Die Royal Bank of Scotland (RBS) ist eine weltweit agierende Großbank mit Sitz in Edinburgh. Sie ist (Stand Januar 2006) im Hinblick auf die Marktkapitalisierung das größte Finanzinstitut Schottlands, das zweitgrößte Großbritanniens, das drittgrößte Europas und das siebentgrößte der Welt. Der Vorstand wird seit 2000 von Sir Fred Goodwin geführt, Aufsichtsratsvorsitzender ist seit April 2001 Sir George Mathewson.
Geschichte
18. und 19. Jahrhundert
Die bereits seit
1695 bestehende
Bank of Scotland durfte nur mit Zustimmung des schottischen Parlaments Kredite an den Staat vergeben. Um Widerständen durch das Parlament zu begegnen, wurde im Jahr
1727 die RBS durch königliches Dekret gegründet.
1728 wurde von ihr, als erster Bank der Welt, der
Überziehungskredit eingeführt. In den folgenden knapp 15 Jahren kam es zwischen beiden Banken zu einem harten Verdrängungswettbewerb, den jedoch keine für sich entscheiden konnte. Anfang der
1780er Jahre begann die RBS zu expandieren und eröffnete Niederlassungen in ganz
Schottland.
Dies setzte sich während des ganzen 19. Jahrhunderts fort, wobei es auch zu den ersten Übernahmen anderer Institute kam.
Im Jahre 1826 brachte die RBS die ersten beidseitig bedruckten Banknoten in Umlauf.
20. Jahrhundert
In den
1920er Jahren kam es zu einer
Konsolidierung des britischen Bankenmarktes, an der die RBS maßgeblich beteiligt war. Durch weitere Übernahmen nach dem
2. Weltkrieg wurde die RBS zur größten schottischen Bank und kontrollierte fast 50% des schottischen Marktes. Die
1980er Jahre waren geprägt durch die Entwicklung von neuen Produkten wie z.B.
Versicherungen und von
Investitionen in den
USA, gleichzeitig wurden mehrere Übernahmeversuche durch andere Banken abgewehrt. In den
1990er Jahren besann sich die Bank mehr auf den britischen Markt, forcierte das
Privatkundengeschäft und war Vorreiter im Telefon- und
Online-Banking. Durch Joint-Ventures mit der Supermarktkette
Tesco und der
Virgin Group wurden neue Vertriebswege beschritten.
21. Jahrhundert
Inzwischen die fünftgrößte Bank in Großbritannien, folgte im Jahr
2000 die feindliche
Übernahme der
National Westminster Bank (NatWest). Vorausgegangen war Ende
1999 der Übernahmeversuch eines britischen Versicherers durch die NatWest, was im Bankensektor als falsche Strategie angesehen wurde. Dies veranlasste die Bank of Scotland zu einem Übernahmeangebot gegenüber der NatWest in Höhe von 21 Milliarden Pfund, was wiederum die RBS auf den Plan rief. Im Februar 2000 hatte sie genügend institutionelle Anleger der NatWest auf ihre Seite gezogen, so dass die Übernahme für 21 Milliarden Pfund zu Stande kam.
Damit schuf sich die RBS schlagartig einen Zugang zu den amerikanischen und kontinentaleuropäischen Märkten, in denen sie bis dato nicht sonderlich stark vertreten war.
Im August 2005 wurde eine strategische Partnerschaft mit der Bank of China (BOC) vereinbart, der zweitgrößten chinesischen Bank. Im Rahmen der Vereinbarung kaufte die RBS 10% der BOC für 3,1 Milliarden US-Dollar und wird ein Aufsichtsratsmitglied stellen.
Am 14. September 2005 wurde von der britischen Königin Elisabeth II das neue Hauptquartier der RBS in Gogaburn, westlich von Edinburgh eröffnet, was die momentan auf zahlreiche Standorte in der Stadt verteilten Mitarbeiter aufnehmen soll. In der britischen Presse wurde sich in dem Zusammenhang zeitweise über den Vorstandsvorsitzenden Fred Goodwin lustig gemacht, da er sich angeblich eine Privatbrücke zum Flughafen hat bauen lassen, um Stau zu entgehen.
Die RBS ist einer der Hauptsponsoren des Williams F1-Teams.
Personen
Im Laufe der Zeit hatten die Personen an der Spitze der Bank unterschiedliche Bezeichnungen: Cashier, General Manager, Managing Director, Chief Executive.
Banknoten
Ähnlich, wie es in Deutschland bis in die 1920er Jahre für mehrere
Privatnotenbanken üblich war, so haben bis heute unter anderem die
Bank of Scotland, die
Clydesdale Bank und die Royal Bank of Scotland das Recht, eigene Banknoten auszugeben. Die Noten lauten auf Schottische Pfund, haben einen Wechselkurs von 1:1 zum
Pfund Sterling und sind offizielles Zahlungsmittel in Schottland. Bei Druck und Ausgabe der Noten sind die Vorgaben der
Bank of England maßgeblich.
Siehe Abschnitt Weblinks für Abbildungen der RBS-Banknoten.
Deutschsprachige Länder
Deutschland
Die RBS, seit 1993 mit Sitz in
Ratingen bei
Düsseldorf, ist in Deutschland unter verschiedenen Marken (
Comfort Card,
Direct Line, RBS) als
Kreditgeber und
Finanzierer tätig, sowie seit der Übernahme der Kreditkartensparte der
Santander Direktbank im Jahr 2003 auch als
Kreditkartenemittent. In Zusammenarbeit mit
Tchibo vergibt das Unternehmen seit 2003 Konsumentenkredite. In
Teltow bei
Berlin befindet sich der konzerneigene
Autoversicherer Direct Line, der aus der 2001 übernommenen
Allstate Direct hervorging. Das Groß- bzw. Firmenkundengeschäft wird von
Frankfurt am Main aus betreut.
Österreich
In
Wien ist die RBS unter dem Markennamen
Comfort Card als Warenfinanzierer für den Endverbraucher tätig.
Schweiz
Ende 2003 konnte der alteingesessene Vermögensverwalter
Bank von Ernst für 225 Millionen Euro übernommen werden, der seitdem unter dem Namen
Coutts Bank von Ernst firmiert.
Weblinks
Kreditinstitut (Schottland) | Edinburgh
Royal Bank of Scotland | Royal Bank of Scotland | Royal Bank of Scotland | Royal Bank of Scotland | Royal Bank of Scotland | Royal Bank of Scotland