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Roberto Baggio (* 18. Februar 1967 in Caldogno (VI)) ist ein italienischer Fußballspieler, der als einer der weltbesten Stürmer der 1990er Jahre galt. Sein Spitzname ist Divino Codino, wörtlich übersetzt "göttliches Pferdeschwänzchen".

Baggio begann seine Karriere 1981 beim damaligen Drittligisten Vicenza Calcio, der sich damals SS Lanerossi Vicenza nannte. 1985, nachdem er Vicenza zum Aufstieg in die Serie B verholfen hatte, ging er in die Serie A zum AC Florenz, wo er sich nach zwei schwachen Jahren enorm steigerte und am 16. November 1988 Nationalspieler wurde.

Nach der Weltmeisterschaft 1990 wechselte Baggio zu Juventus Turin, was ihm in Florenz bis heute übelgenommen wird. In seiner Zeit bei Juve spielte Baggio den wohl besten Fußball seiner Karriere, doch es standen immer andere Vereine im Weg, wenn es um den Titel ging. 1993 gelang ihm mit Juventus der Sieg im UEFA-Cup. Bei der Weltmeisterschaft 1994 erreichte Baggio mit Italien das Finale, welches gegen Brasilien nach Elfmeterschießen verloren ging. Nachdem er Italien fast im Alleingang mit 5 Toren vom Achtelfinale ins Finale schoss, verschoss er den letzten Elfmeter und wurde zur tragischen Figur dieser Weltmeisterschaft. Sein damaliger Fehlschuss in der Rose Bowl von Pasadena wird den Italienern in dauerhafter Erinnerung bleiben.

1995 gewann Juventus Turin Meisterschaft und Pokal. Baggio, der in dieser Saison nur die Hälfte aller Spiele absolvierte, musste zusehen, wie Alessandro Del Piero die Lorbeeren einheimste und zu seinem Nachfolger auserkoren wurde. Juventus-Präsident Agnelli verkaufte Baggio schließlich an den größten Konkurrenten, den AC Mailand, in der Zuversicht, mit Del Piero einen gleichwertigen Ersatz zu haben.

In Mailand gewann Baggio 1996 erneut die Meisterschaft, ging aber 1997, nachdem man ihn bei Milan mehr oder weniger ausgemustert hatte, zum FC Bologna, wo er, entgegen allen Erwartungen eine fantastische Saison spielte und in 30 Spielen 22 Tore erzielte. Eine erneute Rückkehr nach Mailand, diesmal zu Inter Mailand, verlief unglücklich. Häufig verletzt konnte Baggio den hohen Erwartungen nicht gerecht werden. Auch kam er nicht mit Trainer Marcello Lippi zurecht. Die letzten vier Jahre seiner Karriere verbrachte Roberto Baggio bei Brescia Calcio, wo er sich mit konstant guten Leistungen 2004 sogar wieder ins Gespräch für den EM-Kader brachte. Jedoch war auch der damalige Nationalcoach Italiens, Giovanni Trapattoni, nicht der größte Freund Baggios und nahm ihn nicht mit zur EM 2004. Jedoch gab er ihm am 28. April 2004 im Freundschaftsspiel gegen Spanien die Chance zu seinem Nationalmannschafts-Abschiedsspiel. Am 16. Mai 2004, beim Spiel gegen den AC Milan, verabschiedete er sich auch von der nationalen Fußballbühne; er wurde in der 84. Minute ausgewechselt und erhielt von den rund 80.000 Zuschauern Standing-Ovations.

Baggio hatte sich nach dem Ende seiner Karriere geäußert, dass er sich vom fußballerischen Geschehen ganz entfernen möchte, um mehr Zeit für seine Familie und sich zu haben. Obwohl er betonte, er würde seine Karriere auch nicht in einer tieferen Liga oder als Trainer fortsetzen, bekam er viele verschiedene Angebote. Im September 2005 verlautete er, es würde ihn reizen, einmal Trainer der italienischen Nationalmannschaft zu sein.

Insgesamt absolvierte Roberto Baggio in der Serie A 452 Spiele, in denen er 205 Tore erzielte. In Länder- und Freundschaftspielen gelang ihm dies 113 Mal. 1993 wurde er zum Weltfußballer des Jahres und Europas Fußballer des Jahres gewählt. Zehn Jahre später, im Jahr 2003, gewann er als erster den neu geschaffenen Champions Promenade-Golden Foot Award. Roberto Baggio gilt als einer der beliebtesten Spieler in Italien.

Roberto Baggio ist praktizierender Zen-Buddhist.

Vereine

Erfolge

  • 1995 und 1996 - Italienischer Fußballmeister
  • 1995 - Italienischer Pokalsieger
  • 1993 - UEFA-Pokalsieger
  • 1994 - Vize-Weltmeister

Biographische Eckdaten

  • 18. Februar 1967: Geburt in Caldogno (VI)
  • 21. September 1986: 1. Serie A Spiel mit der AC Fiorentina gegen Sampdoria Genua
  • 10. Mai 1987: 1. Serie A Tor
  • 14. März 2004: 200. Serie A Tor (im Spiel gegen Parma)
  • 29. April 2004: letztes Länderspiel für Italien gegen Spanien (1:1)
  • 16. Mai 2004: letztes Serie A Spiel gegen den AC Milan


Mann | Italiener | Fußballspieler (Italien) | Geboren 1967

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