| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen Rottweil.png | Karte_rottweil.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Baden-Württemberg |
| Regierungsbezirk: | Freiburg |
| Region: | Schwarzwald-Baar-Heuberg |
| Landkreis: | Rottweil |
| Gemeindeart: | Große Kreisstadt |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 599 m ü. NN |
| Fläche: | 71,76 km² |
| Einwohner: | 25.701 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 358 Einwohner je km² |
| Ausländeranteil: | 12,6 % |
| Postleitzahlen: | 78611 - 78628 (alt 7210) |
| Vorwahl: | 0741 |
| Kfz-Kennzeichen: | RW |
| Gemeindeschlüssel: | 08 3 25 049 |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Hauptstr. 21-23 78628 Rottweil |
| Offizielle Website: | www.rottweil.de |
| E-Mail-Adresse: | stadt@rottweil.de |
| Politik | |
| Oberbürgermeister: | Thomas J. Engeser |
Folgende größere Städte liegen im Umkreis von Rottweil: Oberndorf am Neckar, 20 km nördlich, Balingen, 24 km nordöstlich, Sulz am Neckar, 33 km nördlich, Schramberg im Schwarzwald, 27 km nordwestlich, Tuttlingen, 27 km südöstlich, Trossingen, 18 km südlich und Villingen-Schwenningen, 24 km südwestlich
Die in den 1970er Jahren eingegliederten Stadtteile sind zugleich Ortschaften im Sinne von § 67ff der Gemeindeordnung, das heißt, sie haben jeweils einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl direkt zu wählenden Ortschaftsrat, mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden.
Zu einigen Stadtteilen gehören weitere räumlich getrennte Wohnplätze mit eigenem Namen, die oft sehr wenige Einwohner haben oder Wohngebiete mit eigenem Namen, deren Bezeichnung sich im Laufe der Bebauung ergeben haben und deren Grenzen dann meist nicht genau festgelegt sind. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Gebiete:
Nachdem die Römer 259/260 n. Chr. die Kontrolle über die Gegend an die Alemannen verloren hatten, ging die römische Stadt unter, vermutlich existierte aber eine deutlich reduzierte Siedlung weiter.
Das hochmittelalterliche Rottweil wurde in der Stauferzeit auf einem Felssporn oberhalb des Neckars etwa 2 Kilometer westlich der ehemaligen Römerstadt neu angelegt. Die Staufer errichteten die Stadt an ihrem heutigen Standort nach dem Zähringer Muster (Gliederung durch das Straßenkreuz in vier Teile). Aus dieser Zeit stammt der spätmittelalterliche Stadtkern mit seinen erkergeschmückten Bürgerhäusern, den geschmiedeten Stechschildern, die im 16. Jahrhundert vorgeschrieben waren, und den zahlreichen Rottweiler Kirchen.
Vorgänger dieser Siedlung sind die Mittelstadt und die Altstadt, auf Teilen der Fundamente des römischen Rottweils. Es ist wahrscheinlich, dass bedeutende Ruinen des römischen Arae Flaviae bis ins Mittelalter hinein sichtbar blieben.
Der heutige Name "Rottweil" ist zunächst überliefert als Rote Will (rote Villa, im Jahre 771 "Rotuvila") und leitet sich nicht aus dem antiken Namen ab. Eine mögliche Erklärung des ersten Namensbestandteils neben der Farbbezeichung sind die verfallenen römischen Gebäude (vgl. Rottenburg am Neckar).
Am 8. September 1802 besuchten zwei Abgesandte der württembergischen Regierung den Rat der Reichsstadt Rottweil. Sie unterstrichen den Ernst ihrer Absichten mit tausend Soldaten und nahmen die Stadt, die dazugehörigen Ortschaften und die Klöster in den Besitz des damaligen Herzogtums Württemberg. Rottweil wurde 1803 württembergisch und bald danach Sitz eines Oberamtes, das im Laufe seiner Geschichte mehrmals verändert wurde und 1934 in den Landkreis Rottweil überführt wurde.
Die Beziehungen zur Schweiz nahm Rottweil 1913 wieder auf, indem es eine Städtepartnerschaft mit Brugg einging. Das unbefristete Bündnis von 1519 mit der Schweiz wurde formell bis heute nicht aufgehoben.
2003 fanden in Rottweil die Heimattage Baden-Württemberg statt.
