| Vorsitzender | Logo |
|---|---|
| Flemmingmeyer.JPG | ssw.jpg |
| Basisdaten | |
| Gründungsdatum: | 30. Juni 1948 |
| Gründungsort: | Schleswig |
| Vorsitzender: | Flemming Meyer |
| 1. stv. Vorsitzender: | Rüdiger Schulze |
| 2. stv. Vorsitzender: | Heinz-Günter Hergesell |
| Landessekretär: | Dieter Lenz |
| Beisitzer: | Anke Spoorendonk, Silke Hinrichsen, Jan Hundsdörfer, Elke Putzer |
| Mitgliederzahl: | ca. 4000 |
| Staatliche Parteienfinanzierung: | 60.173,79 € (2005) |
| Parteistruktur: | 1 Stadtverband 4 Kreisverbände |
| Anschrift: | SSW-Landesverband Schiffbrücke. 42 D-24939 Flensburg |
| Website: | www.ssw.de |
| E-Mail: | info@ssw-landesverband.de |
Als Partei der dänischen Minderheit ist der SSW gemäß § 3 Abs. 1 Satz 2 des Wahlgesetzes seit 1955 für den Landtag von Schleswig-Holstein von der 5%-Hürde befreit.
Die Partei tritt im Landesteil Schleswig als Regionalpartei und Interessenvertretung der dort ansässigen dänischen Minderheit an und versteht sich zudem als Vertreter der nordfriesischen Volksgruppe. In ihren politischen Ansichten steht die Partei zwischen den Volksparteien CDU und SPD und orientiert sich dabei stark an der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung der skandinavischen Länder. So strebt der SSW grundsätzlich eine dezentrale, möglichst bürgernahe Politik an.
Im Besonderen fordert er Investitions- und Strukturprogramme für den Landesteil Schleswig, insbesondere eine Verbesserung der dortigen Verkehrsinfrastruktur, wie zum Beispiel den Ausbau der Westküstenautobahn, allerdings unter Berücksichtigung einer nachhaltigen Natur- und Umweltentwicklung.
Der SSW befürwortet eine aktive Arbeitsmarktpolitik und fordert eine verstärkte soziale Verantwortung der Wirtschaft. Ferner müssten bessere Rahmenbedingungen für Existenzgründer geschaffen werden. Ökonomische Krisen dürften nicht zu Sozialabbau führen. Eine Zusammenarbeit von Kindergärten, Schulen und sozialen Einrichtungen mit den Eltern müsse darüber hinaus gefördert und flexible Arbeitsmöglichkeiten geschaffen werden, die den sozialen Bedürfnissen von Familien gerecht würden.
Ein weiteres Augenmerk legt der SSW hier auf das Bibliothekswesen und fordert die Möglichkeit für alle Bürger, sich in jeder Gemeinde kostengünstig durch Bücher und andere Medien zu informieren. Jede Bibliothek solle auch in die Lage versetzt werden, ihren Benutzern freien Zugang zum Internet zu ermöglichen.
Weitere Forderungen beinhalten einen umfassenden Schutz des Waldes sowie der Meere. Einige Großprojekte, wie die Ausweisung der Halbinsel Eiderstedt als Vogelschutzgebiet, lehnt der SSW allerdings ab.
Das oberste Gremium der Partei ist der Landesparteitag, der jährlich im Herbst in Husum stattfindet. Er besteht aus ca. 175 Delegierten, die sowohl von Orts- als auch von Kreisverbänden entsendet werden. Gelegentlich finden daneben auch sog. "außerordentliche Parteitage" statt.
Das Presseorgan des SSW heißt Die Stimme des Nordens, die im September 2005 erstmals erschien und viermal jährlich herauskommen soll. Zuvor hatte der SSW keine Parteizeitung.
