Die Sächsische Schweiz ist der deutsche Teil des Elbsandsteingebirges und liegt flussaufwärts von Dresden beiderseits der Elbe.
Bastei - Elbe stromabwärts mit dem Wartturm.jpg | Bastei - Die Bastei vom Elbe-Aussichtspunkt.jpg]]
Östlich geht die Sächsische Schweiz in das Lausitzer Bergland und westlich ins Erzgebirge über. Der angrenzende tschechische Teil des Elbsandsteingebirges wird Böhmische Schweiz genannt.
Die höchste Erhebung der Sächsischen Schweiz ist der Große Zschirnstein mit 560 m über NN.
Namensgebung
Der Name
Sächsische Schweiz entstand im
18. Jahrhundert und soll auf die beiden
Schweizer
Künstler Adrian Zingg und
Anton Graff zurückzuführen sein. Diese fühlten sich von der Landschaft an ihre Heimat, den Schweizer
Jura, erinnert, in dem ähnliche Landschaftsformen zu finden sind.
Geologische Entstehung
Siehe Elbsandsteingebirge
Bergformen
Lilienstein herbstabend.jpeg im letzten Sonnenlicht]]
In der Regel sind zwei Bergformen zu unterscheiden.
Als
Steine werden zahlreiche
Felsformationen des
Elbsandsteingebirges in der
Böhmischen und Sächsischen Schweiz bezeichnet. Prominente Beispiele sind der
Königstein, der
Lilienstein, Gohrisch und Papststein. Die Bezeichnung erstreckt sich nicht auf die hügelartigen Kuppen aus
vulkanischem Basalt oder
granitischem Material des
Grundgebirges wie die Waitzdorfer Höhe oder der
Große Winterberg.
Die kretazischen Sandsteingebilde ragen aus den sogenannten Ebenheiten heraus, dem ehemaligen Niveau der Elbe und stellen ihrerseits Reste einer früheren Rumpffläche dar. Im Zuge der spättertiären Anhebung des Erzgebirges und des seitlichen Druckes vom Lausitzer Bergland zerbrach die Sandsteinplatte kreuzgitterartig, was bei gleichzeitig zunehmender Fließgeschwindigkeit der Elbe und rückschreitender Erosion in den Seitentälern, Angriffsmöglichkeiten und Leitbahnen für die zerstörerische Kraft des Wassers bot. Zunächst verbleiben die größeren Tafelberge (Lilienstein), oder bereits stark zerklüftete wie Zirkelstein, Kaiserkrone oder bereits bewaldet (Kohlbornstein), die sich bei weiterer erosiver Zerstörung in langgezogene Grate (Schrammsteine) bis hin zu einzelnen Felsnadeln (Torwächter) auflösen. Morphologisch härtere Schichtpartien, die der Erosion länger und erfolgreicher Widerstand leisten, bilden meist die oberste Schicht. Der Zusammenbruch erfolgt somit meist von unten her, bzw. von den Felsflanken.
Geschichte
Bastei around 1900.jpg um 1900]]
Im Gebiet der Sächsischen Schweiz gibt es eine Reihe von
Burganlagen, welche zum Schutz der Handelswege errichtet worden waren. Erhalten geblieben davon sind die
Festung Königstein und
Burg Hohnstein. Von anderen Anlagen sind nur spärliche Reste geblieben, so von der Kleinen Bastei oder der Burg auf dem
Falkenstein (heute Klettergipfel).
Einige der Burgen wurden auch als mittelalterliche Raubnester genutzt.
Ursprünglich war dieses Gebiet
slawisch besiedelt und kam erst im
15. Jahrhundert in ungefähr heutigen Grenzen unter
sächsische Herrschaft.
Die touristische Erschließung begann im Wesentlichen erst im 19. Jahrhundert. Künstler der Romantik ließen sich von der wilden Schönheit der Felsen inspirieren, so der Maler Ludwig Richter oder der Komponist Carl Maria von Weber, der seine berühmte Oper Freischütz mit der Wolfsschluchtszene in der Nähe von Rathen ansiedelte.