Bühlingen wurde 1108 als "Bisilingen" erstmals erwähnt. Über das Kloster St. Georgen kam der Ort 1538 an die Stadt Rottweil. Doch konnte Württemberg 1566 den Ort für sich gewinnen. Die Obrigkeit verblieb jedoch bei Rottweil. Bühlingen gehörte zum Klosteramt St. Georgen.
Feckenhausen wurde 902 als "Ueccenhusa" erstmals erwähnt. Vor allem das Kloster St. Gallen hatte hier Besitzungen. Bis ins 13. Jahrhundert gehörte der Ort zur Grafschaft Hohenberg und wurde 1379 an den Rottweiler Bürger Konrad Beck verkauft. Die Österreicher, die 1381 die Grafschaft Hohenberg erworben hatten belehnten den Ort 1468 an Balthasar Lutz, der in 1514 an das Spital Rottweil verkaufte. Es war das einzige Dorf im Spitaloberpflegamt Rottweil.
Göllsdorf wurde 1099 als "Geroldistorf" erstmals erwähnt. Über die Grafen von Zollern gelangten Besitzungen an das Kloster Alpirsbach. 1280 erwarb das Kloster St. Blasien Besitz von Gütern des Rottweiler Bürgers Hübscher, das seine Anteile jedoch 1466 an die Stadt Rottweil veräußerte. Die zunächst noch als Lehen an Hans Maier vergebenen Anteile des Fronhofes wurden 1471 ebenfalls an Rottweil veräußert. Göllsdorf gehörte dann zum Obervogteiamt Rottweil.
Hausen ob Rottweil wurde 1094 als "Husen" erstmals erwähnt. Besitzungen besaßen das Kloster St. Georgen, dessen Teil über Rottweil im 16. Jahrhundert an Württemberg gelangte. Die Obrigkeit verblieb jedoch bei Rottweil. Die andere Hälfte des Ortes gehörte der Grafschaft Hohenberg, die 1381 von Österreich erworben wurde. Lehnsnehmer waren die Herren von Rotenstein, die ihren Anteil 1768 an das Kloster Rottenmünster verkauften. Doch auch dieser Teil kam 1803 an Württemberg. Danach gehörte ein Teil des Ortes zum Stabsamt Rottenmünster, der andere zum Klosteramt St. Georgen, ab 1806 dann zum Oberamt Rottweil.
Neufra wurde 1309 als "Nuveren" erstmals erwähnt. Der Ort gehörte ebenfalls zur Grafschaft Hohenberg. und kam mit dieser an Österreich. Doch hatte die Stadt Rottweil nach einem Vertrag aus dem 17. Jahrhundert die Obrigkeit über den Ort. Der Ort gehörte zum Pirschvogteiamt Rottweil.
Neukirch wurde 1120 als "Nunchilcha" bzw. 1278 als "Nunkilch" erstmals erwähnt. Graf Berthold von Sulz hatte den Ort von den Grafen von Teck erhalten und gab ihn 1311 als Lehen an die Rottweiler Patrizierfamilie Wirt. Dieser übergab ihn Mitte des 15. Jahrhunderts an das Kloster Rottenmünster.
Zepfenhan wurde 1275 als "Epfenhaim" erstmals erwähnt. Über verschiedene Ritter und Herrschaften kam der Ort an Rottweiler Bürger. Im 14. Jahrhundert gehörte Zepfenhan zur Grafschaft Hohenberg und kam im 16. Jahrhundert an das Kloster Rottenmünster.
