Rohrzucker ist der Überbegriff für alle Zuckersorten, die als Hauptbestandteil Saccharose enthalten. Diese ist ein Disaccharid, ein aus zwei Monosaccharidmolekülen (Glucose und Fructose) aufgebauter Zucker. Die Summenformel lautet C12H22O11.
Der Ursprung des Zuckerrohrs liegt in Polynesien. Seit dem 5. Jahrhundert nach Christus wird es in IndienSárkará ist die altindische Bezeichnung für Grieß, Kies und Geröll. Daraus entstand das griechische sákcharon, aus dem das lateinische saccharon entlehnt wurde, aus dem die Fachbezeichnung Saccharose entstand. landwirtschaftlich genutzt. Die Kreuzfahrer brachten den Zucker nach Europa. Hauptumschlagsplatz war Venedig. Der Zucker galt damals als Luxusartikel, so dass der größte Teil der Bevölkerung die Speisen weiterhin mit Honig süßte.
In Sizilien und Südspanien wurde das Zuckerrohr zunächst von den ArabernVom arabischen sukkar leitet sich das italienische zucchero ab, aus dem dann das deutsche Zucker entlehnt wurde. angebaut. Nach der Reconquista verlagerten die Spanier den Anbau auf die Kanarischen Inseln, von wo er in die Karibik und damit auch nach Jamaika gelangte.
Neben dem weißen Raffinade-Zucker gibt es Roh-Rohrzucker und Vollrohrzucker, der auch als getrockneter Zuckerrohrsaft bezeichnet wird. Roh-Rohrzucker ist teilweise raffiniert und enthält 0,3 bis 1 % Melasse. Vollrohrzucker ist unraffiniert und enthält alle im Zuckerrohr enthaltenen Mineralien, insbesondere Eisen, Magnesium und Calcium, sowie B-Vitamine. Charakteristisch für diesen Zucker ist der karamellartige Eigengeschmack. Studien des Schweizer Kinderarztes Dr. Max-Henry Béguin haben zudem ergeben, dass Vollrohrzucker kaum zu Karies führt.
Eine dunklere Version des Rohrohrzuckers mit großen Kristallen und ca. 2 - 3 % Melassegehalt nennt man Golden Brown oder Demerara.
Auch weißer Raffinade-Zucker kann aus Zuckerrohr hergestellt werden, dies sogar deutlich billiger als aus Zuckerrüben; wegen der hohen Schutzzölle und Stützpreise der EU ist weißer Rohrzucker aber hierzulande nicht konkurrenzfähig.
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