Bei Kommunahlwahlen ist der SSW nicht von der 5-Prozent-Hürde befreit. Im Gegensatz zu der Schleswigschen Partei, der deutschen Partei nördlich der Grenze, die nicht von der 2%-Sperrklausel nördlich der Grenze befreit ist und als Ausgleich die Option eines Wahlverbandes mit einer anderen Partei besitzt, ist diese Art der Kooperation vom schleswig-holsteinischen Kommunalwahlrecht für keine Partei vorgesehen.
| Sitze des SSW im Landtag SH | |
|---|---|
| Legislaturperioden | Anzahl Sitze |
| 1947 - 1950 | 6 Sitze |
| 1950 - 1954 | 4 Sitze |
| 1954 - 1958 | 0 Sitze |
| 1958 - 1962 | 2 Sitze |
| 1962 - 1996 | 1 Sitz |
| 1996 - 2000 | 2 Sitze |
| 2000 - 2005 | 3 Sitze |
| 2005 - heute | 2 Sitze |
Die ersten Jahre des SSW waren vor allem durch große Wahlerfolge geprägt. In einigen Städten des Landesteils konnten die dänischen Kandidaten 1946 politische Mehrheiten gewinnen und in Flensburg 1948 sogar behaupten. Zudem war der SSW im ersten Bundestag mit dem früheren Schleswiger Bürgermeister Hermann Clausen vertreten. Dies ist durch den Wunsch breiter Kreise der Bevölkerung, weg von Deutschland zu kommen, zu erklären. Mit der Stabilisierung der deutschen Verhältnisse wurde es jedoch bald klar, dass es nicht zu einer Grenzverschiebung kommen würde, worauf der Anteil der SSW-Stimmen zurückging. Es nützte dem SSW auch nichts, die Vertriebenproblematik zu ihren Gunsten zu instrumentalisieren und zum Teil massiv gegen die neu in das Land gekommenen ostdeutschen Vertriebenen zu polemisieren. Die Anzahl der Vertriebenen war in Schleswig-Holstein im Verhältinis zu den südlichen Bundesländern überdurchschnittlich groß. Unstrittig ist auch, dass der SSW seine Wählerschaft weitestgehend aus Kreisen der sozial schwachen Einheimischen rekrutierte, die sich in der Nachkriegszeit der dänischen Minderheit zugewandt hatten und deswegen in den Genuss von Lebensmittelhilfen kamen - daher die polemische Bezeichnung als sog. "Speckdänen". Vor dem Krieg sowie bereits im 19. Jahrhundert war jedoch die dänische Gesinnung auch eher in der weniger privilegierten Schicht verbreitet.
Als Reaktion auf die Gewinne des SSW setzte der Landtag die Sperrklausel 1951 auf 7,5 % hoch, um den SSW aus dem Landtag auszuschließen. Diese Klausel wurde vom Bundesverfassungsgericht jedoch für verfassungswidrig erklärt (BVerfGE 1, 208).
Um dem SSW parlamentarische Partizipation zu ermöglichen wurde 1955 die Sperrklausel für den SSW aufgehoben. Die Aufhebung geschah nach den deutsch-dänischen Verhandlungen über die Bonn-Kopenhagener Erklärungen. Diese Erklärungen sichern deutscher wie dänischer Minderheit auf beiden Seiten der Grenze umfassende Rechte zu. Über wahlmäßige Sonderregelungen in den beiden Ländern, siehe Minderheitenwahlrecht.
Seit 1971 saß Karl Otto Meyer für den SSW im Landtag. Er bekam im Jahr 1987 mediale Aufmerksamkeit, da er nach dem Tod Uwe Barschels bei der Ministerpräsidentenwahl wegen des Parlamentarischen Patts zwischen CDU/FDP einerseits und SPD/SSW andererseits das Zünglein an der Waage war. Er verweigerte jedoch die Neuwahl eines CDU-Ministerpräsidenten und machte damit den Weg zu Neuwahlen frei, bei denen die SPD im Mai 1988 die absolute Mehrheit gewann.
Nachdem der Landtag im Jahr 2000 mittels einer Wahlrechtsreform gegen die Stimmen des SSW die Zweitstimme einführte, ist die Partei auch im Landesteil Holstein wählbar. Dies wurde kritisiert, da in Holstein keine autochthonen Dänen oder Friesen beheimatet sind. Das Bundesverfassungsgericht widersprach jedoch wegen Verfahrensfehlern dem Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgericht, das in seinem Urteil den Status des SSW als Minderheitenvertretung infolge des neuen Wahlrechts nicht mehr als gegeben sah, und erklärte dessen Urteil für nicht rechtskräftig.
