Der Säbel (von ungarisch: szablya) ist eine leichte Hieb- und Stichwaffe.
Der Säbel kommt ursprünglich aus dem Indo-Persischen Raum. Das Wort Säbel kommt vom Ungarischen Szablya, das wieder aus dem Alanischen kommt. Ursprünglich wurde der Säbel v. a. in Asien und Nordafrika, aber auch in Osteuropa eingesetzt. Zum Durchschlagen von Rüstungen ist er schlechter geeignet als das gerade Schwert, doch konnten bis zum Hochmittelalter generell nur relativ leichte Rüstungen entwickelt werden, weshalb dieser Nachteil der Moslems zur Zeit der Kreuzzüge durch die fortschrittlichere Klingenherstellung des Orients ausgeglichen wurde. Durch die Krümmung der Klinge entstanden deutlich größere Wunden als bei geraden Klingen – vorausgesetzt, man hatte genügend Übung, ansonsten richtete man meist kaum Schaden an. Außerdem war es bei einem entsprechend gekrümmten Säbel egal, wenn man den Gegner mit dem Mittelteil der Klinge traf, mit geraden Schwertern oder Degen sollte man ihn hingegen mit dem vorderen Teil treffen, um genügend Schaden anzurichten. Deshalb ist eine lange, gerade Klinge im Handgemenge auf engstem Raum – zumindest für den Durchschnittskämpfer – eher hinderlich. In Westeuropa war die Bedeutung des Säbels aber zunächst gering, das änderte sich aber, als zu Beginn des 18. Jahrhunderts erstmals Husaren im größeren Stil eingesetzt wurden.
Je nach Krümmung der Klinge ist der Säbel auch als Stichwaffe geeignet, mit zunehmender Krümmung dann nur noch als Hiebwaffe, wobei der Stich gegenüber dem Hieb einen deutlichen Reichweite- und vor allem Genauigkeitsvorteil hat. Zwar lassen sich nicht so große, dafür aber meist tiefere Wunden erzeugen. Der Säbel wurde v.a. von der leichten Kavallerie (Ulanen, Husaren, Kosaken) verwendet, Hauptaufgabe war Aufklärung und schnelle Überfälle auf den Nachschub. Die schweren Kavalleristen, die (Kürassiere) und meist auch die Dragoner, waren mit dem Pallasch bewaffnet.
Der ursprüngliche, „orientalische“ Säbel ist stark gekrümmt und sehr breit und daher als Stichwaffe eher ungeeignet - im Gegensatz dazu stehen zunächst nur die Schaschka der Kosaken sowie die vielfältigen Modelle der japanischen Samurai (Katana), diese weisen außerdem beide ein besonders einfaches Gefäß (= Griff) auf. Im 18. Jahrhundert ging man auch in Europa zu etwas schmaleren Klingen über, im 19. Jahrhundert tauchten leichter gekrümmte Modelle auf, die später auch von vielen schweren Kavallerieeinheiten eingesetzt wurden.
Der Handschutz kann stark variieren, vom Korb, der die Hand komplett umschließt, über einfache Bügel bis zur ursprünglichen, rudimentären Parierstange (à la Mamelucke). Die Länge liegt meist zwischen 70 und 100 cm, das Gewicht reicht von 700 bis 1400 Gramm.
Heute werden Säbel bei verschiedenen Armeen nur noch zu repräsentativen Anlässen getragen.
Der akademische Säbel ist neben Korbschläger und Glockenschläger eine der drei studentischen Fechtwaffen. Er unterscheidet sich vom Korbschläger in der Klinge und im Korb. Die Säbelklinge ist schwerer, gebogen und besitzt eine Blutrinne. Der Korb besitzt am Hiebblatt einen Klingenfänger. Der akademische Säbel ist eine Duellwaffe und wird daher heute in Deutschland nicht mehr verwendet.
Die Entstehung des studentischen Säbels geht auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. In dieser Zeit entwickelte sich das studentische Fechten mit dem Korb- bzw. Glockenschläger weg vom Duell hin zur Mensur im heutigen Sinne. Für die Austragung von Ehrenstreitigkeiten wurde dann ab den 1840er Jahren aus dem militärischen Säbel der studentische Säbel entwickelt, der bis in die Zeit des Dritten Reichs in Gebrauch war.
Nach dem Verbot der Studentenverbindungen durch die Nationalsozialisten wurde auch das studentische Duell mit dem Säbel und Pistole wiederholt ausdrücklich verboten, zuletzt durch persönlichen Befehl Adolf Hitlers im Jahre 1940. Nach Wiedergründung der studentischen Verbände in den 1950er Jahren kam auch die Diskussion über die Gesetzmäßigkeit des studentischen Fechtens auf die Tagesordnung (siehe dazu: Göttinger Mensurenprozess). Daraufhin bestätigten Vertreter der maßgebenden Verbände schlagender studentischer Verbindungen bei einem Treffen mit Bundespräsident Theodor Heuss, dass in deutschen Studentenverbindungen Ehrenstreitigkeiten nicht mehr mit der Waffe ausgetragen werden würden.
Der Säbel für das Sportfechten ist höchstens 105 cm lang. Er darf maximal 500 Gramm wiegen, ist aber meistens erheblich leichter. Er hat eine gerade Klinge mit angedeuteter (stumpfer) Vorschneide. Der Säbel hat eine Glocke, welche die Handfläche schützt. Anders als beim Degen und beim Florett hat er einen Bügel, der die Hand gegen Hiebe schützt. Außerdem unterscheidet sich auch der Griff des Säbels von dem des Floretts und des Degens. Er hat keine Vertiefungen für die Finger und kann beliebig gehalten werden.
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