Rosalio José Kardinal Castillo Lara SDB (* 4. September 1922 in San Casimiro, Venezuela) ist ein emeritierter Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche.
Leben
Rosalio José Castillo Lara entstammte einer katholischen Familie und trat nach seiner Schulzeit in den Orden der
Salesianer ein und studierte die Fächer
Philosophie und
Katholische Theologie.
1949 weihte ihn sein Onkel,
Erzbischof Castillo Hernandez, zum
Priester. Im folgenden Jahr arbeitete er in der Leitung des
Lyzeums von Los Teques, ehe er zwecks weiterführender Studien nach
Rom entsandt wurde, wo er
1953 im Fachbereich
Kanonisches Recht promovierte. Nach der Rückkehr in sein Heimatland wählte man ihn zum Präsidenten der Vereinigung der Katholischen Erzieher.
Von
1954 bis
1957 dozierte er Kanonisches Recht an der Hochschule der Salesianer in
Turin, von
1957 bis
1965 versah er die gleiche Aufgabe an der Päpstlichen Universität der Salesianer in Rom.
1962 führte ihn ein Arbeits- und Forschungsauftrag an die Universität
Bonn.
1971 wählte ihn das Generalkapitel der Salesianer zum Generalbevollmächtigten für die Jugendseelsorge. Zwei Jahre darauf ernannte ihn
Papst Paul VI. zum
Titularbischof von
Praecausa und
Koadjutor-Bischof des Bistums
Trujillo und empfing am
24. Mai 1973 durch Erzbischof Lucas Guillermo Castillo Hernández die
Bischofsweihe.
1975 wurde er erneut nach Rom beordert, um als Sekretär der Päpstlichen Kommission für die Revision des
Codex Iuris Canonici zu arbeiten. Rosalio José Castillo Lara wurde Mitglied der Päpstlichen Kommission für die Auslegung der Dekrete des Zweiten Vatikanischen Konzils.
1981 ernannte ihn Papst
Johannes Paul II. zum Präsidenten der
Disziplinarkommission der Römischen
Kurie, ein Jahr darauf betraute er ihn mit leitenden Aufgaben in der Päpstlichen Kommission für die Revision des Codex Iuris Canonici und ernannte ihn zum
Titularerzbischof. Als 1984 die
Päpstliche Kommission für die authentische Auslegung des Codex Iuris Canonici eingerichtet wurde, bestimmte ihn der Papst zu deren erstem Präsidenten. Rosalio José Castillo Lara gehört seit dem
25. Mai 1985 als
Kardinalpriester mit der
Titelkirche Nostra Signora di Coromoto in San Giovanni di Dio dem
Kardinalskollegium an. Von
1989 bis
1995 oblag ihm die Verwaltungsleitung des päpstlichen Haushalts, von
1990 bis
1997 leitete er als Präsident die Päpstliche Kommission für den
Vatikanstaat. Am
Konklave 2005 durfte der Kardinal aus Altersgründen nicht teilnehmen. Er lebt heute in
Caracas.
Gemeinsam mit der Bischofskonferenz Venezuelas sorgte Castillo Anfang 2006 für schwere diplomatische Verstimmungen mit der Landesregierung, indem er eine Verfolgung Andersdenkender beklagte. Bei einer Wallfahrt kritisierte der Kardinal den Führungsstil des linkspopulistischen Präsidenten Hugo Chávez, sprach von Anzeichen einer Diktatur und einer inakzeptablen Situation der Menschenrechte. Chávez sprach darauf von einer Mitverschwörung der Kirche und forderte eine Entschuldigung.
Kardinal (20. Jh.) | Römisch-katholischer Theologe (20. Jh.) | Römisch-katholischer Bischof (20. Jh.) | Salesianer Don Boscos | Venezolaner | Geboren 1922
Rosalio José Castillo Lara | Rosalio José Castillo Lara