Rudolf von Ems (* um 1200; † 1254 ?) war ein deutscher Epiker des Mittelalters.
Rudolf von Ems wurde in Hohenems in Vorarlberg (Österreich) geboren und stand in Diensten des Grafen von Montfort. Er dichtete zwischen 1220 und 1254. Er ist vermutlich als Begleiter König Konrads IV. auf dessen Italienfahrt gestorben. Er war einer der gelehrtesten und zugleich fruchtbarsten Dichter seiner Zeit, dessen Werke jedoch nicht alle erhalten sind. Meister der Weltchronik des Rudolf von Ems 001.jpg Seine Dichtungen zeichnen sich durch Anmut und Innigkeit der Erzählung, Sittenstrenge und formelle Meisterschaft aus. Als sein Vorbild bezeichnet er selbst Gottfried von Straßburg; dies ist - im Unterschied zu anderen Dichtern, wo es bisweilen eher Lippenbekenntnis oder formelhafte Reverenz zu sein scheint - glaubhaft, da er in einigen Fällen fast wörtlich aus dem "Tristan" zitiert. Auch hat er sich zweimal von Gottfried anregen lassen, in einem Exkurs eine "Literaturumschau" zu bieten, in dem er die höfische Dichtung mustert und viele Zeitgenossen und auch seine eigenen Werke nennt. Von den uns überlieferten Werken ist die Erzählung "Der gute Gerhard" das älteste und zugleich beste, eine schöne Verherrlichung der Demut christlichen Sinnes, wahrscheinlich nach lateinischer Quelle bearbeitet. Ihr folgten: "Barlaam und Josaphat", etwa zwischen 1225 und 1230 nach einer aus dem Griechischen ins Lateinische übertragenen Bearbeitung der Sage von der Bekehrung eines indischen Königssohns zum Christentum verfasst (hrsg. von Pfeiffer, Leipzig, 1843, Nachdruck 1965); "Wilhelm von Orlens", die Geschichte der Kinderminne zwischen Willehalm und Amelie, die zu den berühmtesten Liebespaaren des Mittelalters gehören.
Der Alexanderroman, geschrieben um 1240, ist unvollendet geblieben. In 21000 Versen werden die Erziehung und die Kämpfe Alexanders geschildert, der Held ist ein Muster an ritterlicher Tugend. Als Quelle dienten Rudolf die "Historia de preliis" und die "Historiae Alexandri Magni" des Curtius Rufus.
Die "Weltchronik" ist Rudolfs letztes, dem König Konrad IV. gewidmetes Werk. Es handelt sich dabei um die erste deutschsprachige Weltchronik. Rudolf gliederte sie in sechs Weltalter, nur die ersten vier Weltalter konnten von ihm vollendet werden. Quellen sind die Vulgata, die Historia Scholastica des Petrus Comestor, die Imago Mundi und das Pantheon Gottfrieds von Viterbo. Eine Besonderheit waren sogenannte Akrosticha: Große Initialen am Anfang jedes Weltalters. Die Chronik erzählt die Geschichte der Menschheit von der Schöpfung bis zu Tod Salomos mit der Tendenz zur Legitimation der Herrschaft der Staufer. Noch im 13. Jahrhundert wurde sie in manchen Handschriften mit der Christherre-Chronik verschmolzen. Man teilt die verschiedenen Handschriften in fünf Klassen ein:
Werke:
Autor | Mittelalter (Literatur) | Literatur (13. Jh.) | Literatur (Mittelhochdeutsch) | Höfische Epik | Chronik (Literatur) | Mann
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