Rolex watches.jpg | Rolex_Prince.jpg | Rolex_Day_Date.jpg Rolex ist eine schweizerische Uhrenmanufaktur, deren Name seit fast 100 Jahren für höchste Qualität und das damit verbundene Prestige steht. Rolex ist daher eine der meist kopierten Uhrenmarken weltweit. Neben einigen nennenswerten historisch begründeten Besonderheiten (siehe Artikel weiter unten), haben vor allem zwei grundlegende Entscheidungen zum heutigen Image des Unternehmens und dessen Uhren beigetragen:
1. Ungewöhnlich hohe Kontinuität bei den Uhrenmodellen
Fast alle der heute erhältlichen Uhrenmodelle gab es in ihrer jetzigen Erscheinungsform bereits vor rund 50 Jahren. Zwar haben alle Modelle im Verlauf der letzten Jahrzehnte erheblichen Verbesserungen erfahren, diese waren jedoch maßgeblich technischer Natur und wurden jeweils in sehr vorsichtigen, einzelnen Schritten vollzogen. So wurde beispielsweise erst Ende der 80er Jahre das Plexiglas gegen Saphirglas ausgetauscht. Unter Kennern des Gebrauchtuhrenmarktes gilt dies als einer der Hauptgründe für die hohen Gebrauchtpreise von Rolexuhren, die auch dann zu erzielen sind, wenn es sich um kein gesuchtes Sammlermodell handelt.
2. Kompromissloses Werkdesign
Das Rolex-Kaliber 3135, das in verschiedenen Ausgestaltungen allen Dreizeigeruhren von Rolex zugrunde liegt, ist sowohl konstruktiv als auch optisch auf Robustheit, Genauigkeit und lange Wartungsintervalle ausgelegt. Es baut daher im Vergleich zu den Werken anderer hochpreisiger Luxusuhren relativ hoch und kommt optisch eher weniger ansprechend daher. Zudem weist es einige konstruktive Eigenheiten auf, wie beispielsweise rot eloxierte Bauteile, eine Brequet-Spirale und einen Aufzugsmechanismus, bei dem die Achse der Schwungmasse in einem Sitz aus synthetischem Rubin gelagert ist (normalerweise wird der Rotormechanismus Stahl in Stahl als Kugellager gebaut).
1908 wurde der Markenname „Rolex“ offiziell registriert, und 1910 erhielt eine Rolex die erste Auszeichnung. Wilsdorf erkannte lange vor seinen Konkurrenten die Zukunft von Armbanduhren, die bis 1920 noch wenig verbreitet waren. Man glaubte zu dieser Zeit, das Gehäuse von Armbanduhren sei zu klein, als dass das Werk genau und zuverlässig laufen könnte. Wilsdorf strafte die Skeptiker Lügen, indem es ihm ein ums andere Mal gelang, für derartige Uhren Ganggenauigkeitszeugnisse zu erhalten.
Nachdem England 1915 hohe Importsteuern für Uhren festgesetzt hatte, verlegte Rolex den Firmensitz nach Biel/Bienne und später nach Genf. 1926 wurde die weltweit erste patentierte wasserdichte Uhr unter dem Namen „Oyster“ vorgestellt. Die Sekretärin Mercedes Gleitze unternahm am 7. Oktober 1927 als erste Engländerin den offiziellen Versuch, den Ärmelkanal zu durchschwimmen. Hans Wilsdorf erkannte die große Chance, seine neue Uhr einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Er schenkte Mercedes Gleitze eine „Oyster“-Uhr, unter der Bedingung, sie solle bei ihrer Kanaldurchquerung die Uhr bei sich tragen und so der ganzen Welt die herausragende technische Qualität seiner Erfindung beweisen. Mercedes Gleitzes stimmte zu. Ihr Versuch scheiterte aufgrund der widrigen Witterungsverhältnisse (Kälte, starker Wind, hohe Wellen) nur knapp vor dem Erreichen der französischen Küste, unter normalen Wetterbedingungen hätte sie es wohl geschafft. Die Uhr jedoch hatte die extremen Strapazen gut überstanden; sie hatte sich als vollkommen dicht erwiesen und ging nach mehr als acht Stunden im eisigen Wasser nur wenige Sekunden nach. Für Hans Wilsdorf war die gescheiterte Kanaldurchquerung trotzdem ein Triumph, und er lancierte am 24. November 1927 für den damals sagenhaften Betrag von 4.000 Pfund eine entsprechende Werbeanzeige auf der Titelseite der Londoner Tageszeitung Daily Mail. Es darf wohl gesagt werden, dass selten eine einzige Investition derartige Früchte trug: Die Anzeige mit dem Titel "Die Wunder-Uhr, die den Elementen trotzt" (The wonder watch that defies the elements) katapultierte den Namen Rolex schlagartig ins öffentliche Interesse und machte die Firma zu einem weltweiten Begriff für sehr dauerhafte Uhren; das ab den 1930er Jahren verwendete tonnenförmige Design ist seither weitestgehend unverändert geblieben. 1931 wurde von Rolex erstmals in die wasserdichte Armbanduhr "Oyster Perpetual" ein Automatikuhrwerk (Selbstaufzug) eingebaut, eine bahnbrechende Entwicklung für mechanische Uhren und für Rolex weltweit patentiert. Weitere Meilensteine der Unternehmensgeschichte waren die 1953 vorgestellte „Submariner“, wasserdicht bis 200 m (heute bis 300 m), das aus der „Submariner“ weiterentwickelte Modell „Seadweller“ (1971), das als erste Armbanduhr über ein Heliumventil für Tiefseetaucher (bis 610 m, ab 1980: bis 1.220 m) verfügte oder die „Oyster Perpetual Day Date“. Für die erfolgreiche britische Expedition zum Mount Everest im Jahre 1953 entwickelte Rolex das Uhrenmodell "Explorer". 1954 wurde die GMT-Master vorgestellt. 1960 tauchte eine am Bathyscaph von Jacques Piccard befestigte Rolex 10.916 m tief in den Marianengraben. Besonders populär wurde das 1961 vorgestellte Chronographenmodell „Daytona“, das durch den Schauspieler Paul Newman in einem Filmauftritt bekannt wurde. Insbesondere in seiner Variante mit Stahlgehäuse erreicht es hohe Sammlerpreise, da die hergestellte Stückzahl bewusst niedrig gehalten wird.
