Die Klammerangabe bei doppelt angegebenem Datum bezeichnet die Originaldaten russischer Archive nach dem damals verwendeten julianischen Kalender.
Russland bzw. die Sowjetunion kauften und bauten einige kleinere und mittelgroße Luftschiffe. Eine der prägenden Personen war der Italiener Umberto Nobile, der in den 1930er Jahren einige Zeit in der Sowjetunion verbrachte um dort den Luftschiffbau voranzutreiben. Der Bau von Starrluftschiffen wurde von der Sowjetunion zwar propagiert, jedoch kam es nicht zur Umsetzung. Pobeda_1944_2.jpg
Bereits 1812 wurde von dem Deutschen Leppig in Woronowo für Russland ein Luftschiff gebaut. Es hatte die Form eines Fisches mit einem Traggerüst ab etwa der Höhe der Längsachse. Der untere Kiel dieses Gerüsts war gleichzeitig die Gondel. Zwei Luftschrauben waren an den Seiten angebracht und am Heck sollte eine Art Ruder für Steuerbarkeit sorgen. Das Gerüst wurde während der Befüllung mit Gas beschädigt und machte damit einen Aufstieg unmöglich.href="http://articles.gourt.com/de/#Quellen und Referenzen">BA
1885 begann der russische Raumfahrtpionier Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski sein Augenmerk Ganzmetall-Luftschiffen zuzuwenden. Schon ein Jahr später veröffentlichte er seine Studie "Theoria Aerostatika", der 1892 die "Aerostat Metallitscheski" (Theorie eine Ganzmetall-Luftschiffes) folgte. Bis zu seinem Tod 1935 hatte er 35 Bücher, Artikel und Schriften zu dieser Thematik veröffentlicht. Als einziges je gebautes Ganzmetallluftschiff ist neben dem Prototypen von David Schwarz aus dem Jahr 1897 jedoch nur das amerikanische ZMC-2 (1929-41) bekannt.
1906/07 wird das russische Luftschiff "Kretschet" nicht zuletzt durch die Bemühungen des Generalleutnants N. Kirpitschew geplant. Die Arbeiten zum Bau verliefen jedoch langsam. Das Schiff wurde etwa 1909/10 fertiggestellt. Es wurde von zwei 100 PS-Panhard-Motoren mit je einer Luftschraube angetrieben, hatte eine Länge von 70 m, ein Volumen von 6900 m³ und einen Durchmesser von 11 Metern.
1908 wurde ein kleines Luftschiff "Utschebnij", zu deutsch "Für die Ausbildung", gebaut Zeit bis zu Fertigstellung der "Kretschet" zu nutzen um die Besatzung auszubilden. Es hatte ein Volumen von 1.500 m³ und war von (Captain Shabskij(?) einem Offizier der russischen Armee gebaut worden.
Zu praktischen Erfahrungen Russlands mit Luftschiffen kam es 1910, als es zwei Luftschiffe von Frankreich kauft. Es handelt sich um Zodiac-Luftschiffe. Die ie Baunummer Zodiac VIII trägt in Russland den Namen "Korshun" ("Geier"), die Baunummer Zodiac IX wird später die russische "Chaika" ("Möwe").
Das Parseval Luftschiff PL 7, Jungfernfahrt 1910, wurde für das russische Heer gebaut. Es fuhr unter dem Namen "Grif" (deutsch: Greif).
Ebenfalls 1910 wurde das halbstarre Luftschiff "Forssmann", benannt nach seinem Konstrukteur V. Forssmann, er gehörte zur Russischen Armee, gebaut. Es hatte ein Volumen von nur 800 m³, eine Länge von 37 m, Durchmesser 6 m und wog 450 kg.
1914 bekam dieses Luftschiff den Befehl von St. Petersburg nach Wladiwostok an der Pazifikküste zu fahren. Für das Prallluftschiff war dies unmöglich, jedoch wurden alle Vorbereitungen für diese Fahrt getroffen. Mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges wurden die Vorbereitungen zu dieser Reise aber sofort abgebrochen.
Am 25. August (12) 1914 wurde das Schiff an eine neue Mannschaft übergeben. Sie bestand aus dem Kommandanten Oberstleutnant B.W. Golubow, den Offizieren: I.M. Lossowski, A.P. Aturin, L.A. Lipping, und den Mechanikern: A.G. Kirotar und P.I. Tschimala.
