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Rongorongo
 

Rongo-rongo_script.gif Rongorongo sind die so genannten "sprechenden Hölzer" der Osterinsel. Es handelt sich hierbei um umrissartig im Bustrophedon eingeritzte Zeichen, die bis heute noch nicht entziffert sind. Es ist die bisher einzige bekannte Schriftform in Polynesien, wobei jedoch unklar ist, ob sie erst unter dem Einfluss der Europäer entstand.

Der Begriff Kohu rongorongo wird allgemein mit "sprechendes Holz" übersetzt. Kohu heißt tatsächlich Holz, aber die richtige Aussprache ist kohau, was Inschrift bedeutet, und rongorongo bedeutet Übermittlungsbeauftragter. Die Gelehrten, die diese Schrift beherrschten, hießen Maori kohau rongorongo, was soviel wie "gelehrter Übermittler der Schrift" bedeutet.

Reste der einstigen Osterinsel-Schrift finden sich heute verteilt auf die verschiedensten Museen in Europa, Nord- und Südamerika sowie in Ozeanien. Auf der Osterinsel selbst existieren keine Schriftdenkmäler mehr. Die erhaltenen Texte umfassen rund 500 verschieden Einzelformen und haben insgesamt eine Länge von fast 12.000 Elementen.

Berichte über die "sprechenden Hölzer"


Ein französischer Missionar, namens Eyraud, war der erste Fremde, der die Sprache der Osterinsel sprechen konnte. Ihm fielen die "sprechenden Hölzer" auf und so schrieb er 1864 in einem Brief an seinen Generalobersten:

„In all ihren Häusern findet man hölzerne Täfelchen oder Stäbe, die mit vielerlei hieroglyphischen Zeichen bedeckt sind. Es handelt sich um Figuren von Tieren, die es auf der Insel gar nicht gibt. Die Eingeborenen ritzen sie mit Hilfe scharfer Steine ein. Jede Figur hat einen eigenen Namen, aber angesichts des geringen Aufhebens, das man von den Täfelchen macht, bin ich geneigt anzunehmen, dass diese Zeichen - der Rest einer primitiven Schrift - für die Heutigen nur einen Brauch darstellen, den man bewahrt, ohne nach seinem Sinn zu fragen. Die Eingeborenen können weder lesen noch schreiben...“

Versuche zur Entzifferung


Vor die Tafeln gesetzt, intonierten die Einheimischen Gesänge ohne zu versuchen, die Zeichen auszusprechen. Darüber hinaus waren die Meinungsunterschiede unter den Sängern so groß, dass die Missionare die Hoffnung aufgaben.

Als der Bischof von Tahiti, zu dessen Bistum Rapa Nui gehörte, mit Hilfe des auf eine Plantage verschleppten ehemaligen Osterinsulaners Metoro versuchte, die Texte zu entziffern, hatte er wenig Erfolg. Metoro Taouaoure kannte vermutlich nur einen relativ geringen Teil der Zeichen. An manchen Stellen fielen ihm wohl Bruchstücke alter Gesänge ein, die er dann rezitierte, obwohl sie auf den vorliegenden Tafeln nicht verzeichnet waren.

Literatur


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  • RJABCHIKOV, Sergei V. 2001. Rongorongo Glyphs Clarify Easter Island Rock Drawings. Journal de la Société des Océanistes, 113(2): 215-220.

Weblinks


Schrift

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