Die Partei betonte, weiterhin Interessenvertreter der beiden Minderheiten in Südschleswig sein zu wollen. Einen aktiven Wahlkampf führt die Regionalpartei ebenfalls ausschließlich in Schleswig. Der SSW stellt in Holstein keine Direktkandidaten auf und ist nur per Zweitstimme wählbar. Die beiden Kreise Rendsburg-Eckernförde und Pinneberg (durch Helgoland) sind "eiderübergreifend", so dass hier auch vor Einführung der Zweitstimme bereits eine Kandidatur des SSW in Holstein stattgefunden hat.
Ein großer Erfolg war am 11. November 2004 die Annahme des Friisk Gesäts durch den Landtag, das den Friesen wesentliche kulturelle Rechte zugesteht.
Es kam so zu Verhandlungen über eine Unterstützung der SPD und den Grünen. Die rot-grüne Koalition hatte zusammen mit dem SSW einen Sitz mehr als die beiden Oppositionsparteien, doch schon bei der konstituierenden Sitzung des Landtages am 17. März 2005 kam es zum Eklat, da neben den Abgeordneten von CDU und FDP noch ein weiterer unbekannter Abgeordneter in vier Abstimmungen der designierten Ministerpräsidentin Heide Simonis seine Stimme verweigerte. Somit war dieses Bündnis gescheitert. Der SSW erklärte daraufhin, nicht mehr für eine Tolerierung bereit zu stehen.
Nach der Landtagswahl entstand eine bundesweite Diskussion über die Vollwertigkeit der Landtagsmandate des SSW. Viele forderten eine größere Zurückhaltung des SSW in politischen Sachfeldern, die nicht direkt die dänische oder friesische Volksgruppe betreffen. So besitzen die Landtagsabgeorneten des SSW, wenn sein Stimmenanteil unterhalb 5 % liegt, keinen Grundmandatsstatus und sind in den Ausschüssen somit nicht stimmberechtigt, weil der SSW keine Fraktionsstärke besitzt. Es gab Stimmen, die in diesem Zusammenhang die Befreiung des SSW von der Sperrklausel in Frage stellten, da der SSW sich mittlerweile infolge der Stimmen aus dem holsteinischen Landesteil nicht mehr als Minderheitenpartei definieren könne. Der SSW forderte jedoch, seine Mandate als vollwertig anzuerkennen und sich entsprechend politisch zu allen Sachthemen äußern zu dürfen. In seiner politischen Geschichte hat der SSW eine mögliche Unterstützung anderer politischer Parteien oder Konstellationen weder klar nachgestrebt noch abgelehnt. Ein Beispiel für die aktive Rolle des SSW ist die Wahl Konrad Adenauers zum ersten deutschen Bundeskanzler, die mit einer Stimme mehrheit erfolgte. Die Stimmen des SSW-Abgeordneten Hermann Clausen sowie eines Dissidenten der Bayernpartei waren ausschlaggebend. In der Landespolitik jedoch hat sich der SSW bis zur letzten Landtagswahl stets neutral verhalten. So entschied sich die Partei beispielsweise nach der Landtagswahl 1962 keine der möglichen Regierungskonstellationen unterstützen zu wollen. Damals hätte der SSW eine sozialliberale Koalition tolerieren und damit einen Regierungswechsel herbeiführen können. Stattdessen rief der SSW aus, eine Regierung „nicht stützen und nicht stürzen“ zu wollen. Doch bereits 1978 beschloss die Partei im Vorfeld einer Landtagswahl, sich bei einem politischen Patt dezidiert nicht politisch neutral verhalten zu wollen.
Auch als CDU und FDP im Zuge der Barschel-Affäre 1987 nach Uwe Barschels Tod um die Stimme des SSW zur Neuwahl eines CDU-Ministerpräsidenten warben, enthielt sich Karl Otto Meyer der Stimme. Erst bei den Neuwahlen stimmte Meyer für den SPD-Kandidaten Björn Engholm.
Zur Verfassungsmäßigkeit der Befreiung des SSW von der Fünf-Prozent-Klausel:
Deutsche Partei | Politik (Schleswig-Holstein) | Südschleswig | Nordfriesland | Regionalpartei
Sydslesvigsk Vælgerforening | South Schleswig Voter Federation | Südschleswigscher Wählerverband | Südschleswigscher Wählerverband | Sydslesvigsk Vælgerforening
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"Südschleswigscher Wählerverband".
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