Karl Rudolf Heinze (*22. Juli 1865 in Oldenburg (Oldb), † 26. Mai 1928 in Dresden) war ein deutscher Jurist und Politiker.
Im ersten Weltkrieg ist er von 1914 bis 1916 ist er als Hauptmann in der Zentralpolizeistelle in Polen eingesetzt. Aufgrund persönlicher Kontakte in der Türkei ist er von 1916 bis 1918 als Unterstaatssekretär im türkischen Justizministerium in Konstantinopel tätig. Anschließend kehrt er nach Deutschland zurück. Von der Türkei empfohlen wirkt Heinze 1926/27 als Vorsitzender des Konsularobergerichtes in Ägypten.
Nach den ersten Reichstagswahlen vom 6. Juni 1920 wird Heinze mit der Regierungsbildung beauftragt. Er scheitert jedoch an der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), welche die DVP wegen ihrer nationalistischen Haltung in der Außenpolitik für nicht koalitionsfähig hält. Im Kabinett von Konstantin Fehrenbach ist er 1920/21 Vizekanzler und Justizminister, unter Reichskanzler Wilhelm Cuno ist Heinze 1922/23 Justizminister. Am 11. Januar 1923 kommt es zur Ruhrbesetzung durch französische und belgische Truppen. Die Regierung Cuno ruft zum passiven Widerstand auf, Heinze organisiert die Versorgung der Bevölkerung. Aufgrund des passiven Widerstands bricht das Wirtschaftsleben zusammen und es kommt zu einer Hyperinflation. Die Regierung Cuno muss daraufhin zurücktreten.
Am 28. Oktober 1923 kommt es Amtsenthebung der sächsischen Regierung aus Sozialdemokraten und Kommunisten durch Reichspräsident Friedrich Ebert auf Grundlage von Artikel 48 der Weimarer Reichsverfassung, nachdem sich der sächsische Ministerpräsident Erich Zeigner geweigert hatte, die aus kommunistischen Arbeitern gebildeten und bewaffneten Einheiten aufzulösen sowie die Entlassung kommunistischer Minister vorzunehmen. Reichskanzler Gustav Stresemann ernennt Heinze zum Reichskommissar und zum Nachfolger Zeigners als Ministerpräsident. Unterstützt durch die Reichswehr setzt Heinze kommissarisch eine bürgerliche Regierung ein, der er vorsteht.
Mann | Politiker (Weimarer Republik) | Vizekanzler (Weimarer Republik) | Ministerpräsident (Sachsen) | Reichstagsabgeordneter | Reichsminister (Deutschland) | DVP-Mitglied | Korporierter im VVDSt | Geboren 1865 | Gestorben 1928
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