| Russia_coa.png | (Details) | (Details) |
Russland (russisch Россия) oder Russische Föderation bzw. Russländische Föderation (russisch Российская Федерация, ) – beide Bezeichnungen sind gleichwertig – ist ein Staat in Osteuropa und Nordasien und der flächenmäßig größte Staat der Erde.
Das russische Kernland grenzt an die Staaten Norwegen (196 km) und Finnland (1340 km), gefolgt von einem kurzen Küstenstreifen zur Ostsee. Danach teilt sich Russland eine Grenze mit den baltischen Ländern Estland (294 km) und Lettland (217 km), weiter südlich gefolgt von Weißrussland (959 km) und der Ukraine (1576 km).
Das Schwarze Meer trennt die europäischen Grenzen Russlands von den asiatischen. Im Kaukasus grenzen Georgien (723 km) und Aserbaidschan (284 km) an. Es folgt ein Küstenstreifen am Kaspischen Meer und eine lange gemeinsame Grenze mit der zentralasiatischen Republik Kasachstan (6846 km).
In Ostasien grenzt Russland erstmals an die Volksrepublik China (etwa 40 km) und dann an die Mongolei (3485 km). Danach trifft das russische Hoheitsgebiet zum zweiten Mal mit dem der VR China zusammen (3605 km). Mit Nordkorea (19 km) besteht die letzte Landverbindung zu einem anderen Staat. Danach folgen die Küstenlinien zum Japanischen, dem Ochotskischen Meer, zum Pazifischen Ozean und schließlich zur Beringsee. Über die nur etwa 85 km schmale und 30 m bis 50 m tiefe Beringstraße ist Russland im äußersten Osten von Alaska getrennt.
Der gesamte nördliche Teil des Landes grenzt an den Arktischen Ozean. Dort liegen zu Russland gehörende Inseln, als nördlichste Franz-Josef-Land. Die Gesamtlänge der Landesgrenzen beträgt 20.017 km, die Küstenlinie umfasst 37.653 km.
Neben dem Kernland besitzt Russland noch eine Exklave, den nördlichen Teil Ostpreußens, die heutige Oblast Kaliningrad. Die Exklave grenzt an Litauen (227 km) und Polen (206 km) und gehörte bis 1945 zu Deutschland.
In der russischen Teilrepublik Tschetschenien versuchen islamische Unabhängigkeitsbewegungen, einen souveränen Staat zu errichten. De facto herrscht in der kaukasischen Republik seit 1994 permanenter Kriegszustand, das Ausmaß der Kontrolle Russischer Kräfte über das Gebiet ist schwer feststellbar.
Gegenüber Estland verweigert Russland weiterhin die Unterzeichnung des ausgehandelten Grenzvertrages. Die bisherige Fassung enthält Formulierungen, die es Estland in der Zukunft offen halten, russische Gebiete einzufordern, die im Vertrag von Tartu (1920) Estland zugesprochen worden waren, aber während der sowjetischen Besatzung aus der Sowjetrepublik Estland ausgegliedert wurden.
Russland gliedert sich geografisch betrachtet hauptsächlich in die folgenden Großlandschaften (etwa in West-Ost-Richtung):
Im europäischen Teil Russlands ist der wichtigste Fluss die Wolga. Sie ist der längste Fluss Europas und verläuft ausschließlich in Russland. Nach 3.531 km mündet sie schließlich ins Kaspische Meer. Als Wasserweg erfährt die Wolga besondere Bedeutung, da sie Nordeuropa mit Zentralasien verbindet. Eine sehr große Bedeutung für die slawischen Staaten besitzt auch der Dnepr (auch Dnjepr genannt). Der Strom entsteht westlich von Moskau und fließt anschließend durch Weißrussland und die Ukraine, wo er ins Schwarze Meer mündet. Über den Dnepr-Bug-Kanal ist er mit dem polnischen Fluss Bug und mit Weichsel und Memel verbunden, was den Dnepr zu einer äußerst wichtigen Wasserstraße macht.
Der Ural entspringt im gleichnamigen Gebirge und verläuft in Richtung Süden nach Kasachstan. Da er erst jenseits der kasachischen Grenze schiffbar wird, hat er für Russland nur geringe wirtschaftliche Bedeutung, jedoch wird er allgemein als Innereurasische Grenze angesehen.
In Asien verläuft der 2.824 km lange Amur. Er bildet seit 1689 die Grenze zwischen Russland und China.
Weitere wichtige Flüsse und Ströme sind (alphabetisch sortiert); die bedeutsamsten Flüsse sind kursiv gedruckt):
Angara, Bureja, Chor, Don, Düna, Indigirka, Irtysch, Jenissei, Kama, Kolyma, Kuban, Lena, Memel, Moskwa, Newa, Ob, Oka, Petschora, Pregel, Seja, Selenga, Tobol, Tschulym, Steinige und Untere Tunguska, Ussuri, Wjatka, Wolchow.
Altai, Baikalgebirge, Chibinen, Kaukasus, Kolymagebirge, Putoranagebirge, Sajangebirge, Stanowojgebirge, Stanowojhochland, Tannu-ola-Gebirge, Tscherskigebirge, Ural, Werchojansker Gebirge.
Der höchste Berg in Russland ist der Elbrus (5.642 m) im Kaukasus.
Siehe auch: Liste der Städte in Russland
Die Klima- und Vegetationszonen verlaufen in Russland weitgehend breitenkreisparallel, so dass stark schematisiert folgende Nord-Süd-Abfolge entsteht:
| Klimazone Klima | Vegetationszone | Verbreitung |
|---|---|---|
| Polare Zone Eisklimate | Kältewüste | Inseln im Nordpolarmeer, nördlicher Teil der Taimyr-Halbinsel |
| Tundrenklimate | Kältesteppe (Tundra) | 200-800 km breite Zone nördlich des Polarkreises, im Mittelsibirischen Bergland nördlich 70° nördlicher Breite |
| Gemäßigte Zone Kaltgemäßigte Klimate | borealer Nadelwald, in Sibirien "Taiga" | 1000-2000 km breite Zone nördlich der Linie St. Petersburg–Ufa–Irkutsk–Sachalin |
| Kühlgemäßigte Klimate | sommergrüner Laub- und Mischwald | im europäischen Russland das Dreieck St. Petersburg–Odessa–Ufa, in Westsibirien der Streifen Tscheljabinsk–Krasnojarsk; Amur-Gebiet |
| Trockenklimate der mittleren Breiten | winterkalte Steppe winterkalte Halbwüste | am Unterlauf von Don und Wolga, Nordkaukasus Kaspische Senke |
| Subtropische Zone Mittelmeerklima | Hartlaubwald | Schwarzmeerküste zwischen Noworossisk und Sotschi |
Russland ist ein Vielvölkerstaat. So leben neben den Russen, die mit 79,8 % die Mehrheit der Bevölkerung stellen, noch fast 100 andere Völker auf dem Gebiet des Landes. Größere Minderheiten sind die Tataren (4,0 %), die Ukrainer (2,2 %), die Armenier (1,9 %), die Tschuwaschen (1,5 %), die Baschkiren (1,4 %), die Deutschen (0,8%) und andere. Zu den kleineren Minderheiten zählen beispielsweise die Mescheten und verschiedene Minderheiten jüdischen Glaubens. Sie sprechen meistens Sprachen aus dem Kreis der Uralische Sprachen (Samojedische Sprachen), Altaiische Sprachen und Paläosibirische Sprachen.
