Rudolf-II-von-Sachsen.jpg Rudolf II. von Sachsen (* um 1307; † 6. Dezember 1370 in Wittenberg) war Kurfürst von Sachsen-Wittenberg von 1356 bis 1370.
Da das Alter Rudolf I. es ihm ab einem gewissen Zeitpunkt verbot, lange Reisen zu Reichstagen etc. zu unternehmen, übertrug er seinem Sohn Rudolf II. eine Vollmacht ihn auf den Reichstagen zu vertreten. Nach dem Tod seines Vaters lässt sich Rudolf II. am 27. Dezember 1356 auf dem Fürstengericht in Metz gegen die Rechtsansprüche der Sachsen-Lauenburger die sächsische Goldene Bulle von Kaiser Karl IV. alle dem Hause Sachsen-Wittenberg eigenen Privilegien nochmals bestätigten. Daher ist es nicht verwunderlich das er die Politik seines Vaters fortsetzte. Jedoch musste er sich genauso wie sein Vater, sich den Ansprüchen der Sachsen-Lauenburger Linie (in Bezug auf die sächsische Kurwürde) und der wettinischen Meißner Ansprüche (in Bezug auf die einstige wettinische Grafschaft Brehna) erwehren. Als diese ihm den Besitz der Orte Herzberg, Prettin, Trebitz, Klöden, Pretzsch, Schmiedeberg und anderer Orte, streitig machen wollten, konnte er diese nur militärisch abwehren. Diese Auseinandersetzungen und die ständigen Verstrickungen in die Reichspolitik, benötigten ständigen Nachschub an finanziellen Mitteln. So verkaufte er 1359 bereits die Stadt Allstädt an Gebhard von Querfurt und tauschte das Schloss Gattersleben, gegen die Schlösser Wiesenburg und Schweinitz mit dem Magdeburger Erzbischof Dietrich.
Jedoch erbrachten seine Bemühungen nicht Ausgaben. 1360 ging die sich östlich an Sachsen-Wittenberg anschließende Herrschaft Liebenwerder in dessen Besitz. 1370 erhielt Rudolf die Grafschaft Barby mit Walternienburg, die er an die Familie von Barby als Lehen weitergab. Im Jahre 1369 erhielt er durch die erneuerte Anwartschaft seines Vaters auf das askanische Herzogtum Lüneburg das selbige. Jedoch wurde mit dem Lüneburger Erbfolgekrieg dieses Bestreben zum Konflikt.
Die innenpolitischen Aktivitäten waren geprägt von dem Unterfangen finanzielle Einnahmen zu sichern. So gab er beispielsweise der Stadt Herzberg 1361 das Privileg des Salzausschankes, regelte die Fährwege der Salzführer von Halle über Bitterfeld nach Torgau. Um dem Raubritterwesen zu entgegnen, schloss er weitere Schutzbündnisse mit anderen Städten ab und ächtete solche Vergehen. Auf dieser Grundlage wurde während seiner Amtszeit 1358 die Burg Ließnitz zerstört, auf dessen Boden später der Ort Kropstädt entstand. Er schlichtete einen Streit zwischen der Schloss- und Stadtkirche Wittenbergs, der aus der Probst - Regulierung der Schlosskirche entstanden war. Erstmalig nannte sich Rudolf 1370 "princeps elector" (Kurfürst) das er aufgrund Rechtes der bestätigten goldenen Bulle von 1356 zustand. Rudolf-II-von-Sachsen-Grabp.jpg Da Rudolf keine regierungsfähigen Nachfolger im Sinn der der goldenen Bulle hervorbrachte, trat aufgrund der Reichsgesetzgebung sein Bruder Wenzel seine Nachfolge an.
Kurfürst (Sachsen) | Herzog (Sachsen-Wittenberg) | Askanier | Mann | Geboren 1307 | Gestorben 1370
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