| Wappen | Karte | |||
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| schmied2.jpg | Ruhla2.png | |||
| Überblick | ||||
| Bundesland: | Thüringen | |||
| Landkreis: | Wartburgkreis | |||
| Fläche: | 38,51km² | |||
| Einwohner: | 6.605 (31. Dezember 2005) | |||
| Bevölkerungsdichte: | 174 Einwohner je km² | |||
| Höhe: | 529 m ü. NN | |||
| Postleitzahl: | 99842 | |||
| Vorwahl: | 036929 | |||
| Geografische Lage: | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 63 066 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | WAK | |||
| Ortsteile: | Thal, Kittelsthal (beide 1994 eingemeindet), Seebach (erfüllende Gemeinde seit 2006) | |||
| Partnerstädte: | Schalksmühle (seit 1990) Escaudain in Frankreich (seit 1972) | |||
| Adresse derStadtverwaltung: | Carl-Gareis-Straße 16 99842 Ruhla | |||
| Offizielle Website: | www.ruhla.de | bgcolor="#FFFFFF" | bgcolor="#FFFFFF" | |
| Politik | bgcolor="#FFFFFF" | Bürgermeister: | Mario Henning (CDU) | |
Ruhla (umgangssprachlich "die Ruhl" genannt) ist eine Stadt in der Mitte der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist seit 2004 ein staatlich anerkannter Erholungsort (Luftkurort), der sich in einer Höhe von bis zu 530m mitten im Thüringer Wald und direkt am Rennsteig befindet. Zur Stadt Ruhla gehören außerdem noch die Ortsteile Thal und Kittelsthal. Ruhla allein hat 4.056 Einwohner, mit den beiden Ortsteilen zusammen sind 6.707 Menschen in Ruhla wohnhaft. Der Name Ruhla stammt wahrscheinlich von einem durch den Ort fließenden Bach, welcher neben dem heute gebräuchlichsten Namen, "Erbstrom" auch als Rolla bezeichnet wurde.
Westlich und östlich von Ruhla befinden sich Gebiete, in denen sich hauptsächlich Porphyre finden lassen. Die Porphyre bilden als ausfließende Ergussgesteine hohe Kuppen wie die Kahle Koppe im Osten und den Kissel im Westen. Sowohl im Porphyr als auch in den kristallinen Schiefern ist die Ausprägung der Täler gleich: V-Täler mit meist beiderseits steil abfallenden Hängen und so gut wie keiner Talsohle.
Südwestlich von Ruhla befindet sich der Bereich des Ruhlaer Granits mit seinen Blockfeldern und Einzelblöcken (diese haben einen höheren Quarzanteil und sind somit härter). Die im Granitgebiet ausgebildeten Täler sind Muldentäler, da der Granit grusig verwittert und seine Verwitterungsprodukte dann leicht abzutransportieren sind. Auch an das Granitgebiet schließt sich ein unterschiedlich breites Zechsteinband an, in südlicher Richtung, bei Steinbach/Altenstein.
Im Raum Ruhla kam es zu einer Mineralisierung von Rissen und Spalten. Diese Mineralisierung war die Voraussetzung für den später betrieben Bergbau (z.B. Abbau von Eisenerz), der zusammen mit der Weiterverarbeitung der Rohstoffe der Hauptgrund für die Besiedlung des Ruhlaer Raums war.
Die Böden hängen vom jeweiligen Untergrund ab. Auf Granit ist der Boden lehmig und steinig, auf Glimmerschiefer und Gneis ist er durchlässig und steinig. Die Böden rund um Ruhla sind alle kalkfrei und nicht sehr mächtig.
Im Ruhlaer Waldgebiet sind hauptsächlich Buchen und Fichten vorzufinden, oberhalb von 700 Metern befinden sich fast ausschließlich nur noch Fichten. Fast die Hälfte des gesamten Waldgebietes um Ruhla besteht aus Fichten, den zweitgrößten Anteil hat der reine Buchenwald. Diese teilweise Monokultur der Fichten führt bis heute zu einer Bodenverarmung. An Lichtungen wachsen vereinzelt auch Ahorne, Eschen und Birken; der Mischwaldanteil ist insgesamt sehr gering. Bis vor etwa 250 Jahren sah dieses Bild jedoch anders aus. Denn zu dieser Zeit bestanden die Ruhlaer Wälder nur aus Laubwäldern (vorwiegend Buchen).