Siehe: Indigene Völker des russischen Nordens, Sibiriens und des russischen Fernen Ostens
Für viele nicht-russische Völker wurden Republiken mit weitgehender Autonomie errichtet. In den letzten Jahren erlebt Russland einen deutlichen Bevölkerungsrückgang von etwa 670.000 Einwohnern pro Jahr. Dennoch ist Russland das zweitwichtigste Einwanderungsland der Welt. Herkunftsländer sind hierbei vor allem die ärmeren, südlichen ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens und des Kaukasus, aber in zunehmender Zahl auch Afrika und Südostasien. Die Mehrheit der Einwanderer stellen bisher jedoch die Russen, die während der Sowjetzeit in anderen Teilrepubliken angesiedelt wurden und nun mit ihren Familien nach Russland zurückkehren.
Russisch ist die einzige überall geltende Amtssprache, parallel dazu wird in den einzelnen autonomen Republiken oftmals die jeweilige Volkssprache als zweite Amtssprache verwendet. Das kyrillische Alphabet ist die mit der Ausnahme Tatarstans einzige offizielle Schrift und es besteht die Richtlinie, dass alle jeweiligen Sprachen in Kyrillisch zu schreiben sind. Tatarisch wurde als einzige Ausnahme ab 2001 gegen den Widerstand der in Tatarstan ansässigen russischsprachigen Bevölkerung ausschließlich in lateinischer Schrift geschrieben. Diese Praxis verbot das Russische Verfassungsgericht jedoch im November 2004 mit der Begründung, dass für die Einigkeit Russlands eine einheitliche Schrift notwendig wäreRussland-Aktuell: Tataren müssen Kyrillisch schreiben 16.11.2004.
Siehe auch: Islam in Russland
73 % der Russen leben in Städten.
Hauptartikel: Geschichte Russlands
Streng genommen würde Rossijskaja Federazija wörtlich übersetzt ‚Russländische Föderation‘ (von Rossija ‚Russland‘) und nicht ,Russische Föderation‘ heißen. Man hat bewusst nicht Russkaja Federazija (‚Russische Föderation‘) als Staatsbezeichnung gewählt, um auch die nicht-russischen Ethnien einzubeziehen. Ist von dem russischen Volk oder der russischsprachigen Kultur die Rede, spricht man daher im Russischen von russkij (‚russisch‘). Ist dagegen von den Staat Russland betreffenden Sachverhalten die Rede, verwendet man das Adjektiv rossijskij (‚russländisch‘). Trotzdem wird im Deutschen in beiden Fällen zumeist das Adjektiv ,russisch‘ verwendet. Der Gebrauch des Wortes ‚russländisch‘ beschränkt sich weitgehend auf Fachpublikationen. Auch die amtliche Übersetzung der Staatsverfassung verwendet diese Variante.
Ab dem 8. Jahrhundert befuhren schwedische Wikinger die osteuropäischen Flüsse, gründeten Städte und Siedlungen und vermischten sich mit der slawischen Vorbevölkerung. Diese auch Waräger oder Rus genannten Kriegerkaufleute waren maßgeblich an der Gründung des ersten ostslawischen Staates, der "Kiewer Rus" mit Zentren in Kiew und Nowgorod, beteiligt. Im südlichen Steppengebiet und an der Wolga waren hingegen Reiche der aus Asien eingeströmten Turkvölker der Chasaren und Wolgabulgaren entstanden, mit denen die Rus Handel trieben, aber auch mehrfach Kriege führten. Intensive Kontakte mit dem Byzantinischen Reich führten schließlich 988 zur orthodoxen Christianisierung der Kiewer Rus.
Aufgrund des ungünstigen Senioratsprinzips bei der Regelung der Erbfolge begann die Kiewer Rus im 12. Jahrhundert zu zerfallen, was es den ab 1223 einfallenden Mongolen erleichterte, die zerstrittenen russischen Fürstentümer zu unterwerfen. Die Goldene Horde beherrschte nun für zwei Jahrhunderte einen großen Teil der Rus, ein anderer Teil wurde dem Großfürstentum Litauen und später Polen-Litauen eingegliedert. Das Großfürstentum Moskau konnte sich schließlich von der mongolischen Fremdherrschaft befreien, und Großfürst Iwan IV. ließ sich 1547 zum ersten "Zar der ganzen Rus" krönen. Unter seiner Herrschaft begann auch die Eroberung Sibiriens, die russische Kosaken erstmals im 17. Jahrhundert bis an den Pazifik brachte.
Zarin Katharina die Große ging Peters Weg weiter und betrieb konsequent Expansionspolitik, im Laufe derer sie die Schwarzmeerküste vom Osmanischen Reich eroberte (Neurussland) und sich an den Teilungen Polens beteiligte. 1812 fielen Napoleons Truppen in Russland ein und eroberten Moskau, wurden schließlich jedoch vernichtend geschlagen. Bald darauf zog Zar Alexander I. als "Retter Europas" in Paris ein. Russland war nun die führende Macht in Europa und erlebte ein goldenes Zeitalter.
Europäisches russland.jpg Ab 1825 gab es im unzufriedenen Volk, in den annektierten Gebieten (Polen,Litauen etc.) und bei der Intelligenzija immer wieder Aufstände, Unruhen und Attentate (siehe Dekabristen), und in den 1860er Jahren kam es zur Aufhebung der Leibeigenschaft. Trotz erheblicher Industrieproduktion (Stahl, Kohle, Öl, Militärbedarf) geriet Russland immer mehr ins Hintertreffen gegenüber den westeuropäischen Großmächten. Der Grund hierfür war die Ineffizienz des staatlich kontrollierten Aufbaus der Industrie, der nur in den städtischen Ballungszentren vorangetrieben wurde. Während in den großen Städten wie Moskau und St. Petersburg aufgrund der Landflucht ein Industrieproletariat entstand, verharrte das übrige Land in Armut und der Rechts- und Sozialordnung der Feudalgesellschaft. Die Industrialisierung drang nicht in die ländlichen Provinzen des Riesenreichs vor, sondern beschränkte sich hauptsächlich auf Moskau, Sankt Petersburg, Warschau und Łódź. Mangelnde Infrastruktur, die Armut der Arbeiter und Bauern und die fehlende Demokratisierung bereiteten große Probleme, wie das Zarenreich erstmals im Krimkrieg und schließlich 1905 bei der Niederlage gegen Japan schmerzlichst erfahren musste. Allerdings war Zar Nikolaus II. nicht bereit, grundlegende Reformen einzuleiten. So ließ er ein weitgehend funktionsloses Parlament, die Duma, das er notgedrungen genehmigt hatte, nur kurze Zeit später wieder auflösen.
Am 30. Dezember 1922 wurde der Zusammenschluss aller Sowjetischen Sozialistischen Republiken zur UdSSR beschlossen und eine staatlich kontrollierte Wirtschaftspolitik ausgerufen. Die Sowjets wurden als Eigentümer von Boden und Produktionsmitteln erklärt. Lenins Tod am 21. Januar 1924 führte zu einem erbitterten Nachfolgekampf, in dem sich Josef Stalin gegen Leo Trotzki durchsetzte. Stalin festigte seine Macht durch gezielten Terror gegen seine Widersacher von "rechts" (u. a. Bucharin) und "links" (Leo Trotzki, später Sinowjew und Kamenew) sowie jeden, der im Verdacht stand, mit ihnen zu sympathisieren. Seit 1928 wurde die staatliche Wirtschaft Fünfjahrplänen unterworfen, die Industrialisierung und Infrastruktur, speziell im asiatischen Teil des Landes, vorangetrieben und die Landwirtschaft kollektiviert.
1954 schenkte Nikita Chruschtschow die bis dahin russische Halbinsel Krim der Ukraine.
