Die Rundsteuertechnik dient zur Fernsteuerung von Verbrauchern im Versorgungsnetz eines Energieversorgungsunternehmen. Als Übertragungsweg wird das normale Energieversorgungsnetz verwendet.
Prinzip
Die Übertragung der Steuerbefehle erfolgt durch Impulsfolgen im Bereich von 167 bis ca. 2000 Hz, die der
Netzspannung mit einer Amplitude von ca. 1...8% der jeweiligen Nennspannung überlagert sind. Die Tonfrequenz wird zur Übertragung nach einem Code (Impulsraster) ein- und ausgeschaltet, wodurch ein Impulstelegramm entsteht.
Empfänger
Dem fernzusteuernden Verbraucher ist ein spezieller Empfänger (Rundsteuerempfänger) vorgeschaltet, der die Impulstelegramme wieder aus dem Netz ausfiltert und daraus die gewünschte Steuerinformation ableitet. Der Rundsteuerempfänger kann auch in den Zähler integriert sein oder in "Huckepack"-Bauweise auf dem Klemmendeckel montiert sein.
Anwendung
Anwendung findet diese Technik vor allem in den so genannten
Schwachlastphasen der EVUs. Die Überkapazitäten – der sogenannte
Nachtstrom – werden dann vergünstigt für den Betrieb von elektrischen
Speicherheizungen angeboten. Dabei erfolgt eine Umschaltung der Mehrtarif-
Stromzähler vom Hoch- auf Niedrigtarif und zurück. Bei Niedrigtarif werden die angeschlossenen Speicherheizungen
aufgeladen.
Auch Industrietarife und öffentliche Beleuchtungsanlagen werden z. T. darüber geschaltet.
Der ursprüngliche Sinn dieser Nachtstromtarifumschaltung bekommt durch die Liberalisierung im Strommarkt eine neue Bedeutung.
Analysemöglichkeiten
Die Signale von Tonfrequenz-Rundsteueranlagen (TRA) können mit Hilfe der PC-Soundkarte und einer FFT-Analysesoftware untersucht werden, wenn man den Soundkarteneingang über einen Netztransformator (mit nachgeschalteten Kondensator) mit dem Stromnetz verbindet. Auf diese Weise können auch Signale von Rundsteueranlagen weit entfernter Energieversorgungsunternehmen untersucht werden.
Siehe auch Powerline.
Hersteller
Weblinks
Elektrische Energie