Mit Rorate werden im katholischen Festjahr adventliche Morgenmessen bezeichnet. Diese Messe begann und beginnt immer mit dem Eröffnungsvers Rorate caeli desuper... (Jesaja 45,8; dt. Tauet, Himmel, von oben..).
Die Rorate-Messe war bis zur liturgischen Erneuerung nach dem 2. Vatikanischen Konzil eine Votivmesse zu Ehren Marias, die ursprünglich nur an den Samstagen der Adventszeit, mancherorts aber auch täglich gefeiert wurde. Wegen des dabei verlesenen Evangeliums von der Verkündigung des Herrn durch den Engel Gabriel bezeichnete man sie auch als Engelämter.
Durch die liturgische Erneuerung wurde der Akzent stärker auf die Erwartung des Herrn gelegt und die einzelnen Tage erhielten je ein komplettes Messformular mit eigenen Schriftlesungen.
Damit rückt zugleich der Ursprung der Namensgebung wieder stärker in den Blick. Der Name "Rorate" gründet im Introitus des entsprechenden Meßformulars (hier: Introitus des 4. Adventssonntags) und wurde von daher namesgebend für die ganze Messe bzw. auch den betreffenden Tag (z.B. "Gaudete" = 3.Adventssonntag; "Laetare" = 4. Fastensonntag).
Der Rorate-Ruf ("Rorate caeli desuper" = "Tauet ihr Himmel von oben") artikuliert die sehnsüchtige Erwartung des Volkes Gottes, das die zweite Ankunft des Herrn in Herrlichkeit erwartet.
"Rorate" bezeichnet insofern gleichsam die Grundgestalt der Adventszeit als einer Zeit der Vorbereitung auf das Kommen des Herrn.
Mit der Feier speziell gestalteter "Rorate-Messen" kann die Adventszeit somit überaus angemessen vollzogen werden.
Ein spezielles Augenmerk insbesondere im Hinblick auf die Gestaltung der Rorate-Messen sollte nach der Liturgiereform auf die Unterscheidung zwischen einer eher traditionellen Komponente (Votivmesse B.M.V. = Marienmesse; Evangelium "in annuntiatione") und der eigentlichen Adventsthematik ("Rorate") gelegt werden. In der liturgischen Praxis erscheint das erste Element bisweilen dominant.
Die Feier in der Morgenfrühe (=vor Aufgang des Lichtes, gleichsam Christus als Licht erwartend), "natürlicherweise" gestaltet unter Einsatz von zahlreichen Kerzen, könnte sich (alternativ zur Marienmesse) verstärkt am Meßformular des 4. Adventssonntags oder aber (gut liturgisch) am Meßformular vom Tag orientieren.
Zum Gesang bieten sich der Introitus des 4. Adventssonntags (eher Solist oder Schola) oder aber der klassische Wechselgesang mit Rorate-Kehrvers (Gotteslob 120,4; unter 120,3 auch in deutsch) und bis zu 4 Schola- bzw. Vorsängerstrophen (vgl. Liber Usualis S.1868) an. Ebenso erscheinen Rufe um das Kommen des Herrn ("Maranatha" u.ä.) bestens geeignet.