Rumänisch (auch Dakorumänisch) ist eine Sprache aus dem romanischen Zweig der indogermanischen Sprachen. Dort gehört sie zur Untergruppe der ost-romanischen Sprachen (kein Plural-s).
Der Language Code ist ro bzw. ron oder rum (nach ISO 639).
Rumänisch wird von ungefähr 26 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen der größte Teil in Rumänien und der Republik Moldau lebt. Die moldauische Sprache, die in der Republik Moldau Amtssprache ist, ist bis auf den Namen weitgehend mit dem Rumänischen identisch.
In der Vojvodina (Serbien) ist Rumänisch die offizielle Sprache zusammen mit Serbisch, Ungarisch, Slowakisch, Kroatisch und Russinisch. Sie ist die Muttersprache von ungefähr 30.000 Menschen.
Weitere dem Rumänischen verwandte Sprachen werden in weiteren Ländern des Balkans gesprochen (Aromunische Sprache, Istrorumänische Sprache, Meglenorumänische Sprache). Die nächstverwandte Sprache ist Italienisch. Muttersprachliche Rumänen können einfaches Italienisch meist recht gut verstehen, umgekehrt gelingt dies seltener, da das Rumänische ungefähr 10% slawische Wörter aufgenommen hat. Zudem unterscheidet sich die Lautsprache im Rumänischen von der italienischen Sprache, da es Laute kennt, die es aus dem Slawischen übernommen hat.
Die rumänische Rechtschreibung orientiert sich ähnlich stark wie die italienische an der tatsächlichen Aussprache, wenn man bedenkt, dass das Rumänische ein Sortiment an Sonderzeichen hat, um die aus dem Slawischen kommenden Laute auch zu kennzeichnen, die das Italienische nicht kennt.
Bis zum 18. Jahrhundert schrieb man Rumänisch in kyrillischer Schrift, die Siebenbürgische Schule entwickelte das bis in die heutige Zeit benutzte Lateinische Alphabet mit Sonderzeichen. Die Rechtschreibung wurde allerdings zwei großen Reformen unterzogen, die zweite fand nach der Wende statt.
Die rumänische Sprache wird seit 1860 mit lateinischen Buchstaben geschrieben. Dabei entsprechen alle Vokal- und die meisten Konsonantenbuchstaben jeweils genau einem Laut. Entwickelt wurde das Alphabet durch die Siebenbürgische Schule, die Phonologie leitet sich teils vom Italienischen und teils vom Französischen ab. Das vollständige Alphabet umfasst das Lateinische Alphabet ohne das q und mit 4 Sonderzeichen:
a, ă, â, b, c, d, e, f, g, h, i, î, j, k, l, m, n, o, p, r, s, ş, t, ţ, û, v, x, y, z
| Buchstabe | IPA | Aussprache im Deutschen |
|---|---|---|
| ă | wie das "e" im dt. Dschungel | |
| â | hat in der Deutschen Sprache keine Entsprechung, siehe | |
| c | wie "k", aber vor e und i wie "tsch" (wie Cembalo im ital. Cicciolina) | |
| ch (vor e oder i) | weiches "k" (wie im ital. Chianti) | |
| e | stets ein offenes "e", auch im Wortauslaut, ähnlich dem dt. "ä" in Bäcker | |
| g | wie "g", aber vor e und i wie stimmhaftes "dsch" (wie im ital. Angelo oder Gigolo) | |
| gh (vor e oder i) | "g" (wie Ghetto) | |
| h | ein sanfteres "ch" als in Bach (im Anlaut) | |
| i | unbetont am Ende eines Wortes fast unhörbar (palatalisiert), sonst "i" | |
| î | genau wie â, die Unterschiede in der Schreibweise sind sprachhistorisch bedingt | |
| j | stimmhaftes "sch" wie in frz. journalist | |
| k | wie dt. "k" (nur in Fremdwörtern) | |
| o | immer wie o im dt. Gott | |
| r | das r wird gerollt | |
| s | s | immer stimmloses "s" (wie im dt. Gas) - auch am Wortanfang |
| ş | "sch" | |
| ţ | "ts", wie geschriebenes dt. "z", naţionalitate | |
| û | genau wie â, die Unterschiede in der Schreibweise sind sprachhistorisch bedingt | |
| v | wie dt. "w" | |
| y | i | wie "i" (nur in Fremdwörtern), i-grec |
| z | z | immer stimmhaftes "s" (wie im dt. Suppe) |
| vorne | zentral | hinten | ||
|---|---|---|---|---|
| stimmhaft | stimmlos | |||
| geschlossen | ||||
| mittel | 1 | 1 | ||
| offen | ||||
Das Rumänische hat 20 Konsonanten.
| bilabial | labio- dental | alveolar | post- alveolar | palatal | velar | glottal | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Plosive | |||||||
| Affrikaten | |||||||
| Nasale | |||||||
| Vibranten | |||||||
| Frikative | |||||||
| Approximanten | 1 | 1 | |||||
| Laterale |
Quelle: SAMPA für Rumänisch (englisch)
Das Rumänische ist diejenige romanische Sprache, die bei der Flexion am meisten ausgebildet ist bzw. sich am wenigsten zurückentwickelt hat (und in dieser Hinsicht noch eng an das Lateinische angelehnt ist). Es besitzt eine Konjugation, die dem Lateinischen und Italienischen ähnelt, und es hat, als einzige romanische Sprache, eine Deklination mit den Kasus: Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ, Vokativ. Während etwa die italienischen Nomen nur mit Artikel dekliniert werden können (wie im Deutschen z.B "dem Hund"), hat im Rumänischen jedes deklinierte Substantiv eine eigene Form.
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