In der russischen Verfassungskrise 1993 löste Jelzin per Ukas den - zu Sowjetzeiten gewählten - Kongress der Volksdeputierten sowie den Obersten Sowjet Russlands auf, die sich seinen Bemühungen widersetzt hatten, unpopuläre neoliberale Reformen durchzusetzen. Jelzin ordnete eine gewaltsame Stürmung des Parlamentsgebäudes (Weißes Haus) an, in dem sich etwa 100 Parlamentarier und weitere Anhänger verbarrikadiert hatten. Bei der gewaltsamen Niederschlagung eines weiteren Aufstandes gegen ihn am 3. und 4. Oktober, gab es in Moskau 190 Tote. Im Dezember billigte die russische Bevölkerung per Volksabstimmung die neue Verfassung Russlands (Zweikammersystem, Präsidialverwaltung). Bei den Wahlen zur wiedereingeführten Duma (die letzte wurde 1917 aufgelöst) im Dezember 1993 erstarkten die nationalistische Liberaldemokratische Partei sowie die kommunistische KPRF.
1996 zählte Russland zu den Gründungsmitgliedern der Shanghai Five, der heutigen Shanghai Cooperation Organization (SCO).
Ein international beachteter Konfliktherd bleibt jedoch die Situation in der abtrünnigen Republik Tschetschenien, siehe Kapitel Politik. Der Krisenherd veranlasste Präsident Putin, Maßnahmen zur Stärkung der Terrorabwehr einzuleiten, die demokratische Mechanismen erheblich einschränken.
Außenpolitisch stand die russische Führung nach Auflösung der Sowjetunion vor der Aufgabe, das Verhältnis Russlands gegenüber den übrigen früheren Sowjetrepubliken neu zu gestalten. Dies erfolgte u.a. durch Gründung der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (siehe nächsten Abschnitt) und einiger Verträge zu vertiefter Kooperation, vor allem mit Weißrussland, Ukraine und Kasachstan.
Im Inneren stand und steht die Regierung vor der Herausforderung, die Grundlagen der politischen und wirtschaftlichen Ordnung Russlands neu zu bestimmen. Russland war vor der Auflösung des Sowjetunion ein von der Kommunistischen Partei beherrschter Staat mit einer zentral verwalteten Planwirtschaft, die kein Privateigentum an Produktionsmitteln kannte. Die Wahl von Boris Jelzin zum Staatspräsidenten bedeutete das Ende der KP-Herrschaft in Russland. Privateigentum an Unternehmen wurde zugelassen, die zentrale Planung der Wirtschaft aufgegeben.
Dieser Umbruch brachte für die Bürger Russlands zweifellos mehr persönliche politische Freiheit. Die Entwicklung des politischen Systems unter Jelzin wurde von vielen jedoch eher als Auflösung einer gesicherten und berechenbaren staatlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ordnung empfunden. Die politische Entscheidungsfindung im Geflecht des Familienclans Jelzins und seiner Hintermänner aus dem Kreis der Oligarchen, die durch die Privatisierungspraktiken der Regierung Jelzin innerhalb weniger Jahren zu immensen Vermögen gekommen waren, blieb intransparent, der Einfluss des Parlaments eng begrenzt.
Mit Weißrussland hat sich Russland in der Russisch-Weißrussischen Union zusammengeschlossen, auf die sich Jelzin mit Aljaksandr Lukaschenka (beloruss. Präsident seit 1994) verständigte. Sie wird jedoch von Kritikern als "kaum funktionierend und halb-illegal" bezeichnet. Von ihr wurde lediglich die Verteidigungs- und vorübergehend die Zollunion umgesetzt.
Als nach Jelzin 1999 Wladimir Putin russischer Präsident wurde, kühlte sich das Verhältnis zu Weißrussland ab, dem Putin aber später den Beitritt in die Russische Föderation vorschlug. Lukaschenko lehnte dies ab, doch vereinbarte man 2004/05 eine Währungsunion. Sie sollte zwar Anfang 2005 in Kraft treten, allerdings wurde dieser Schritt aufgrund offener Fragen bis heute (Juni 2006) nicht vollzogen Insgesamt ist die Integration Weißrusslands mit Russland von schwankendem Interesse geprägt und hat an Dynamik verloren. Ein Bericht der WZ vom 9. November 2005 trug daher den sprechenden Titel "Minsk–Moskau: Integration mit zahlreichen Hindernissen".
Etwas beständiger ist demgegenüber das militärische Verteidigungsbündnis Russlands mit Weißrussland, Armenien, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan, der sogenannte Rat für kollektive Sicherheit. Ein neues Bündnis in Asien deutet sich mit der Shanghai Cooperation Organization an, zu dem auch China gehört. Russland hat bereits im August 2005 ein gemeinsames Manöver mit den chinesischen Streitkräften durchgeführt.
Staatspräsident Putin ist es seither gelungen, für mehr politische und wirtschaftliche Stabilität zu sorgen, allerdings nach Meinung vieler überwiegend westlicher Beobachter auf Kosten der Meinungs- und Pressefreiheit und einer sehr weitreichenden Konzentration der Macht in seinem Amt. Das Ziel, Russland zu einer pluralistischen Demokratie nach westlichem Muster – mit starken politischen Parteien, unabhängigen Verbänden, freien Medien und einer marktwirtschaftlich geordneten Wirtschaft – zu entwickeln, wird ihm von vielen Beobachtern abgesprochen. Das Leitbild scheint vielmehr ein politisches System zu sein, das der russische Publizist Sergej Markow als "gelenkte Demokratie" bezeichnete. Von einigen Politologen wird Russlands politisches System auch als defekte Demokratie bezeichnet. Andere wiederum verweisen auf die spezifischen geschichtlichen, geografischen und aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen Russlands, die bei der Beurteilung von Putins Politik zu berücksichtigen seien, z. B. auch der ehemalige deutsche Bundeskanzler, Gerhard Schröder, der mit Wladimir Putin befreundet ist.
Der russische Staatspräsident besitzt schon aufgrund der Verfassung weitreichende Befugnisse. Putin hat diese Machtposition ausgebaut:
Bei den Parlaments- und Präsidentenwahlen gewann Putin deutliche Mehrheiten. Bereits seit Januar 2002 werden die Mitglieder des Oberhauses des russischen Parlaments, des sogenannten Föderationsrats, nicht mehr durch die Gouverneure und die regionalen Parlamentspräsidenten gestellt, sondern nur noch durch vom jeweiligen Gouverneur oder Regionalparlament entsandte Vertreter. Die seit 1996 praktizierte direkte Wahl der Gouverneure in den Regionen der russischen Republik schaffte Putin Ende 2004 wieder ab. Seither schlägt der Staatspräsident den Kandidaten für ein Gouverneursamt vor, den die Regionalparlamente bestätigen müssen, wenn dieser sein Amt antreten soll.
Zur Festigung seiner Machtposition verstärkte Putin die staatlichen Eingriffe in die Arbeit von Fernsehen, Rundfunk und Zeitungen. In westlichen Medien und von internationalen Bürgerrechtsorganisationen werden immer wieder Einschränkungen der Pressefreiheit in Russland kritisiert. Verwiesen wird zum Beispiel auf mehrjährige Gefängnisstrafen von Kritikern wie Grigori Pasko und Igor Sutjagin. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland berichtet in seinen Länder-Informationen zu Russland zu den Einschränkungen der Pressefreiheit: Am deutlichsten ist die staatliche Einflussnahme im Bereich des Fernsehens. Alle drei landesweit sendenden TV-Stationen sind entweder direkt in staatlichem Besitz oder unter staatlicher Kontrolle. Im Radiobereich ist die Situation ähnlich.
Im Bereich der gedruckten Medien herrscht nach wie vor eine recht große Meinungsvielfalt. Auflagenstarke Moskauer Tageszeitungen äußern immer wieder deutliche Kritik an Putins Politik, an Verstrickungen von Politik und Justiz oder an Korruptionsaffären.
Siehe auch: Medien in Russland.
