Das Département Ruhr, auch Ruhrdepartement, war die Verwaltungseinheit für das östliche Ruhrgebiet bzw. die Grafschaft Mark und Gebiete nördlich der Lippe unter der französischen Herrschaft von 1806 bis zum 1814.
Im Zug der Napoleonischen Feldzüge ergriffen die französischen Truppen im Jahr 1806 Besitz von der Grafschaft Mark. In dem nachfolgenden Frieden von Tilsit am 9. Juli 1807 trat der preußische König seine westfälischen Besitzungen einschließlich der Grafschaft Mark an das Kaiserreich Frankreich ab.
Die Grafschaft Mark wurde am 21. Januar 1808 dem neu gebildeten Großherzogtum Berg angeschlossen. Düsseldorf war seit 1806 Hauptstadt des Großherzogtums. Einschneidende Verwaltungsreformen nach französischen Vorbild wurden indes erst seit 1808 und in zurückhaltender Form durchgeführt. Nach den vier Hauptflüssen wurde es in vier Départements eingeteilt:
Landesherr war bis zum Sommer 1808 formell Joachim Murat, ein Schwager Napoleons und späterer König von Neapel. Auf ihn folgte ebenso formell bis 1812 Napoleons Neffe Ludwig Napoleon, der allerdings noch im Kindesalter war. Napoleon kontrollierte das Großherzogtum Berg und somit das industriell bedeutende Département Ruhr tatsächlich persönlich. Die Einführung vor allem der Gewerbefreiheit 1808 durch Napoleon war für die weitere Entwicklung des Verwaltungsgebiets bzw. des entstehenden Ruhrgebiets vorbildlich und ist zu den positiven Errungenschaften der französischen Herrschaft in den sog. Satellitenstaaten zu zählen.
Das Ruhr-Département bestand aus den drei Arrondissements Dortmund, Hamm und Hagen. An oberster Spitze stand der Präfekt des Ruhrdepartements, Freiherr Caspar A. von Romberg zu Brünninghausen.
Dortmund wurde zur Hauptstadt des Ruhrdepartements bestimmt. Weil es eine günstigere Lage und besser geeignete Verwaltungsgebäude als Hamm besaß, wurde die vormalige Reichsstadt zum Sitz der zahlreichen Verwaltungs- und Gerichtsbehörden.
Nach der Niederlage Napoelons in der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813 zogen sich die Franzosen auf die linke Rheinseite zurück. Das Ruhrdepartement löste sich somit auf und ging in den preußischen Herrschafts- bzw. Verwaltungskreis ein.
Ab dem 1. Januar 1815 unterstand die Region wieder der Souveränität des preußischen Königs. Am 1. August 1816 entstand die neue Preußische Provinz Westfalen mit den Regierungsbezirken Arnsberg, Minden und Münster.
Jedes Departement zerfiel in Arrondissements. Auf unterster Ebene bestanden entsprechend der französischen Verwaltungsgliederung des Jahres 1800 Kantone mit Mairien (Bürgermeistereien).
Das Ruhr-Departement bestand aus den drei Arrondissements Dortmund, Hagen und Hamm.
Zum Arrondissement Dortmund gehörten zunächst die Kantone Dortmund, Bochum, Hörde, Unna, Werne und Lüdinghausen. Später kam der Kanton Sendenhorst hinzu.
Den Kanton Dortmund bildeten die Mairien Dortmund, Lünen und Castrop.
Den Kanton Bochum bildete unter anderen die Mairie Herne.
Den Kanton Unna bildeten unter anderen Unna, Mühlhausen und Uelzen.
Zum Arrondissement Hagen gehörten die Kantone Hagen, Hattingen, Iserlohn, Limburg (heute Hagen-Hohenlimburg), Neuenrade, Lüdenscheid und Schwelm.
Den Kanton Hagen bildeten die Mairien Hagen, Herdecke, Enneperstraße, Boele und Breckerfeld.
Den Kanton Schwelm bildeten die Mairien Ennepe, Volmarstein, Langerfeld, Haßlinghausen ...
Den Kanton Hattingen bildeten die Mairien Hattingen, Sprockhövel undBlankenstein.
Den Kanton Neuenrade bildeten die Mairien Plettenberg, ...
Den Kanton Iserlohn bildeten die Mairien Hemer...
Den Kanton Lüdenscheid bildeten die Mairien Lüdenscheid, Meinerzhagen, Ebbe...
Zum Arrondissement Hamm gehörten die Kantone Ahlen, Beckum, Hamm, Lippstadt, Oelde, Soest und Rheda. Später kamen die Kantone Sassenberg und Warendorf hinzu.
Den Kanton Ahlen bildeten die Mairien Ahlen, Drensteinfurt, Heessen und Sendenhorst.
Den Kanton Beckum bildeten die Mairien Beckum, Lippborg und Vorhelm.
Den Kanton Hamm bildeten die Mairien Hamm, Pelkum und Rhynern.
Den Kanton Oelde bildeten die Mairien Liesborn, Oelde, Ostenfelde und Wadersloh.
Den Kanton Soest bildeten die Mairien Borgeln, Lohne, Soest und Schwefe.
Ruhrgebiet | Westfalen | Historisches Territorium | Konsulat und Empire
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