So soll sich Landgraf Ludwig II. von Thüringen, der als schwach und milde gegenüber seinem Landadel bekannt war und nichts davon wusste, wie sehr die Landesfürsten die Bürger und Bauern knechteten, auf einem seiner Jagdritte im Ruhlaer Forst verirrt haben. Als er nach langer Suche endlich des Feuer eines Ruhlaer Waldschmiedes sah, soll er ihn aufgesucht und um Herberge gebeten haben. Als der Schmied ihn fragte wer er sei, leugnete der Fürst seine wahre Identität und gab an ein Jäger des Landgrafen zu sein. Der Schmied, auch verbittert über die verfehlte Milde Ludwigs und der damit verbundenen Knechterei durch die Fürsten, gab darauf seinen Unmut über den Landgrafen preis, gewährte ihm jedoch seine Bitte um Unterkunft. Als Ludwig sich nun, verwundert über die Worte des Mannes, zur Ruhe legte fing der Schmied an die ganze Nacht hindurch zu arbeiten, so dass der Graf kein Auge zu tun konnte. Schlag um Schlag hämmerte der Schmied auf das Eisen und sagte immer und immer wieder: "Landgraf, werde hart! Landgraf, werde hart, so hart wie dieses Eisen!" und "Du böser, unseliger Herr! Siehst du nicht, wie deine Räte das Volk plagen?" Als der Morgen kam und Graf Ludwig ungeschlafen von dannen zog, besann er sich des Schmiedes Worte und regierte fortan mit eiserner Hand. Daher pflegte man auch lange Zeit sprichwörtlich von einem strengen, unbeugsamen Mann zu sagen: "er sei in Ruhla hart geschmiedet worden".
Von Friedrich Lux (geb. 24.11.1820 in Ruhla, gest. 9.7.1895 in Mainz), einem der größten Orgelvirtuosen seiner Zeit, stammt die 1882 in Mainz sehr erfolgreich uraufgeführte historisch-romantische Oper in 3 Akten "Der Schmied von Ruhla".
Die Aufführungen in Gotha und Eisenach im Jahre 1886 wurden in einem zeitgenössischen Bericht folgendermaßen beschrieben:
"Die Aufführungen waren ausverkauft. Reicher Beifall wurde gezollt. Der anwesende Komponist wurde wiederholt stürmisch gerufen. Lorbeerkränze wurden ihm zugeworfen. Der Erfolg war durchschlagend. Der 27. und 30. März 1886 waren Festtage für die Bewohner der schönen Ruhl und sie waren in hellen Haufen nach Gotha und Eisenach gekommen, um die Tondichtung ihres Ehrenbürgers zu hören und ihre liebliche grüne Heimat und deren sagenhafte Vergangenheit in Bild und Wort verherrlicht zu sehen, kurz, sich der Glorifizierung des Ruhlatales mit dankbarem Herzen und inniger Anerkennung zu erfreuen."
Im 18. Jahrhundert entwickelte sich Ruhla aber auch zum Heilbad, nachdem 1737 eine eisenhaltige Quelle entdeckt wurde. Ebenso war Ruhla ein Mittelpunkt der Forstwirtschaft, da Gottlob König, der Begründer der neuen Forstwirtschaft in Deutschland, 25 Jahre in Ruhla wirkte.
Im Jahre 1994 wurden die Orte Thal und Kittelsthal eingemeindet. Ab 2006 ist Ruhla erfüllende Gemeinde für Seebach.
| 1880 bis 1933 1994 bis 1999 2000 bis 2005 |
Zur Bewahrung der Ruhlaer Mundart und Traditionen wurde schon 1898 die Folklorevereinigung "Alt Ruhla" e.V. gegründet, welche bis heute aktiv ist.
Bauhausensemble
Von 1926 bis 1928 wurde in Ruhla ein einzigartiges Bauhausensemble mit Sozialwohnungen, Spielplatz, Stadtcafé und Konsum nach den Plänen des Architekten Thilo Schoder (1888-1979) errichtet. Beispielgebend war, dass in der Regel in jeder Wohnung 2 Zimmer, Küche sowie Toilette zu finden waren und dass sich im Dachgeschoss für jeden Treppenaufgang ein Gemeinschaftsbad befand, über dessen Benutzung ein Badeplan der Mieter entschied. Das Bauwerk steht heute unter Denkmalschutz.
