Via cupa presso Roma by Rudolf Wiegmann.jpg
Ernst Rudolf Wiegmann (* 17. April 1804 in Adensen jetzt Gemeindeteil von Nordstemmen; † 17. April 1865 in Düsseldorf) war ein deutscher Architekt der Romantik, Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie, Maler von Vedouten in Ölbildern, Aquarellen und Zeichnungen, Radierer, Lithograph und Kunstschriftsteller, Sekretär des Kunstvereins für Rheinland und Westfalen und Ehemann der Malerin Marie Wiegmann geb. Hancke.
Leben
Rudolf Wiegmann verlor mit elf Jahren seinen Vater, der bei der
Schlacht bei Waterloo fiel. Er besuchte das Gymnasium in
Hannover, studierte dort bei dem Oberlandbaumeister Wedekind, in
Darmstadt bei
Georg Moller und an der
Georg-August-Universität Göttingen bei Otfried Müller. Anschließend machte er 1828 – 1832 eine Studienreise nach
Rom, untersuchte die Wandmalereien in
Pompeji und widmete sich den archäologischen Ausgrabungen in Italien.
Marie Wiegmann.jpg Er arbeitete in Hannover und zog 1835 nach
Düsseldorf. Wegen seiner Buchveröffentlichungen
Die Malerei der Alten in ihrer Anwendung und Technik: insbesondere als Decorationsmalerei entstand ein lebhafter
Disput mit dem Architekten
Leo von Klenze, der Wiegmanns Ergebnisse in seiner Erwiderung
Aphoristische Bemerkungen auf einer Reise in Griechenland teilweise bestritt. Rudolf Wiegmann antwortete darauf mit seiner Schrift
Der Ritter Leo von Klenze und unsere Kunst.
Rudolf Wiegmann wurde 1839 Professor der Baukunst und Lehrer der Perspektive an der Kunstakademie Düsseldorf. Im Jahr 1841 heiratete er die Malerin Marie Hancke. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: die Tochter Klara (* 1842), der Sohn Arnold (* 1846) und der Sohn Walter (* 1861), der nur vier Jahre alt wurde.
Ab 1843 war er Sekretär des Düsseldorfer Kunstvereins (= Kunstverein für Rheinland und Westfalen). 1845 wurde der Grundstein für den von ihm entworfenen renaissancehaften Wiederaufbau des 1795 zerstörten Düsseldorfer Schlosses gelegt. Der Schlossturm, das Wahrzeichen Düsseldorfs, zeigt vor allem in seinem obersten Geschoss heute noch Wiegmanns Handschrift, die freilich vom Respekt vor Alessandro Pasqualini, dem Renaissance-Baumeister des Schlosses, geprägt ist.
1846 zog er mit seiner Familie und den beiden Kindern Klara und Arnold in das Düsseldorfer Haus Pfannenschoppenstraße 32 (jetzt Klosterstraße). In seiner Tätigkeit als Sekretär des Kunstvereins wurde er schließlich in einer derartig heftigen Art und Weise angegiftet, dass er, wie Eduard Daelen in der ADB schreibt, durch den Ärger darüber die Schwindsucht bekam, sein Amt niederlegte und bald darauf starb, an seinem Geburtstage den 17. April 1865. Im gleichen Jahr nahm seine Witwe eine Pflegetochter auf, Auguste Bettauer, genannt Else Wiegmann. Sein Sohn Arnold fiel am 6. August 1870 in der Schlacht bei Spichern. Im Jahr 1893 starb seine Frau nach kurzer Krankheit in der Pfannenschoppenstr. 32.
Hauptwerke
Architektur
- Duisburg: Renovierung der Salvatorkirche in spätgotischem Stil 1847 – 1852
- Düsseldorf: Umbau des gotischen Schloßturms in einen italienischen Renaissancebau. Der Schloßturm ist heute das Wahrzeichen der Stadt Düsseldorf.
