The Enfield Royal Small Arms Factory (RSAF) ist ein ehemaliger Britischer Waffenhersteller.
Während des US-Bürgerkrieges wurden große Stückzahlen der Enfield Rifle von 1853 an die Nord- und Südstaaten verkauft. Um 1890 sollen pro Woche ca. 2.000 Gewehre mit sämtlicher sonstiger Ausrüstung angefertigt worden sein.
RSAF gehörte ab 1984 zu Royal Ordnance – zeitweise auch Eigentümer von Heckler & Koch – und wurde 1987 an die British Aerospace verkauft. Die RSAF wurde anschließend jedoch direkt geschlossen. Den berühmten Pattern-Room, in dem von jedem hergestelltem Modell Stücke aufbewahrt wurden, hat man zu den Royal Armouries in Leeds verlegt.
Die erste - und nach einige Quellen schon um 1790 in der Gegend von Enfield - produzierte Waffe war das Brown-Bess-Gewehr. Um 1800 wurde dann die Baker Rifle eingeführt. Auch dieses Gewehr war ein Vorderlader, jedoch im Kaliber .628, und verfügte über ein Laufinnenprofil mit 7 Zügen. In den folgenden Jahren folgten diverse weitere Vorderladerwaffen und ab 1871 dann auch die ersten Hinterlader, beginnend mit dem Martin-Henry-Gewehr im Kaliber .45.
| SMLE_No4_Mk1.jpg | |
|---|---|
| Allgemeine Information | |
| Name | Short Magazine Lee-Enfield Rifle No.4 Mk. 1 |
| Andere Bezeichnungen | SMLE |
| Land | Großbritannien |
| Entwickler | Royal Small Arms Factory |
| Hersteller | BSA Shirley Plant |
| Produktionsperiode | 1939 bis ca. 1955 |
| Kategorie | Gewehr, Karabiner |
| Nutzer | Afghanistan, Australien, Großbritannien, Griechenland, Indien, Kanada, Südafrika, u.a. |
| Maße | |
| Gesamtlänge (Transport) | 1130 mm |
| Gesamtlänge (feuerbereit) | 1130 mm |
| Gesamthöhe | mm |
| Gesamtbreite | mm |
| Gewicht (ohne Magazin) | 4,12 kg |
| Gewicht (Magazin ungeladen) | |
| Gewicht (Magazin geladen) | |
| Lauflänge | 640 mm |
| Technische Daten | |
| Kaliber | .303 british (7,7 x 56 R) |
| Funktionsprinzip | Repetiergewehr mit Zylinderverschluss |
| Abzugssystem | mech. Druckpunktabzug |
| Abzugsgewicht | |
| Sicherung(manuell) | |
| Sicherung(automatisch) | |
| Visierung | Kimme und Korn, Diopter |
| optische Zielhilfe | bei einigen Versionen |
| Schulterstütze | Holz, 4 Längen, fest |
| Munitionszufuhr | Blechmagazin |
| Magazin | 10 Patronen |
| Feuermodus | nur Einzelfeuer |
| Kadenz (theoretisch) | Schuss/min |
| Kadenz (praktisch) | 15 Schuss/min |
| Drall-Winkel | ° |
| Drall-Länge | mm |
| Züge/Richtung | 5/links oder 6/rechts |
| Mündungsgeschwindigkeit(V0) | ca. 745 m/s |
| Mündungsenergie | ca. 3.164 Joule |
| Effektive Kampfentfernung | bis 800 m |
| Max. Schussweite | 1200 m |
| Versionen | |
| weitere Versionen | siehe Text |
| Lizenzproduktion | in verschiedenen Ländern des Commonwealth |
| Liste der Handfeuerwaffen | |
Grundlage für die Einführung dieser Waffen war der Wunsch der Royal Navy nach einer Magazinwaffe. Diese wurde dann 1888 als Magazine Rifle, Mark I eingeführt. Die Umbenennung in Lee-Metford Magazine Rifle, Mark I erfolgte, da das Laufinnenprofil die „Metford-Struktur“ aufwies, mit der Gewehre auf diversen Sportveranstaltungen erfolgreich waren. Es wurden nach britischen Angaben 188.930 Mark I und Mark I* produziert. 1895 wurde jedoch das Laufinnenprofil geändert um gegen Laufkorrosion widerstandsfähiger zu werden. Da diese Änderungen aus Enfield stammten, wurde damit auch die Waffe nochmals umbenannt.
Aus den praktischen Erfahrungen mit dem Lee-Enfield, vor allem aus Süd-Afrika, entstand 1902 das Short Magazine Lee-Enfield (SMLE). Kürzer als seine Vorgänger wurde es von nun an in alle Bereichen des britischen Militärs verwendet. Es war eine auch für berittene Einheiten gut zu führende Waffe. Alleine während des ersten Weltkriegs wurden in Enfield über zwei Millionen SMLE’s gefertigt. Nach dem Krieg wurden dann geringere Stückzahlen der SMLE, Mark V und SMLE, Mark VI gefertigt, die vor allem für Truppenversuche dienten.
