austria_1044_villach.jpg im Bahnhof Villach]]
Die Rollende Landstraße (kurz RoLa) ist ein Transportsystem für den kombinierten Verkehr auf der Schiene bzw. ein spezieller Zug, bei dem komplette Lastwagen bzw. Sattelzüge per Bahn befördert werden. Die dazu verwendeten kurzgekuppelten Niederflurwagen mit kleinen Raddurchmessern (360/335 mm) haben durchgängig über den ganzen Zug hinweglaufende Fahrspuren. Die Fahrer sind während der Fahrt in zusätzlich angehängten Begleitwagen (Sitz- oder Liegewagen) untergebracht. An den Endpunkten der Verbindungen befinden sich spezielle Terminals, um die LKW einfach be- und entladen zu können.
Vorteile
Die Vorteile der "RoLa" sind sowohl ökonomischer als auch ökologischer Natur: Der Spediteur spart
Treibstoff,
Mautgebühren, Zeitverluste durch
Staus und Betriebskilometer bei seinen Fahrzeugen, und die Fahrer können die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten, ohne den Transport unterbrechen zu müssen. Oftmals müssen zudem Einschränkungen, wie etwa Nacht- oder Sonntagsfahrverbote, nicht beachtet werden.
Kritik
Die
Frachtführer kritisieren an dieser Einrichtung jedoch, neben den anfallenden Kosten, die Abhängigkeit von
Fahrplänen sowie die langen Verladezeiten. Es wird auch dargelegt, dass viel Totlast im Verhältnis zur Güterlast transportiert wird, da die
Zugmaschine des LKW mittransportiert wird. Eine Zwischenlösung ist der
Huckepackverkehr, bei dem nur der
Sattelauflieger verladen wird, während die
Zugmaschine am Ort bleibt.
Wissenswert
Meist werden Transitstrecken, z. B. von
Bayern über
Tirol nach
Italien oder nach
Osteuropa, mit der
RoLa bedient. Für
Österreich als traditionelles Transitland ist die "Rollende Landstraße" aus umweltpolitischen Gründen von Bedeutung.
1999 wurden von den
ÖBB 254.000 LKW bzw. LKW-Züge - das entspricht rund 8,5 Millionen Tonnen Fracht - befördert (
1993 waren es noch 158.989 Einheiten).
Zwischen
Salzburg und dem
Hafen Triest, wo die LKW mit der
Fähre aus der Türkei ankommen, verkehrt eine "RoLa" direkt. Die Fahrer kommen in diesem Fall erst per
Flugzeug über den Flughafen
Ljubljana nach, um den LKW zu übernehmen.
Betreiber
Die "Rollende Landstraße" wird im
alpenquerenden Verkehr durch die Schweiz in erster Linie durch die Firma
Hupac AG in
Chiasso und für die Strecke
Freiburg im Breisgau -
Novara von der Tochterfirma RAlpin AG in
Bern betrieben. Im Jahr
2004 wurden 330.929 Straßensendungen mit einem Gesamtgewicht von 5,5 Mio. Tonnen über die Alpen befördert.
Weblinks
Siehe auch
Verkehr (Österreich) | Verkehr (Schweiz) | Bahnbetrieb | Güterverkehr
Route roulante