Die Süddeutsche Zeitung (Abkürzung SZ) ist die größte deutsche überregionale Abonnement-Tageszeitung. Sie wird im Süddeutschen Verlag in München verlegt, seit ihr als sogenannte „wichtige meinungsbildende“ Tageszeitung die Lizenz zum Druck durch die US-amerikanische Besatzungsmacht erteilt wurde.
Sie ist laut IVW Deutschlands auflagenstärkste Tageszeitung.
Innenpolitisch gilt die Süddeutsche Zeitung, wie bei Gründung geplant, als liberal-kritisches Medium. Wirtschaftspolitisch ist sie eher marktliberal einzuordnen.
Spezifisch für die SZ ist das Gewicht, das in den letzten Jahren der Kultur eingeräumt wird. Das Feuilleton folgt direkt auf den politischen Teil. Neben der Glosse Streiflicht ist die Seite 3 ein besonderes Merkmal der SZ. Hier erscheinen regelmäßig große Reportagen und Hintergrundartikel. Auf der vierten Seite, der Meinungsseite, findet man täglich einen Leitartikel, von bekannten Autoren der SZ geschrieben. Außerdem erscheint montags eine Beilage mit einer Auswahl von englischsprachigen Artikeln der New York Times, freitags das SZ-Magazin, samstags eine Wochenendbeilage und donnerstags, für die Auflage der Region München, eine Veranstaltungsbeilage SZ-Extra.
Im Sommer 2005 wurde die Süddeutsche Zeitung von deutschen Journalisten erstmals zum „Leitmedium“ Nummer Eins gewählt und löst damit den Spiegel ab. Das ist das Ergebnis der Studie Journalismus in Deutschland des Kommunikationswissenschaftlers Siegfried Weischenberg. Die Studie wird alle zehn Jahre einmal durchgeführt. 34,6 Prozent von 1.536 repräsentativ ausgewählten Journalisten greifen demnach regelmäßig zur SZ, um sich zu informieren oder Themenanregungen zu finden. Beim Spiegel sind es 33,8 Prozent.
Die erste Ausgabe erschien am Samstag, dem 6. Oktober 1945 unter vergebener Lizenz Nr. 1 der Nachrichtenkontrolle der Militärregierung Ost zum Preis von 20 Pfennig. Das Blatt gehört somit zu den Zeitungen der Lizenzpresse. Diese erste Lizenz für die Herausgabe einer Zeitung in Bayern nach dem Zweiten Weltkrieg wurde August Schwingenstein, Edmund Goldschagg und Franz Josef Schöningh gewährt.
Aus dem Geleitwort auf Seite 1 der ersten Ausgabe:
Seit Beginn der Krise auf dem Anzeigenmarkt der Tageszeitungen im Jahre 2000 verschlechterte sich auch die Lage der SZ zusehends. Es mussten neue Gesellschafter ins Boot geholt werden: Mit 18,75% kaufte sich die Südwestdeutsche Medienholding (Stuttgarter Zeitung, etc.) ein, die wiederum zu 44% der Medien-Union GmbH Ludwigshafen (Die Rheinpfalz, etc.) gehört. Aber auch die nordrhein-westfälische Ausgabe musste aus Kostengründen eingestellt werden, ebenso die Jugendbeilage Jetzt. Es kam zu zahlreichen Entlassungen. Die wirtschaftliche Situation hat sich zwischenzeitlich umgekehrt: Der Fehlbetrag 2002 betrug 76,6 Mio Euro, 2003 gab es bereits einen Überschuss von 0,6 Mio Euro, und 2004 wieder einen Überschuss von 37,1 Mio Euro.
Beim SZ-Magazin gab es im Mai 2000 einen Skandal, als bekannt wurde, dass das Magazin gefälschte Prominenten-Interviews des Journalisten Tom Kummer veröffentlicht hatte. Kummers fragwürdiges Verhältnis zur Beziehung von Realität und Fiktion (siehe Borderline-Journalismus) war schon länger bekannt gewesen.
Zusammen mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel und den Zeitungen der Axel Springer AG kündigte die Süddeutsche Zeitung Anfang August 2004 ihre Rückkehr zur klassischen Rechtschreibung an, wozu die FAZ sich bereits im August 2000 entschieden hatte. Die SZ-Redaktion entschloss sich jedoch zu einem Kompromiss, der nur einige Teile der neuen Rechtschreibung rückgängig machte.
Unter dem Druck, neue Umsatzquellen zu erschließen, wurde mit verschiedenen Marketingmaßnahmen Neuland betreten. Angeregt wurden diese Aktivitäten von ähnlichen Aktionen in Italien und Spanien. Die erfolgreichste, zunächst als Test gestartete, war die Etablierung einer Süddeutsche Zeitung Bibliothek („50 große Romane des 20. Jahrhunderts“ im Wochenrhythmus), die mit branchenunüblichen Voraussetzungen an den Start ging:
Nach dem gleichen erfolgreichen Muster wurde am 20. Oktober 2004 eine CD-Klassik-Edition gestartet, der Klavier Kaiser, eine Sammlung von 20 CDs, bei der 14 Pianisten, darunter Daniel Barenboim, Alfred Brendel und Glenn Gould vom Musikkritiker Prof. Joachim Kaiser besprochen werden. Begleitet wird diese Aktivität zusätzlich von Hörfunksendern. Bis April 2005 wurden hier 75.000 Ausgaben verkauft.
Mit diesen Zusatzaktivitäten, die gleichzeitig ideale Werbung bei den potentiellen Zielgruppen machen, erlöste die SZ im Jahr 2004 zusätzliche Umsätze von 26 Mio. Euro (SZ vom 23. April 2005).
Das Wissens-Magazin der Süddeutschen Zeitung, SZ Wissen erschien erstmals am 11. Dezember 2004 und erreichte bis April 2005 eine Auflage von knapp 90.000 Heften, in direkter Konkurrenz zum ähnlich lautenden Wissensmagazin der Zeit.
Am 5. März 2005 startete die SZ-Cinemathek, eine Sammlung von 100 Kinofilmen großer Regisseure auf DVD. Begleitend wird in der Wochenend-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung der aktuelle Film von bekannten Personen aus der Filmwelt, wie z. B. Caroline Link und Volker Schlöndorff besprochen. Alles läuft ab nach dem Muster der SZ-Bibliothek inkl. Freiexemplar zum Start für jeden Käufer. Hier wurden bis Mitte April 2005 bereits 20.000 komplette Serien und insgesamt 600.000 DVDs verkauft. (Zu einer kritischen Einschätzung dieser Sammlung siehe Artikel Filmgeschichte.)
Im Juni 2005 ging es weiter mit der SZ-Diskothek, im September mit der Kinderbuchreihe Junge Bibliothek, im Januar 2006 mit der SZ-Kriminalbibliothek.
So ist es nur konsequent, mit der Süddeutsche Zeitung Mediathek nun auch unter die Online-Versandhändler zu gehen, die die oben genannten Objekte, unter Umgehung des Handels, direkt an die Endkunden vertreibt.
(daneben erschienen und erscheinen diverse regionale Ausgaben, Sonderausgaben und ihre Vorläufer, zeitlich begrenzt)
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