Rudolf Wagner-Régeny (* 28. August 1903 in Sächsisch Regen, Siebenbürgen; † 18. September 1969, in Berlin) war ein deutscher Komponist und Hochschullehrer siebenbürgisch-sächsischer Herkunft.
Biografie
Schon früh zeigte sich seine musikalische Begabung. Bereits als Kind spielte er sehr gut
Klavier. Sein Studium begann er
1919 in
Leipzig bei Robert Teichmüller, Stephan Krehl und Otto Lohse
und setzte es 1920-23 in Berlin bei
Franz Schreker,
Siegfried Ochs,
Emil Nikolaus von Rezniček, Rudolf Krasselt und Friedrich E. Koch fort. 1923-25 war er als Korrepetitor an der Volksoper Berlin tätig. 1925-26 arbeitete er als Mitglied im musikalischen Beirat des
Tonfilms und reiste 1926-29 als Komponist und Kapellmeister der Ballettgruppe des ungarischen Tänzers und
Choreographen
Rudolph von Laban durch Deutschland, die Schweiz, die Niederlande und Österreich.
1930 nahm er die deutsche Staatsbürgerschaft an, nachdem er seit der Geburt die ungarische, nach 1919 die rumänische besaß. 1930-45 lebte er als freischaffender Komponist und gab Kompositions- und Theorieunterricht.
1929 hatte er den Bühnenbildner und Librettisten
Caspar Neher kennengelernt, mit dem ihn sein Leben lang eine freundschaftliche Zusammenarbeit verband. Mit ihm schrieb er mehrere große
Opern, so “Der Günstling”, der
1935 an der
Semperoper Dresden unter der Leitung von
Karl Böhm uraufgeführt wurde. Diese Oper wurde sein größter Publikumserfolg und erlebte bis
1942 insgesamt 136 Aufführungen an 100 Bühnen.
1939 folgten “Die Bürger von Calais”, uraufgeführt an der
Berliner Staatsoper unter
Herbert von Karajan.
1941 wurde an der
Wiener Staatsoper “Johanna Balk” uraufgeführt. 1947-50 war Wagner-Régeny Rektor der Musikhochschule
Rostock, aus der später das “Konservatorium Rudolf Wagner-Régeny” hervorging. Anschließend wurde er Professor für Komposition an der neu gegründeten Hochschule für Musik Berlin und Leiter einer Meisterklasse an der
Akademie der Künste der DDR, deren Mitglied er war. Auch die
Bayerische Akademie der Schönen Künste zählte ihn zu ihren Mitgliedern. Während seiner Berliner Zeit entstanden drei weitere große Opern, so “Das Bergwerk von Falun” nach
Hugo von Hofmannsthal, das
1961 anlässlich der
Salzburger Festspiele seine Uraufführung erlebte. Außerdem schrieb er eindrucksvolle Kantaten wie “Genesis” sowie das szenische Werk “
Prometheus”, das am 12. September
1959 aus Anlass der Eröffnung des neuen Opernhauses in
Kassel uraufgeführt wurde. Sein Grab befindet sich auf dem
Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin, wo auch
Karl Friedrich Schinkel,
Johann Gottfried Schadow,
Georg Wilhelm Friedrich Hegel,
Johann Gottlieb Fichte,
Bertolt Brecht,
Helene Weigel,
Heinrich Mann,
Paul Dessau,
Anna Seghers,
Heiner Müller,
Hanns Eisler und viele andere prominente Persönlichkeiten ihre letzte Ruhe fanden.
Bedeutung
Stil und Habitus seiner musikdramatischen Werke orientieren sich an der Tradition von Bertolt Brecht und
Kurt Weill. Im Mittelpunkt seines kompositorischen Schaffens steht die Oper. Wagner-Régeny ist auf Wirkung bedacht und erreicht sie durch den Einsatz der unterschiedlichsten musikalischen Mittel. Er ist ein ausgezeichneter Handwerker, der weiß, wie man den Zuhörer gewinnt. Gemeinsam mit
Boris Blacher,
Hans Werner Henze,
Karl Amadeus Hartmann
und
Paul Dessau schrieb er “Die Jüdische Chronik”, die u. a. in einer eindrucksvolle Schallplattenproduktion unter
Herbert Kegel vorliegt. Zeitweise hat er sich auch mit der
Zwölftontechnik auseinandergesetzt. Sein Gesamtwerk ist ein wichtiger Beitrag zur
Entwicklung der europäischen Musikkultur des
20. Jahrhunderts. Als Hochschullehrer hat er mehrere Generationen noch heute namhafter Komponisten ausgebildet.
Werke
(Auswahl)
Bühnenwerke:
- “Moschopuls” 1928 Gera
- “Der nackte König”, 1928 Gera
- “Sganarelle” oder “Der Schein trügt”, 1929 Essen
- “La Sainte Courtisane”, 1930 Gera
- “Der Günstling”, 1935 Dresden
- “Die Bürger von Calais”, 1939 Berlin
- “Johanna Balk”, 1941 Wien
- “Prometheus”, 1959 Kassel
- “Das Bergwerk von Falun”, 1961 Salzburg
- “Persische Episoden”, 1963 Rostock
Instrumentalmusik:
- Orchestermusik mit Klavier, 1935
- Streichquartet, 1948
- Zwei Tänze für Palucca, 1950
- Drei Orchesterstücke Mythologische Figurinen, 1951
- Drei Orchestersätze, 1952
- Sieben Fugen, 1953
Vokalmusik:
- 10 Lieder auf Texte von Brecht, 1950
- Kantate “Genesis”, 1956
- Jüdische Chronik, 1961
- Hesse-Lieder, 1968
- Drei Fontane-Lieder, 1969
Auszeichnungen
Nationalpreis der DDR 1955
Schüler
Weblinks
- http://www.hfm-berlin.de
- http://eurasischesmagazin.de/artikel
-
Deutscher Komponist | Komponist (Oper) | Komponist (Moderne) | Hochschullehrer | Geboren 1903 | Gestorben 1969 | Personen in Siebenbürgen | Mann
ルドルフ・ヴァーグナー=レゲニー