Die Südlibanesische Armee (SLA), (arabisch جيش لبنان الجنوبي, hebräisch צבא דרום לבנון, צד"ל) war eine libanesische Miliz während des libanesischen Bürgerkrieges. Sie kollaborierte mit Israel bei dessen Besetzung des Südlibanon.
SLA-Führer waren, bis zu seinem Krebstod 1984, Major Saad Haddad und später der pensionierte Generalleutnant Antoine Lahad.
Bis zum Einmarsch Israels in den Libanon 1982 bekämpften die Paramilitärs die PLO im Süden des Landes. Nach Errichtung der sogenannten 'Sicherheitszone', die de facto eine Okkupation war, richteten sich die Aktivitäten der SLA gegen den überwiegend von der Hisbollah getragenen libanesischen Widerstand. 1985 zog die israelische Armee teilweise ab und überliess die Kontrolle der SLA, die im gleichen Jahr ihr Verhörzentrum in Khiam etablierte und im Südlibanon eine einjährige allgemeine Wehrpflicht einführte. Die Paramilitärs wurden von Israel kontinuierlich mit Geld, Waffen, Munition sowie anderer Logistik versorgt.
Trotz der zeitweisen Anwesenheit von 1.000 bis 1.200 israelischen Soldaten im Südlibanon *, trug die SLA die Hauptlast des Kampfes inklusive der administrativen Verwaltung des besetzten Gebietes. Die SLA wurde des Mordes an vielen Zivilisten zwecks Einschüchterung der Bevölkerung beschuldigt sowie gelegentliche Bombenanschläge ausserhalb der Sicherheitszone begangen zu haben.
In den 1990er Jahren gelangen der Hisbollah zunehmend Angriffe auf die Miliz, zuletzt auch mit Unterstützung des Geheimdienstes der libanesischen Armee, der die SLA unterwandert hatte. Durch Desertation und mangelnden Rückhalt im besetzten Gebiet schrumpfte die wegen ihrer Kollaboration mit den Israelis ungeliebte Miliz kontinuierlich (1980: 5.000, 1990: 3.000, 2000: 1.500).
Im Mai 2000, verliess die israelische Armee die besetzte Zone ohne die SLA zu informieren. Nach Bekanntwerden des Abzugs überrannten Zivilisten die Stützpunkte der Miliz und nötigten sie zur Aufgabe. Viele Flüchtlinge kehrten aus dem Libanon in ihre Ortschaften zurück und die Hizbollah übernahm, teilweise kämpfend, die Kontrolle des Gebietes.
Die Mitglieder der SLA flohen zum Teil mit ihren Familien nach Israel. Andere stellten sich bzw. wurden von der Hisbollah an die Polizei übergeben oder, je nach Anteil am Widerstand, auch freigelassen. Viele erhielten in Europa, besonders in Deutschland, Asyl. Der Libanon selbst betrachtete sie als 'Kollaborateure mit dem Feind' und verhängte Gefängnisstrafen; einige wurden wegen Übergriffen auf Zivilisten zu Zwangsarbeit verurteilt.
Der israelische Ministerpräsident Ehud Barak wurde in Israel für den plötzlichen Abzug der Tzahal und den daraufhin raschen Zusammenbruch der Sicherheitszone kritisiert.
Nach Sicherheitsgarantien der Hisbollah kehrten viele Familien in den Libanon zurück, andere nahmen ein Angebot Israels zur Staatsbürgerschaft, die eine finanzielle Unterstützung ähnlich der für Neueinwanderer und das Recht auf permanentes Wohnrecht beinhaltete, an. Am 6. April 2006 bewilligte der Finanzausschuss der Knesset zudem die Zahlung von 40.000 NIS (ca. 6000 Euro) pro Familie für SLA-Veteranen, zahlbar über 7 Jahre.
جيش لبنان الجنوبي | צבא דרום לבנון | Armia Południowego Libanu | Južnolibanonska armada
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"Südlibanesische Armee".
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