- Düsseldorf: Umbau des Ständehauses am Burgplatz in einen italienischen Renaissancebau. Das Ständehaus brannte später ab, wurde abgerissen und an der Ständehausstraße durch einen Neubau ersetzt.
- Düsseldorf: Privathaus von Wilhelm von Schadow (später von Andreas Achenbach) in der Schadowstraße.
- Düsseldorf: Privathaus von Carl Sohn (Karl Ferdinand Sohn ?) in der Klosterstraße.
- Düsseldorf: Privathaus von Johann Wilhelm Schirmer (später von Jul. Röting) in der Klosterstraße.
- Düsseldorf: Gräflich Herzberg’sche Haus in den Anlagen am Teich Schwanenspiegel.
- Kapelle bei Lohausen, einem Stadtteil von Düsseldorf.
Möbelentwurf
Rudolf Wiegmann hat viele Entwürfe zu Möbeln im Renaissancestil angefertigt.
Bühnenbild
Ölgemälde
Lithographie
- Sechs Ansichten von Hannover im Album von Hannover, gez. u. lith. v. R. Wiegmann, ohne Jahresangabe.
Radierung
- Der alte Tobias und Hanna, oder die Eltern des Tobias in Betrübnis (nach Friedrich Overbeck).
- Alte Gebäude mit Kapelle am Wasser für das Album deutscher Künstler. F. A. Buddeus, Düsseldorf 1839 ff.
Zeichnung
- 1828–1832 Via Cupa in der Nähe von Rom (213x280 mm).
- 1831 Verlassen von seinen Göttern liegt Pompeji (290x335 mm).
- 1831 Ostia (190x313 mm).
- 1832 Markusplatz in Venedig (240x240 mm).
- Die Porta del Popolo und St. Peter in Rom von der Villa Borghese aus (280x400 mm).
Aquarell
- 1831 Maler in antiker Ruinenlandschaft (250x350 mm).
- 1832 Römische Ruinen (250x350 mm).
- 1832 Blick auf das Forum in Rom (125x175 mm).
- 1835 Auf dem Nicolai-Kirchhof in Hannover
- Villa in der Nähe von Rom (165x200 mm).
- Die Tiberinsel in Rom (235x320 mm).
Meisterschüler von Rudolf Wiegmann
Biographie
Bibliografie
- Rudolf Wiegmann: Die Malerei der Alten in ihrer Anwendung und Technik: insbesondere als Decorationsmalerei. Nebst einer Vorrede von Hofrat Karl Otfried Müller in Göttingen. Verlag der Hahnschen Hofbuchhandlung, Hannover 1836.
- Rudolf Wiegmann: Bemerkungen über die Schrift "In welchem Style sollen wir bauen?" von Heinrich Hübsch In: Kunstblatt 10, 1829, Seiten 173-174, 177-179 und 181-183.
- Rudolf Wiegmann: Über die Construction von Kettenbrücken nach dem Dreiecksystem 1836
- Rudolf Wiegmann: Der Ritter Leo von Klenze und unsere Kunst. 1839
- Rudolf Wiegmann: Über den Ursprung des Spitzbogenstils. Mit einer Lithographie. 1842
- Rudolf Wiegmann: Grundzüge der Lehre von der Perspektive. Zum Gebrauch für Maler und Zeichenlehrer. Mit 19 Steindrucktafeln. Buddeus Verlag, Düsseldorf 1846.
- Rudolf Wiegmann: Die Malweise des Tizian 1847
- Rudolf Wiegmann: Jahresberichte des Kunstvereins für Rheinland und Westfalen
- Rudolf Wiegmann: Die Wiederherstellung des Domes zu Speyer nach dem Plan des Grossherzoglich Badischen Baudirectors Hübsch In: Deutsches Kunstblatt 6, 1855, Spalte 324-326.
- Rudolf Wiegmann: Geschichte der königlichen Kunstakademie zu Düsseldorf. Düsseldorf 1856. Mit einer Autobiographie.
Weblinks
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