| Rockwell B-1B Lancer | |
|---|---|
| B-1B in flight.jpg | |
| Technische Daten | |
| Länge: | 44,81 m |
| Spannweite: | 23,85 – 41,67 m |
| Höhe: | 10,24 m |
| Flügelfläche: | 181,8 m² |
| Triebwerke: | Vier F-101-GE-102 Turbofan |
| Schub: | je 136,92 kN |
| max. Geschwindigkeit: | Mach 1,2 |
| Reichweite: | 12.000 km |
| Dienstgipfelhöhe: | 15.000 m |
| Gewicht: | leer: ca. 90 t max. Abhebegewicht: ca. 216 t |
| Besatzung: | Vier |
__TOC__
Die Vorstellung der Unantastbarkeit hochfliegender Bomber hatte sich bereits Anfang der 1960er Jahre als überholt erwiesen. Der Abschuss von Francis Gary Powers' Lockheed U-2 1960 zeigte, dass Höhe allein kein Schutz mehr vor Flugabwehrraketen darstellte. Der zukünftige bemannte Bomber musste sein Ziel also tieffliegend erreichen. Dies war auch der Grund, warum das Vorläuferprojekt, der Hochgeschwindigkeitsbomber North American XB-70, bereits 1963, noch vor seinem Erstflug, eingestellt wurde. Ende 1969 schließlich verlangte die Air Force von den Herstellern ihre Entwürfe für einen Bomber. Im Juni 1970 schließlich wurde Rockwells Vorschlag angenommen und ein Vertrag über fünf B-1-Prototypen geschlossen, welcher kurze Zeit später auf vier Flugzeuge verringert wurde.
Am 1. Dezember empfahl der Defence System Acquisition Review Council (dt.: Rat zur Klärung der Beschaffung von Verteidigungstechnologie) die Anschaffung von 244 Bombern, die Kosten wurden im Haushalt 1978 festgeschrieben. Im Zuge der SALT-Rüstungsbegrenzungsgespäche reduziert das Pentagon diese Zahl ein halbes Jahr später auf 150. Als schließlich bekannt wurde, dass der Kostenrahmen von 100 Mio. US-Dollar pro Einheit gesprengt werden würde, erklärte der damalige US-Präsident Jimmy Carter am 30. Juni 1976 das Aus für die B-1A; am 6. Juli wurden die Verträge beendet. Dies wird nicht nur den hohen Kosten und den Rüstungsgesprächen zugeschrieben, sondern auch dem Aufkommen von in der Luft gestarteten Marschflugkörpern, die die Aufgaben der B-1 erfüllen konnten, ohne Piloten und wertvolle Maschinen dem feindlichen Feuer auszusetzen.
Dafür wurden die B-1A-Prototypen Nr. 2 und 4 zu B-1B-Prototypen umgewandelt, jedoch ging 74-0159 (Prototyp 2) am 29. August 1984 verloren, als die Crew beim Schwenken der Flügel den Treibstoffförderrechner übersteuerte und dadurch außerhalb des Bereiches des zulässigen Schwerpunkts geriet. Die Maschine wurde dadurch flugunfähig und stürzte ab. Dabei verlor Rockwells Chefpilot Doug Benefield sein Leben, da die Rettungskapsel mit der Besatzung zwar abgesprengt wurde, jedoch das Fallschirmsystem nicht ordnungsgemäß arbeitete. Das Unglück hatte allerdings wenig Auswirkungen auf das Programm, da die erste echte B-1B (82-0001) bereits am 4. September 1984 ihren Rollout hatte und 6 Wochen später zum Jungfernflug abheben konnte. Die beiden noch existenten B-1A-Prototypen stehen heute im Strategic Air and Space Museum in Ashland, Nebraska und im Wings Over the Rockies Air and Space Museum in Denver, Colorado.
