Rosa_Louise_McCauley_Parks_in_1979.jpg Rosa Louise Parks (* 4. Februar 1913 in Tuskegee, Alabama (USA); † 24. Oktober 2005 in Detroit, Michigan) war eine US-amerikanische Bürgerrechtlerin. Sie wurde am 1. Dezember 1955 in Montgomery, Alabama verhaftet, weil sich die farbige Amerikanerin weigerte, ihren Sitzplatz im Bus für einen männlichen weißen Fahrgast zu räumen. Ihr ziviler Ungehorsam gegen dieses rassendiskrimierende Rechtsinstitut löste den Montgomery Bus Boycott aus, der neben den Protesten im Fall Emmett Till als Anfang der schwarzen Bürgerrechtsbewegung gilt.
Die Rassentrennung war damals in Montgomery stark ausgeprägt; so gab es z.B. Schulen, Parkbänke oder Aufzüge „Whites only“ und „Coloreds only“ (nur für Weiße/Farbige). Die Busse waren ebenfalls getrennt, allerdings nicht vollständig. Es waren vorn vier Reihen für Weiße reserviert, die oft leerblieben, aber von den farbigen Passagieren nicht benutzt werden durften. Der hintere Teil, der für sie reserviert war, war meist überfüllt. Außerdem gab es einen mittleren Abschnitt, den schwarze Personen benutzen durften, allerdings war eine komplette Reihe zu räumen, sobald auch nur ein weißer Passagier in dieser Reihe sitzen wollte (um die Trennung aufrechtzuerhalten).
Am 1. Dezember 1955 trat genau dieser Fall ein. Ein weißer Fahrgast verlangte die Räumung der reservierten Sitzreihe, in der sich Parks befand. Die übrigen Personen machten den Platz frei, doch die damals 42-jährige weigerte sich, da sie nicht die übrige Fahrt hindurch stehen wollte. Der Busfahrer James Blake rief daraufhin die Polizei und bestand auf ihrer Verhaftung. So wurde Parks wegen Störung der öffentlichen Ruhe verhaftet, angeklagt und zu einer Strafe von 14 Dollar verurteilt.
Teilweise als Antwort auf ihre Verhaftung organisierte Martin Luther King, zu diesem Zeitpunkt ein relativ unbekannter Baptistenprediger, mit seiner Montgomery Improvement Association den Montgomery Bus Boycott, der später die Behörden dazu zwang, die Segregation innerhalb von Bussen und Zügen aufzugeben, und der als Auslöser vieler anderer Proteste der Bürgerrechtsbewegung in Amerika gilt.
Rosa Parks wurde dadurch zur Ikone der Bürgerrechtsbewegung. Dadurch wurde sie aber auch zur Zielscheibe von Drohungen und ständigen Telefonanrufen, die bei ihrem Mann, Raymond Parks, zu einem Nervenzusammenbruch führte. Daraufhin zog das Paar 1957 nach Detroit um. Sie blieb jedoch weiterhin in der Bürgerrechtsbewegung aktiv.
Einige Quellen behaupten, sie hätte sich bewusst in den "weißen" Abschnitt des Busses gesetzt, um zu protestieren. Tatsächlich aber war der mittlere Teil des Busses mit "colored", also "farbig" markiert, sie saß im vorgesehenen Bereich, der allerdings als Pufferzone für die weißen Passagiere fungierte.
Andere Quellen versuchen ihre freiwilligen Aktivitäten beim NAACP herunterzuspielen, um sie mehr als gewöhnliche Frau mittleren Alters und weniger als politische Aktivistin darzustellen.
Rosa Parks war nicht die erste Farbige, die sich weigerte, ihren Sitz an eine weiße Person aufzugeben. Irene Morgan hatte dies bereits zehn Jahre zuvor getan, und setzte damit durch, dass zwischenstaatlicher Bus- und Bahnverkehr von der Rassentrennung ausgenommen wurde. Der Fall Parks wurde zum Meilenstein, weil er sich auf alle Rassentrennungsgesetze bezog, nicht nur auf den zwischenstaatlichen Verkehr.
Der NAACP hatte bereits vorher Klagen gegen die Gesetzgebung aufgrund ähnlicher Fälle erwogen, aber die Angeklagten hatten dem enormen Druck nicht standhalten (Claudette Colvin) können oder waren aus anderem Grund ungeeignet (wie bei der achtzehnjährigen Mary Louise Smith, deren Vater angeblich Alkoholiker war).
1999 erhielt sie für ihren lebenslangen Kampf gegen den Rassismus die Goldenen Ehrenmedaille des Kongresses (Congressional Gold Medal of Honor), neben der Presidential Medal of Freedom, die höchste zivile Auszeichnung in den USA.
2001 wurde ihr zu Ehren das Rosa Parks Library and Museum in Montgomery, Alabama eröffnet. Es ist Rosa Parks' Geschichte und deren Zusammenhang mit der Bürgerrechtsbewegung gewidmet.
2005 Laut einstimmigem Beschluss des US-Senats wurde die am 24. Oktober 2005 verstorbene US-Bürgerrechtlerin vor ihrer Beisetzung im Kapitol öffentlich aufgebahrt. Sie war die erste Frau in den USA, welcher diese besondere Ehrung zu teil wurde. Zu ihrer Beisetzung am 2. November 2005 ordnete US-Präsident George W. Bush Trauerbeflaggung an.
Am 15. April gaben die Anwälte von Parks und OutKast bekannt, man habe sich außergerichtlich geeinigt. Im Zuge dieser Einigung verpflichtete OutKast sich zu einer Beteiligung an einer Tribut-CD für Rosa Parks.
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