| Jahr | Einwohnerzahlen |
|---|---|
| 1441 | 1.330 Steuerpfl. |
| 1666 | 625 Steuerpfl. |
| 1803 | 3.128 |
| 1849 | 5.157 |
| 1861 | 4.560 |
| 1. Dezember 1871 | 5.135 |
| 1. Dezember 1880 ¹ | 6.047 |
| 1. Dezember 1900 ¹ | 7.968 |
| 1. Dezember 1910 ¹ | 9.644 |
| 16. Juni 1925 ¹ | 10.556 |
| 16. Juni 1933 ¹ | 11.278 |
| Jahr | Einwohnerzahlen | ||
|---|---|---|---|
| 17. Mai 1939 ¹ | 12.835 | ||
| 13. September 1950 ¹ | 15.140 | ||
| 6. Juni 1961 ¹ | 17.876 | ||
| 27. Mai 1970 ¹ | 20.728 | ||
| 31. Dezember 1975 | 24.354 | ||
| 31. Dezember 1980 | 23.673 | ||
| 27. Mai 1987 ¹ | 22.787 | |-31. Dezember 1990 | 24.002 |
| 31. Dezember 1995 | 24.656 | ||
| 31. Dezember 2000 | 25.346 | ||
| 30. Juni 2005 | 25.701 |
Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Protestanten nach Rottweil. Ab 1802 wurden die württembergischen Militärangehörigen in Rottweil von Flözlingen aus versorgt. Einen eigenen Garnisonsprediger gab es ab 1807. Die erste zivile Pfarrei wurde 1818 eingerichtet. Die Kirchengemeinde erhielten die ehemalige Dominikanerklosterkirche als Stadtpfarrkirche. Nach dem 2. Weltkrieg wurden drei weitere Pfarreien errichtet, 1958 die zweite, 1978 die dritte und 2000 die vierte Pfarrei. Die Stadtkirche ist die einzige evangelische Kirche im Stadtgebiet. Zu ihr gehören auch die Protestanten, die in den Rottweiler Stadtteilen und in einigen anderen Nachbargemeinden wohnen. Die Kirchengemeinde Rottweil gehört zum Dekanat Tuttlingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Rottweil auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter eine Freie Evangelische Gemeinde. Auch die Neuapostolische Kirche ist in Rottweil vertreten.
| CDU | 10 Sitze |
| SPD | 6 Sitze |
| FWV | 5 Sitze |
| Forum/Die Grünen | 2 Sitze |
| FDP | 2 Sitze |
| Politische Fraueninitiative | 1 Sitz |
Nach dem Übergang an Württemberg 1803 leitete der Stadtoberamtmann mit dem Magistrat die Stadt. 1808 hatte die Stadt einen Bürgermeister, ab 1822 einen Stadtschultheißen und ab 1930 erneut einen Bürgermeister an der Spitze. Daneben gab es den Gemeinderat.
Seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt 1970 trägt das Stadtoberhaupt von Rottweil die Amtsbezeichnung "Oberbürgermeister". Dieser wird heute von den Wahlberechtigten für eine Amtszeit von 8 Jahren direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung "Bürgermeister".
Bürgermeister von Rottweil seit 1820
Der Reichsadler symbolisiert die ehemals Freie Reichsstadt. Der Adler ist schon in den Siegeln von 1280 nachweisbar. Im 16. Jahrhundert tritt neben dem Adler zur Unterscheidung das Hochkreuz auf. Es wird mit dem Heiligkreuzpatrozinium der Pfarrkirche in Verbindung gebracht. Über die Blasonierung gibt es verschiedene Darstellungen. Die heutige Form des Wappens wurde 1955 festgelegt.
Abgegangen sind dagegen das Hochbrücktor, das Autor am Ende der unteren Hauptstraße, das Flöttlinstor und das Neutor mit Rotem Turm im Waldtorort, dem Viertel oberhalb des Schwarzen Tors. Mehlsack und Johanniterturm gingen bereits im 30-jährigen Krieg ab und wurden wie die Au- und Hochbrücktor-Vorstadt in dieser Zeit zerstört und geschleift. Auch diese Vorstädte waren befestigt und mit Toren und Türmen versehen.
Kleindenkmale zieren zusätzlich das Straßenbild. Neben dem Marktbrunnen entstanden im Verlauf der vergangenen Jahrzehnten erneut nach altem Vorbild der Christopherusbrunnen, der Grafenbrunnen, der Salzbrunnen und zahlreiche weitere Kleinbrunnen. Weitere wichtige Brunnen warten noch auf ihre Rekonstruktion. So u.a. der Rösslebrunnen, der Kapuzinerbrunnen und der ursprüngliche Spitalbrunnen.
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Das Schwarze Tor, ein Teil der 1230 errichteten staufischen Befestigung, gilt als Wahrzeichen der Stadt.
Die katholische Hauptkirche der Stadt ist das Münster Heilig Kreuz. Es wurde wohl im 12. Jahrhundert errichtet. Die Kapellenkirche (Mariä Himmelfahrt) erhielt ihren Namen nach der Stelle, an der eine Wallfahrtskapelle mit einer schon lange versiegten Heilquelle für Augenleiden stand.
