bahnverbindungen in Diskussion. Dabei werden Vorschläge für eine "Bodensee-S-Bahn" und eine "Alpenrhein-Bahn" gemacht.
Die Schweizer S-Bahnen werden meist von unterschiedlichen Gesellschaften betrieben und verkehren in der Regel in den Hauptverkehrszeiten im Kernbereich mindestens alle 30 Minuten.
Weltweit gibt es den S-Bahnen im deutschsprachigen Raum ähnliche Vorortbahnsysteme, die sich aber in ihrer Gestaltung von den deutschen S-Bahn-Netzen unterscheiden können. Der Begriff S-Bahn wird in der deutschen Sprache für Vorortbahnnetze angewandt, die den S-Bahn-Merkmalen entsprechen. Im Ausland verwendet die jeweilige Landessprache andere Bezeichnungen und auch die Kriterien sind in jedem Land unterschiedlich.
In Bologna ist ein ähnliches System geplant. In Rom besteht ein S-Bahn-ähnlicher Bahnverkehr mit der Bezeichnung Ferrovia Metropolitana (dt.: "Stadtbahn"; FM + Liniennummer), wobei der Betrieb von der Hauptlinie FM1 von Orte zum Flughafen Fiumicino abgesehen, eher einem gewöhnlichen Regionalzugsbetrieb gleicht.
In Neapel werden die S-Bahn-Linien von verschiedenen Unternehmen betrieben, die von den Linienbezeichnungen her in das U-Bahn-Netz integriert sind. In Genua existieren zwei Linien, die die Nummern 1 und 2 tragen. Daneben gibt es eine namenlose U-Bahn Linie. Da hier die S-Bahn geländebedingt größtenteils unter der Erde verläuft, ist es hier angedacht, in den nächsten Jahren einige Tunnelbahnhöfe zu bauen und dann ebenfalls in das U-Bahn-Netz zu integrieren.
Die Verwendung des Begriffs RER ist in Paris und der Provinz jedoch sehr verschieden. Viele benutzen den Begriff auch ausschließlich für das Pariser Netz und sprechen in der Provinz von "RER-ähnlichen" Netzen. Nur in Paris gibt es unterirdische Regionalbahnhöfe vergleichbar mit den Tunnelbahnhöfen der U-Bahn oder S-Bahn. Erst seit den 1990er Jahren bauen andere französische Großstädte ihr Netz von Regionalverbindungen aus, was sich zunächst und für absehbare Zeit aber noch auf Verbesserung des Angebots auf existierenden Linien beschränkt. Nirgendwo gibt es konkrete Pläne für Tunnel.
In Toulouse wird die Linie C der Métro de Toulouse gelegentlich auch als RER toulousain bezeichnet, da sie mit Zügen der SNCF betrieben wird. Die Linie hat sechs Stationen auf sieben Kilometern Länge, also einen Stationsabstand von 1,4 km, vergleichbar mit S-Bahnen.
In Lyon ist ein RER-Netz in Planung, das vermutlich als Tram-Train in Betrieb gehen wird.
Logo Cercanías Spanien.pngIn Spanien werden die S-Bahnen Cercanías bezeichnet. Es gibt in elf Städten Netze aus ein bis 12 Linien, die jeweils von der nationalen Eisenbahngesellschaft Renfe betriebenen werden.
In einigen Regionen, speziell im Baskenland, in Kantabrien und Asturien existieren auch noch S-Bahn-artige Verkehre der FEVE und EuskoTren auf Schmalspur, die zusammen mit den Cercanías die Schnellverkehr-Netz bilden. In Barcelona werden 2 Linien von der Ferrocarrils de la Generalitat de Catalunya betrieben.
Der Begriff Pendeltåg wird auch als Übersetzung von S-Bahn verwendet, so heißt die S-Bahn Berlin auf schwedisch Berlins pendeltåg. Auch für andere ähnliche Einrichtungen des öffentlichen Personennahverkehrs in Schweden wird der Begriff genutzt, auch wenn diese nicht die üblichen Kriterien einer S-Bahn erfüllen.
In Göteborg besteht das Pendeltåg-Netz nur aus den zwei Regionalbahnen Alingsåspendeln und Kungsbackapendeln.
In Schonen verbindet ein Regionalbahn-Netz namens Pågatåg Malmö mit den anderen südschwedischen Städten. Er wird im Schwedischen oft als Malmös Pendeltåg bezeichnet. Aber solange in Malmö der Citytunnel noch nicht fertiggestellt und das Rollmaterial nicht modernisiert ist, kann man hier kaum von einer eigentlichen S-Bahn sprechen, sondern muss Pendeltåg in dem Fall mit einem Nahverkehrszug gleichsetzen.
Auch außerhalb von Europa gab es vergleichbare Entwicklungen eines separaten Vorortbahnnetzes, z.B. in New York (New Jersey Transit, Long Island Railroad, Metro-North), Philadelphia (SEPTA Regional Rail), Chicago (Metra) und Hongkong (KCR).
S-Bahn_Berlin_Baureihe_481.jpg der S-Bahn Berlin]]
Der prinzipielle Unterschied zwischen S-Bahn und U-Bahn besteht in der entsprechenden Rechtsgrundlage, die Bau und Betrieb regelt. Bei der S-Bahn ist dies in Deutschland die EBO, und bei der U-Bahn ist die BOStrab bindend. Damit ist das System S-Bahn der klassischen Eisenbahn zuzuordnen und die U-Bahn der Straßenbahn.
S-Bahnen haben sich als besondere Betriebsform aus der klassischen Eisenbahn heraus entwickelt. Dies zeigt sich auch daran, dass sie häufig von den staatlichen Eisenbahnen oder von ihren Tochterfirmen betrieben werden. Im Gegensatz zur U-Bahn haben S-Bahn-Strecken meist eine Vielzahl von Linienverzweigungen. Die Linien von verschiedenen Ästen laufen hierbei (in einem monozentrischem Netz!) auf eine oder mehrere Stammstrecken zusammen, wo sich eine dichte Zugfolge bildet.
Im Vergleich zur Regionalbahn weist die S-Bahn eine höhere Leistungsfähigkeit, aber auch kürzere Bahnhofsabstände auf. Sie wird oft unabhängig von den übrigen Verkehren auf eigenen Gleisen geführt, aber auf den äußeren Abschnitten fahren S-Bahn-Züge auch gemeinsam mit dem übrigen Eisenbahnverkehr auf den gleichen Gleisen.
In vielen Städten fahren die S-Bahnen im Zentrum auch unterirdisch, wie in Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main, Stuttgart, München, Zürich, Paris oder Sydney.
Tatsächlich ist aber der Übergang zur Regionalbahn, zur U-Bahn oder sogar zur Stadtbahn/Straßenbahn fließend. Ursprünglich als Bezeichnung für den städtischen Schnellverkehr erstmalig benutzt, dient die S-Bahn in Deutschland seit einiger Zeit immer stärker auch der regionalen Verkehrsbedienung. International werden die S-Bahn-Systeme die überwiegend Verkehre innerhalb eines geschlossen bebauten Gebietes abwickeln (Hamburg, Berlin) oft zu den Metros gezählt.
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