Mit Südarabien werden im Gegensatz zu Nordarabien meist jene Teile der Arabischen Halbinsel bezeichnet, die südlich von Zentralarabien (Innerarabien) bzw. Saudi-Arabien liegen. Die Region wird im Osten und Süden durch das Arabische Meer bzw. den Indischen Ozean begrenzt.
Eine entsprechende Unterteilung in Westarabien (Hedschas und Asir am Roten Meer) und Ostarabien ("Piratenküste" am Arabisch-Persischen Golf) wird seltener verwendet, man spricht dort eher vom Hedschas und den Golfstaaten, da Westarabien auch mit dem gesamten Maghrib (Ferner Westen) und Ostarabien mit dem Maschrik (arabischer Osten) gleichgesetzt werden. Südarabien macht den Südteil des Maschrik aus.
Im engeren Sinne beteichnet man als Südarabien nur den Jemen im Südwesten, allein der Nordjemen blieb bis auf eine antike äthiopische Zwischenzeit und eine spätere lockere osmanische Oberhoheit von fremden und Kolonialmächten verschont. Im Südjemen gab es zur Zeit der britischen Kolonialherrschaft sogar ein kurzlebiges Protektorat mit Südarabien im Staatsnamen: Südarabische Föderation. Im weiteren Sinne zählen aber auch Oman im Südosten zu Südarabien sowie manchmal sogar die gegenüber der Arabischen Halbinsel liegenden einstmals arabischen Gebiete Äthiopiens bzw. Somalia, Eritrea und Dschibuti am Horn von Afrika.
Historisch nahm die Regionen sowohl vor als auch nach der Islamisierung eine vom Norden unterschiedliche Entwicklung, aber war durch Karawanenwege stets miteinander verbunden. Die jemenitische Hauptstadt Sana gilt neben Damaskus und Jericho als eine der drei ältesten (dauerhaft bewohnten) Städte der Welt. Die Region am Ausgangspunkt der Weihrauchstraße war Heimat der Sabäer, Minäer und Himjariten. Neben dem Reich Saba waren Ausan, Hadramaut, Mahra lange unabhängig.
Der Konflikt zwischen Nord- und Südarabern hatte sich übrigens bis ins einstmals muslimische Spanien (al-Andalus) im Fernen Westen (Magreb) fortgesetzt, siehe Statthalter von Andalusien.
In Libyen beanspruchen die berberischen Hawwara (östlich von Tripolis) und Mazata eine Abstammung (Ansippung) von jemenitischen Stämmen.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Südarabien".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world