Rondane ist eine Gebirgsregion in Norwegen. Der Rondane Nationalpark (norwegisch: Rondane nasjonalpark) ist der älteste Nationalpark Norwegens. Der höchste Berggipfel des Rondane Nationalparks ist der Rondslottet mit 2.178 m. Der Nationalpark ist ein wichtiger Lebensraum für Herden wilder Rene. Er liegt in der Nähe der Stadt Otta und wurde am 21. Dezember 1962 gegründet und 2003 um 383 km² auf eine Fläche von 963 km² erweitert.
Rondane ist ein typisches Hochgebirge mit ausgedehnten Hochebenen und 10 Gipfeln über 2.000 m. Im zentralen und nördlichen Teil finden sich die höchsten Berge. Die höchsten Gipfel bilden der Rondslottet (Rondaner Schloss) mit 2.178 m, der Storronden mit 2.138 m und der Høgronden mit 2.118 m Höhe. Der niedrigste Punkt liegt unterhalb der Waldgrenze, die hier mit 1.000 bis 1.100 m Höhe für Nordeuropa sehr hoch liegt, was an dem milden, aber auch sehr trockenen (500 mm Niederschlag pro Jahr) Klima liegt. Im Süden des Parks befinden sich flachere Hochebenen.
Die Landschaft wird durch Berge und Täler deutlich geteilt. Das tiefste Tal trennt die große Storronden-Rondslottet-Gruppe von dem Smiubelgen (Schmiede). Zwischen den steil abfallenden Hängen dieses Tals liegt der schmale See Rondvatnet, der auch die Mitte des Parks bildet. Von ihm aus können alle über 2.000 m hohen Gipfel in weniger als einem Tag zu Fuß erreicht werden.
In Rondane fallen nicht genug Niederschläge, um dauerhafte Gletscher wie im Jotunheimen Nationalpark bilden zu können. An manchen geschützten Talhängen finden sich aber feste Schneehaufen. Weit verbreitet finden sich Toteislöcher als Überbleibsel der Eiszeitgletscher. Weiterhin prägen eigenartige kleine Hügel die Landschaft. Diese Esker wurden in den abschmelzenden Gletschern durch die Grundmoräne gebildet. Rondane-peakpanorama.jpg
Die gegenwärtige Landschaft wurde zumeist durch die letzte Eiszeit, vor neun- bis zehntausend Jahren, geformt. Dabei wurden große Eismengen gebildet und es wird angenommen, dass Eisschmelzen und Eisansammlungen sich zyklisch abwechselten. Das Eis schmolz gegen Ende sehr schnell ab, wie tief ausgegrabene Flusstäler bezeugen. Rondane enthält einige kleine Schluchten (die bekanntesten sind Jutulhogget und Vesle-Ula), die durch Schmelzwasser eingeschnitten wurden.
Anderes großes Wild, darunter Rehe und Elche, kommen gewöhnlich in den Randzonen des Parks vor. Gelegentlich sind auch Moschusochsen zu sehen, die als Herde in dem nahegelegenen Dovre Nationalpark leben. Vielfraße und eine kleine Population an Braunbären leben in dem Park, Wölfe sind dagegen selten.
Abgesehen von den Moorbirken in den niedrigen Lagen werden die trockenen und nährstoffarmen Böden und die Felsen durch Heidekraut, robuste Gräser und Flechten bedeckt. Die höchsten Berge sind fast völlig öde; über 1.500 m wachsen fast nur noch die robusten Flechten auf den bloßen Steinen. Eine der gut angepassten Blütenpflanzen ist der Gletscher-Hahnenfuß, der bis in 1.700 Meter Höhe gedeiht.
Das Ren ist in hohem Maße auf Flechten (vor allem die Rentierflechte) angewiesen. Die Flechten dienen damit als Nahrung für das Ren, welches dann den Boden düngt. Dadurch können auch weniger anspruchslose Pflanzen gedeihen, die ihrerseits Nahrung für Mäuse und Lemminge liefern.
Auf den Hochebenen lebten offenbar nomadische Jäger und Sammler vom Ren. Die großen zum Renfang benutzten Fallen können bei Gravhø und bei Bløyvangen besichtigt werden und sind auch im Park verbreitet. Diese steinernen Fallen bilden Öffnungen oder große umzäunte Bereiche, in die Rentiere durch Täuschung gelockt oder geführt werden konnten.
In Verbindung mit diesen großen Fallen gibt es auch kleine gewölbte Steinwände, von denen man annimmt, dass sie als Versteck für die auf Beute wartenden Bogenschützen dienten. Verschiedene Datierungsmethoden legen nahe, dass die ältesten Fallen etwa 3.500 Jahre alt sein könnten. Die meisten Funde, darunter Häuserreste, stammen dagegen aus den Jahren 500 bis 700 n. Chr. Es kann als sicher angenommen werden, dass die großen Fallen und die Steinwände vom 6. Jahrhundert bis zur Entvölkerung durch den Schwarzen Tod im 14. Jahrhundert benutzt wurden.
Gesetzliche Bemühungen, die Natur im Norwegen zu schützen, begannen 1954 mit der Verabschiedung des Naturschutzgesetzes. 1955 wurden Sitzungen in den Kommunen um Rondane abgehalten und eine Kommission gegründet, deren Präsident Norman Heitkøtter war. Durch einen königlichen Beschluss wurde die Einrichtung des damals 580 km² umfassenden Rondane Nationalparks ermöglicht.
Nach diesem ersten Nationalpark folgten viele weitere, die alle vom Direktoratet for naturforvaltning gepflegt werden.
Der norwegische Bergwanderverein (DNT) besitzt und führt ein Netz an Berghütten als Service für die Wanderer. In Rondane gibt es die zentrale Hütte Rondvassbu am südlichen Ende des Sees Rondvatnet. Die Berghütten Dørålseter und Bjørnhollia liegen am nördlichen beziehungsweise östlichen Rand des Parks. Diese drei Hütten sind bewohnt und bieten Verpflegung und (nach Voranmeldung) Unterkunft für die Wanderer. Es gibt auch unbewohnte Hütten wie Eldåbu, für die ein Schlüssel erforderlich ist.
Der DNT kennzeichnet auch die Wanderpfade im Park mit roten Ts, die einfach auf Steine aufgemalt werden. Diese markierten Wege verbinden die Hütten miteinander und führen zu ein paar Gipfeln in der Nähe von Rondvassbu. Einige der Wanderwege sind mittlerweile verlegt worden, um die wilden Rene weniger zu stören.
Die Hütten sind auch im Winter geöffnet, bieten jedoch außerhalb der Saison nur Selbstbedienung an. Ski-Pfade werden entweder vom DNT oder von einigen Hotels der Ski-Erholungsorte nahe des Parks markiert und manchmal auch präpariert.
Der Schriftsteller und Sammler norwegischer Volkssagen des mittleren 19. Jahrhunderts, Peter Christian Asbjørnsen, sammelte viele Geschichten rund um Rondane. Darunter war auch die Sage um Peer Gynt, die als Anregung für Ibsens Drama diente. Ein dritter Schriftsteller Aasmund Olavsson Vinje ließ ebenfalls sein berühmtes Werk No ser eg atter slike Fjell og Dalar in Rondane spielen.
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