Mit noch 93 aktiven Einheiten (die restlichen Bomber gingen bei Unfällen verloren) zum Jahrtausendwechsel wurden der Air Force die Kosten für die Unterhaltung der Flotte zu hoch, so dass ab 2002 insgesamt 24 Einheiten im Aerospace Maintenance and Regeneration Center eingemottet wurden, um die gesparten Gelder für Modernisierungsprojekte verwenden zu können. Davon wurden zehn Modelle konserviert, die restlichen 14 wurden als Ersatzteillieferant zur Ausschlachtung freigegeben. Acht Einheiten wurden zusätzlich zur Aufstellung in Museen außer Dienst gestellt. Nachdem die restlichen 60 Bomber über Afghanistan und dem Irak gute Leistungen zeigten, entschied man sich, sieben der inaktiven Flugzeuge wieder der aktiven Flotte zuzuordnen.
Im Oktober 2005 waren noch 65 Maschinen im aktiven Dienst http://www.af.mil/factsheets/factsheet.asp?fsID=81. Diese Maschinen gehören zum Air Combat Command und sind auf den Airforce-Basen Dyess in Texas und Ellsworth in South Dakota stationiert. Zwei weitere Exemplare stehen auf der Edwards Air Force Base dem Air Force Materiel Command für Tests zur Verfügung.
Im Mai 2006 wurde eine B-1B erstmalig auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin ausgestellt.
Bisher ist kein Entwurf für einen neuen strategischen Bomber existent, so dass die Flotte der B-1-Bomber noch bis weit ins 21. Jahrhundert hinein in Dienst stehen wird und zusammen mit den noch aktiven B-52H und der geringe Stückzahl an gebauten B-2A Spirit die gesamte Langstreckenbomberflotte bilden. So plant die Air Force, die Anzahl an aktiven B-1 bis 2037 auf dem gegenwärtigen Stand von über 60 Einheiten zu halten. Dies scheint realistisch, wenn man bedenkt, dass die am schnellsten verschleißende Stelle des Flugzeuges die Flügelunterseite ist, die nach nach jetzigen Hochrechnungen nach etwa 15.000 Flugstunden ersetzt werden müsste http://www.fas.org/nuke/guide/usa/bomber/bmap99.pdf (pdf). Da dies nach heutigen Maßstäben nicht wirtschaftlich geschehen kann bedeutet dies die zeitliche Grenze des Einsatzes der B-1B. Bis 2000 hatte die meistgeflogene B-1B etwa 5000 Flugstunden angesammelt, so dass die ersten Außerdienststellungen auf Grund von Verschleiß, je nach Beanspruchung der Flotte in der Zukunft durch Training oder Einsatz, nach 2030 zu erwarten sind.http://www.b1b.wpafb.af.mil/pages/pdf/5000_flight_record.pdf (pdf)
Im Cockpit nebeneinander sitzen der Pilot, der auch als Kommandant fungiert, sowie sein Co-Pilot. Beide haben zum Steuern des Flugzeuges einen Sidestick. Der Defensive System Officer (DSO) und der Offensive System Officer (OSO) sitzen hinten, in einer separaten Kabine. Der OSO sitzt an Steuerbord und ist verantwortlich für die Radaranlage, die Navigation und den Bombenabwurf, der DSO an Backbord und steuert die Störanlagen und ist für den Auswurf von Chaffs und Flares verantwortlich.
Die Crews nennen die Bomber eher selten mit dem offiziellen Spitznamen Lancer (dt.: Lanzenträger), sie verwenden für gewöhnlich Bone (dt.: Knochen), eine Referenz an die abgerundeten Formen des Rumpfes, aber auch abgeleitet von der Aussprache B-One (dt.: B-Eins).