Der ab Beginn der 1980er Jahre einsetzende Siegeszug der Quarzuhr, der für viele schweizerische Uhrenmanufakturen das Aus bedeutete, konnte Rolex nicht ernsthaft gefährden, zumal schon in den 1990er Jahren eine Renaissance der mechanischen Uhrwerke einsetzte, die Rolex meist in eigener Regie produziert.
Eigentümer der Firma Rolex ist eine von Hans Wilsdorf 1944 gegründete Stiftung. 1999 stellte Rolex etwa 700.000 Uhren her und war damit mit deutlichem Abstand Marktführer im Luxusuhrensegment. Im Jahr 2004 stellten etwa 5.000 Angestellte etwa 800.000 Uhren her und erwirtschafteten damit einen Umsatz von etwa 2 Milliarden Euro. Elegantere und zierlichere Uhren werden seit 1980 mit der Rolex-Kollektion Cellini angeboten, benannte nach dem Goldschmied Benvenuto Cellini (1500-1571). Eine preiswertere Zweitlinie von Rolex sind Uhren der Marke Tudor. Rolex ist sehr aktiv in der Werbung mit Prominenten aus Kunst und Kultur sowie im Sponsoring von Sport- und Kulturevents.
Aktuelle Kaliber:
Das heute sehr seltene Modell Daytona Ref:6239-6240-6241 verkaufte sich in den Jahren bis zur Einstellung der Produktion circa 1988 überaus schleppend. Erst als das Modell nicht mehr zu bekommen war, haben speziell italienische Sammler und Uhrenkenner aus Deutschland dieses Modell zum Sammelobjekt gemacht. Herausragend sind bei diesen Modelle die mit dem sogenannten Paul-Newman-Zifferblatt ausgestatteten Modelle. Hierbei muss allerdings auch die Referenz 6239 mit dem Zifferblatt übereinstimmen, da es sich sonst unter Umständen um eine nachträglich veränderte Uhr handelt. Preise von bis zu 50.000 Euro sind für diese Modelle schon auf Auktionen erzielt worden. Verschiedene Publikationen von Privatsammlern (Reference Guide von Charles Jarmann & Rolex Sports Watches) haben sich in den letzten Jahren speziell auch wegen des Handels per Internet als hilfreiche Quellen erwiesen. Diesen Mythos hat sich Rolex zu Nutze gemacht und das Modell der Neuen Daytona in Stahl in sehr geringen Stückzahlen in den Handel zu geben. Kunden müssen Wartezeiten für diese Uhr von bis zu acht Jahren in Kauf nehmen. Eine Daytona in Stahl wird je nach Werk (Zenith oder Rolex Doppelfederhaus) von Händlern um die 9.000 Euro angeboten. Weitaus interessanter ist das Sammeln alter Rolex-Modelle, da diese Uhren auch nach 50 Jahren noch alltagstauglich sind und Ersatzteile ohne Schwierigkeiten zu bekommen sind. Gerade in der Bundesrepublik haben sich kleinere Uhrmacherbetriebe auf die Restauration von Rolex Uhren spezialisiert und sind in der Lage, auch arg mitgenommene Modelle wieder fast in den Neuzustand zu versetzen.
Mit dem Begriff Nachtauslage versuchen unseriöse Verkäufer Imitate an unerfahrene Käufer zu verkaufen. Es gibt keine Rolex Nachtauslage. Besonders gefährdete Rolexkonzessionäre räumen Ihre Schaufenster abends aus.
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