Flagge der Rohingya.png Die Rohingya sind eine muslimische Volksgruppe (Ethnie) in Myanmar und bilden etwa 4,5 % der Bevölkerung. Die Rohingya leben hauptsächlich in den drei nördlichen großen Zentren des myanmarischen Bundesstaates Rakhine (ehemals Arakan): Maungdaw, Buthidaung und Rathedaung. Als Flüchtlinge leben sie auch in mehreren anderen Ländern Asiens.
Die Rohingya bildeten während der britischen Kolonialzeit die Bevölkerungsmehrheit in Rakhine. In den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts und vor allem nach der Unabhängigkeit Birmas kam es aber zu Spannungen zwischen den buddhistischen Arakanesen (Magh) und den muslimischen Rohingya, weswegen viele Rohingya Myanmar in Richtung Chittagong in Bangladesch verließen. Die myanmarische Regierung betonte, dass die Rohingya vor nicht allzu langer Zeit aus Bengalen eingewandert seien und verweigerten ihnen daher den Status als einheimische Bevölkerungsgruppe, was ihnen laut Verfassung des Landes die Staatsbürgerschaft gesichert hätte. Mit der unklaren Situation der Staatsbürgerschaft begründete das U Nu-Regime seinen Terror gegen die Rohingya. Daraus folgende Wellen von hunderttausenden Rohingyaflüchtlingen überschwemmten Bangladesch in den sechziger, achtziger und neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts, was zu internationalen Krisen führte.
Besonders schwere Zwischenfälle gab es 1942, 1962, 1978 und 1991. 1991 suchten 250.000 Rohingyaflüchtlinge Schutz im Distrikt Cox's Bazar vom benachbarten Bangladesch. Obwohl später einige zurückkehrten, blieben doch viele in den Flüchtlingscamps. Es wird geschätzt, dass seit der Unabhängigkeit des Landes etwa eine bis anderthalb Millionen Rohingya ins Exil gingen. Diese leben hauptsächlich in Bangladesch, Pakistan und Saudi-Arabien, eine kleinere Anzahl in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Thailand, und Malaysia. Seit 2005 hat das UNHCR bei der Rückführung von Rohingya aus Bangladesch geholfen, doch Berichte von Menschenrechtsverletzungen in den Flüchtlingslagern bedrohen diese Bemühungen.*
Rohingyaaktivisten werfen der myanmarischen Regierung vor, dass sie das muslimische Rakhine in eine buddhistische Region umwandeln und die Muslime zu einer bedeutungslosen oder überschaubaren Minderheit machen wollen. Deswegen seien mehr als ein Viertel des gesamten Ackerlandes dem Dschungel überlassen worden. Die Regierung habe damit begonnen, beschlagnahmtes Rohingyaland an Arakanesen von innerhalb und außerhalb Rakhines zur Besiedlung zu übergeben. Es wird behauptet, dass Pagoden und buddhistische Klöster vor allem an Stellen errichtet werden, wo zuvor islamische Gebäude niedergerissen wurden, um Rakhines Erscheinungsbild in ein buddhistisches umzuwandeln.
Die Sprache der Rohingya ist eine östliche Indoarische Sprache der Indogermanischen Sprachfamilie. Rohingya-Sprecher können sich mit Sprechern des Chittagong-Dialekts* des Bengali verständigen, welcher im Südosten Bangladeschs gesprochen wird. Die Sprache hat viele Lehn- und Fremdwörter aus Urdu, Hindi, Bengali und Arabisch, aber auch einige Wörter aus Birmanisch und Englisch sind eingegliedert. Die Sprache wurde ursprünglich in arabischer Schrift geschrieben, jedoch gibt es seit kurzem Bemühungen die Sprache in lateinischer Schrift zu schreiben. Das Ergebnis daraus nennt man Rohingyalisch.
Ihre Religion, mehrheitlich der Islam, ist für die Rohingya von großer Bedeutung. Es gibt Moscheen und religiöse Schulen in jedem Stadtviertel und Dorf. Traditionell beten die Männer in der Gemeinde, während die Frauen zu Hause beten. Für ältere Rohingyamänner ist es üblich, sich Bärte wachsen zu lassen. Frauen tragen ein muslimisches Kopftuch.
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