Die Predigerkirche, die ehemalige Dominikaner-Klosterkirche, die im 13. Jahrhundert erbaut und 1753 umgestaltet wurde, ist seit 1818 evangelische Stadtkirche Rottweils.
Weitere bedeutende Bauwerke sind der Hochturm, ein staufischer 54 m hoher Buckelquaderturm aus dem 14. Jahrhundert, das Alte Rathaus, ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert, die Hochbrücke über den tiefen Stadtgraben und die ehemalige Pulverfabrik Rottweil (Neckartal). Daneben gibt es zahlreiche alte Wohnhäuser in der Stadt.
Weitere Kirchen sind die Ruhe-Christi-Kirche, 1710 bis 1715 als städtische Votivkirche nach dem spanischen Erbfolgekrieg errichtet, und die Pfarrkirche St. Pelagius in der Altstadt, die älteste Pfarrkirche der ganzen Gegend, die bereits im 7. Jahrhundert errichtet wurde. Die ehemalige Friedhofskirche St. Lorenz ist heute Museum. Das ehemalige Zisterzienserinnen-Reichsstift Rottenmünster ist heute eine Heilanstalt. Das ehemalige Spital zum Hl. Geist ist ein Altenheim.
In den Stadtteilen gibt es folgende Kirchen: Katholische Kirche St. Michael Feckenhausen, erbaut 1871, nachdem die Vorgängerkirche abgebrannt war. Katholische Kirche St. Xaver Göllsdorf, erbaut 1952 bis 1955. Die alte Kirche war bereits 1726 als Filiale von Rottweil-Altstadt erbaut worden. Katholische Kirche Unserer Lieben Frau Hausen, erbaut 1857/1858 anstelle einer alten Kapelle. Katholische Pfarrkirche St. Dionysius Neufra, erbaut 1813, doch gab es wohl früher auch eine Kirche. Eine Kapelle an der Straße nach Aixheim wurde im 19. Jahrhundert abgebrochen. Katholische Kirche St. Peter und Paul Neukirch, erbaut 1737. Katholische Kirche St. Nikolaus Zepfenhan, erbaut 1953, doch gab es bereits 1789 eine Kirche, deren Vorgängerbau schon 1684 genannt wird.
Die wichtigste Bahnstrecke ist die Gäubahn. Auf ihr verkehrt eine InterCityExpress-Linie nach Stuttgart im Norden und nach Zürich in der Schweiz im Süden. Die Bahnstrecke Rottweil–Villingen verbindet Rottweil mit dem Schwarzwald. Bis 1971 bestand Anschluss an die Bahnstrecke Balingen–Rottweil.
Rottweil liegt am Neckartalradweg entlang des Neckars über Horb_am_Neckar, Tübingen, Stuttgart, Heilbronn und Heidelberg nach Mannheim.
Die Stadt ist auch Sitz des Dekanatverbands Rottweil-Oberndorf des Bistums Rottenburg-Stuttgart, dem die beiden Dekanate Rottweil und Oberndorf angehören.
An allgemeinbildenden Schulen hat die Stadt drei Gymnasien (Albertus-Magnus-Gymnasium, Droste-Hülshoff-Gymnasium, Leibniz-Gymnasium), eine Realschule, eine Förderschule (Achert-Schule), drei Grundschulen (Eichendorff-Grundschule, Grundschule Neufra und Grundschule Neukirch) sowie vier Grund- und Hauptschulen (GHS Göllsdorf, Johanniter-Grund- und Hauptschule, Konrad-Witz-Grund- und Hauptschule und Römer-Grund- und Hauptschule).
Der Landkreis Rottweil ist Schulträger der Gewerbeschule (u.a. mit Technischem Gymnasium), der Kaufmännischen und Hauswirtschaftlichen Schule (u.a. mit Wirtschaftsgymnasium und Biotechnologischem Gymnasium), der Gustav-Werner-Schule für entwicklungsbehinderte Kinder und Jugendliche und der Krankenpflegeschule am Kreiskrankenhaus Rottweil.
Die private Maximilian-Kolbe-Grund- und Hauptschule, die Fachschule für Sozialpädagogik, die Vinzenz von Paul Hospital GmbH Krankenpflegeschule, die Krankenpflegeschule am Krankenhaus Rottenmünster und der Ökumenische Schulkindergarten für Geistigbehinderte runden das schulische Angebot in Rottweil ab. Darüber hinaus gibt es eine Volkshochschule und eine Musikschule.
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