Die neue Besatzung fuhr das Schiff von St. Petersburg – über Lida nach Belostok. Beginn der Überführung war am 28.(15). August 1914. Um 17.30 Uhr wurde die „Albatros“ aus der Halle ausgeschifft und stieg um 18.00 Uhr auf. Die Flughöhe war 200 m bei einem Seitenwind von 5 m/s. Die Eisenbahnlinie nach Warschau diente als der Navigation. Nach einem Motorschaden verlor die Besatzung unweit von Pskow die Orientierung, jedoch gelang es ihr nach der Reparatur neue Orientierungspunkte zu finden.
Am 29.(16) August 1914 um 2.00 Uhr wurde das Luftschiff in einer Höhe von 200 - 300 m von der Festung Dwinsk aus beschossen. Wieder verlor die Besatzung die Orientierung, fand jedoch trotzdem den Weg nach Lida, wo sie um 6.30 ankam.
Einigen Tage später begann die Tannenbergschlacht. Die "Albatros" wurde nach Belostok geflogen. Von dieser Stadt aus sollte sie Aufklärungsflüge in Richtung von Allenstein unternehmen. Aber starke Westwinde verhinderten die Durchführung der Aufgabe. Am 12. September (30.08.) 1914 wurde dem Schiff befohlen, einen Bombenangriff unweit der Festung Ossowez zu unternehmen. Die "Albatros" wurde jedoch von eigenen (russischen) Truppen beschossen und musste mit 12 Löchern in der Hülle umkehren.
Am 22. (09). September 1914 fuhr das Schiff nach Brest-Litowsk, Mitte September kehrte es nach Belostok zurück. Oberstleutnant B.W. Golubow wurde durch Stabskapitän A.I. Schabskij ersetzt.
Am 15., 16. und 19., (2., 3. und 6.) Oktober 1914 führte das Luftschiff insgesamt sechs erfolglose Fahrten nach Letzen durch. Vier wurden wegen zu starkem Wind abgebrochen, einmal verlor die Besatzung die Orientierung und einmal wurde es von russischen Truppen beschossen. Am 26. (13) Oktober 1914 verlor der Kommandant A.I. Schabskij im Nebel die Orientierung und musste notlanden. Das Luftschiff wurde dabei schwer beschädigt und später abgewrackt.
Diese Luftschiffe verfügten leider über unzuverlässige Motoren: „Tschernomor 1“ bzw. „Tschernomor 2“ wurden wegen allzu häufiger Ausfälle der Motoren während der Einsatzfahrten abgerüstet. „Tschernomor 3“ verbrannte am 6. April (24. März) 1917 in der Halle. Daraufhin wurde „Tschernomor 4“ erst gar nicht ausgepackt und verblieb in seiner originalen Lieferverpackung aus England.
Der Weltkrieg, die Revolution und der Bürgerkrieg hatten die Entwicklung von Luftschiffen in Russland unterbrochen. So wurde das erste kleine russische Prallluftschiff erst 1920 gebaut. Zwei weitere kamen 1925 dazu, das größere davon, das Kleinluftschiff „Moskowski Chimik-Resinstschik", zu deutsch "Moskauer Gummi-Chemiker", verließ am 14. Juni 1926 erstmals seinen Hangar. Es war das dritte in der UdSSR gebaute Luftschiff besaß ein Volumen von 2.400 m². Ein ehrgeiziger Fünfjahresplan brachte von 1928 bis 1932 eine Reihe von kleinen Versuchs-Prallluftschiffen hervor. Sie waren entworfen worden, um die Machbarkeit zu testen, Besatzungen auzubilden und die Fertigung größerer Luftschiffe vorzubereiten. Diese ersten Schiffe führten zum Erstaunen der Bevölkerung, die noch nie derartige Gefährte gesehen hatte, einige Fahrten über Moskau und die Umgebung durch.
Eines von ihnen war wahrscheinlich das 1929 projektierte Prallluftschiff. Die Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ organisierte über eine Spendenaktion die notwendigen Geldmittel. Am 31. August 1930 fand die Jungfernfahrt, des zu Ehren der Zeitung auf den Namen „Komsomolskaja Prawda“ getauften Luftschiffes, über Moskau statt. Das Schiff trug die offizielle Bezeichnung CCCP-B4 (UdSSR-W4). Fotos aus den Jahren 1933 und 34 zeigen ein Prallluftschiff mit einer unter dem Schiff an Seilen aufgehängter Gondel aus Wellblech, dass auf der Hülle neben der Schiffbezeichnung auch einen großen Schriftzug der Zeitung trägt.
Air_v1.JPG Die nächsten drei, 1932 in Leningrad bei der neu geschaffenen Luftschiff-Konstruktions-Abteilung (?), gebauten Schiffe erhielten die Bezeichnung W 1-3. Sie hatten ein Volumen von 2200, 5010 und 6500 Kubikmetern. Obwohl W-2 schon nach kurzer Zeit zerstört wurde, fuhren die anderen bis zum Schwarzen Meer und demonstrierten die Vielseitigkeit von Luftschiffen im Post-, Passagier-, und Frachttransport und ihre besondere Eignung für die großen Entfernungen innerhalb des Landes und die Funktionstüchtigkeit unter ungünstigen klimatischen Bedingungen.
CCCP-B3 (UdSSR-W3) hatte ein Volumen von 6500 Kubikmetern und konnte 3000 kg Nutzlast befördern. Es wurde von zwei 2 Kolbentriebwerken mit je 240 PS angetrieben und konnte eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h erreichen. Die Länge betrug 63,5 m. Die Gondel war mit etwas Abstand an Seilen und Streben aufgehängtю Diese Konstruktionswушse sollte wahrscheinlich die Brandgefahr der mit Wasserstoff gefüllten Hülle verringern. Auch Vera Djomina, die welterste Luftschiffkommandantin fuhr auf diesem Schiff.
Nicht zuletzt durch die Besuche großer Luftschiffe, wie der Norge und LZ 127 „Graf Zeppelin“ wuchs auch in der Sowjetunion der Wunsch große Luftschiffe zu bauen. Man lud daher den italienischen Luftschiffkonstrukteur Umberto Nobile ein, in der Sowjetunion den Luftschiffbau voranzutreiben. Diese Entscheidung wurde durch Stalin selbst abgesegnet, während Mussolini, sich gute Propaganda für Italien erhoffend, zustimmte.
Nobile siedelte im Mai 1932 nach Moskau über. Er stand dort jedoch ganz am Anfang. Die Bauwerft verfügte weder über eine Luftschiffhalle, noch über Werkstätten oder Material. Die zukünftigen Luftschiffbauer hatten nicht einmal Zeichentische oder Papier, stattdessen mussten sie die Rückseiten alter Landkarten und Möbel benutzen, die sie selbst aufgetrieben hatten. Was den Sowjets an Material fehlte, machten sie jedoch durch Anzahl und Begeisterung wieder wett. Nobile wurden 80 junge Techniker, 30 Konstrukteure und die Luftschiff-Ausbildungsschule (?) unterstellt, die Techniker für die anstehenden Großtaten der Sowjetunion ausbildete. Dort waren weitere 500 Schüler eingeschrieben.
Die Gestaltung und Konstruktion des Luftschiffes begann nach vielen Hürden im Sommer 1933.
Wie für Stalin und die Sowjetunion üblich wurden solche Projekte nicht allein in die Verantwortung eines Ausländers gegeben. Unabhängig von Nobile bauten sowjetische Techniker 1934 ein halbstarres Luftschiff mit einem Volumen von 9150 m³. Es erhielt die Bezeichnung СССР-В7 "Челюскинец" (UdSSR-W7 Tscheljuskinetz). (Nach Quelle: "Die Großen Zeppeline" war W7 ein 38 000 m³-Schiff, das 1934 von Trojani, Nobile, und Katanski erbaut wurde).
Ein Fotohref="http://articles.gourt.com/de/#Quellen und Referenzen">Hen2 zeigt ein zweimotoriges Luftschiff bei einer Wasserlandung, dessen Hülle mit "CCCR-B7" beschriftet ist und dessen Proportionen einem 9000-Kubikmeter-Luftschiff entsprechen.
Es wurde jedoch nur wenige Tage nach der Fertigstellung am 10. August 1934 in seiner hölzernen Luftschiffhalle in Gorel durch ein Feuer zerstört. Dabei verbrannten auch UdSSR-W4 und UdSSR-W5, die dort ebenfalls untergebracht waren. Die Ursache für den Brand ist nicht ganz geklärt. Angeblich konnte es zu diesem Brand kommen, da ein vorgeschlagener Blitzableiter bis dahin nicht montiert worden war. Dieser Verlust, nach dem betriebenen Aufwand rief eine Untersuchungskommission der gefürchteten OGPU, einem Vorgänger des sowjetischen Geheimdienstes KGB, auf den Plan. Alle Tätigkeiten wurden auf Grund der Befürchtung vor größeren Schwierigkeiten gestoppt.
Die UdSSR-W7 schien verhext zu sein. Neu in der Luftschiffhalle zerstört, wurde sie im Frühling 1935 durch ein Schiff mit der Bezeichnung СССР-В7бис "Челюскинец" (UdSSR-W7bis Tscheljuskinetz) ersetzt. Auch dieses Schiff wurde bereits bei seiner Jungefernfahrt in der Nacht vom 24. Oktober 1935 zerstört.href="http://articles.gourt.com/de/#Quellen und Referenzen">Hen Die Route sollte von Gatschini nache Petrozawodsk und wieder zurück führen. Auf dem Rückweg ging dem Schiff jedoch aufgrund starker Winde einige hundert Kilometer vom Ziel entfernt der Kraftstoff aus. Über mehrere Stunden trieb es Richtung Finnland ab. Der Kommandant entschied sich für eine Notlandung. Dabei geriet das Schiff in eine Überlandleitung und verbrannte. Ein Besatzungsmitglied starb. Der Überflug über Petrozawodsk wurde in der Zeitung "Krasnaja Karelia" am 24. Oktober durch ein kurze Notiz dokumentiert: Am 23. Oktober 1935 überflog das Luftschiff "USSR-53" (Modell "Tscheljuskinetz W-7") Petrozawodsk. Nach mehreren Schleifen und einer vollen Runde flog es weiter Richtung Leningrad.href="http://articles.gourt.com/de/#Quellen und Referenzen">Hen
Nobiles Arbeit ging jedoch weiter. Die W6 führte ihre Jungfernfahrt am 5. November 1934 durch. Zwei Tage später fuhr das Schiff als Teil der Feierlichkeiten zur Oktoberrevolution über Moskau. W6 wurde in „OSOAWIACHIM“ (ОСОАВИАХИМ = Всесоюзное общество содействия авиаций и химической обороне - Allunionsgesellschaft zur Unterstützung der Luftfahrt und der chemischen Verteidigung, bestand 1927 - 1948) benannt, einer Organisation, die die Luftfahrt in der breiten Öffentlichkeit populär machen sollte. Das Schiff war eine Weiterentwicklung der Italia (Luftschiff) mit einer Länge von ca. 106 m und einem Volumen von 19.400 m³.
Alle während des Aufenthalts Nobiles von 1931 bis 1936 in der Sowjetunion gebauten Luftschiffe waren zum Passagiertransport vorgesehen. Die "CCCP-B6" (deutsch: UdSSR-W6) sollte die Linie zwischen Moskau und Swerdlowsk befahren, konnte jedoch nicht eingesetzt werden, da es dort keine Luftschiffhallen, Ankermasten und Möglichkeiten zum Auftanken gab. Erst 1936 wurde schließlich in Swerdlowsk ein Ankermast aufgestellt und eine erfolgreiche Versuchsfahrt durchgeführt. Die W6 von Nobile war der größte Erfolg der sowjetischen Leichter-als-Luft-Flotte und auch das größte in der UdSSR je gebaute Luftschiff. Im Oktober 1937 brach es mit einer Fahrtdauer von 130 Stunden und 27 Minuten den Dauerfahrtrekord für Luftschiffe aller Klassen. Die zurückgelegte Strecke betrug angeblich rund 5000 km.
Im Februar 1938 fuhr es jedoch in seine Katastrophe. Eine Gruppe sowjetischer Arktis-Forscher, trieb auf dem Eis in Richtung Grönland ab, wo das Eis aufzubrechen begann. Daraufhin wurde W6 ausgesandt, um die Forscher aufzunehmen, verunglückte jedoch in schlechtem Wetter weit nördlich in der Arktis. Die Forscher auf der Eisscholle wurden von Eisbrechern gerettet. Es wird angenommen, dass dies auch der Grund für das Ende dieses sowjetischen Luftschiffbauprogramms war.
Ein weiteres Luftschiff von Nobile die W8 mit einem Volumen von 9500 Kubikmetern genauso groß wie die W7 wurde nach nur zwei Jahren 1938 außer Dienst gestellt. Es hatte ein zu geringe Nutzlast und es wurden wenig geeignete Flugzeugmotoren verbaut.