Vor dem Cockpit sind am Rumpfbug die kleinen Canard-ähnlichen Hilfssteuerflächen des automatischen Böen-Unterdrückungssystems angebracht, die im Tiefflug Windböen ausgleichen und so für einen ruhigeren Flug sorgen, der auch zu einer geringeren Strukturbelastung führt. An den Flügeln gibt es siebenteilige Vorflügel und sechsteilige Auftriebsklappen, weshalb auf Querruder verzichtet werden konnte. Die Flügelfläche beträgt 181,10 m², die Flügel sind schwenkbar. Bei maximaler Pfeilung von 67,5° beträgt die Spannweite 23,84 Meter. Diese Pfeilung wird bei Hochgeschwindigkeitsflügen und im Tiefflug verwendet, um den Luftwiderstand und die Böenlast zu verringern. Die minimaler Pfeilung von 15° entspricht einer Spannweite von 41,66 Meter. Diese Stellung wird bei Start und Landung sowie im Sparflug verwendet. Die Landeklappen können nur bei Pfeilung kleiner 20° gefahren werden. Als Zwischenschritte sind 25°, 45° und 55° möglich. Ein Wechsel der Pfeilung verändert die Position des Auftriebpunktes. Um diesen nicht zu weit vom Schwerpunkt des Flugzeuges zu entfernen muss durch umpumpen von Treibstoff in andere Tanks die Trimmung nachgeführt werden. Dies geschieht automatisiert.
Das Seitenleitwerk ist 10,24 Meter hoch, das Höhenleitwerk, ausgelegt als Pendelruder, hat eine Breite von ca. 13 Metern. Die Höhen- sowie Seitenruder sind dabei über dem eigentlichen Rumpf angebracht.
Das Fahrwerk besteht aus einem Doppelreifen vorn und zwei Fahrwerken mit je vier Reifen hinten. Das vordere Fahrwerk wird nach vorn hin der Länge nach eingeklappt, für das Hauptfahrwerk gibt es zwei Buchten zwischen den Triebwerksgondeln, wobei die Fahrwerke nach hinten und zur Mitte hin eingefahren werden.
Die Triebwerke erzeugen über drei Generatoren mit einer Leistung von je 115 kVA elektrischen Strom für den Betrieb der elektrischen Geräte an Bord. Über zwei an Bord befindliche Auxiliary power units kann eine B-1 auch von vorgeschobenen Basen ohne Infrastruktur eingesetzt werden. Diese können im Falle eines Alarmstarts über einen Schalter am Bugfahrwerk angelassen werden, so dass sie bereits im Betrieb sind, wenn die Crew ihre Plätze einnimmt.
In den Innentanks können ca. 110.000 Liter Treibstoff mitgeführt werden, was eine Reichweite von ca. 12.000 km zulässt. Zusätzlich können in den Waffenbuchten sowie an den Aufhängungspunkten unter den Flügeln Zusatztanks mitgeführt werden, um die Reichweite zu vergrößern. Für globale Reichweite kann die B-1 auch in der Luft betankt werden, der Einfüllstutzen befindet sich auf der Nase vor den Cockpitfenstern.
Die defensive Avionik an Bord besteht aus dem AN/ALQ-161 der Eaton Corporation. Das System umfasst Radarerfasser und -störer, mit dem der DSO Radarstrahlen feindlicher Flugzeuge und Bodenstationen aufspüren und daraufhin, speziell auf das Radargerät abgestimmt, stören kann. Die Sensoren hierfür sind im Heck und in den Flügelwurzeln angebracht, damit eine 360°-Abdeckung gewährleistet ist. Gegen anfliegende Raketen kann ein Störkörper hinter dem Flugzeug hergeschleppt werden, der für die angreifende Rakete ein Ziel bietet und so die Rakete vom Bomber ablenkt (ALE-50). Das gesamte ALQ-161-System wiegt (ohne Bedienelemente) ca. 2.500 kg und verbraucht im Betrieb eine Leistung von 120 kW.