Gegenüber den „Oligarchen“ verfolgt Putin eine Doppelstrategie: Während er gegen politisch ambitionierte Oligarchen wie Boris Beresowski und Wladimir Gusinski, die über Massenmedien Einfluss ausübten, scharf vorging, bezieht er die Mehrheit der „kremltreuen“ Unternehmer in einen fortgesetzten Dialog ein. Das Strafverfahren gegen Michail Chodorkowski, der an der Spitze des Mineralölkonzerns Jukos stand, zeigte erneut, dass Putin eine politische Rolle der Oligarchen im Sinne des Westens nicht duldet. Chodorkowski hatte eine Reihe von dem Westen nahe stehenden Parteien und Abgeordneten großzügig unterstützt. Die Presse sagte ihm nach, er habe Ambitionen für eine Präsidentschaftskandidatur. Weiterhin verhandelte er über einen Verkauf eines Kontrollpakets von 25 Prozent plus einer Aktie des Jukos-Kapitals an die US-Ölkonzerne Exxon Mobil oder Chevron. Ende Mai 2005 wurde Chodorkowski zu 9 Jahren Haft, insbesondere wegen Steuerhinterziehung, verurteilt. Das Vorgehen gegen ihn zeigt, dass der russische Staat versucht die Kontrolle über die nationale Wirtschaft nicht in die Hände ausländischer Investoren zu geben, sondern bemüht ist die eigene Industrie zu stärken und den Einfluss westlicher Investoren so gering wie möglich zu halten..
Bei den Wählern findet die Politik Putins indes viel Zustimmung. Nach den russische Parlamentswahlen 2003 (Duma), Anfang Dezember, erreichte die dem Präsidenten nahestehende Partei "Einiges Russland" mit 307 von 450 Sitzen eine Zweidrittelmehrheit. Von den Wahlbeobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wurden die Wahlen allerdings als "zwar frei, aber nicht fair" kritisiert. Bei den Präsidentenwahlen am 14. März 2004 wurde Putin mit 71,3 Prozent im ersten Wahlgang wiedergewählt. Dieses Ergebnis kann zwar als deutliches Vertrauensvotum der Bevölkerung für seine Politik gelten. Von internationalen Wahlbeobachtern wurde allerdings mangelnde Chancengleichheit unter den Kandidaten kritisiert.
Der tschetschenische Präsident Achmad Kadyrow wurde am 9. Mai 2004 getötet. Sein Nachfolger wurde der vormalige Innenminister Alu Alchanow, der bei den Präsidentschaftswahlen vom 29. August 2004 nach offiziellen Angaben 74 % der Stimmen erhielt. Die EU und andere internationale Organisationen äußerten allerdings große Sorge hinsichtlich der Bedingungen, unter denen die Wahlen stattfanden. Kritisiert wurde insbesondere der Mangel an echtem Pluralismus bei den Kandidaturen für das Präsidentenamt und das Fehlen unabhängiger Medien.
Russland besitzt noch immer den zu Zeiten der Sowjetunion 1949 erlangten Status als Atommacht und verfügt heute über die nach den USA größte Zahl an Atomsprengköpfen.
In Russland gilt eine allgemeine Wehrpflicht von 18 bis 24 Monaten für wehrfähige Männer ab 18 Jahren. Ab 2007 wird sie auf zwölf Monate verkürzt. Da die wehrpflichtigen Soldaten auch in Krisengebieten wie Tschetschenien eingesetzt werden können, wird in der Bevölkerung (besonders von Seiten der Mütter) immer wieder Kritik an der Wehrpflicht laut. 2007 sollen jedoch nur noch Berufssoldaten (Kontraktniki) in solchen Gebieten eingesetzt werden.
Insgesamt hat sich die Lage in den Streitkräften stabilisiert. Die Probleme aus den 90er Jahren wurden bereinigt. Es werden seit dem Jahr 2000 wieder mehr Manöver und Übungen durchgeführt. Auch viele soziale Probleme wie der Wohnungsmangel für Offiziere werden nach und nach gelöst. Die Rüstungindustrie ist wieder im Stande hochmoderne Waffen, Kampfflugzeuge, Schiffe, U-Boote besonders Strategische und Atomraketen wie Topol-M, zu produzieren. Die Stärke der Streitkräfte betrug 2001 1.183.000 Mann, davon 321.000 Landstreitkräfte, 171.500 Marine, 184.600 Luftstreitkräfte, 149.600 Atomstreitkräfte. 40.000 dienen in Staaten der GUS als Friedenstruppen und 316.900 werden als "sonstige Militärs" geführt. Dazu kommen noch diverse paramilitärische Einheiten, wie 410.000 Soldaten des Innenministeriums, des Grenzschutzes oder Notstandstruppen. Allein bei den Eisenbahntruppen dienen 48.000 Mann.
Russland gibt heute ca. 4,3 % seines BIP für das Militär aus (laut *). Die Militärausgaben liegen in absoluten Zahlen mit 44 Mrd. US-Dollar (2001) weit unter denen der USA.
Artikel 65 der Verfassung Russlands nennt die 88 Subjekte, aus denen die Russische Föderation besteht: 21 Republiken, 7 Regionen (Kraj), 49 Gebiete (Oblast), 2 Städte föderalen Ranges (Moskau und Sankt Petersburg), 1 Autonomes Gebiet und 9 Autonome Bezirke.
Im Jahr 2000 schuf Präsident Putin per Dekret sieben Föderationskreise, welche jeweils mehrere Föderationssubjekte zu einer größeren Einheit zusammenfassen. Ziel dieser Reform war die Stärkung der Vertikalen der Macht und eine Verschärfung der Kontrolle über die regionalen Machthaber. Die Einwohnerzahlen in der folgenden Tabelle beziehen sich auf die Volkszählung vom 9. Oktober 2002.
| Föderationskreis | Fläche in km² | Einwohner insgesamt | Einwohner je km² |
|---|---|---|---|
| Fernost | 6.215.900 | 6.692.865 | 1 |
| Nordwestrussland | 1.677.900 | 13.974.466 | 8 |
| Sibirien | 5.114.800 | 20.062.938 | 4 |
| Südrussland | 589.200 | 22.907.141 | 39 |
| Ural | 1.788.900 | 12.373.926 | 7 |
| Wolga | 1.038.000 | 31.154.744 | 30 |
| Zentralrussland | 650.700 | 38.000.651 | 58 |
| Russland Gesamt | 17.075.400 | 145.166.731 | 9 |
Hauptartikel: Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Russlands Hauptartikel: Wirtschaftspolitik Russlands
Neben dem Rubel finden auch US-Dollar im Alltag Verwendung. Durch die Dollarschwäche gewinnt auch der Euro an Bedeutung. Da die Zahlung in Drittwährung in Russland nicht erlaubt ist, werden Preise häufig in Verrechnungseinheiten angegeben, die je einem US-Dollar entsprechen. Gezahlt wird dennoch in Rubel. Die Praxis, Preise in Verrechnungseinheiten anzugeben, ist ab Januar 2007 verboten. Wegen häufiger Bankeninsolvenzen und Finanzkrisen lagern Russen ihre Ersparnisse meist bar in Euro und Dollar oder kaufen Immobilien.
Der Wert des russischen Bruttoinlandsprodukts von 21.665 Mrd. Rubel (2005) entspricht 766 Milliarden Dollar. Bei Berücksichtigung der Kaufkraftparität ist der der Wert des russischen Bruttoinlandproduktes jedoch gut doppelt so hoch (2004: 1408 Milliarden Dollar kaufkraftbereinigt gegenüber 590 Mrd. Dollar unbereinigt).