Die ersten Gewehre hatten noch ein festes Magazin, das einzeln von oben geladen wurde. Später konnten die Magazine mit 5-Schuss-Clips schneller geladen werden, bis schließlich abnehmbare Magazine eingeführt wurden. Einige Versionen verfügten über die Möglichkeit bei eingesetztem Magazin Patronen einzeln von außen in den Verschluss einzuführen. So konnte man 10 Patronen in Reserve vorhalten.
Nachdem 1987 mehrere Waffen wegen Ermüdungserscheinungen explodierten, dürfen die britischen Streitkräfte keine Lee-Enfields im Kaliber .303 british mehr benutzen. Die Kleinkaliberwaffen sind jedoch weiterhin zu Ausbildungszwecken im Einsatz.
Mit dem Einbringen einiger Änderungen an der Waffe ging auch eine Neubezeichnung der Waffen einher. Es wurde eine Dioptervisierung eingeführt. Der Lauf wurde schwerer und der Schaft vereinfacht. Bei der No. 4 Rifle, Mark I* wurden aufgrund des zweiten Weltkriegs weitere Vereinfachungen eingeführt. Viele Gewehre wurden bei Steven Arms Co., einer Tochterfirma von Savage Arms Corp., Mass. (USA) hergestellt. In den USA wurden rund 200.000 Stück im direkten Auftrag der britischen Regierung hergestellt. Anschließend wurde mindestens eine Million Stück gemäß einer Art militärischem Leasingvertrag zwischen den USA und Großbritannien hergestellt und mit U.S. PROPERTY gestempelt. Während die ersten Waffen noch SMLE, Mark I waren, wurden später die vereinfachten SMLE, Mark I* produziert. Der Versuch die Visierung durch eine einfache Form mit nur zwei einstellbaren Entfernungen von 400 yd und 600 yd (365,75 m/548,64 m) zu ersetzen schlug fehl. Da die Ergebnisse mit diesen Waffen sehr schlecht waren, wurde ab 1944 eine verbesserte Zielvorrichtung mit einer genauen Skala eingeführt.
Im kanadischen Long Branch Arsenal wurden diese Waffen bis nach dem zweiten Weltkrieg hergestellt. Hier entstanden aus Kostengründen 1950 auch No. 4 Rifle, Mark I* mit 6 Zügen, da zeitgleich Läufe für Maschinengewehre gefertigt wurden. Diese sind mit „C Mk. 4“ gestempelt.
Vom No. 4 Rifle, Mark I(T) wurden aufgrund des Mangels an Scharfschützengewehren ab 1942 rund 25.000 Stück gefertigt. Sie entstanden aus SMLE, Mark I und Mark I* mit ausgesucht gutem Lauf. Die Umbauten wurden bei Holland & Holland in London durchgeführt. Insbesondere wurden die Waffen um ein Zielfernrohr No. 32 ergänzt und eine Wangenauflage am Kolben angebracht. No. 4 Rifle, Mark I(T) sollen bis ca. 1970 bei der britischen Armee geführt und auch anschließend noch in der Reserve vorgehalten worden sein. Abgelöst wurden sie durch das L42 A1 im Kaliber 7,62 x 51 mm. In Kanada wurde das No. 4 Rifle, Mark I*(T) auch mit dem Zielfernrohr C No. 67 Mark I benutzt.
Für den Dschungelkampf wurden von der Armee leichte und kurze Karabiner gefordert. Hierfür wurde das No. 4 Rifle, Mark I auf 1.003 mm gekürzt und auch die Lauflänge betrug nur noch 478 mm. Es wurde ein Mündungsfeuerdämpfer aufgesetzt und die Kolbenkappe erhielt einen dicken Gummiabschluss. Außerdem wurden Diopter und Bajonett modifiziert. Die No. 5 Rifle, Mark I hatte jedoch nur eine Dienstzeit von 15 Monaten. Fast alle der rund 100.000 hergestellten Waffen wurden im August 1946 vernichtet. Im Schuss wirkte sich der Rückstoß extrem auf die leichte - nur noch 3,39 kg wiegende - Waffe aus. Der leichte Karabiner fügte dem Schützen Schmerzen zu und das Trefferbild war nicht mehr akzeptabel. Dazu war die Waffe sehr laut und bildete ein großes Mündungsfeuer. Ein praktischer Einsatz war damit ausgeschlossen. Noch existierende Waffen erreichen mit auf sportliche Zwecke abgestimmter Munition gute Ergebnisse, sind jedoch trotzdem nicht sehr angenehm zu schießen.
