article

Bremen_Roland.jpg Der Roland ist ein Standbild eines Ritters mit bloßem Schwert (Richterschwert), das vor allem in nord- und ostdeutschen Städten häufiger zu finden ist.

Bedeutung


Im Mittelalter wurden Rolande als Zeichen bürgerlicher Freiheit in vielen Städten aufgestellt („Rolandstadt“). Die Rolandsfigur galt als Sinnbild der Eigenständigkeit einer Stadt mit Marktrecht und eigener Gerichtsbarkeit und damit der Freiheit. Auch andere Errichtungsgründe konnten eine Rolle spielen. So war der Brandenburger Roland auch Ausdruck der wirtschaftlichen Prosperität der Stadt.

Der Figur des Roland, die durch das Rolandslied bekannt wurde, hatte im Mittelalter den Status eines Volkshelden. Der Ruhm geht zurück auf das Schicksal Hruotlands, der unter König Karl dem Großen Graf der bretonischen Mark war. Roland fiel bei einem Rückzugsgefecht gegen die Waskonen (Basken unter Graf „Lupus“) in den Pyrenäen im Tal von Roncesvalles am 15. August 778. Hieraus entstand das „Rolandslied“. Roland wurde später auch als Gegensymbol zur kirchlichen Herrschaft genutzt. Die ältesten Figuren des Rolands, vor allem in Südeuropa, hatten hingegen einen starken christlichen Bezug. Rolande standen hauptsächlich dort, wo das sächsische Recht galt.

Der Roland in der Stadt Bremen


Bremen hatte Schriften zufolge mit dem Bremer Roland bereits früh einen hölzernen Roland, er verbrannte jedoch 1366. 1404 wurde der Bremer Roland als Symbol für Recht und Freiheit im fränkischen Reich aus hellem Elmkalkstein neu errichtet, der aus dem Elm stammt. Er wurde auf dem Rathausplatz gegenüber dem Bremer Dom aufgestellt. Für die damalige Kirche stellte dies einen Affront dar, verfestigte es doch den Wunsch der Bremer Bürger nach Unabhängigkeit von der in der Stadt herrschenden Kirche. Von Bremen aus verbreitete sich das Bild des Rolands als Freiheitssymbol in Europa. Im Juli 2004, 600 Jahre nach seiner Errichtung, wurde der Roland von Bremen zusammen mit dem Bremer Rathaus, aufgrund dieser Bedeutung für die Unabhängigkeit der Stadt, in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Weitere Statuen


Haldensleber Roland.jpg]] Belegt sind etwa 55 Rolandstatuen, von denen 20 erhalten sind. Allein 13 der bekannten Statuen befinden sich in Sachsen-Anhalt, was eine deutliche Konzentration im östlichen und westlichen Raum der mittleren Elbe zeigt. Dies entspricht dem östlichen und nördlichen Grenzbereich des Frankenreiches um 800 und deutet die Verbindung zu Karl dem Großen an.

Eine Besonderheit stellt unter anderem der Haldensleber Roland dar, da er der einzige reitende Roland ist, möglicherweise an die zur Zeit der Aufstellung (1528, als Nachfolger eines älteren, hölzernen Rolands von 1419) zeitgemäßen Darstellungen Maximilians I. angelehnt. Wie auch beim Haldensleber Roland war es häufig so, dass ältere meist hölzerne Rolande durch neue ersetzt wurden, die in späterer Zeit fast immer aus Stein errichtet waren.

In einigen Orten wurde der Roland später zum Wappenmotiv, so in Wedel, Bad Bramstedt oder in Hehlingen. Das Hehlinger Wappen zeigt einen reitenden Roland. Es handelt sich um den Roland, der heute in Haldensleben zu finden ist. Er wurde laut Legende 1419 aus Hehlingen entführt. Entsprechende Entführungslegenden finden sich häufiger im Zusammenhang mit Rolanden, was als ein weiteres Zeichen ihrer hohen symbolischen Bedeutung gewertet werden kann.

In den bedeutenden Städten Westfalens existierten Analogien zu den Rolandsstatuen. In der Reichsstadt Dortmund war die Funktion auf Stadtpatron Reinoldus übertragen. Ein übermannsgroßes, hölzernes Standbild des Heiligen aus dem frühen 14. Jh. befindet sich bis heute in der Reinoldikirche, eine weitere Statue war ehemals auf der Stadtmauer aufgestellt. In der vergleichbar großen Stadt Soest war die "Rolandsfunktion" auf St. Patrokli projiziert.

Siehe im weiteren: Liste der Rolande.

Moderne Rolandfiguren


  • Kiel: Der Schwertmann von Adolf Brütt (1912).
  • Bad Windsheim, 1928 errichtet als Mahnmal, acht Meter hohe Rolandfigur aus Muschelkalksandstein und elf Meter hohe Säule
  • Bremen-Katasteramt: „Rolandplastik“ von August Welp (um 1975).
  • Debstedt: „Blechroland“ von Albrecht von der Reith (um 1995).

Bilder


Image:Roland Bad Windsheim.JPG|Bad Windsheim 8 Meter großer Roland Bild:Roland - Brandenburg an der Havel.jpg|Brandenburg an der Havel Roland Bild:Bremen_kleiner_Roland_in_der_Bremer-Neustadt_2003-05-11.jpg|Bremen-Neustadt Kleiner (2.) Roland Image:Calbe Roland.jpg|Calbe (Saale) Roland Bild:Roland_Nordhausen.jpg|Nordhausen Roland

Literatur


  • Renate und Roger Rössing: Rolande in Deutschland. Hinstorff, Rostock 2004, ISBN 3-356-00976-1
  • Hans-Jürgen Paskarbeit und Dr. Karl Feldkirch: 600 Jahre Bremer Roland (1404-2004). COBS Multimedia, Bremen 2004, ISBN 3-936587-05-1
  • Dr. Dietlinde Munzel-Everling: Rolande der Welt, CD-ROM von 2004; ISBN 3-00-013829-3
  • Dr. Dietlinde Munzel-Everling: Rolande: die europäischen Rolanddarstellungen und Rolandfiguren. Stekovics, Dößel 2005, ISBN 3-89923-104-X. Inhaltsverzeichnis: http://www.bsz-bw.de/rekla/show.php?mode=source&eid=UNI%5F0%5F12065856inh

Weblinks


Rolandsstatue | Denkmal

Roland | Rolando

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Roland (Statue)".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld