Russische Revolution von 1905 bezeichnet eine Reihe von 1905 bis ins Jahr 1907 andauernden revolutionären Unruhen im zaristischen Russland – ausgelöst vor allem durch den russisch-japanischen Krieg und den Petersburger Blutsonntag von 1905.
Russland begann den Russisch-Japanischen Krieg (1904-05) auch, um von innenpolitischen Problemen abzulenken. Der Krieg endete in Niederlagen und dem vollständigen Verlust der Flotte. Japan gewann die vorherrschende Stellung im Fernen Osten. Die Niederlagen bewirkten einen Autoritätsverlust nach innen und einen Prestigeverlust nach außen für das Russische Zarenreich. Die wirtschaftliche Situation im Land verschlechtert sich wegen der Rezession: Die Arbeitslosigkeit in den Industriezentren stieg rasch, da Staatsaufträge ausblieben, es gab Schwierigkeiten in der Landwirtschaft, da die Exportmärkte zusammenbrachen. In Moskau und Sankt Petersburg, aber auch in anderen russischen Städten entstanden Kreise von Intellektuellen, Kommunisten und Anarchisten. Zar Alexander III., der Sohn des ermordeten Zaren Alexander II., ließ sie brutal verfolgen. Hinzu kamen soziale Probleme, die im Zuge der Industrialisierung des Landes entstanden. Ein weiterer Grund der Revolution war die wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung, vor allem in den gebildeten Schichten (Studenten, Intellektuelle, Adlige, Intelligentsia). Unter dem seit 1894 regierenden Zaren Nikolaus II. nahmen Unterdrückung, Polizeiüberwachung und Autokratie zu, da er fest an den autokratischen Prinzipien seines Vaters festhielt. Der Autoritätsverlust und die wirtschaftliche Krise mit Folge von wachsenden Misständen vereinigte unterschiedlichste Gruppen gegen das herrschende System: bürgerliche und adlige Liberale, Bauern, Sozialrevolutionäre und die sozialistische Arbeiterbewegung.
Da die Regierung für die Führung des Krieges mit Japan die öffentliche Zustimmung brauchte, gestattete sie einen Kongress in Sankt Petersburg im November 1904. Die Forderungen nach Reformen, die bei diesem Kongress laut wurden, fanden bei der Regierung jedoch keine Beachtung. Arbeiterführer riefen daraufhin zu Demonstrationen auf. Am 9./22. Januar 1905, der als so genannter Petersburger Blutsonntag in die Geschichte eingehen sollte, marschierten zehntausende Arbeiter friedlich und unbewaffnet zum Winterpalais, um ihre Forderungen nach bürgerlichen Freiheiten, einem Parlament, wirtschaftlicher Erleichterung und dem Achtstundentag zu verkünden. Die Menge wurde vor dem Palast von den Truppen grundlos und überraschend zusammengeschossen. Die zahlreichen Todesopfer und die Empörung über die gewaltvolle Niederschlagung der friedlichen Arbeiterdemonstationen führte zu einer Solidarisierung zahlreicher Arbeiter und zu einer Radikalisierung und Mobilisierung der Bevölkerung.
Es folgten Enteignungen von Ackerland in den Dörfern und Arbeiterstreiks in den Städten. Der Höhepunkt der landesweiten Streikbewegung war der Eisenbahnerstreik im Oktober 1905. Meutereien in der Flotte schlossen sich an, so die Meuterei auf dem Panzerkreuzer Potemkin am 14./27. Juni ¹. Nach Einlaufen des Panzerkreuzers in Odessa, in dem ein Generalstreik stattfand, richteten zaristische Truppen in den folgenden Tagen bei der Niederschlagung der Unruhen dann ein Blutbad an, später kam es auch zu antijüdischen Pogromen. Diese Ereignisse dienten als Grundlage für den Stummfilm Panzerkreuzer Potemkin des Jahres 1925.
Während der revolutionären Streik- und Protestbewegung befürwortete der nach Russland zurückgekehrte Lenin einen bedingungslosen Kampf gegen den Zaren. Nach der Niederschlagung ging er erneut ins Exil. Im Verlauf der Revolution verloren Regierung und Bürokratie die Kontrolle, so dass zum ersten Mal eine Art öffentlichen politischen Lebens in Russland entstand. Die Arbeiterstreikbewegung war die stärkste Kraft unter den revolutionären Strömungen. Sie legte kurzzeitig den Eisenbahnverkehr, Post und Telegraphie lahm.
Die durch dieses Manifest erreichten konstitutionellen Zugeständnisse konnten jedoch wieder zurückgenommen werden, sobald sich der Staat seiner militärischen Machtmittel sicher wusste. Das Oktobermanifest spaltete die Oppositionsgruppen und die Revolution verebbte. Das Militär konnte die alte Ordnung gewaltsam wiederherstellen. Die Duma (Volksversammlung) sollte den Anschein einer konstitutionellen Regierung erwecken. In Wirklichkeit jedoch regierte der Zar immer noch autokratisch, da über wichtige Entscheidungen wie z. B. Militär- und Hofetat gar nicht in der Duma abgestimmt wurde. Der Zar besaß, wie ein von Adeligen besetztes Oberhaus, das Vetorecht über alle in der Duma getroffenen Entscheidungen und Abstimmungen.
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