1990 wurde, noch vor der deutschen Einheit, der
Nationalpark Sächsische Schweiz geschaffen, um den einzigartigen naturräumlichen Charakter des Gebirges zu schützen. Die 93 km² große Fläche umfasst zwei getrennte Regionen: Im Westen das Gebiet zwischen
Stadt Wehlen und
Prossen, im Osten das Gebiet zwischen den
Schrammsteinen und der deutsch-tschechischen Grenze.
Felsklettern
Elbsandsteingebirge2.JPG
Die Landschaft der Sächsischen Schweiz ist geprägt durch viele Sandsteinfelsen. Dadurch hat sich das beliebte Freizeitvergnügen des
Kletterns entwickelt. Geklettert wird nach den zu Beginn des 20. Jahrhunderts als weltweit erste ihrer Art entstandenen
Sächsischen Regeln. Seile und Sicherungspunkte wie etwa Ringe dürfen nur zur Sicherung, nicht aber zur Fortbewegung verwendet werden. In anderen Klettergebieten verbreitete Hilfsmittel wie
Magnesia,
Klemmkeile oder
Friends sind nicht erlaubt. Stattdessen werden Knoten- und Bandschlingen verwendet.
Bis auf wenige Ausnahmen ist Klettern an Massiven nicht erlaubt und generell nur an ausgewiesenen Klettergipfeln gestattet. (zu den den einzelnen Teilgebieten siehe auch Sächsische Schweiz (Klettergebiet)).
Boofen
Die Übernachtung in einer Felshöhle, die so genannte
Boofe bzw. das Freiübernachten überhaupt hat eine lange Tradition in der Sächsischen Schweiz. Viele Jugendliche fahren übers Wochenende in die Sächsische Schweiz, um zu boofen. Das Boofen ist heute nur noch an vom Nationalparkamt gekennzeichneten Plätzen erlaubt. Problematisch sind die wachsende Zahl der Boofer und das falsche
Benehmen Einzelner (illegale
Feuerstellen, Herausreißen von jungen Bäumen,
Bodenerosion), das immer wieder zu Auseinandersetzungen führt. Viele boofen aus Freude am Naturerlebnis. Letztlich muss immer ein für Menschen und Natur gangbarer Kompromiss gefunden werden.
Sehenswürdigkeiten
Kuhstall.jpg |
Bastei - Die Basteibrücke vom Ferdinandstein.jpg bei Rathen]]
Siehe auch
Literatur
- Henning Böhme: Wanderungen im Elbsandsteingebirge. Bruckmann, München 1991
- Hans Brichzin: Wandern in der Sächsischen Schweiz. Dumont, Köln 2001
- Ingrid Dunger u.a.: Botanische Wanderungen Sachsen. Urania, Leipzig 1995
- Norbert Forsch: Wanderführer Sächsische Schweiz. Deutscher Wanderverlag Dr. Mair & Schnabel & Co., Stuttgart 1991
- Franz Hasse: Elbsandsteingebirge. Bergverlag Rother, 5. Aufl. 2004 ISBN 3763341919
- Adolf Hanle (Hrsg.): Elbsandsteingebirge. Naturführer. Meyers Lexikonverlag, Mannheim 1992
- Heinz Klemm: Die Entdeckung der Sächsischen Schweiz. Sachsenverlag Dresden, 1953
- Marianne Mehling (Hrsg.): Kulturführer Sachsen. Droemer Knaur, München 1991
- Sächsische Landesstelle für Museumswesen (Hrsg.): Museen in Sachsen, Edition Leipzig, Leipzig 1998
- Editha und Hermann Thomas: Sächsisch-Böhmische Schweiz. Neumann, Radebeul 1994
- Erich Tönspeterotto und Christoph Wendt: Sächsische Schweiz. Bildband, Artcolor, Hamm 1994
Weblinks
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