Bedingt durch die Insellage hat die britische Kriegsmarine in der Geschichte des Landes immer eine große Rolle gespielt. Das gilt sowohl bei der Verteidigung als auch für Imperialistische Expansion im Rahmen des British Empire. Die Royal Navy umfasste im Januar 2005 101 Kriegsschiffe sowie 76 Hilfs- und Versorgungsschiffe. Gemessen an der Tonnage ist sie die zweitgrößte Marine der Welt hinter der US Navy.
Der Submarine Service umfasst die U-Boote der Royal Navy. Großbritannien setzt hierbei komplett auf atomgetriebene U-Boote. Aktuell sind 11 SSN und 4 SSBN U-Boote im Dienst. Eine Unterabteilung ist der Submarine Rescue Service (SRS). Dieser ist für die Rettung bzw. Bergung von verunglückten U-Booten zuständig und gilt neben den USA als weltweit führend auf diesem Gebiet. Der SRS ist mit mehreren LR5 Rettungs-U-Booten sowie ferngesteuerten Tauchrobotern des Typs Scorpio ausgestattet.
Der Fleet Air Arm besteht aus den Flugzeugen und Hubschraubern der Royal Navy. Die Anzahl der Luftfahrzeuge wurde seit Mitte der 1990er stark reduziert, da viele Flugzeuge und Hubschrauber anderen Waffengattungen, Royal Air Force und British Army, eingegliedert wurden. Der Fleet Air Arm umfasste 2005:
Hauptartikel: Royal Marines
Die Royal Marines sind die britische Marineinfanterie. Sie bestehen aus ca. 7.000 Soldaten. Ihre Aufgabe liegt insbesondere in der Vorbereitung und Durchführung von Landoperationen. Hierzu stehen den Royal Marines Landungsboote und Hubschrauber zur Verfügung. Zusätzlich gehören sie zu den wenigen Einheiten weltweit, die über Landungshovercrafts verfügen. Nach ihrem Vorbild bauten die USA die US-Marines auf, mit denen die Royal Marines bis heute eng verbunden sind. Spezielle Aussenstellen der Royal Marines existieren zudem in den Niederlanden und Australien. Diese können im Kriegsfall dem britischen Militär unterstellt werden.
Zu den Royal Marines gehört auch die Spezialeinheit Special Boat Service (SBS). Der SBS wurde während des Zweiten Weltkrieges gemeinsam mit dem der Armee unterstellten Special Air Service gegründet. Die Hauptaufgaben liegen im Operieren hinter den feindlichen Linien, dem Vorbereiten von Landeoperationen sowie der Sabotage. Auch im Anti-Terrorkampf wird der SBS eingesetzt. Aufgrund seiner geheimem Aktivitäten wurde die Existenz des SBS bis in 1990er Jahre vom britischen Verteidigungsministerium bestritten. Noch heute werden keine offiziellen Angaben über SBS Einsätze und Soldaten gemacht.
Hauptartikel: Royal Fleet Auxiliary
Im Royal Fleet Auxiliary Service sind Hilfsschiffe der Royal Navy organisiert. Das Personal besteht zum großen Teil aus Zivilisten der Handelsmarine, die jedoch die Uniform der Royal Navy tragen und bei militärischen Einsätzen der Kriegsmarine unterstellt werden. Zum kleineren Teil hat die Royal Fleet Auxiliary aber auch Personal der Navy, die hauptsächlich Waffensyteme bedienen.
Die Royal Navy unterhält zudem kleinere Flottenstützpunkte in der Kronkolonie Gibraltar, auf den Falklandinseln und in Brunei. Der britische Stützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean wird gemeinsam mit den USA genutzt. Auch auf Zypern bestehen zwei britische Stützpunkte, die von der Marine genutzt werden, Akrotiri und Dhekelia.
Die Royal Navy nutzt zudem im Rahmen des Joint Helicopter Command weitere Stützpunkte der Royal Air Force, auch außerhalb der Britischen Inseln.
Standing Naval Forces (SNF) sind kleine Flottenverbände die kontinuierlich in einem begrenzten Bereich Überwachungs- und Kontrollaufgaben wahrnehmen. Großbritannien setzt diese sowohl zum Schutz seiner überseeischen Territorien wie auch im Auftrag von NATO und UNO ein. In aller Regel umfasst eine einzelne britische Standing Naval Force 2 bis 5 Schiffe, darunter Fregatten, Zerstörer, Patrouillenboote und Versorgungsschiffe. In manchen Fällen kommen noch U-Boote sowie Flugzeug- oder Hubschrauberträger hinzu. Die Schiffe und Besatzungen wechseln normalerweise alle 6 Monate, gelegentlich können die Einsätze aber auch auf 12 Monate verlängert werden. Im Januar 2005 bestanden Standing Naval Forces im Nord- und Südatlantik, der Karibik, dem Mittelmeer, dem Persischen Golf, im Indischen Ozean sowie auf den Falklandinseln. Die vormals zahlenmäßig größte SNF, die sog. Ocean Wave Fleet im Pazifik, wurde mit der Rückgabe Hongkongs an die Volksrepublik China 1997 weitgehend aufgegeben. Sie umfasste bis zu 20 Schiffe, die vor allem zwischen China, Korea und Indonesien im Einsatz waren. Großbritannien nimmt diese Aufgaben nur noch sporadisch wahr. Die Royal Navy wird dort heute meist durch Kriegsschiffe Australiens und der USA ersetzt.
| Admiralität der Royal Navy | |||
|---|---|---|---|
| Admiral of the Fleet AdmF | Admiral Adm | Vice-Admiral VAdm | Rear Admiral RAdm |
| OF-10 | OF-9 | OF-8 | OF-7 |
| Hierarchie des Offizierkorps der Royal Navy | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Commodore Cdre | Captain Capt | Commander Cdr | Lieutenant-Commander LtCdr | Lieutenant Lt | Sub-Lieutenant SLt | Midshipman Mid |
| OF-6 | OF-5 | OF-4 | OF-3 | OF-2 | OF-1 | OF-D |
| Unteroffiziere der Royal Navy | ||||
|---|---|---|---|---|
| Warrant Officer Class 1 WOI | Warrant Officer Class 2 WOII | Chief Petty Officer CPO | Petty Officer PO | Leading Rate LR |
| OR-9 | OR-8 | OR-7 | OR-6/OR-5 | OR-4 |
| von Ähren umrandete Königskrone |
| Mannschaftsgrade der Royal Navy | |
|---|---|
| Able Rate | New Entrant |
| OR-3/OR-2 | OR-1 |
| Kein Abzeichen | Kein Abzeichen |
2. Seit dem 1. April 2004 existiert der Dienstgrad des Warrant Officer Class 2 in der Royal Navy. Davor wurde diese Position vom Dienstgrad Charge Chief Petty Officer (CCPO), der ebenfalls über dem Chief Petty Officer angesiedelt war, ausgefüllt. Bei der Einführung des WOII wurden alle CCPO in diesen Rang befördert.
3. Der Commodore ist eine an den Dienstposten gebundene Bezeichnung für einen dienstälteren Captain, die nach Verlassen des Dienstpostens wieder entfällt. Er ist jedoch nicht Angehöriger der Admiralität.
4. Der Rang des Admiral of the Fleet (OF-10) wurde seit 1995 nicht mehr verliehen. Er ist heute für Zeiten des Krieges vorbehalten oder kann ehrenhalber verliehen werden.
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