Nach Angaben der russischen Statistikbehörde Rosstat steuerte der Handels- und Dienstleistungssektor 2004 knapp 60 % zum Bruttoinlandsprodukt bei. Auf die Industrie entfielen rund 30 %, auf die Bauwirtschaft und die Landwirtschaft jeweils rund 6 %. Nach Einschätzung der Weltbank dürfte die amtliche Statistik den Anteil der rohstofffördernden Industrien (2004: 7,7 %) jedoch zu niedrig und den Anteil des Handels (2004: 21,3 %) zu hoch ausweisen, da die russischen Rohstoffkonzerne durch Anwendung interner Verrechnungspreise Wertschöpfung aus dem Rohstoffbereich auf den Handelsbereich verlagern – insbesondere um Steuern zu sparen. Die Weltbank schätzt, dass tatsächlich rund ein Viertel der gesamtwirtschaftlichen Produktion vom Rohstoffsektor gestellt wird.
Energie und Rohstoffe haben deswegen für die russische Wirtschaft herausragende Bedeutung, insbesondere Erdöl und Erdgas. Russland verfügt aber auch über bedeutende Vorkommen an Metallen (Nickel, Platin, Gold unter anderem) sowie Kohle, Uran, Kobalt und Diamanten.
Mit der kräftigen Erholung der Erdölförderung und der Zunahme der Ölexporte bei steigenden Ölpreisen ist die Bedeutung der Energiewirtschaft seit Ende der 1990er Jahre weiter gewachsen. Der Export von Energieträgern und Elektrizität erreichte nach Angaben der russischen Zollbehörde 2005 am Gesamtvolumen der russischen Ausfuhren über die Grenzen der GUS hinaus einen Anteil von rund 67 %.
2004 nahm die Produktion von Brennstoffen um insgesamt 7,1 % zu (Erdöl und Gaskondensat: +8,9 % auf 459 Mio. t; Erdgas: +1,9 % auf 632 Mrd. m³; Kohle: +1,3 %). Die Stromproduktion wächst seit 1999 ebenfalls wieder. Mit Öl-, Erdgas- oder Kohle betriebene Wärmekraftwerke stellte 2003 rund 63 % der gesamten Stromproduktion von rund 851 Mrd. Kilowattstunden. Auf Wasserkraftwerke entfielen 21 %, auf Kernkraftwerke 16 %. Die russische Regierung plant, den Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung bis 2020 auf etwa ein Drittel zu verdoppeln, um noch mehr Erdöl und Erdgas exportieren zu können. Schon heute ist Russland weltweit zweitgrößter Exporteur von Rohöl und weltweit größter Exporteur von Erdgas. (siehe auch Liste: Russische Oligarchen)
Die verarbeitende Industrie (Maschinenindustrie, Autoindustrie) fiel nach dem Zerfall der Sowjetunion in eine tiefe Krise. Die Produktion ging stark zurück. Seit einigen Jahren geht es aber auch in der verarbeitenden Industrie wieder bergauf. Vor allem auf Märkten in der GUS konnten Marktanteile zurückgewonnen und neue Märkte in Asien gefunden werden, weil sich einige russische Erzeugnisse als einfacher und preiswerter als westliche Konkurrenzprodukte profilieren konnten.
Wichtigster Handelspartner Russlands ist Deutschland, das vor allem industrielle Fertigerzeugnisse nach Russland liefert, während Russland größter Rohöllieferant für Deutschland ist und rund ein Drittel des deutschen Erdgasaufkommens stellt.
Russlands Anteil am weltweiten Warenhandel ist trotz seiner bedeutenden Stellung als Rohstofflieferant jedoch vergleichsweise gering. Er beträgt nur etwa 2 %, knapp ein Drittel des Anteils Deutschlands.
Zum einen hat die 1998 eingetretene deutliche Abwertung des Rubels der russischen Wirtschaft Auftrieb verschafft. Durch die Abwertung wurden ausländische Güter verteuert. In Russland hergestellte Produkte wurden auf dem Inlandsmarkt wettbewerbsfähiger. Die russischen Exporteure konnten von der Abwertung aufgrund der mangelhaften qualitativen Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produkte auf den westlichen Märkten allerdings nur wenig profitieren.
Ab Mitte 1999 gaben dann die kräftig steigenden Preise für die russischen Energieexporte der Wirtschaft einen weiteren Wachstumsschub. Steigende Gewinne führten zu höheren Investitionen. Mit wachsenden Steuer- und Zolleinnahmen kam es zu Überschüssen in den öffentlichen Haushalten.
Die bis Mitte der 90er Jahre deutlich zurückgegangene Ölproduktion erholte sich.
Das Pro-Kopf-Einkommen hat sich seit 2001 mehr als verdoppelt und 2005 rund 5.000 US-$ erreicht. Allerdings verbesserte sich der Lebensstandard regional sehr unterschiedlich. Während besonders in Moskau und St. Petersburg heute einige Viertel in neuem Glanz erstrahlen, ist in anderen Regionen die Armut nach wie vor groß. Insgesamt konnte der Anteil der „Armen“ zwar deutlich gesenkt werden, noch immer lebt aber etwa ein Sechstel der russischen Bevölkerung unter der offiziellen Armutsgrenze. Zudem gibt es große Einkommensdifferenzen. So sind die Löhne in der Ölindustrie mit durchschnittlich 22.500 Rubel (rund 800 $) fast dreimal höher als der Durchschnittslohn (8.500 Rubel) und rund sechsmal höher als in der Landwirtschaft (3.600 Rubel).
Weiter zweistellig steigende Verbraucherpreise erschweren allerdings die Lebensbedingungen jener Bevölkerungskreise, die bisher nicht am Rohstoffboom teilhaben. Nach einem Rückgang des Preisanstiegs auf 10,9 % im Jahresdurchschnitt 2004 hat sich die Inflationsrate im Jahresdurchschnitt 2005 wieder auf 12,5 % beschleunigt.
Zudem macht sich der Produktionsaufschwung auf dem Arbeitsmarkt nur allmählich bemerkbar. Mit 7,6 % war die nach Standards der Internationalen Arbeitsorganisation berechnete Arbeitslosenquote 2005 immerhin 0,6 Prozentpunkte niedriger als 2004. Allerdings gilt die Arbeitslosenquote nur als begrenzt aussagefähig, weil viele Arbeitslose nicht erfasst werden dürften.
Der Erdölboom spülte in den letzten Jahren hohe Einnahmen in die russische Staatskasse. So konnte seit 2000 in jedem Jahr ein Haushaltsüberschuss verbucht werden. Er stieg 2004 auf 4,4 % des Bruttoinlandsprodukts und dürfte sich im 2005 weiter auf 7,4 % erhöht haben.
Ein Teil der Öleinnahmen fließt seit 2004 in einen nationalen Stabilisierungsfonds, der die Auswirkungen schwankender Rohstoffpreise auf Wirtschaft und Staatshaushalt mindern soll. Diesem Zweck zuwider läuft allerdings, dass künftig aus dem Fonds Gelder zur Finanzierung von Infrastrukturmaßnahmen abgezweigt werden sollen. Der Wert des Stabilisierungsfonds hat sich von Anfang 2005 bis zum 1. März 2006 verdreifacht und 1.563 Mrd. Rubel erreicht (rd. 56 Mrd. $, rd. 6 % des BIP).
Die gesamtwirtschaftliche Produktion setzte ihren Aufschwung 2005 fort und wuchs um 6,4 %. Gegenüber den beiden Vorjahren, als jeweils Wachstumsraten von gut 7 % verbucht wurden, bedeutet dies allerdings eine leichte Wachstumsverlangsamung. Zurückzuführen ist sie insbesondere auf das schwächere Wachstum der Industrieproduktion, die 2005 nur noch um rund 4 % zunahm (2004: + 7,3 %). Ursache dafür war wiederum das deutlich abgeschwächte Wachstum der Ölförderung, die nur noch um 2,2 % stieg (2004: + 8,9 %). Die Erdgasförderung stagnierte sogar fast. Dagegen hat sich das kräftige Wachstum im verarbeitenden Gewerbe fortgesetzt. Insofern machte die russische Wirtschaft auf dem Weg zu einer breiter diversifizierten Produktionsstruktur Fortschritte.