Die Verwendung der sechs externen Aufhängungen mit einer Bombenlast von bis zu 27 t ist zur Zeit technisch auf Freifallbomben beschränkt und wird von dem Abrüstungsvertrag START ebenso untersagt wie die theoretisch mögliche Mitführung von nuklearen Bomben und Raketen wie der AGM-69 SRAM in den Waffenschächten. Die externen Punkte sind operativ allerdings ohnehin eher unwichtig, da durch die Anbringung von Waffen an dieser Stelle das Stealthkonzept zunichte gemacht würde.
Am 27. und 28. Februar sowie am 18. März 1992 stellten insgesamt drei B-1B neue Rekorde für Steigleistung auf. Dabei schafften es die Maschinen mit 10 t Nutzlast auf 3.000 Meter Höhe in 1:13 Minuten (gemessen vom Zeitpunkt des Lösens der Bremsen am Boden), auf 20.000 m in 5:02 Minuten. Mit 30 t Nutzlast benötigte eine B-1B 9:42 Minuten.
Am 2. Juni 1995 starteten zwei B-1B mit einer Nutzlast von 15 t auf der Dyess AFB in Texas und flogen ostwärts über den Atlantik. Auf dem Flug über Italien bombardierten die Flugzeuge Übungsziele auf der Pachino Range in Italien, setzten ihren Flug fort über den Indischen Ozean Richtung Japan, wo sie nahe der Kadena Air Base auf Okinawa wiederum Ziele bombardierten. Von dort flogen die B-1 weiter ostwärts nach Texas, wobei sie Übungsziele in Utah angriffen. Der gesamte Flug dauerte 36 Stunden, 13 Minuten und 36 Sekunden. Auf dem 20.100 Meilen langen Flug wurden die Einheiten sechs mal betankt, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 1168 km/h stellten die Bomber neue Geschwindigkeitsrekorde in der offenen Klasse (ohne Gewichtsbeschränkung) auf, wofür die Crews die Mackay Trophy verliehen bekamen.
2003 stellte eine B-1B auf der Edwards Air Force Base Open House and Air Show fast 50 neue Geschwindigkeitsweltrekorde in ihrer FAI-Klasse (C-1, Group 3) auf, hier über Strecken von drei, 15, 25, 100, 250 und 1000 Kilometern.http://www.b1b.wpafb.af.mil/pages/pdf/b1b_recordbrk.pdf (pdf)
Block A
Block A bezeichnet die Standardversion der B-1B, mit lediglich der Fähigkeit neben nuklearen Waffen Freifallbomben vom Typ Mk. 82 zu transportieren.
Block B
Im Upgrade zu Block B, das 1995 installiert wurde, wurde das Radar verbessert, außerdem wurden die elektronischen Gegenmaßnahmen auf eine neue Version gebracht.
Block C
Mit Block C, erstmals im September 1996 eingesetzt und 1997 für einsatzbereit erklärt, wurde die Unterstützung für Streubomben hinzugefügt.
Block D
Block D erlaubte der Besatzung der B-1B das Abwerfen von Präzisionsbomben, die mit JDAM ausgerüstet sind. Außerdem wurde ALE-50 installiert. Block D war auf den ersten Maschinen ab Dezember 1998 einsatzbereit. Zur Navigation konnte ab diesem Block auch GPS eingesetzt werden. Komplett mit dem Upgrade ausgerüstet waren alle Maschinen ab Frühjahr 2004.
Block E
Das Upgrade auf Block E umfasste Verbesserungen der Avionik, so dass JSOW und WCMD abgefeuert werden können. Mit Block E wurde auch die Fähigkeit, verschiedene Munitionstypen gleichzeitig mitzuführen, eingeführt.
Block F
Block F bezeichnet die geplante Verbesserung der Verteidigungssysteme der Bomber. Dazu sollte unter anderem der geschleppte Täuschkörper auf eine verbesserte Version gebracht werden, mit dem Defensive Systems Upgrade Program sollten außerdem die Radarwarner modifiziert werden und das AN/ALQ-161 durch die verlässlicheren Systeme AN/ALR-56M und AN/ALQ-214 ersetzt werden. Wegen hoher Kosten wurde der gesamte Block jedoch im Dezember 2002 gestrichen.
