In einem Rollenspiel übernehmen die Spieler die Rollen von fiktiven Charakteren, die meistens in einer fantastischen Welt Abenteuer erleben. Hilfsmittel der Rollenspieler sind dabei die eigene Fantasie sowie ein Regelwerk, das die Rahmenbedingungen schafft. Bei den spontanen Rollenspielen wie Räuber und Gendarm sind diese Regeln meistens implizit, z. B. das „Abschlagen“ des Gegners, während sie bei reglementierten Rollenspielen in Form eines Handbuchs oder ähnlichem vorliegen.
Es gibt sehr viele verschiedene Rollenspiele. Die hier genannten typischen Merkmale finden oft Ausnahmen. Grundsätzlich lassen sich zwei Typen des Rollenspiels als Spiel unterscheiden: die reglementierten und die spontanen Rollenspiele.
Diese Art von Rollenspielen hat wirtschaftlich nur eine geringe Bedeutung, und wird vielleicht darum häufig aus Betrachtungen von Rollenspielen ausgelassen. Trotzdem macht sie die weite Verbreitung zu einem wichtigen Vorläufer anderer, mehr geregelter Rollenspiele. Insbesondere LARPs haben auch äußere Ähnlichkeit mit freien Rollenspielen und sind typischerweise weniger geregelt als andere Typen von Rollenspielen.
Besonders die Fantasy-Rollenspiele, die meistens eine fantastische Welt, aber auch unsere reale Welt zum Hintergrund haben können, fallen unter diese Definition. Sie werden nach der Art des Spielens unterschieden:
Entscheidungen, wie zum Beispiel der Ausgang eines Kampfes, werden durch Verrechnen verschiedener Parameter der Kontrahenten, wie z. B. Stärke oder Rüstungswert, dargestellt durch abstrakte Werte, und des Würfelergebnisses als Zufallselement herbei geführt.
Bei den meisten P&P-Rollenspielen übernimmt ein Spieler die Rolle des Spielleiters. Er beschreibt den Spielern die Umgebung, beschreibt die Reaktion der Umwelt auf Aktionen der Spieler und schlüpft in die Rolle von Gegnern oder Freunden der Gruppe. Vielfach überlegt er sich im Vorfeld Abenteuer, die die Spielergruppe bestehen muss. Außerdem achtet er darauf, dass die Regeln, die vom verwendeten Rollenspielsystem vorgegeben werden, von den Spielern eingehalten werden.
Das in Deutschland bekannteste und am weitesten verbreitete Rollenspielsystem heißt Das schwarze Auge, kurz DSA. Das früheste und international bekannteste Rollenspiel dieser Art ist allerdings Dungeons & Dragons (D&D), das in den 70ern von Gary Gygax aus einem Tabletop-Spiel heraus entwickelt wurde. Sowohl D&D als auch DSA haben eine oder mehrere Fantasywelten als Hintergrund, die zumeist speziell für das Rollenspiel entwickelt wurden. Eine andere bekannte Rollenspielwelt ist die sog. World of Darkness (WoD) von White Wolf (deutsche Ausgabe Feder & Schwert). Sie unterteilt sich in verschiedene Teilwelten, in denen unterschiedliche Fantasiegestalten wie Vampire, Werwölfe, Magier und ähnliches existieren.
Das älteste deutsche Rollenspiel und immer noch weit verbreitet ist Midgard.
Weitere bekannte Systeme sind Shadowrun, das klassische Fantasy-Elemente mit einer Cyberpunk-Variante der nahen Zukunft verbindet sowie Call of Cthulhu, das auf dem Horror-Mythos und den Geschichten von H.P. Lovecraft beruht. Das Genre Comedy ist noch schwach vertreten (Toon, Teenagers from Outer Space).
Es existieren auch abstraktere Systeme, die nicht auf ein besonderes Genre beschränkt sind, sondern lediglich ein Regelwerk darstellen, das für verschiedene Welten angewendet werden kann. Hierzu zählen GURPS und D20, das Open Source-Pendant zu Dungeons & Dragons. Hinter vielen Rollenspielen stehen bereits vorhandene Regelsysteme, die jedoch oftmals nicht offen zugänglich sind. So verwenden mehrere Rollenspiele ein und dasselbe (meistens leicht veränderte) Regelsystem, das jedoch nur in Kombination mit einer Hintergrundwelt zu erwerben ist.
Weitere Systeme finden sich in der Liste der Papier-und-Bleistift-Rollenspiele.
Spielbücher (auch Soloabenteuer), die z. B. von Ian Livingstone und Steve Jackson als abgespeckte Version des Tischrollenspiels Dungeons and Dragons erdacht worden sind, können als eine Art Ein-Spieler-P&P-Rollenspiel bezeichnet werden. Dabei ist der Text in viele Abschnitte unterteilt. Am Ende eines Abschnittes trifft der Spieler/Leser Entscheidungen, die ihn jeweils an andere Folgeabschnitte verweisen und so verschiedene Handlungsstränge ermöglichen.
In den Anfängen der Computer-Rollenspiele wurde ein RPG als ein Spiel definiert, bei dem man einen (oder mehrere) Charakter durch Wertesteigerung aufbaute und möglichst unbegrenzte Handlungsfreiheit hatte. Ein Spiel das den Schwerpunkt auf feste Handlungsstränge legt, gilt nach klassischer Definition als Adventure. Viele der aktuellen RPG-Titel distanzieren sich jedoch mit ihren ausgedehnten, festen Storylines von diesen Grundfesten und würden nach klassischer Definition eher als Adventures mit RPG-Elementen oder RPG/Adventure-Hybriden bezeichnet werden. Die Entwicklung bei CRPGs geht in den letzten Jahren immer mehr weg vom klassischen „Werte verteilen und ziellos durch die Welt streifen“ hin zu immer simpleren Charakteraufbau-Systemen, bei denen man wenig falsch machen kann, ausgedehnten Rollenspiel-Möglichkeiten (vor allem in Bezug auf das optische Erscheinungsbild der Charaktere), Identifikation mit Fraktionen und Gruppierungen, umfangreichen Handwerks- und Wirtschaftssystemen und vorbestimmten, dramaturgisch ausgearbeiteten Handlungsbögen.
In den Medien (z. B. in den TV-Serien „Buffy – Im Bann der Dämonen“ und „Akte X“) werden Rollenspieler mitunter als Nerds oder Sonderlinge dargestellt. Zwar kommt es vor, dass Rollenspieler z. B. durch mittelalterliche oder schwarze Kleidung und einen gewissen Hang zur Romantik auffallen, dieses ist aber keinesfalls die Regel. Manche dieser Klischees stammen aus der Anfangszeit des Rollenspiels, in der es als Spiel nur einem kleinen Kreis bekannt war. Mittlerweile hat diese Unterhaltungsform allerdings verschiedene gesellschaftliche Gruppen für sich gewonnen, so dass viele Vorurteile über Rollenspieler nicht mehr haltbar sind.
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