Nachfrageseitig kamen die Wachstumsimpulse 2005 einmal mehr vom sehr stark steigenden Privatverbrauch, der erneut ein Plus von rund 11 % verbuchte. Dem standen die Bruttoanlageinvestitionen mit einem Zuwachs von 10,7 % (2004: + 11,7 %) nur wenig nach.
Außenwirtschaftlich hat sich die Abhängigkeit der russischen Wirtschaft vom Energiesektor allerdings weiter verstärkt. Nach Angaben der Zollstatistik stieg der Anteil der Energieexporte beim Handel mit Ländern außerhalb der GUS von 60 % auf 67 % aller Ausfuhren.
Der Anstieg der Ölpreise um knapp die Hälfte im Jahresdurchschnitt 2005 ließ die Warenausfuhren erneut um rund ein Drittel auf rund 245 Mrd. $ steigen. Die Wareneinfuhren nahmen gleichzeitig um rund 29 % auf rund 125 Mrd. $ zu. Damit ist der Außenhandelsüberschuss auf rund 120 Mrd. $ (16 % des BIP) gestiegen. Der Leistungsbilanzüberschuss nahm sogar um knapp die Hälfte zu. Er erreichte rund 87 Mrd. $ (11 % des BIP).
Die staatlichen Auslandsschulden dürften bis Ende 2005 auf rund 82 Mrd. $ verringert worden sein, während die Währungsreserven binnen Jahresfrist bis Ende 2005 um knapp die Hälfte auf 182 Mrd. $ gewachsen sind und am 26 Mai 2006 rund 243 Mrd. $ betrugen. Deutlich höhere Währungsreserven haben jetzt nur noch Japan und China.
Der russische RTS-Aktienindex stieg Anfang 2006 auf einen neuen Höchststand.
Anfang April 2006 zeichnen sich für die Entwicklung der russischen Wirtschaft im Jahr 2006 insbesondere folgende Trends ab:
Dazu hat bisher vor allem die Wechselkurspolitik der russischen Zentralbank beigetragen. Um eine rasche Aufwertung des Rubels mit einer Verschlechterung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit russischer Produzenten zu verhindern, intervenierte sie am Devisenmarkt. Sie kaufte die Russland mit den hohen Leistungsbilanzüberschüssen zufließenden Devisen gegen Rubel auf. Die umlaufende Rubelgeldmenge stieg stark. Das Inflationspotential wuchs.
Demgegenüber hat die russische Finanzpolitik in den letzten Jahren für ihren strikten Stabilitätskurs international viel Anerkennung gefunden. Jetzt scheinen sich in der russischen Regierung aber Kräfte durchzusetzen, die eine expansivere Haushaltspolitik verfolgen wollen. Dafür sprechen Beschlüsse, die Ausgaben für Gehälter im öffentlichen Dienst, Renten und sonstige Sozialleistungen zu erhöhen. Damit reagierte die Regierung auf weitverbreitete Proteste der Bevölkerung. Sie wurden ausgelöst, als Anfang 2005 bisher entgeltfreie staatliche Sachleistungen, z. B. Freifahrten für Rentner in öffentlichen Verkehrsmitteln, durch Geldleistungen ersetzt werden sollten. Künftig sollen die weitgehend den hohen Energie- und Rohstoffpreisen zu verdankenden unverhofften Gewinne verstärkt für öffentliche Ausgaben genutzt werden. Dazu wurde der Schwellenwert, ab dem Öleinnahmen in den „Stabilisierungsfonds“ eingestellt werden, ab 2006 auf 27 $/Barrel erhöht.
Priorität hat für die russische Regierung derzeit offenbar die Aufrechterhaltung möglichst hoher Wachstumsraten – vor einer Stabilisierung der Preise. Das von Präsident Putin gesetzte Ziel, das Bruttoinlandsprodukt in einem Zeitraum von 10 Jahren zu verdoppeln, soll möglichst weitgehend erreicht werden – notfalls mit einer nur kurzfristig wirksamen staatlichen Ausgabenprogrammen. Mit dieser Linie scheint sich Premierminister Michail Fradkow gegen den stärker stabilitäts- und marktwirtschaftlich orientierten Finanzminister Alexej Kudrin und Wirtschaftsminister German Gref durchgesetzt zu haben. Der Internationale Währungsfonds kritisiert diese Lockerung der russischen Haushaltspolitik.
Angesichts des stark gestiegenen staatlichen Einnahmen drängen verständlicherweise auch viele Duma-Abgeordnete auf Ausgabensteigerungen zur Verbesserung der staatlichen Leistungen. 2005 sind die Einnahmen im Föderationshaushalt um rund die Hälfte gestiegen. Die Ausgaben wurden vergleichsweise zurückhaltend um rund ein Drittel erhöht. Im Budget 2006 sind weitere Ausgabensteigerungen um insgesamt rund ein Viertel vorgesehen, insbesondere zur Terrorismusbekämpfung sowie im Bildungs- und Gesundheitswesen zur Erhöhung der relativ niedrigen Gehälter in diesen Bereichen.
Die Oberhand scheint Fradkow auch im Hinblick auf die Politik gegenüber ausländischen Investoren gewonnen zu haben. Bestimmenden Einfluss sollen sie zumindest in „strategisch wichtigen Bereichen“ nicht gewinnen dürfen.
Angesichts der herausragenden Bedeutung des Energiesektors ist die russische Politik insbesondere darauf ausgerichtet, die staatliche Kontrolle über die Energiewirtschaft zu verstärken und private Unternehmen aus diesem Bereich zurückzudrängen. Das zeigt die Zerschlagung des Erdölkonzerns Jukos. Ein weiterer Hinweis ist die Übernahme des Ölkonzerns Sibneft durch die halbstaatliche Erdgasgesellschaft Gazprom, die damit ihre Geschäftstätigkeit im Ölbereich weiter ausbaut.
Doch auch außerhalb des Energiesektors baut der Staat seinen Einfluss aus. Die Regierung fördert die Bildung staatlicher Großkonzerne, die wichtige Branchen dominieren sollen. So wurden beispielsweise im Bereich des Maschinen- und Automobilbaus private Unternehmen von Staatsbetrieben übernommen.
Im Bankensektor, der von zwei großen Staatsbanken, der Sberbank und der Vneshtorgbank, beherrscht wird, hat die Vneshtorgbank ihre Marktmacht 2005 durch die Übernahme der vormals privaten Promstroybank ausgebaut. Die verbliebenen Privatbanken sind bis auf wenige Ausnahmen klein und unterkapitalisiert. Die Schwächen des russischen Bankensystems zeigten sich im Frühsommer 2004, als ein Run verunsicherter Anleger auf die Banken schnell zu Liquiditätsproblemen führte und das Land an den Rand einer Bankenkrise brachte. Um dies künftig zu verhindern, bedarf es dringend einer grundlegenden Bankenreform.
Aber auch in anderen Wirtschaftsbereichen ist der Bedarf an marktwirtschaftlich orientierten Strukturreformen nach wie vor hoch. Viele Beobachter bezweifeln mit Blick auf die 2007 und 2008 bevorstehenden Parlaments- und Präsidenten-Wahlen allerdings, dass die russische Regierung jetzt noch durch entschlossene Reformen die Wachstumsbasis der russischen Wirtschaft stärkt. Reichlich fließende Staatseinnahmen könnten eher zur Verteilung von „Wahlgeschenken“ verleiten. Die hohen Öleinnahmen haben offensichtlich den Reformwillen deutlich verringert.
