Rosazea/Rosacea früher auch fälschlich Akne rosacea (lat. für Kupferfinnen oder Rotfinnen) ist eine meist im fünften Lebensjahrzehnt beginnende Akne-ähnliche Hauterkrankung des Gesichts mit fleckförmigen, teils schuppenden Rötungen sowie entzündlichen Papeln und Pusteln, später auch knollenartige Wucherungen der Nase, Rhinophym (v. griech. ῥίς, ῥινός „Nase“ und φῦμα „Geschwür, Gewächs“) oder Knollennase genannt.
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Auslöser
Die Ursache der Rosazea ist bislang weitgehend unklar. Diskutiert wird neben einer
Regulationsstörung der Gefäßversorgung des Gesichts auch eine Beteiligung der
Demodex-
Milben. Die Krankheit tritt selten vor dem 30. Lebensjahr, meistens erst ab dem 40. Lebensjahr auf. Frauen wie Männer sind gleichermaßen betroffen (eventuell mit leichtem Überhang bei Frauen).
Kaffee-,
Tee- oder
Alkoholgenuss können ebenso wie scharfe Gewürze und Sonnenbäder eine Verschlechterung bewirken.
Symptome
Die Symptome reichen von anfangs relativ unscheinbaren Hautrötungen, die wie Sonnenbrand wirken, bis zu akneartigen eitrigen Pusteln und Quaddeln. Bei Männern kann es zu Veränderungen der Nase kommen, ebenso können entzündliche Augenerkrankungen vorkommen.
Rosazea beginnt meist unscheinbar mit Hautrötungen, insbesondere bei Hitze, Kälte und emotionalen Stress-Situationen. Die feinen oberflächlichennahen Blutgefäße sind deutlich erweitert, die Haut wirkt sonnenbrandartig gerötet. Diese erste Form der Erkrankung bezeichnet man als „Couperose“.
Im zweiten Stadium treten schubweise Pusteln, Knötchen sowie Schwellungen auf, die sich im nächsten Stadium entzünden und eitrig degenerieren können. Die Haut ist geschwollen, gerötet und großporig. Die Ähnlichkeit mit Akne führt manchmal zu Fehldiagnosen.
Leider kann es auch zu nicht harmlosen Veränderungen an den Augen kommen, vor allem in Form von Bindehaut- und Lidrandentzündungen, Trockenheit der Augen und im ungünstigsten Fall Hornhautentzündung.
Ein Rhinophym kommt besonders bei älteren Männern vor und ist eine Sonderform der Rosazea mit knolliger Verdickung der Nase durch Wucherung von Talgdrüsen und Bindegewebe. Man nimmt eine allergische Reaktion auf die parasitäre Talgdrüsenmilben der Art Demodex follicularum an.
Behandlung
- Meidung der Auslösefaktoren (s.o.)
Grundlage der täglichen Behandlung zuhause ist die Reinigung der Haut mit milden Mitteln. Beim Abtrocknen sollte das Rubbeln des Gesichts vermieden werden. Gute Erfolge erzielt man mit Gesichtsmassagen. Dabei wird das Gesicht morgens und abends mit leichten, kreisförmigen Bewegungen mit Hilfe eines Gleitmittels massiert.
Fetthaltige Cremes sollten vermieden werden.
Sonnenschutz ist obligatorisch.
Die Standardbehandlung erfolgt mit
Antibiotika (
Minocyclin) sowie zur äußerlichen Anwendung
Azelainsäure (Skinoren
®) und
Metronidazol. Die letzteren wirken offensichtlich gegen
anaerobe Keime und
Protozoen, die Entzündungsherde auslösen. Der wahrscheinliche Wirkmechanismus von Metronidazol ist jedoch nicht seine antibiotische Wirkung sondern ein direkter Einfluss auf die Gefäßempfindlichkeit bei der Rosazea.
Ein weiterer hochwirksamer Wirkstoff ist
Isotretinoin, ein Vitamin-A-Säure-Derivat, das Nebenwirkungen - insbesondere Reizungen der Haut, Schleimhaut und Bindehaut, Kopfschmerzen sowie Leberfunktionsstörungen, möglicherweise auch Depressionen - verursacht und bei Frauen wegen seiner embryotoxischen Wirkung nur bei absolut
sicherem Ausschluss einer Schwangerschaft verwendet werden darf.
Kortison-haltige Medikamente dürfen nicht verwendet werden, da sie die Symptome verstärken
Das Rhinophym (Knollennase) kann durch chirurgische Abtragung z.B. durch abschleifen oder mit dem
CO2-Laser behandelt werden.
Die Rosazea kann auf das Auge übergreifen und zu dauerhaften Augenschäden (
Hornhauttrübung) führen. Deshalb ist eine regelmäßige ärztliche Kontrolle notwendig.
Literatur
Nölle, Volker: Rosazea - ein Ratgeber, WiKu-Verlag Berlin 2003, * ISBN 3-936749-83-3
Weblinks
Hautkrankheit
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