Außerdem sollen die Triebwerke gegen die der F-22 Raptor (Pratt & Whitney F119-PW-100) gewechselt werden, die neben der Fähigkeit zum Supercruising bei zugeschaltetem Nachbrenner auch Mach 2,2 erreichen können. Durch die neuen Triebwerke würde die Einsatzreichweite um ca. 20% verringert werden. Aus diesem Grund soll der Bomber auch eher regionalen Aufgaben zugeteilt werden. Eine tiefe Penetration, wie sie auf Grund der geografischen Gegebenheiten gegen die Sowjetunion nötig gewesen wäre, wird nicht mehr möglich sein, da Luftbetankung über feindlichem Gebiet natürlich nicht möglich ist. Da aber Blockstaaten-Territorien wie die des Warschauer Paktes nicht mehr existieren, geht Boeing davon aus, dass der Bomber auch mit kleinerer Reichweite durch Luftbetankung direkt an der Grenze eines potentiellen Feindstaates alle Ziele erreichen kann.http://www.boeing.com/ids/allsystemsgo/issues/vol2/num2/story01.html
Auch die B-1B ist darauf ausgerichtet, im Tiefflug in den feindlichen Luftraum einzudringen. Tiefflug bedeutet hierbei Terrainfolgeflug bis herab auf 60 Meter über dem Boden in Geschwindigkeiten von nur knapp unter der Schallgrenze. Die Radarrückstrahlfläche (RCS) ist generell geringer als bei einer B-52. Die genaue RCS ist unbekannt und abhängig vom Einstrahlwinkel. Sie soll laut Janes's All The World's Aircraft nur circa ein Hundertstel der RCS der B-52 betragen. Das GAO widersprach den Angaben teilweise, da das Department of Defense nur die Werte von vorn weitergegeben habe, aus anderen Winkeln aber ein höherer Wert zu erwarten sei nach http://www.cdi.org/issues/nukef&f/database/usnukes.html. Dort Quellenangabe: B-1B RCS 1% of B-52's quoted in Janes's All The World's Aircraft, 1989-90, p. 492, disputed in GAO, The U.S. Nuclear Triad, p. 3. Der GOA-Bericht ist unter http://archive.gao.gov/d43t14/149423.pdf zugänglich. Gerade die Triebwerksgondeln sind von Radargeräten recht gut zu erfassen. Bei niedriger Flughöhe bleibt jedoch für eine einzelne SAM-Stellung keine Zeit auf das Ziel aufzuschalten und eine Rakete zu starten, bevor das Flugzeug wieder hinter dem Radarhorizont verschwindet.
1999 wurden sechs Bomber in über 100 Flügen von Fairford aus im Rahmen der Operation Allied Force während des Kosovo-Kriegs eingesetzt. Dabei warfen sie in 2% der gesamten Flüge 20% der gesamten Bombenlast ab.
In den folgenden Jahren flogen acht B-1B von Diego Garcia aus Einsätze gegen Afghanistan (Operation Enduring Freedom), wobei sie in den ersten sechs Monaten 40% der gesamten Bombenlast abwarfen. Darunter waren 3.900 JDAM, zwei Drittel der Abwürfe dieser Munitionsart. 2003 nahmen die B-1 auch an der Irak-Kriegs-Operation Iraqi Freedom teil. Sie flogen von Oman aus rund 2% der gesamten Einsätze und warfen mit 2.100 JDAM mehr als 50% dieses Munitionstyps ab. Zu den Hauptzielen der B-1-Bomber gehörten auch Verwaltungsgebäude in Bagdad, darunter das Hauptquartier der Baath-Partei. Am 7. April 2003 wurde ein Häuserblock in Bagdad mit vier JDAM angegriffen, weil sich dort nach Geheimdienstinformationen der irakische Diktator Saddam Hussein versteckt haben sollte. Dabei starben zwölf Menschen, während sich die ausschlaggebende Information nicht bestätigte.http://www.welt.de/data/2006/01/13/830651.html
85-0063 verunglückte am 8. November 1988 auf der Dyess Air Force Base, als während eines Durchstarttrainings ein Feuer am linken Flügel ausbrach und die Triebwerke dieser Seite abgeschaltet werden mussten. Die Besatzung konnte sich per Fallschirm retten. Es wird vermutet, dass sich Treibstoff an einem Teil der Kühlanlage entzündete.