Der Tourismus in Russland beschränkt sich momentan auf einige wenige, kulturell interessante Städte und Regionen, besonders bei Reisegruppen. Individualtouristen werden häufig durch Visabeschaffung, sprachliche Hürden und ähnliche Probleme abgeschreckt, hingegen ist das Land bei Reisegruppen beliebter. 2001 kamen 21,2 Mio. Auslandsgäste nach Russland, dies ließ 7,5 Mrd US-Dollar ins Land fließen.
| Lebenserwartung (2004) | 65 Jahre |
| Lebenserwartung (Männer) (2004) | 59 Jahre |
| Lebenserwartung (Frauen) (2004) | 72 Jahre |
| Säuglingssterblichkeit (2004) | 1,7 % |
| Kindersterblichkeit (2004) | 2,1 % |
| Müttersterblichkeit | 75 / 100000 Geb. |
| Ärzte | 4,7 / 1000 Einw. |
| Krankenhausbetten | 11,6 / 1000 Einw. |
| Zugang zu sauberem Trinkwasser | 96 % (Land); 100 % (Stadt) |
| Geburtenrate (2004) | 9,63 / 1000 Einw. |
| Sterblichkeit (2004) | 15,17 / 1000 Einw. |
| Bevölkerungswachstum (2004) | -0,27 % |
| Fruchtbarkeit (2004) | 1,26 Kinder / Frau |
| HIV-Infektionsrate (2001) | 0,9 % |
| HIV/AIDS-Infizierte (2004) | 350000 |
| Öffentliche Ausgaben für Gesundheit (1997) | 4,6 % vom BIP |
| Öffentliche Ausgaben für Altersversorgung (1996) | 5,7 % vom BIP |
| Öffentliche Ausgaben für Bildung und Erziehung | k. A. |
| Schulpflicht | 7 - 17 Jahre |
| Analphabetenrate | 0,5 % (Männer); 1 % (Frauen) |
| Armutsrate | 27 % |
| Kinderunterernährung | 3 % |
siehe auch: Russische Literatur
Die heute wohl bekannteste Ballettgruppe ist das Russische Staatsballett. Es wurde 1981 von Irina Tichimisova gegründet und ist seit 1984 unter der Leitung von Wjatscheslaw Gordejew, Ex-Bolshoi-Star. Weltweit hatte das Russische Staatsballett bisher 20 Millionen Besucher.
Auch auf dem Gebiet der Malerei leistete Russland einen großen Beitrag. Im Zusammenhang mit dem Impressionismus und der Russische Avantgarde sind Namen wie Wassily Kandinsky, Kasimir Malewitsch, Alexej von Jawlensky, Wladimir Tatlin, Michail Larionow und Natalja Gontscharowa zu erwähnen. Zu den großen russische Malern zählen außerdem Ilja Repin, Marc Chagall, Michail Wrubel, Valentin Serow, Wassili Surikow, Iwan Aiwasowski, Isaak Lewitan, Andrej Rubljow, zu den bedeutenden Landschaftsmalern gehörende Nikolai von Astudin und vielen mehr.
siehe auch: Russische Filmgeschichte
Die frühe Architektur Russlands orientiert sich an der des Byzantinischen Reichs: frühe Sakralbauten orientieren sich wie die byzantinischen am griechischen Kreuz, das von fünf Kuppeln gekrönt wird. Beispiele hierfür sind die Sophienkathedrale in Nowgorod oder die Kirche Sankt Demetrios in Wladimir.
Ein eigenständiger russischer Stil hatte sich wahrscheinlich ursprünglich nur im Bereich der Holzbauten entwickelt, von denen aufgrund des Baumaterials aber keine Bauten erhalten sind, die älter als das 17. Jahrhundert sind. Die Kirchen, die daraus entstanden, zeichnen sich durch eine einfachere zentrale Anlage und einen großen oktogonalen Mittelturm aus. Diese wurden im Laufe der Zeit immer dekorativer ausgestaltet. Ein berühmtes Beispiel ist die Basiliuskathedrale auf dem Moskauer Roten Platz von 1555.
Westeuropäische Einflüsse breiteten sich mit dem Barock aus. Barockeinflüsse (siehe Russischer Barock) begannen sich Ende des 17. Jahrhunderts in Russland zu zeigen (Kirche der Mutter Gottes von Wladimir in Moskau).
Ihren Durchbruch erreichte sie jedoch in der von Zar Peter I. gegründeten Stadt Sankt Petersburg. Europäische Architekten wie Schlüter oder Domenico Trezzini kamen nach Russland, sie bauten Gebäude wie das Menschikow-Palais oder die Peter-Pauls-Festung.
Architektur von Weltniveau erreichten die Baumeister unter Katharina II. (Bartolomeo Francesco Rastrelli). Die Paläste wie der Winterpalast in St. Petersburg, der große Palast in Peterhof oder der große Palast in Katharinenpalast zeigen an den Fassaden einen großen und gewaltigen Rokoko-Stil und sind im Inneren exorbitant luxuriös ausgestattet.
Mit dem Klassizismus, der in Russland ungefähr zur selben Zeit einsetzte wie im restlichen Europa begannen erstmals originär russische Baumeister wie Iwan Jegorowitsch Starow eine herausragende Stellung einzunehmen. Die meisten Gebäude der Petersburger Innenstadt sind bis heute klassizistisch geprägt.
Ein Paradebeispiel dafür ist die Rossistraße, deren gesamte Anlage einschließlich der Häuser einem streng geometrischen Gesamtmuster folgt. In den Sakralbauten wie der Isaakskathedrale allerdings mischen sich klassizistische und historistische Stilelemente.
Anfang des 20. Jahrhunderts waren avantgardistische Strömungen in der gesamten russischen Kultur stark. Nach der Oktoberrevolution konnten ihre Verfechter diese kurze Jahre umsetzen. Beispielgebend ist hier El Lissitzky oder neuartige Prototypen für Wohnungsbau, Industriebau und für die öffentlich Verwaltung. Internationale Architekten wie Le Corbusier, Walter Gropius, Peter Behrens und Mies van der Rohe konnten in Moskau bauen.
Innerhalb weniger Jahre erfolgte ein traditioneller Rückschlag. Ins Monumentale gesteigerte klassische Muster. Der stalinistische Zuckerbäckerstil begann vorherrschend zu werden, die Repräsentativität stand gegenüber künstlerischen Entwürfen klar im Vordergrund.
Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion wird zunehmend ein historisierender Baustil modern, der Anknüpfungspunkte in der traditionellen russischen Architektur sucht. Beispiele hierfür sind neben vielen anderen Gebäuden die wiederaufgebaute Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau oder die gleichnamige Kathedrale in Kaliningrad.
siehe auch Russische Kultur in Deutschland
Das Land gehört zu den Nationen, aus denen Sportler der Weltklasse in den meisten Sportarten stammen; speziell in den Kategorien Leichtathletik, Wintersport, Turnen/Gymnastik und Gewichtheben dominieren russische Sportlerinnen und Sportler. Aus keiner Nation stammen mehr aktuelle und ehemalige Schachweltmeister und Großmeister als aus Russland. 1980 war die russische Hauptstadt Moskau Ausrichter der Olympischen Sommerspiele, auch sonst ist Russland häufig Austragungsort von internationalen Wettbewerben wie Welt- und Europameisterschaften.
Die Allgemeine Schulausbildung untergliedert sich in die Abschnitte Grundschule, Hauptschule und Oberschule. Mit sechs bzw. sieben Jahren erfolgt die Einschulung in die Grundschule. Zwar ist diese formal vierjährig, doch die mit sieben Jahren eingeschulten Kinder absolvieren diese in der Regel in drei Jahren. Danach folgt die sechsjährige Hauptschule. Der erfolgreiche Abschluss ermöglicht, entweder die zweijährige Oberschule zu besuchen und diese mit dem Abitur zu beenden.
Statt der Oberschule kann auch eine Berufsausbildung an der Berufsschule bzw. dem Technikum gemacht werden. Dort gibt es ebenfalls die Möglichkeit, das Abitur zu machen, wenn zusätzlich zu den berufsspezifischen Fächern auch die allgemeinbildenden Fächer besucht werden.
