| Wissenschaftlicher Name
|
| Milvus milvus
|
| Linnaeus, 1758
|
Der
Rotmilan (
Milvus milvus), auch
Roter Milan oder
Gabelweihe genannt, ist eine
Greifvogelart aus der
Familie der
Habichtartigen (Accipitridae).
Aussehen
Der Rotmilan ist 61 bis 72 cm groß und hat eine Flügelspannweite von 140 bis 180 cm. Er ist damit größer als ein
Mäusebussard, wirkt aber deutlich schlanker. Im Flug ist er unverwechselbar, weil er einen tief gegabelten Schwanz hat, mit dem er balanciert, so dass oft die rotbraune Farbe des Schwanzes aufleuchtet. Der Rest des Körpers ist rötlich-braungrau gesprenkelt, der Kopf ist mittel- bis hellgrau. Der hakenförmige Schnabel ist gelb mit schwarzer Spitze.
Rotmilane sind elegante Flieger, sie segeln gerne und spielen mit dem Wind.
Verbreitung und Lebensraum
Die Verbreitung des Rotmilans beschränkt sich auf die westliche
Paläarktis und reicht von
Großbritannien bis
Weißrussland. Am häufigsten ist er in
Spanien, im Süden
Frankreichs sowie in
Deutschland. Die deutschen Brutvögel stellen rund 60 % des Weltbestands. Keine andere Vogelart brütet mit einem derart großen Anteil ihres Gesamtbestands in Deutschland. Daraus ergibt sich eine besondere Verantwortlichkeit der Bundesrepublik für den Fortbestand der Art.
Innerhalb Deutschlands ist der Rotmilan in Sachsen-Anhalt,Ostsachsen und Hessen am häufigsten, er fehlt in Deutschland nur im äußersten Nordwesten. Mitteleuropäische Rotmilane sind Zugvögel, sie überwintern vor allem in Südwesteuropa.
Offene, aufgelockerte Kulturlandschaften mit einzelnen Feldgehölzen sind der bevorzugte Lebensraum.
Ernährung
Rotmilane ernähren sich hauptsächlich von Kleinsäugern, seltener vom Amphibien, Reptilien und Wirbellosen. Sie sammeln aber auch kranke und tote Fische von der Wasseroberfläche und vom Ufer auf und jagen anderen Greifvögeln Ihre Beute ab. Daneben wird regelmäßig Aas genutzt.
Fortpflanzung und Aufzucht der Jungen
Im Frühling starten die Balzflüge (Sturzflug aus großer Höhe auf den Horst hinunter) über dem Brutrevier.
Die Nester befinden sich in großer Höhe in Bäumen. Es werden 1 bis 4, meist 2-3
Eier gelegt. Die Brutzeit beträgt 32, die Nestlingszeit 50 Tage. Altvögel tragen in einem Umkreis von 10 km Nahrung für die Jungen zum Horst.
Milane kleiden ihren Horst nach der Eiablage gerne mit Lumpen und Papier, allerdings auch mit übelriechenden Materialien, wie getrockneten Kuhfladen aus.
Sonstiges
Der Rotmilan war in Deutschland
Vogel des Jahres 2000. Mit der Wahl sollte auf seine Gefährdung durch die Intensivierung der Landwirtschaft sowie die besondere Verantwortung Deutschlands für die Erhaltung der Art aufmerksam gemacht werden.
Literatur
- Rudolf Ortlieb: Der Rotmilan - Milvus milvus. 5. Auflage (unveränderter Nachdruck der 3. Auflage von 1989). Westarp Wissenschaften, Hohenwarsleben 2004 (Die Neue Brehm-Bücherei, Band 532), ISBN 3-89432-344-2
- Theodor Mebs: Greifvögel Europas - Biologie - Bestandsverhältnisse - Bestandsgefährdung. Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-440-06838-2
- Benny Génsbol, Walther Thiede: Greifvögel - Alle europäischen Arten, Bestimmungsmerkmale, Flugbilder, Biologie, Verbreitung, Gefährdung, Bestandsentwicklung. BLV Verlag, München 1997, ISBN 3-405-14386-1
Weblinks
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