Zu dieser Zeit war Umberto Nobile bereits nach Italien zurückgekehrt. Damit war auch der Informationsfluss über den Luftschiffbau in der Sowjetunion unterbrochen. Die Aktivitäten wurden jedoch fortgesetzt.
Das bis dahin größte Luftschiff, die UdSSR-W9 war 1936 im Bau. Bei einem Volumen von 25.000 Kubikmetern sollte es 8 Kabinen für 16 Passagiere inklusive Raucherzimmer und elektrischer Küche haben. Es gibt keine Belege, dass das Schiff je fertiggestellt wurde. Auch über das Lufschiff W10, das im Mai 1938 Versuchsflüge über Moskau unternahm, gibt es keine weiteren Informationen.
In dem meisten Ländern kam die Luftschifffahrt nach der Hindenburg-Katastrophe 1937 zum Erliegen. Die Sowjetunion erklärte jedoch nicht entmutigt zu sein und die Luftschiffaktivitäten sogar noch zu verstärken. Sie wollte ihre Luftschiffe mit Traggas aus den neu entdeckten Heliumvorkommen zu füllen. Die großen Luftschiffbauprogramme waren jedoch vorüber.
Es wurden nur noch einige wenige Prallluftschiffe gebaut, die auch am Zweiten Weltkrieg teilnahmen. Um 1937 gab es auch kommerzielle Luftschiffnutzung. Luftschiff-Produktionsstätten befanden sich in Leningrad und am Zentralen Aerohydrodynamischen Institut (ZAGI) in der Nähe von Moskau.
Viele sowjetische Briefmarken zeigen Luftschiffe, jedoch lässt sich nur schwer zwischen echten Schiffen und Projekten unterscheiden. Aus dem Jahre 1931 ist ein Poster mit dem Aufruf, in Lenins Name eine Luftschiffflotte zu bauen, bekannt.
Im Zweiten Weltkrieg besaß die Sowjetunion drei Luftschiffe, die die Rote Armee unterstützen.
Die Schiffe UdSSR-W12 und „Pobeda“ unternahmen 1945 216 Fahrten mit einer Dauer von insgesamt 382 Stunden. Sie transportierten im Zweiten Weltkrieg rund 200 000 Kubikmeter Wasserstoff und etwa 320 t Fracht für die Rote Armee. Insgesamt führten die sowjetischen Luftschiffe während des Zweiten Weltkrieges über 1500 Fahrten durch.
1968 wurde ein Versuchsluftschiff in konventionieller Bauweise erprobt. Es hatte eine Länge von 50 m bei einer Tragkraft von 1100 kg und einer Geschwindigkeit von 100 km/h. Damals waren zwei weitere Luftschiff-Typen geplant:
Über den Verlauf dieser beiden Projekte ist nichts weiter bekannt.
1982 wurden beschlossen zwei Versuchsmuster von großen Transportvorrichtungen zu bauen, die das System Leichter als Luft nutzten. Das Programm wurde vom Institut "Orgenergostroi" durchgeführt. Bereits im Sommer 1982 fanden erfolgreiche Tests in der Stadt Berjosowski (Nähe Swerdlowsk) statt. Zum Einsatz kam das bemammte Versuchsmodell „Ural 3“ Das Luftschiff hatte eine Länge von 20, eine Höhe von 18 und eine Breite von 7 Metern bei 500 kg Tragkraft. Ein Motorradmotor mit zwei Luftschrauben sorgte für Vortrieb. Es wurden 50 km/h erreicht, wobei durch die ungewöhnliche Form weder eine höhere Geschwindigkeit möglich, noch geplant war. Eine Version mit drei Tonnen Nutzlast war für die Serienfertigung geplant. Daneben gab es auch größere Studien. Das Luftschiff sollte als fliegender Kran dienen. Es waren jedoch auch Anwendungen in der Land- und Forstwirtschaft angedacht.
Nach dem Zerfall der Sowjetunion bildeten sich einige private Unternehmen in Russland, die sich mit der Luftschifffahrt befassen. Zum Beispiel die Firma Augur Luftfahrtsysteme mit ihrer Tochterfirma RosAeroSystems, die neben Gasluftschiffen (z.B. Au-11 und Au-12) auch die Heißluft-Luftschiffe AV-1R und Au-29 herstellt. Es wird auch an einem achtsitzigen Luftschiff Au-30 gearbeitet (Stand Mitte 2005).
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"Russische Luftschifffahrt".
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