Roger McGuinn (* 13. Juli 1942 als James Joseph McGuinn in Chicago) war in den 1960er und 1970er Jahren einer der einflussreichsten Persönlichkeiten der amerikanischen Folk-Rock-Szene. Bekannt wurde er vor allem als Gründungsmitglied und Frontmann der Byrds.
Nachdem er sich in der Szene einen Namen gemacht hatte (noch als Jim McGuinn, den Namen Roger nahm er erst 1968 an), wurde er vom Chad Mitchell Trio angeheuert. Er blieb mehr als zwei Jahre bei der Gruppe und wirkte bei mehreren Schallplattenaufnahmen mit. 1962 schloss er sich Bobby Darin an. In diesen Jahren begann er mit dem Songschreiben. Als Session-Musiker wirkte er bei Aufnahmen bekannter Musiker wie Judy Collins, Hoyt Axton und Tom & Jerry (den späteren Simon & Garfunkel) mit. 1963 kam es zu einer musikalischen Umorientierung. Er wurde von den Beatles unwiderstehlich in den Bann gezogen, und trat sogar eine Zeitlang als Imitator des Liverpooler Quartetts auf.
Seine nächste Station war Los Angeles, wo er im Troubador Club auftrat. Hier traf er Anfang 1964 auf Gene Clark und David Crosby, die ebenfalls einen Folk-Background hatten und sich für die Beatles begeisterten. Wenig später gründete man die Gruppe Jet Set, zu der bald darauf noch Chris Hillman und Michael Clarke stießen. Ende 1964 nannte man sich in The Byrds um. Die zwei Monate später eingespielte Single Mr. Tambourine Man erreichte Platz Eins der Charts und machte die Byrds weltweit bekannt.
McGuinn trug mit seiner 12-saitigen Rickenbacker-Gitarre entscheidend zum Sound der Byrds bei. Er galt als führender Kopf der Band, hatte aber oft Mühe, sich gegen Clark und Crosby durchzusetzen. 1968 wurde er vom musikalisch hochtalentierten und gleichermaßen egozentrischen Gram Parsons zeitweilig an den Rand gedrängt. Streitereien und häufiger Personalwechsel waren kennzeichnend für die Gruppe, die trotz abnehmender Verkaufs- und Hitparadenerfolge in der Folk-Rock-Szene über lange Jahre eine führende Rolle spielten und als musikalische Trendsetter galten. Ab 1968 war McGuinn nach dem Ausscheiden Hillmans letztes verliebenes Gründungsmitglied und alleiniger Inhaber der Namensrechte. Anfang 1973 lösten sich die Byrds endgültig auf, fanden sich aber wenig später für kurze Zeit zur Produktion eines weiteren Albums zusammen.
Per Zufall traf er 1975 in einem New Yorker Club auf Bob Dylan, der ihn einlud, an seiner nächsten Tournee teilzunehmen. Kurzentschlossen feuerte McGuinn seine Band und schloss sich Dylans Rolling Thunder Revue an, die im Oktober des selben Jahres ihre legendäre Tournee startete. Mitwirkende waren unter anderem Joan Baez und Joni Mitchell. Erstmals seit langem konnte McGuinn wieder Erfolge feiern. Allerdings war sein drittes Solo-Album, das 1976 erschienene Cardiff Rose erneut ein kommerzieller Fehlschlag, obwohl es von anerkannter musikalischer Qualität war. Ausschlaggebend waren unter anderen seine mangelhaften gesanglichen Qualitäten (die bei den Byrds durch einen mehrstimmigen Harmoniegesang verdeckt wurden).
1977 gründete er die Band Thunderbyrds, die erst nach etlichen personellen Umbesetzungen musikalisch harmonierte. Die endgültige Besetzung umfasste den Gitarristen Rick Vito, den Drummer Greg Thomas und dem Bassist und Sänger Charlie Harrison. Mit den Thunderbyrds trat er im Juli desselben Jahres beim ersten Rockpalast-Festival des WDR auf.
Nachdem Gene Clarke ohne Rücksprache den Namen "Byrds" verwendet hatte, fanden sich Crosby, McGuinn und Hillman noch einmal zu einer kurzzeitigen Reunion zusammen. 1989 veröffentlichte McGuinn mit Back From Rio ein bemerkenswertes Soloalbum, bei dem er von zahlreichen bekannten Musikern, darunter Hillman und Crosby unterstützt wurde und das eine Reminizenz an den den Sound der Byrds darstellte. Auch in seinem 2004 erschienenen Album Limited Edition setzte er auf die Musik, mit der er in den 1960er Jahren erfolgreich war.
Limeliters: Tonight In Person (1961)
Chad Mitchell Trio: Mighty Day On Campus (1962) - The Chad Mitchel Trio At The Bitter End (1962)
Byrds: Mr. Tambourine Man (1965) - Turn! Turn! Turn! (1965) - Fifth Dimension (1966) - Younger Than Yesterday (1967) - The Notorious Byrd Brothers (1968) - Sweetheart Of The Rodeo (1968) - Dr. Byrds & Mr. Hyde (1969) - Ballad Of Easy Rider (1969) - Untitled (1970) - Byrdmaniax (1971) - Farther Along (1971) - Byrds (1973)
Mann | US-Amerikaner | Rockmusiker | Geboren 1942
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