Grundlagen
Rohrleitungen sind zur Durchleitung von Fluiden und Gasen bestimmte Leitungsbauteile, die für den Einbau in ein System miteinander verbunden sind.
Zu
Rohrleitungen zählen insbesondere
Rohre, Rohrformteile, Ausrüstungsteile, Ausdehnungsstücke, Schlauchleitungen,
Armaturen,
Dichtungen, Verbindungselementen wie
Flansche,
Fittinge,
Verschraubungen oder
Muffen. Im weiteren Sinne gehören auch noch
Pumpen und
Rohrunterstützungen zu dieser Zusammenstellung. Diese Einzelteile unterliegen häufig der
Normung. So ist es möglich, eine Rohrleitung wie aus einem
Baukasten zusammenstellen zu können.
Rohrleitungen werden in der Nennweite von wenigen Millimetern bis zu einigen Metern ausgeführt und können im Falle einer Pipeline die Länge von Tausenden von Kilometern erreichen. Die Nenndruckstufen können bis zu einigen hundert bar erreichen. Die Wahl der Werkstoffe einer Rohrleitung richtet sich nach statischen und dynamischen Belastungen (z. B.: Nenndruckstufe, Verkehrslasten, Erddrücke, Drücke von innen oder außen, Druckstoß), mechanischen Beanspruchungen (beispielsweise Fließgeschwindigkeiten, Geschiebestoffe), korrosiver Beanspruchung sowie Art und Temperatur des zu transportierenden Fluids.
Bestimmte konstruktive Festlegungen für Rohrleitungen wie Nenndruckstufe, Werkstoffe, Flanschausführungen, Dichtungen usw. werden in sogenannte Rohrklassen definiert.
Je nach Temperatur des zu transportierenden Fluides oder Umgebungstemperatur kann eine Wärmeisolierung, Kälteisolierung oder eine Rohrbegleitheizung oder -kühlung der Rohrleitung erforderlich sein.
Rohrleitungen mit einem inneren Betriebsdruck von über 0,5 bar sind gemäß der Druckgeräterichtlinie 97/23/EG ein "Druckgerät" und dürfen nur in Übereinstimmung mit dieser Richtlinie in Verkehr gebracht werden.
Planungsunterlagen
Bei der
Konstruktion,
Planung und dem Bau von Rohrleitungen in Großanlagen wie
Kraftwerken,
Raffinerien und Produktionsstätten der
chemischen Industrie laufen die einzelnen Planungsschritte mit der Erstellung der folgenden Planungsmittel ab:
Mit Hilfe dieser Planungsunterlagen ist es möglich, ein von Rohrleitungen bestimmtes Gebilde wie beispielsweise ein Großkraftwerk zu planen und zu bauen.
Rohrleitungen aus Kunststoffen
In den vergangen Jahren haben Rohrleitungen aus Kunststoffen zunehmend an Bedeutung gewonnen. Sie sind mittlerweile mit 54 % Marktanteil und einem Volumen von 2.500.000 Tonnen/Jahr die wichtigsten Werkstoffe für Rohrsysteme in Europa. Am häufigsten werden Systeme aus
Polyethylen (PE),
Polypropylen (PP) und
Polyvinylchlorid (PVC) in den Bereichen Wasserversorung, Gasversorgung, Abwasserentsorgung und Industrierohrleitungen eingesetzt.
Auch für die kommenden Jahre wird für Rohrsysteme aus Kunststoff ein kontinuierliches Wachstum erwartet, dass sich vor allem für PE auf die Sanierung von bestehenden Wasserversorgungsleitugen und für PVC und PP auf den Abwasserbereich stützt.
siehe z.B. auch Polyethylenrohr
Feststoffe
Rohrleitungen für Feststoffe (z. B.
Granulate,
Mehl,
Stäube) werden oftmals als
Schurre bezeichnet. Man findet sie zum Beispiel in der
Zementindustrie oder in
Mühlen für
Getreide. Sie zeichnen sich durch große
Radien bei Richtungsänderungen aus, die zugehörigen Rohrbögen sind oftmals aus einem besonders
verschleißfesten Material bis hin zu künstlichem
Basalt ausgeführt.
Weiterhin können sich Feststoffe während des normalen Betriebes im Inneren von Rohrleitungen ablagern. Diese Ablagerungen können zur Blockade der Strömung bis hin zu einer Verstopfung der Leitung führen und müssen daher regelmäßig durch eine Rohrreinigung beseitigt werden.
Betriebssicherheit
Als wichtiger Bestandteil von technischen Anlagen müssen Rohrleitungen im Zuge der Anlagensicherheit (Betriebssicherheit) gewartet werden. Dies gilt insbesondere für Rohrleitungen, die neben der Dichtheit weitere physikalische Eigenschaften wie
Reibungskoeffizient oder Wärmedurchgangskoeffizient erfüllen müssen.
Besondere Vorschriften gelten für druckbelastete Rohrleitungen und die entsprechenden Durchflussmedien, beispielsweise Rohrleitungen für
Wasserdampf in
Dampfkraftwerken.
Rohrleitungen mit einem inneren Überdruck von mehr als 0,5 bar für entzündliche, leichtentzündliche, hochentzündliche, ätzende, giftige oder sehr giftige Gase oder Flüssigkeiten sind
überwachungsbedürftige Anlagen im Sinne der
Betriebssicherheitsverordnung und müssen je nach Gefährdungspotential durch
zugelassene Überwachungsstellen oder
befähigte Personen vor Inbetriebnahme und in bestimmten Fristen geprüft werden.
Die Wartung umfasst:
Weblinks
Siehe auch
Fluidelement | Kanalisation | Rohr
Piping | لولهکشی | צנרת | Piping | Piping