, eigentlich Josef Rudolf Hiden, französisch auch Rodolphe Hiden (* 9. März 1909 in Graz; † 11. September 1973 in Wien), war ein österreichischer und französischer Fußballspieler, Trainer und Tormann des Wunderteams.
Sein Einstand beim Wiener AC verlief alles andere als ermutigend für den jungen Tormann. Hiden fabrizierte just bei seinem Debüt für die Wiener Mannschaft das erste „Steirertor“ der Geschichte. Den Begriff selbst, der sich im österreichischen Fußballjargon für ein vermeidliches, leicht zu haltendes bzw. sogar dummes und unnotwendiges Tor einbürgerte, prägte sein damaliger Mitspieler Karl Sesta. Als Rudi Hiden 1927 bei seinem ersten Spiel für die Schwarz-Roten einen haltbaren Schuss eines nicht mehr namentlich bekannten Gegenspielers passieren ließ, ätzte sein Vordermann und Verteidiger Sesta sichtlich erregt: „So a Türl kann a nur a Steirer kriegen“ („So ein Tor kann nur ein Steirer bekommen“). Das Steirertor war geboren. Das tat der Karriere des jungen Spielers jedoch keinen Abbruch. Er setzte sich durch und wurde für die nächsten Jahre ein unverzichtbarer Bestandteil der Wiener Mannschaft.
Seine größten Erfolge mit dem Wiener AC feierte Rudi Hiden zu Beginn der 1930er Jahre. Bereits 1928 stand er mit dem WAC im Finale des Wiener Cups, verlor jedoch das Spiel mit seiner Mannschaft knapp mit 1:2 gegen den SK Admira Wien. 1931 gewann er dafür den österreichischen Pokalbewerb und erreichte mit dem WAC auch das Finale im Mitropacup. Dort unterlag der Wiener AC jedoch dem First Vienna Footballclub mit 2:3 in Zürich und 1:2 in Wien.
Der Grazer hütete auch im historischen Spiel gegen England am 7. Dezember 1932 das österreichische Tor, konnte jedoch trotz Glanzleistungen die knappe 3:4-Niederlage des Wunderteams nicht verhindern. Viele meinten nach dieser Niederlage, dass Trainer Jimmy Hogan die österreichischen Spieler mit seinen Warnungen und seiner immer wieder zum Ausdruck gebrachten Bewunderung für den britischen Fußball zu sehr verängstigt habe. Erst in der zweiten Hälfte konnte das österreichische Team das Spiel an sich reißen und brachte die Engländer mit Toren von Zischek, Sindelar und Schall noch in ärgste Bedrängnis. Das Spiel, das vor 70.000 Zuschauern an der Stamford Bridge, der Anlage von Chelsea London ausgetragen wurde, ging als die glorreichste Niederlage Österreichs in die Fußballgeschichte ein.
Das wichtigste Spiel seiner Karriere in der Nationalmannschaft wurde für Rudi Hiden jedoch das Länderspiel am 12. Februar 1933 gegen Frankreich im Pariser Prinzenparkstadion. Die österreichische Mannschaft fertigte die Franzosen durch Tore von Sindelar, Zischek, Weselik und Schall mit 4:0 ab. Im Gegenzug machte Rudolf Hiden die wenigen Angriffe der Franzosen mit spektakulären Paraden zunichte und erweckte damit das Interesse des Präsidenten von Racing Club de Paris, Jean-Bernad Lévy. Dieser unterbreitete dem österreichischen Tormann ein Angebot, das Hiden sofort annahm. Hiden beendete mit diesem Spiel seine Karriere in der österreichischen Nationalmannschaft und wechselte noch 1933 für eine Ablösesumme von 80.000 Francs vom Wiener AC nach Paris.
Hiden, der bereits 1937 französischer Staatsbürger wurde und sich seitdem Rodolphe nannte, kam am 18. Januar 1940 sogar zu seiner ersten und einzigen Teamberufung für die Équipe Tricolore. Im Pariser Prinzenparkstadion gewann der mittlerweile 31-jährige, aber noch immer sprunggewaltige Torhüter mit der französischen Nationalmannschaft, in der auch seine beiden Vereinskollegen und gebürtigen Österreicher Auguste Jordan und Henri Hiltl standen, das Länderspiel gegen Portugal mit 3:2.
Nach Abschluss der Saison 1939/40 beendete Hiden seine Karriere als Fußballer und wechselte in das Traineramt, das er allerdings nur mit sehr mäßigem Erfolg ausübte.
1967 kehrte Hiden nach Österreich zurück und versuchte sich als Hotelier am Wörthersee – ein Intermezzo, das jedoch ebenso schnell scheiterte wie sein Versuch in Paris, eine Bar zu führen. Mit ein Grund für dieses Scheitern mag auch seine fortgeschrittene Krebserkrankung gewesen sein, die dem einstmals umjubelten Star das Leben zur Qual machte. 1972 musste ihm der Wiener Chirurg Prof. Chiari das rechte Bein amputieren. Ein Jahr später, am 11. September 1973, verstarb Rudi Hiden völlig vergessen von der Öffentlichkeit in Wien. Der damalige Bundeskanzler Dr. Bruno Kreisky sorgte für das Begräbnis des verarmten Stars und ließ Hidens französische Frau mit einer Ehrenpension ausstatten.
Mann | Fußballspieler (Österreich) | Fußballspieler (Frankreich) | Geboren 1909 | Gestorben 1973
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