Rubin "Hurricane" Carter (* 6. Mai 1937 in Clifton, New Jersey) war ein berühmter Mittelgewichts-Boxer der 1960er Jahre.
Er war ein großer Puncher (v.a. mit dem linken Haken), guter Nehmer, ihm fehlte es aber an boxerischer Klasse, so dass er oft nach Punkten verlor. Er konnte allerdings '62 den kubanischen Puncher Florentino Fernandez in Runde 1 und '63 als einziger Emile Griffith kurzrundig ausknocken.
Ein ungewöhnlicher Punktsieg gelang ihm '64 gegen Jimmy Ellis.
Im Titelkampf gegen Joey Giardello, gegen Dick Tiger und Luis Rodriguez bekam er aber deutlich seine Grenzen aufgezeigt.
Seine Box-Karriere endete 1966, als er und sein Freund John Artis für den Mord an drei Weißen von einer Jury, die nur aus Weißen bestand, und aufgrund fragwürdiger Zeugenaussagen zweier Krimineller für schuldig befunden und für dreimal lebenslänglich ins Gefängnis geschickt wurde. Nach zahlreichen Gerichtsverfahren folgte jedoch 1985 der Freispruch, nachdem das Bundesgericht festgestellt hatte, dass "grobe Verfahrensverstöße" vorlagen und die Staatsanwaltschaft daraufhin die Anklage fallen ließ (John Artis wurde schon einige Jahre früher auf Bewährung entlassen.). Der Fall ging damit als Justizskandal in die amerikanische Rechtsgeschichte ein. Zuvor hatten sich berühmte Größen wie z.B. Bob Dylan, der 1975 für ihn den Song "Hurricane" schrieb oder auch Muhammad Ali für Rubin "Hurricane" Carter eingesetzt. An der Frage, ob Rubin Carter den Mord begangen hat, scheiden sich nach wie vor die Geister. Im Internet finden sich rege Diskussionen über die Schuldfrage
Große Aufmerksamkeit erregte auch die 1999 gedrehte Verfilmung der Geschichte Carters ("The Hurricane") mit Denzel Washington in der Hauptrolle, der für seine hochgelobte Darstellung den Golden Globe Award sowie den Silbernen Bären der Internationalen Filmfestspiele in Berlin zugesprochen bekam. Bei einigen Kritikern ist die Wahrheitstreue der Verfilmung allerdings umstritten. Insbesondere die Familie des ermittelnden Polizeibeamten legt Wert auf die Feststellung, dass dieser in keiner Weise dem Filmpolizisten entsprach. Ein im Film dargestellter Boxer (Joey Giardello) verklagte die Filmgesellschaft erfolgreich auf Schadenersatz.
Rubin Carter lebt heute in Toronto und leitete dort langjährig die 'Association in Defense of the Wrongfully Convicted', die sich für zu Unrecht Verurteilte einsetzt. 1993 wurde ihm als erstem Boxer außerhalb des Rings vom World Boxing Council der Weltmeisterschaftsgürtel verliehen.
Mann | US-Amerikaner | Boxer (USA) | Geboren 1937
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