Für die Hochschulausbildung steht den Studenten in Russland ein vielfältiges Hochschulwesen zur Verfügung. Außer der klassischen Universität mit einem breiten Fächerangebot gibt es verschiedene Hochschulen und Akademien mit einer speziellen technischen, pädagogischen oder ökonomischen Ausrichtung. Das Abitur ist zwar Voraussetzung für den Hochschulbesuch, es muss jedoch zusätzlich eine Aufnahmeprüfung bestanden werden. Die Studienfinanzierung gibt es für leistungsstarke Schüler kostenfrei, für einen immer größer werdenden Teil der Bevölkerung aber nur gebührenfinanziert.
Sowohl das Studienjahr als auch das Schuljahr beginnen in ganz Russland einheitlich am 1. September eines Jahres.
Die Akademie der Wissenschaften wurde in Sankt Petersburg auf Anordnung von Zar Peter I. per Erlass des regierenden Senats am 28. Januar (8. Februar) 1724 gegründet. Dieses Datum gilt als Gründungstag der Russischen Akademie der Wissenschaften. Seitdem war Wissenschaft und Forschung in Russland ein wichtiges Anliegen.
Das gegenwärtige Bildungssystem der Russischen Föderation befindet sich derzeit in einer großen Umbruchphase. Nach der zentralistischen Führung haben die Hochschulen im Rahmen ihrer Autonomie auch größere Rechte zur Selbstverwaltung erhalten. Diese Chancen werden verstärkt genutzt. Hochschulen werden neu aufgestellt; altehrwürdige Einrichtungen erhalten neue Namen und moderne Strukturen. Insgesamt lassen sich vier Kategorien von Hochschuleinrichtungen in folgender Hierarchie aufstellen:
Hauptartikel: Medien in Russland
Die tagesaktuelle Presse wurde jahrzehntelang vor allem durch die halbamtliche Presseagentur TASS mit Informationen versorgt. Wichtigste Tageszeitung ist die Prawda, mit einer Auflage von heute 800.000 Exemplaren. Dieses als Parteiorgan der KPdSU eingeführte Printmedium hatte eine Auflagenstärke von bis zu 14.000.000 Exemplaren pro Tag.
Nach dem Zusammenbruch der UdSSR entwickelte sich in Russland eine freie Presse, die sich jedoch heute wieder zunehmender Repressalien durch die Regierung ausgesetzt sieht.
Eine staatliche Informations- und Analyseagentur ist seit 1993 RIA Novosti.
Das "öffentlich-rechtliche" Fernsehen wird vom Staat kontrolliert. Es ist zwar gebührenfrei, allerdings eher quantitativ was Nachrichtensendungen angeht. Zum öffentlich-rechtlichen Angebot gehört auch ein Sportsender namens Sport (russisch: Спорт) und ein Kultursender namens Kultura.
In den 1990er Jahren entwickelten sich in Russland mehrere teils landesweite private Fernsehsender, die neben seichter Unterhaltung auch unabhängige und auch Kreml-kritische Informationssendungen im Programm hatten. Seit einigen Jahren sind jedoch die landesweit sendenden Sender unter die Kontrolle des Staates geraten bzw. sie wurden von diesem aufgelöst und durch öffentlich-rechtliche Sender ersetzt. So sendet Sport auf der Frequenz von TW6. Auch zwang der russische Staat Wladimir Gussinski, der bis dahin NTW (russisch: НТВ), den größten und heute einzig landesweit empfangbaren privaten Fernsehsender, kontrollierte, diesen 2001 an den größten russischen Industriekonzern Gazprom zu verkaufen, der wiederum mehrheitlich dem russischen Staat bzw. seinen Untereinheiten gehört. Der russische Staat übt seitdem indirekte bis direkte Kontrolle über NTW aus.
Viele Filme und Serien - sowohl bei privaten als auch staatlichen Sendern - werden qualitativ minderwertig übersetzt: ein oder zwei Sprecher sprechen alle Figuren, oft zeitversetzt zum Bild und ohne Intonation.
Russland sendet mit der Fernsehnorm SECAM (Variante Osteuropa). Russland plant langfristig (in den 2010er Jahren) DVB-T einzuführen. Angeblich sollen derartige Geräte subventioniert werden, damit sich die Bevölkerung das verhältnismäßig teure Gerät anschaffen kann.
Untertitelung für Hörbehinderte gibt es nicht. Die "Öffentlich-Rechtlichen" haben keinen Rundfunkrat, welcher auf Minderheiten Rücksicht nimmt.
Neben Radio Rossija gibt es viele private Radiosender - meist Lokalsender. Einige Moskauer Stationen haben auch Lizensen in den Regionen. Der Sender Echo Moskvy wird als einziger verbliebener Vertreter regierungskritischer Massenmedien gelobt.
Russische Radiosender nutzen heutzutage die auch in Deutschland üblichen UKW-Frequenzen (87,5 MHz bis 108,0 MHz) unter dem Namen FM. Zu Sowjetzeiten wurde das so genannte OIRT-Band (65,9 bis 73,1 MHz) genutzt, wo heute unter dem Namen UKW noch einzelne Sender laufen.
Viele russische Wohnungen haben einen Radiostecker, an dem eine Art Volksempfänger ein oder drei Radiosender empfangen kann. Die simplen Geräte benötigen keine weitere Stromversorgung und haben oftmals als einziges Bedienelement einen Lautstärkeregler.
Das ergibt ein Durchschnittsalter von 30 Jahren. 29 Prozent der User verfügen über ein überdurchschnittlich hohes Einkommen. Der Großteil der User verdient aber nur zwischen 3000 und 5000 russische Rubel im Monat. Das entspricht 86,8 bis 144,7 Euro.
27 Prozent der Internet-Nutzer sind Studenten. 20 Prozent sind berufstätige und hoch qualifizierte Fachleute. 17 Prozent sind als Angestellte tätig. Die Angaben ergeben sich aus einer dreimonatigen Umfrage unter 1500 volljährigen Menschen in einhundert Städten und Siedlungsgebieten der Russischen Föderation. Stand 26. Juli 2005, Quelle: RomirUmfrage zur Internetnutzung von Romir, 26. Juli 2005
Aktuelle Politik
Geschichte
Soziologie & Kultur
Rusland | Russland | Rusia | Russland | الاتحاد الروسي | Rusia | Расея | Русия | Rusia | Rusija | Rússia | Rusko | Ruskô | Раççей Патшалăхě | Ffederasiwn Rwsia | Rusland | Ρωσία | Russia | Rusio | Rusia | Venemaa | Errusia | روسیه | Venäjä | Russland | Russie | Ruslân | An Rúis | An Ruis | Rusia - Россия | 𐍂𐌿𐍃𐌰𐌻𐌰𐌽𐌳 | רוסיה | रुस | Rusija | Risi | Oroszország | Ռուսաստան | Rusia | Rusia | Rússland | Russia | ᐅᓛᓴ | ロシア | რუსეთი | Ресей | 러시아 | रूस | Rûsya | Russi | Оруссия | Russia | Russland | Rösland | Rusija | Krievija | Русија | Русия | रशिया | Rusia | Russia | Russland | Rusland | Russland | Russland | Уæрæсе | Rosja | روسيه | Rússia | Rusia | Rusii | Россия | Russia | Roushie | Ruošša | Rusija | Russia | Rusko | Rusija | Rusia | Русија | Rusia | Ryssland | ரஷ்யா | రష్యా | สหพันธรัฐรัสเซีย | Russia | Rusya | Räsäy | Россия | Росія | روس | Rossiya | Nga | Rûsseye | Әрәсә | רוסלאנד | 俄罗斯 | Lō͘-se-a
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Russland".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world