Aussichtspunkte
Der Carl-Alexander-Turm ist der einzige Aussichtsturm im westlichen Thüringer Wald und besitzt 111 Stufen bei einer Höhe von 21m. Er ist nur wenige Kilometer von Ruhla entfernt und befindet sich auf dem 639m hohen Ringberg. Von der Aussichtsplattform können der Thüringer Wald, Eisenach und die Wartburg, die Hörselberge, die Rhön, der Hohen Meißner, der Hainich und die Stadt Ruhla überblickt werden.
Die Ruine der 1137 erstmals erwähnten Scharfenburg, von deren Turm man einen Ausblick über des umliegende Land hat, findet man im Stadtteil Thal.
Der Ort bietet die Ausstellung "mini-a-thür" (Klein-Thüringen) mit Miniaturmodellen vieler Thüringen-Sehenswürdigkeiten (zum Beispiel das Carl-Zeiss Planetarium von Jena) in einem Freigelände. Im Winter sind die Modelle in einer Museumshalle zu bestaunen.
Der Dichterhain ist eine 1863 angelegte Gedenkstätte für bekannte Ruhlaer Bürger. Diese ist unweit der "mini-a-thür" Ausstellung zu finden.
Im Ortsteil Kittelsthal befindet sich eine sehenswerte Tropfsteinhöhle. Diese wurde 1888 durch Bergbautätigkeiten entdeckt und schließlich 1896 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 1968 wurde sie wegen notwendiger Bergsicherungsmaßnahmen geschlossen und 1992 nach erfolgter Rekonstruktion wieder für Besucher geöffnet. In der einzigen ausgebauten Tropfsteinhöhle Thüringens lassen sich Tropfsteingebilde bestaunen, welche ein Alter von mehreren tausend Jahren besitzen.
Sportler
In Ruhla aufgewachsen und wohnhaft ist der ehemalige nordische Kombinierer Marko Baacke. Er war zweimal Deutscher Jugendmeister, zweimal Deutscher Juniorenmeister, zweimal Vize-Juniorenweltmeister und im Jahre 2001 wurde er in Lathi/Finnland, mit erst 21 Jahren, Weltmeister im Sprint. Auf Grund eines schweren Sturzes beim Skispringen am 20. November 2001, wo ihm Milz und eine Niere entfernt werden musste, beendete er nach einem Comeback mit WC-Starts und WM-Teilnahme, im September 2004 seine Karriere.
Eine weitere Skisportlerin aus Ruhla, die bisher viele Erfolge verzeichnen kann, ist Juliane Seyfarth. Sie wurde 2003 und 2004 Deutsche Schülermeisterin im Skispringen und 2004 auch Deutsche-Meisterin im Damenskispringen. Im Februar 2006 gewann die 15jährige das erste WM-Springen der Damen bei den 30. Junioren-Weltmeisterschaften.
Der in Ruhla aufgewachsene Ron Spanuth (WSC 07 Ruhla) gewann 2001 Bronze mit der Deutschen Langlaufstaffel zur Skiweltmeisterschaft in Lathi.
Dieter Neuendorf, ist ein ehemaliger Skispringer und wurde 1966 in Oslo Vizeweltmeister außerdem gewann er unter anderem Wettbewerbe am Holmenkollen und Skiflugveranstaltungen.
Klaus Baacke, der Vater des Weltmeisters Marko Baacke, wurde als Skilangläufer zweimal Seniorenweltmeister und vielfacher Deutscher Seniorenmeister. Er ist langjähriger und erfolgreicher Trainer des Ruhlaer Skisportnachwuchses.
Und nicht zu vergessen, Knut Handke, der mehrfacher Strongman Weltmeister ist und das Fitnessstudio in Ruhla leitet.
Weitere "Ruhlaer"
Gottlob König (1779-1849): Begründer der neuen Forstwirtschaft in Deutschland
Theodor Neubauer (1890-1945): Kommunist und Widerstandskämpfer, Lehrer in Ruhla