| Ruderalhanf | ||||||||||||
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| Ruderalhanf.jpg | ||||||||||||
| : | Rosenähnliche (Rosidae) |
| : | Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige (Rosopsida) |
| : | Rosenartige (Rosales) |
| : | Hanfgewächse (Cannabaceae) |
| : | Hanf (Cannabis) |
| : | Ruderalhanf |
In der ehemaligen UdSSR ist Ruderalis hauptsächlich eine Bezeichnung für Cannabis sativa, der wild wächst oder aus der Kultur ausgebrochen ist.
Reiner Ruderalhanf wächst nur bis etwa 80 cm hoch, und hat weniger Blätter als andere Arten, nur 3 bis höchstens 5 Finger in der typischen Hanfblattformation und bildet weniger Astmaterial aus. Die Pflanze ist von Grund auf zierlicher und dürrer. Ruderalhanf ist robust gegen Kälte, trägt jedoch wenig für Rauchmittel begehrte Blütenstände.
Insbesondere im Blühverhalten zeigen sich Unterschiede zum Nutzhanf und indischen Hanf: Jene brauchen für die Blüte mindestens 12 Stunden täglich Nachtdunkelheit, während der Ruderalhanf nach 8 Wochen Wuchs oder mit 80 cm Höhe in Blüte geht; die meisten Pflanzen besitzen beide Eigenschaften.
Der Ruderalhanf wurde vermutlich von den Skythen und anderen Nomaden, die schon früh die psychoaktive Wirkung der Pflanzen erkannten, verbreitet.
Ruderalis kommen auch vereinzelt in Österreich und Ost- und Süddeutschland vor. In Bayern nahe München wurde Ruderalis auf ehemaligen Kieshalden gesichtet. Es ist jedoch nicht nachzuvollziehen, ob es sich um Anpflanzungen oder natürliche Vorkommen handelt.
Früher nutzten die Skythen Ruderalis rituell und um sich zu berauschen. Verwendet wurde Ruderalis, indem man das Kraut und die Blüten z.B. auf den heißen Steinen eines Schwitzzeltes "braten" ließ und somit die Wirkstoffe verdampfte, die Blüten ins Feuer warf oder in warmen Speisen aß. Wahrscheinlich wurde Ruderalhanf auch geraucht.
Auch zu medizinischen Zwecken wurde die Pflanze genutzt, es ist eine schmerzstillende Wirkung bekannt. Ruderalis wurde eingesetzt bei Bauchschmerzen, gegen Übelkeit, Menstruationsbeschwerden und Appetitlosigkeit.
Außerdem wurden aus Ruderalhanf Nahrungsmittel hergestellt: Hanfmilch (Vergleichbar mit Sojamilch), Brei und Tee.
Die Fasern wurden zu Stoffen und Seilen verarbeitet.
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