Das Süddeutsche Schichtstufenland ist eine Verwerfung von geologischen Schichten, die sich vom Schwarzwald bis zur Schwäbischen Alb erstreckt.
Das heutige Schichtstufenland war praktisch während des gesamten Erdmittelalters Sedimentationsgebiet. So hatte sich vor etwa 350 Mio. Jahren in diesen Raum ein großes Becken gebildet, welches von Gebirgszügen und Schwellen umgeben war. In Trias und Jura lag das Gebiet mal über und mal unter dem Meeresspiegel, so dass abwechselnd Schichten mit kontinentalen und marinen Ablagerungen entstanden.
Die heute charakteristischen Schichtstufen begannen sich im Tertiär vor ca. 6 Mio Jahren zu bilden, nachdem aufgrund plattentektonischer Prozesse der Oberrheingraben ca. 30 Mio Jahre zuvor entstanden war. Hierbei wurden die Gebiete beiderseits des Grabens stark angehoben, wobei auf deutscher Seite der Schwarzwald und im Westen auf französischer Seite die Vogesen entstanden. Die Anhebung und ihre Rückwirkungen hatte zur Folge dass im gesamten süddeutschen Schichtstufenland, die Schichten nicht mehr horizontal liegen, sondern vom Oberrheingraben ausgehend, nach Westen bzw. Osten einfallen. Durch die Anhebung und Brechung der Schichten sind sie nun der Verwitterung ausgesetzt, wobei härtere Schichten der Abtragung länger standhalten als weichere. So sind Tonsteinpakete relativ leicht zu verwittern und bilden Verflachungen, während die "harten" Pakete wie Sandsteine oder Kalksteine weniger verwitterungsanfällig sind und Steilstufen ausbilden. Die dabei entstandenen Strukturformen ermöglichen in einzigartiger Weise die Betrachtung der geologischen Abteilungen an der Erdoberfläche.
Das westliche Pendant zum Süddeutschen Schichtstufenland ist das sich bis zum Pariser Becken erstreckende französische bzw. lothringische Schichtstufenland.
Der Oberrheingraben und das Mainzer Becken verfügen auch aufgrund von eiszeitlichen Lössablagerungen über relativ fruchtbares Ackerland. In den Gebirgen des Schichtstufenlands erbringen die Böden geringe bis mittlere Erträge. An den Stellen, an welchen marine Ablagerungen offen liegen, kommt es durch die Auswaschung von Kalk zu unterirdischer Höhlenbildung, sogenannter Verkarstung, was zur Folge hat, dass in diesen Regionen die Niederschläge fast vollständig versickern. Hierdurch sind diese Gebiete sehr wasserarm. Dies ist etwa bei der Schwäbischen und der Fränkischen Alb der Fall, welche sich nördlich des Oberlaufs der Donau erstrecken. In den niedrigen Lagen des Schichtstufenlands ist Weinbau weit verbreitet, in höheren Gebirgslagen spielt die Forstwirtschaft eine wichtige Rolle.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Süddeutsches Schichtstufenland".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world