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Der Rote Frontkämpferbund (RFB) war die Schutz- und Wehrorganisation der KPD in der Weimarer Republik.

Er wurde am 18. Juli 1924 gegründet. Erster Vorsitzender war Ernst Thälmann. Die erste Ortsgruppe des RFB wurde am 31. Juli 1924 in Halle an der Saale gebildet. 1927 umfasste der RFB ca. 110.000 Mitglieder. In Fabriken wurden Betriebsgruppen gebildet. Die verbandseigene Zeitung nannte sich "Die Rote Front".

Es gab eine Jugendorganisation des RFB unter dem Namen "Rote Jungfront", für die 16- bis 21-jährigen.

Die wirtschaftliche Verschlechterung großer Teile der Bevölkerung im Vorfeld der Weltwirtschaftskrise von 1929 führte zu großer Unzufriedenheit und zu Protesten. Als die Maikundgebung trotz Verbot am 1. Mai 1929 in Berlin durchgeführt wurde, kam es zu blutigen Auseinandersetzungen mit der Polizei (Blutmai), die bis zum 3. Mai anhielten. Dabei starben 31 Menschen, annähernd 200, darunter auch Polizeibeamte, wurden verletzt, über 1000 verhaftet. Im daraus resultierenden "Kleinen Belagerungszustand" wurde am 3. Mai 1929 der RFB in Preußen verboten. Am 6. Mai erließ der Reichsinnenminister ein reichsweites Verbot, das bis zum 14. Mai in allen Ländern vollzogen wurde. Der RFB bestand aber illegal weiter. Unter Führung der KPD kam es zu Protesten gegen das Verbot, die monatelang anhielten. Der illegale RFB bestand bis zur totalen Zerschlagung ihrer Organisation nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 weiter und lieferte sich bis zum Ende der Weimarer Republik mit diesen Straßenschlachten. Allerdings verlor der RFB in der Zeit nach der Machtergreifung in größerem Umfang Mitglieder an die SA.

Kommunistische Arbeitsemigranten in der Sowjetunion gründeten in den frühen 30er Jahren auch dort RFB-Gruppen, so Arbeiter aus dem Ruhrgebiet die Gruppe "Blücher" in Brjansk-Rudnik/Ukraine. Angehörige des RFB kämpften im Spanischen Bürgerkrieg in den Internationalen Brigaden auf Seiten der spanischen Republik. Andere gingen während der Herrschaft des Nationalsozialismus in Deutschland ins Exil in die Sowjetunion oder beteiligten sich am Widerstand in Deutschland, manche wurden verhaftet und hingerichtet.

Die Frauenorganisation des RFB war der Rote Frauen- und Mädchenbund. In den Küsten- und Hafenstädten wurde für die seefahrende Bevölkerung 1924 die Sektion Rote Marine gegründet. - Zudem gab es den Roten Sturmvogel, die Fliegersektion des RFB.

Gruß


Der Gruß des RFB war ein gesprochenes "Rot Front!", wobei der rechte Unterarm angehoben und die Faust mit nach vorn zeigenden Fingern geballt wurde.

Literatur


  • Kurt Finkler: Geschichte des Roten Frontkämpferbundes. Berlin (Ost) 1981 (aus der MfS-Perspektive geschrieben, mit umfangreichen Angaben über in der DDR erschienene Literatur zum RFB)
  • Kurt Schuster: Der rote Frontkämpferbund 1924-1929. Beiträge zur Geschichte und Organisationsstruktur eines politischen Kampfbundes. Düsseldorf 1975 (aus „bürgerlicher“ Sicht)
  • Hermann Weber: Die Wandlung des deutschen Kommunismus. Die Stalinisierung der KPD in der Weimarer Republik. 2 Bände, Frankfurt am Main 1969

Weblinks


Weimarer Republik | Kommunistische Organisation oder Vereinigung | paramilitärische Organisation

 

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