Nur wenige Tage später verunglückte 85-0076 auf der Ellsworth Air Force Base, als sie ungefähr einen Kilometer vor der Basis beim Landeanflug mehrere Masten streifte und abstürzte. Die Crew konnte sich retten, die Air Force gab später bekannt, dass die Piloten die Höhenkontrolle vernachlässigt hatten, um den Landeanflug in starker Bewölkung zu planen.
Am 30. November 1992 kamen alle vier Besatzungsmitglieder der 86-0106 um, als ihre B-1B südlich von El Paso, Texas während eines Tieffluges bei Nacht einen Bergrücken rammte. Laut Air Force flog der Bomber parallel zu einem Höhenzug, mehrere Dutzend Meter unter den umliegenden Gipfeln, als der Bomber auf die Berge zudrehte. Da die Piloten das Terrainfolgesystem deaktivierten, kurz bevor der Bomber einschlug, geht man von einem menschlichen Fehler aus.
85-0078 verunglückte am 19. September 1997 nahe Alzada, Montana, als der Bomber während eines Trainings ein Routinemanöver durchführte. Die B-1 verlor plötzlich an Höhe und schlug auf den Boden, keines der vier Crewmitglieder konnte sich retten.
Am 18. Februar 1998 ereignete sich an Bord von 84-0057 ein Kurzschluss, der alle vier Triebwerke abschaltete. Das Flugzeug, dessen Triebwerke nicht wieder gestartet werden konnten, stürzte nahe Marion, Kentucky ab, die Besatzung konnte aussteigen.
Während eines Kampfeinsatzes von der Insel Diego Garcia nach Afghanistan stürzte 86-0114 in den Indischen Ozean. Der Grund bleib unklar, es wurden Fehlfunktionen des Höhenmesssystems vermutet. Alle vier Besatzungsmitglieder wurden nach einiger Zeit gerettet, feindlicher Beschuss wurde als Grund für den Absturz ausgeschlossen.
Die gesamte B-1-Flotte erhielt vom 30. Dezember 2004 bis zum 5. Januar 2005 ein Startverbot, nachdem bei einer Maschine nach der Landung das Bugfahrwerk eingeknickt war. In diesem Zeitraum wurde an allen Maschinen das Fahrwerk überprüft, wobei keine weiteren Mängel festgestellt wurden.
Im James-Bond-Film Sag niemals nie ist eine B-1B zu sehen, wie sie den Abschuss von Marschflugkörpern in ein Testgebiet übt, wobei diese Marschflugkörper in der Luft von Terroristen umprogrammiert und so entführt werden. In Was für ein Genie mit Val Kilmer wurde eine B-1B mit einem Luft-Boden-Laser ausgerüstet.
In Flugsimulationen im militärischen Kontext wurde die B-1 bisher noch nicht simuliert, sie kam jedoch in mehreren Spielen als nicht steuerbares Objekt vor. Zu diesen gehören die Simulationen Falcon 4 - Allied Force von Lead Pursuit, Lock On von Ubi Soft und mehrere Spiele von Novalogic. In zivilen Flugsimulationen existiert die B-1B in X-Plane, für Microsofts Flight Simulator ist sie per inoffiziellem Add-On nachrüstbar.
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