Nach dem 2. Weltkrieg hatte die britische Armee erneuten Bedarf an Scharfschützenwaffen. Diesmal wollte man sich jedoch nicht mit um ein Zielfernrohr ergänzten Serienwaffen begnügen. Für das L42 A1 stand dann das Envoy Pate. Dieses funktionierte nach dem gleichen Prinzip wie die SMLE No. 4, war jedoch als Scheibengewehr im Kaliber 7,62 x 51 mm NATO entworfen worden. Die Waffe besaß eine Wangenauflage. Der Holzschaft reichte nur etwa bis zur Mitte des Laufes. Mit Zielfernrohr betrug die Einsatzschussweite 800–1.000 m. Es war jedoch auch ein Hilfsvisier vorhanden. Der Abzugswiderstand war verstellbar. Die Waffe war lange Zeit bei den britischen Streitkräften anzutreffen.
| Einführung | Bezeichnung | Änderungen |
|---|---|---|
| 1888 | Magazine Rifle, Mark I | 8-Schuss-Magazin, langer Putzstock |
| 1891 | Lee-Metford Magazine Rifle, Mark I | nur Umbenennung |
| 1892 | Lee-Metford Magazine Rifle, Mark I* | Sicherung, Magazin, Schaft, Visier |
| 1892 | Lee-Metford Magazine Rifle, Mark II | Gewichtsreduzierung, 10-Schuss-Magazin kurzer Putzstock |
| 1895 | Lee-Metford Magazine Rifle, Mark II* | Sicherung |
| 1907 | Charger-loading Lee-Metford Magazine Rifle | Magazin wird über Ladestreifen geladen |
| 1895 | Lee-Enfield Magazine Rifle, Mark I | Lee-Metford Mark II* mit Enfield-Lauf |
| 1899 | Lee-Enfield Magazine Rifle, Mark I | Putzstock und Halterung entfallen |
| 1905 | RIC Model (Royal Irish Constabulary) | 10.000 Stück, Schaftänderung für Messer-Bajonett 88 |
| 1902 | Short Magazine Lee-Enfield Rifle, Mark I | neu konstruierte Waffe |
| 1903 | Short Magazine Lee-Enfield Rifle, Converted Mark II | zur SMLE, Mark I umgebaute Lee-Metford bzw. lange Lee-Enfield |
| 1906 | Short Magazine Lee-Enfield Rifle, Mark I* | |
| 1906 | Short Magazine Lee-Enfield Rifle, Converted Mark II* | |
| 1907 | Charger-loading Lee-Enfield Magazine Rifle, Mark I* | Magazin wird über Ladestreifen geladen, V-Kimme, Barley-Korn |
| 1907 | Short Magazine Lee-Enfield Rifle, Mark III | |
| 1907 | Short Magazine Lee-Enfield Rifle, Converted Mark IV | zur SMLE, Mark III umgebaute, vorhandene Waffen |
| 1908 | Short Magazine Lee-Enfield Rifle, Mark I** | Umbau aus SMLE, Mark I, Visier an Mark VII Munition angepasst |
| 1908 | Short Magazine Lee-Enfield Rifle, Mark II** | Umbau aus SMLE, Mark II, neue Visierung |
| 1908 | Short Magazine Lee-Enfield Rifle, Mark II*** | Umbau aus SMLE, Mark II*, neue Visierung |
| 1914 | The Pattern 1914 Enfield Rifle (No. 3 Rifle) | Versuchswaffe, völlige Neukonstruktion, Kaliber .276 1913 experimental cartridge |
| 1914 | Short Magazine Lee-Enfield Rifle, Mark I*** | Umbau aus SMLE, Mark I*, Visier an Mark VII Munition angepasst |
| 1916 | Short Magazine Lee-Enfield Rifle, Mark III* | Long-range Visierung, Einzelladersperre entfällt |
| 1922 | Short Magazine Lee-Enfield Rifle, Mark V | Zweiter Schaftring unterhalb der Bayonetthalterung, Kippkimme |
| 1930 | Short Magazine Lee-Enfield Rifle, Mark VI | schwerer Lauf, zweiteiliger Laufmantel |
| 1939 | No. 4 Rifle, Mark I | verstärkte SMLE, Mark VI |
| 1939 | No. 4 Rifle, Mark I* | hergestellt in neuer Fertigungsmethode |
| 1942 | No. 4 Rifle, Mark I(T) | SMLE, Mark I und Mark I* mit Wangenauflage und Zielfernrohr |
| 1949 | No. 4 Rifle, Mark II | Abzug wird im Gehäuse statt im Abzugsbügel geführt |
| 1949 | No. 4 Rifle, Mark I/2 | Umbau von Mark I zu Mark II |
| 1949 | No. 4 Rifle, Mark I/3 | Umbau von Mark I* zu Mark II |
| 1949 | No. 4 Rifle, Mark I/2(T) | Mark I(T) mit Führung des Abzugs im Gehäuse |
| 1944 | No. 5 Rifle, Mark I (Dschungelkarabiner) | No. 4 Rifle, gekürzt, Mündungsfeuerdämpfer |
| 1946 | No. 7 Rifle | No. 4 Rifle im Kaliber .22 für die Royal Airforce |
| 1950 | No. 8 Rifle | No. 4 Rifle im Kaliber .22 für die Army |
| 1950 | No. 9 Rifle | No. 4 Rifle im Kaliber .22 für die Royal Navy |
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