Der Rundfunk der DDR produzierte die Hörfunkprogramme in der ehemaligen DDR. Sitz des DDR-Rundfunks war von 1956 bis 1990 das Funkhaus Nalepastraße in Berlin-Oberschöneweide.
Dazu kam der Auslandsender RBI:
Folgende Sender wurden 1971 zur Stimme der DDR vereinigt:
Auslandsgeheimsender (1971 bzw. '72 eingestellt):
Die erste Radiosendung in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) wurde bereits wenige Tage nach Kriegsende am 13. Mai 1945 aus dem alten Berliner Rundfunkgebäude in der Masurenallee (ab Juli britischer Sektor, später Sitz des ehemaligen SFB) ausgestrahlt. Stadtkommandant Nikolai Bersarin hatte am 10. Mai die Wiederaufnahme befohlen. Bersarin handelte nach einem Beschluss der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) vom 8. Mai. Der Berliner Rundfunk ging mit den Worten "Hier spricht Berlin" auf Sendung. Verantwortlich für das Programm war der zur Gruppe Ulbricht gehörende KP-Funktionär Hans Mahle unter Kontrolle der SMAD.
1952 wurde das Staatliche Rundfunkkomitee (mit einem besonderen Intendanzbereich Deutscher Fernsehfunk) als oberstes zentrales Leitungsorgan aller Sender gebildet. Sitz des DDR-Rundfunks war das für diesen Zweck neu errichtete Funkhaus Nalepastraße in Berlin-Oberschöneweide.
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Drei Wochen nach dem Bau der Berliner Mauer, am 5. September 1961 begann die verstärkte ideologische Abschottung gegen die "Ochsenköpfe". Die FDJ startete die Aktion "Blitz contra Natosender", dabei wurden von überzeugten Jungsozialisten auf Westempfang gedrehte Rundfunkdachantennen entweder auf Ostempfang gedreht oder zerstört.
Zu den Aufgaben des DDR-Rundfunk gehörte auch das Stören unliebsamer Sendungen aus dem Westen. Betroffen davon war vor allem der RIAS; man versuchte mehr oder weniger erfolgreich, dessen Mittelwellefrequenzen (Berlin-Britz und Hof) bis zum Inkrafttreten des Genfer Wellenplanes 1978 durch ein die gesamte DDR überspannendes Netz von Störsendern unhörbar zu machen.
Die Anzahl der Sendestunden stieg insbesondere Ende der 1980er-Jahre an. Ein Grund dafür ist unter anderem der Start von DT64 als eigenständiges Programm.
Nach dem Zusammenbruch der DDR wurden die Sender umbenannt, Personal abgebaut und der Sendebetrieb auf Grundlage des Staatsvertrags über den Rundfunk im vereinigten Deutschland zum 31. Dezember 1991 eingestellt.
Die ARD wurde um die beiden ostdeutschen Anstalten ORB (2003 mit dem SFB zum RBB fusioniert) und MDR erweitert. Im Hörfunk entstand aus der Fusion ehemaliger Ostberliner (DS Kultur) und Westberliner Sender (RIAS 1) 1994 das DeutschlandRadio Berlin (heute: Deutschlandradio Kultur).
Das Archivmaterial des DDR-Rundfunks wird heute vom Deutschen Rundfunkarchiv (DRA) am Standort Babelsberg verwaltet.
| Jahr | 1965 | 1970 | 1975 | 1980 | 1985 | 1988 | 1989 |
| Sendestunden Wort | 32.217 | 36.866 | 32.479 | 35.435 | 38.221 | 46.033 | 48.428 |
| Sendestunden Musik | 31.499 | 31.131 | 29.706 | 31.583 | 33.804 | 48.112 | 48.953 |
| Sendestunden Gesamt | 63.716 | 67.997 | 62.185 | 67.018 | 72.025 | 94.145 | 97.381 |
| Durchschn./Woche | 1.222 | 1.304 | 1.193 | 1.282 | 1.381 | 1.800 | 1.868 |
Über Kleinsender wurde auch das erste Programm des sowjetischen Fernsehens an den Militärstandorten ausgestrahlt. Die Reichweite war begrenzt, ähnlich wie bei AFN-TV in der Bundesrepublik. Die Sender wurden bis 1994 abgeschaltet.
Ab Januar 1989 wurde für den Auslandsdienst der Hochleistungssender in Wachenbrunn benutzt. Der Sender "Radio Wolga" wurde nach dem Abzug der Sowjettruppen abgeschaltet, die Langwellenfrequenz übernahm - bis zur Betriebsseinstellung Anfang 2000 - Radioropa Info. Es ist geplant auf dieser Frequenz vom Standort Reesen bei Burg ein deutschsprachiges Programm von Europe 1 auf 261 kHz im Digital Radio Mondiale-Modus abzustrahlen. Der Hochleistungssender in Wachenbrunn, der heute Eigentum der Deutschen Telekom ist, wird weiterhin vom russischen Auslandsdienst zur Verbreitung seiner Programme im Mittelwellenbereich genutzt. Inzwischen gibt es noch einen zweiten, allerdings leistungsschwächeren Mittelwellensender in Zehlendorf bei Oranienburg.
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